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Neue Herausforderungen für Miner Bitcoin-Halving wird den Krypto-Minern einen Schlag verpassen

Bitcoin-Netzwerk. Grafik: Zenartix - Freepik.com

Für Bitcoin-Enthusiasten gilt ein alle vier Jahre stattfindendes Netzwerk-Update, das sogenannte „Halving“, bei dem die Menge an neu ausgegebenen Bitcoins um 50% reduziert wird, seit langem als einer der Schlüssel zur Wertsteigerung der größten Kryptowährung der Welt. Den Krypto-Minern wird das Halving jedoch einen herben Schlag versetzen. Laut einem Bericht von Bloomberg, wird es auch dieses Mal milliardenschwere Umsatzeinbußen bei den Unternehmen auslösen, die für das reibungslose Funktionieren des Netzwerks der digitalen Währung sorgen, und das unmittelbar nach einem Anstieg ihrer größten Kosten.

Um den 20. April herum wird das Halving die Menge an Bitcoin, die „Miner“ pro Tag für die Validierung von Transaktionen verdienen können, von derzeit 900 auf 450 reduzieren. Auf der Grundlage des aktuellen Bitcoin-Kurses könnte dies für die gesamte Branche Einnahmeverluste in Höhe von rund 10 Milliarden Dollar pro Jahr bedeuten. Marathon Digital Holdings, CleanSpark und andere Miner, die um eine feste Bitcoin-Belohnung konkurrieren, indem sie komplexe mathematische Rätsel mit superschnellen Computern lösen, haben in neue Ausrüstung investiert und versucht, kleinere Konkurrenten zu kaufen, um den Umsatzrückgang abzufedern.

„Dies ist der letzte Versuch der Miner, so viele Einnahmen wie möglich zu erzielen, bevor ihre Produktion einen großen Einbruch erleidet“, sagte Matthew Kimmell, ein Analyst für digitale Vermögenswerte bei CoinShares. „Da die Einnahmen auf breiter Front über Nacht sinken, könnte die strategische Reaktion jedes Miners und die Art und Weise, wie sie sich anpassen, darüber entscheiden, wer am Ende die Nase vorn hat und wer zurückbleibt.“ Im folgenden Video werden die Herausforderungen erläutert, vor denen die Miner stehen:

Bitcoin-Halving stellt Miner vor Herausforderungen

Zugegeben, Bitcoin hat nach früheren Halvings neue Höchststände erreicht, was dazu beigetragen hat, den regelmäßigen Rückgang der Mining-Belohnungen und den Anstieg der Geschäftskosten zu mildern. Das Ereignis in diesem Monat findet statt, nachdem sich die digitale Währung seit November 2022 mehr als vervierfacht hat. Dennoch wird der Spielraum für den Erfolg der Branche immer kleiner. Die Miner müssen in einem nicht enden wollenden technologischen Wettrüsten immer mehr Geld für kleinere Belohnungen ausgeben. Und während der energieintensive Validierungsprozess das Mining schon immer teuer gemacht hat, sehen sich die Unternehmen nun einem noch stärkeren Wettbewerb um Energie durch die aufkeimende und gut betuchte Industrie der künstlichen Intelligenz gegenüber.

Der rasante Anstieg des Bitcoin-Preises hat dazu beigetragen, diese Energiekosten auszugleichen und das Wachstum des Krypto-Minings anzukurbeln. Seit die ersten spezialisierten Maschinen 2013 auf den Markt kamen, ist die Marktkapitalisierung von 14 in den USA börsennotierten Minern laut einem Bericht von JPMorgan vom 1. April auf etwa 20 Mrd. USD gestiegen.

Obwohl die in den USA börsennotierten Miner das Gesicht der Branche sind, machen sie nach Angaben des Kryptoforschers TheMinerMag nur etwa 20 % der Rechenleistung des Sektors aus. Der Rest entfällt auf private Miner, die nach dem Halving verwundbarer sein könnten, da sie in der Regel auf Fremdkapital oder Risikokapital zurückgreifen müssen, um ihren Bedarf zu decken, während börsennotierte Unternehmen durch Aktienverkäufe Mittel beschaffen können.

Im Zuge der Aufregung um das Ereignis wetten einige Händler darauf, dass die Minenaktien fallen werden. Das gesamte Leerverkaufsinteresse (short interest), belief sich nach einer Schätzung von S3 Partners LLC am 11. April auf etwa 2 Mrd. USD. Diese Leerverkäufe machten fast 15 % der ausstehenden Aktien des Konzerns aus – dreimal mehr als der US-Durchschnitt von 4,75 %, sagte Ihor Dusaniwsky, Managing Director of Predictive Analytics bei S3.

Kryptowährung: Bitcoin-Halving wird zum Problem für die Krypto-Miner
Bitcoin-Halving: Bärische Wetten auf Miner-Aktien

Konkurrenz mit dem KI-Sektor

Das Update, das vierte seit 2012, wurde vom anonymen Bitcoin-Schöpfer Satoshi Nakamoto vorprogrammiert, um die Obergrenze von etwa 21 Millionen BTC beizubehalten, damit der Bitcoin als Währung nicht inflationär wird.

Die Situation unterscheidet sich von der vor vier Jahren, als Bitcoin unter 9.000 Dollar gehandelt wurde und der Großteil der Mining-Aktivitäten in China stattfand. Seitdem hat sich ein Großteil dieser Aktivitäten in die USA verlagert, was den Wettbewerb um Strom anheizt.

„Der Strom in den USA ist außerordentlich knapp“, sagte Adam Sullivan, CEO bei Core Scientific in Austin, Texas, einem der größten öffentlichen Bitcoin-Mining-Unternehmen. „Im Moment konkurrieren die Miner mit einigen der größten Technologieunternehmen der Welt, die versuchen, Platz für Rechenzentren zu finden, die ebenfalls viel Energie verbrauchen.“

Die im Entstehen begriffene KI-Industrie zieht große Mengen an Kapital an, was es den Minern erschwert, sich günstige Stromtarife bei den Versorgungsunternehmen zu sichern. Amazon.com wird fast 150 Milliarden Dollar für Rechenzentren ausgeben, während Blackstone ein 25-Milliarden-Dollar-Imperium von Zentren aufbaut. Auch Google und Microsoft investieren kräftig.

Machtergreifung

„Die künstliche Intelligenz ist bereit, das Drei- oder Vierfache dessen zu zahlen, was Bitcoin-Miner letztes Jahr für Strom bezahlt haben“, sagte David Foley, Co-Managing Partner beim Bitcoin Opportunity Fund, der sowohl in öffentliche als auch private Miner investiert hat. Dies geschehe auf der ganzen Welt, sagte er.

Die Tech-Giganten haben auch einen Vorteil, wenn es darum geht, Strom von den Versorgungsunternehmen zu erwerben, da sie einen konstanten Einkommensstrom haben, während die Einnahmen aus dem Krypto-Mining mit dem Anstieg und Fall der Bitcoin-Preise schwanken. Versorgungsunternehmen betrachten Tech-Unternehmen aufgrund ihrer starken Bilanzen als zuverlässigere Abnehmer, sagte Taras Kulyk, CEO des Krypto-Mining-Dienstleisters SunnyDigital.

Angesichts dieses Wettbewerbs könnte es schwieriger werden, günstige Stromverträge zu verlängern, wenn bestehende Vereinbarungen auslaufen. Große Bitcoin-Schürfer neigen dazu, sich für einige Jahre an Energiepreise zu binden, sagte Greg Beard, CEO des öffentlichen Bitcoin-Schürfers Stronghold Digital Mining.

Computerleistung

Miner konkurrieren um einen festen Betrag, wobei derjenige gewinnt, der als Erster einen Block von Transaktionen auf der Bitcoin-Blockchain erfolgreich verarbeitet. Diese Belohnung wird nach dem nächsten Halving von derzeit 6,25 auf 3,125 Bitcoin sinken.

Je mehr Rechenleistung ein Miner hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass er die Belohnung erhält. Aber es wird immer schwieriger. Die Mining Difficulty (Mining-Schwierigkeit), ein Maß für die Rechenleistung beim Bitcoin-Mining, hat sich seit dem Halving im Jahr 2020 fast versechsfacht, wie aus einem zweiwöchentlichen Update der Krypto-Mining-Website btc.com hervorgeht. Dies ist das Ergebnis einer steigenden Anzahl von Minern und einer gleichbleibenden Belohnung.

Unternehmen haben ihre Technologie mit effizienteren Maschinen auf den neuesten Stand gebracht, um zusätzliche Rechenleistung zu erzeugen. Zudem haben öffentliche Bitcoin-Miner Milliarden von Dollar aufgebracht, um die Käufe durch das Angebot neuer Aktien zu finanzieren.

Diese Möglichkeit steht privaten Mining-Unternehmen nicht zur Verfügung, die etwa 80 % der Rechenleistung der Branche in den USA ausmachen. Während der vorangegangenen Hausse im Jahr 2021 waren diese Unternehmen meist auf die Emission von Schulden angewiesen, um ihre Kosten zu decken. Sowohl öffentliche als auch private Mining-Unternehmen haben damals schätzungsweise 4 Mrd. USD in Form von Krediten aufgenommen, die mit Mining-Ausrüstung unterlegt waren. Aber es war schwieriger, an Angebote zu kommen, da eine Reihe von Kreditgebern während des Zusammenbruchs des Kryptomarktes im Jahr 2022 in Konkurs ging.

Harter Wettbewerb für Miner

„Es ist hart da draußen“, sagte Young Cho, CEO von Blockhouse Digital, einer Vermögensverwaltungsfirma, die sich auf besicherte Kredite und renditeerzeugende Strategien auf den Kryptomärkten spezialisiert hat. „Miner suchen seit mehreren Monaten nach Kreditgebern und konnten bislang keine finden.“

Neben der Fremdfinanzierung beschaffen sich einige private Miner Geld durch Risikokapital-Finanzierungsrunden, so Foley vom Bitcoin Opportunity Fund.

Diejenigen mit negativem Cashflow, die keinen Zugang zu Krediten haben, stehen vor der Entscheidung, den Betrieb durch privates Beteiligungskapital oder die vorsorglich in ihrer Bilanz gelagerten Barmittel zu finanzieren, sagte Kimmell von CoinShares.

„Alternativ, wenn sie wenig Vertrauen in zukünftige Mining-Einnahmen haben, können sie aus dem Markt aussteigen“, sagte er.

FMW/Bloomberg



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26 Kommentare

  1. für waren die genannten Aspekte neu und deshalb extrem wertvoll.
    Die „Strom Konkurrenz Situation“ spricht für die KI.

    Ist die folgende Schlussfolgerungen plausibel: krypto fliegt schon kurzfristig vom Markt, oder es wird sündhaft teuer und nur für die Superreichen eine Möglichkeit zur Absicherung.

    Allerdings kam aufgrund des Artikels für mich die folgende Frage auf: Welchen Einfluss hat der KI-bezogene Stromverbrauch für die nationalen Energie-Strategien? Wird „Strommining“ zum Grundvorsetzung für einen umfassenden Einsatz der KI?
    kann die aktuelle Energie-Strategie in Deutschland diese Herausforderungen stemmen?

    1. bei bitcoin geht es längst nicht mehr im die bitcoins, sondern um die satoshis, 0,1 oder 0,01 BTC und wenns teurer wird eben 0,001BTC usw usf

  2. Jedes Mal beim Halving prophezeit der Mainstream ein großflächiges Miner-Sterben. Was wirklich (wie bei jedem Halving bisher) passieren wird ist, das Miner ihre ältere, nicht mehr konkurrenzfähige Hardware durch neue, noch energieeffizientere und schnellere austauschen. Das tun sie sowieso die ganze Zeit. Das BTC-Mining ist bereits seit Jahren ein unglaublicher Technologietreiber hinsichtlich Hardware-Effizienz und Leistungssteigerung. Natürlich gibt es permanent Mining-Unternehmen die verschwinden und neue die entstehen, sowas nennt sich freier Markt. Unabhängig vom Halving. Und ja, der Markt ist hart, so wie jeder echte Markt!

    Ignoriert wird im Mainstream auch, dass die Mining-Belohnung nicht die einzige Einnahmequelle der Miner ist. Es gibt noch die Transaktions-Gebühren, die je nach Blockchain-Situation bereits in der Vergangenheit über der Mining-Belohnung lagen. In der Zukunkt wird das der Normalfall sein. Kombiniert mit der Wertsteigerung ist nicht zu erwarten, dass nennenswert Hashrate durch das Halving aussteigt. Wobei selbst kurzfristige Hashraten-Reduktionen von 40% (damals wegen China) keine Probleme darstellen und nur dazu führen, dass die Hashrate innerhalb kürzester Zeit wieder nach Oben schnellt.

    Die „Konkurrenz“ mit dem KI-Sektor müssen die Miner nun wirklich nicht scheuen. KI schluckt Abermillarden an Investitionen, ohne auch nur im Promillebereich einen ROI einzufahren. Der Markt regelt das aktuell schon (Hashrate fährt immer neue Rekorde ein) und wird das auch in Zukunft. Die „Machtergreifung“ der Tech-Giganten besteht laut Artikel darin, so unfassbar viel Geld für Strom zu verschwenden, dass die Miner nicht mehr genug haben? Ernsthaft Jetzt?

    Gerade in Texas arbeiten Miner bereits aktiv über Staatsverträge an der Stabilisierung des Stromnetzes (Demand-Response) und sind gar nicht mehr wegzudenken. Eine Symbiose, die es mittelfristig in immer mehr Ländern der Welt geben wird.

    1. ja, deutschland kann ja seinen zappelstrom damit glätten, PV wird verhundertfacht und alle stromspitzen gehen an die miner, sind nur ein paar dutzend milliarden für die GPUs

      1. Tatsächlich würde es in Deutschland Sinn machen bei einer 10KW Anlage auf dem Dach mit dem Strom bei hoher Sonneneinstrahlung moderne Mining Racks zu betreiben und die einer Mining-Cloud anzuschließen. Das Problem sind aktuell noch die Investitionskosten, denn mit normaler PC-Hardware macht das keinen Sinn.

        Langfristig wird BTC-Mining der einzige Weg sein, wie man Sonnenstrom in Deutschland überhaupt sinnvoll nutzen kann, währen zur Mittagszeit viel mehr produziert als verbraucht wird. Die einzige Alternative ist komplett ungenutzt abzuregeln. Das hören Grüne nicht gerne, denn BTC widerspricht fundamental ihrem Ziel der vollständig staatlichen, sozialistischen Geldkontrolle.

        1. @dontspeak
          Und warum ist BTC-Mining nun sinnvoller, als Heim- bzw. Autospeicher aufzuladen, den Pufferspeicher für Heizung und Warmwasser aufzuheizen, zur Mittagszeit größere Verbraucher smart zu betreiben oder Wasserstoff zu erzeugen?

          1. Die von Ihnen aufgelisteten Dinge können sinnvoll sein, kommt darauf an was einem wichtig ist. Heimspeicher der aktuellen Akku-Technologie sind aber generell nie wirtschaftlich, rechnen Sie es durch… Autoakku und Warmwasser sind schnell voll. „Smarte“ Verbraucher sind pure Theorie und nicht praxistauglich, hier ist keine relevante Menge an Strom verbauchbar, auch weil man dazu Lebensgewohnheiten auf den Kopf stellen muss. Wasserstoff ist ein Punkt, aber wer will bei sich zu Hause Wasserstoff im Tank lagern? Sinnvoll wäre eine direkte Belieferung des E-Werks mit Strom, dort wird H2O gespalten und wandert auf mein „Energiekonto“, welches ich im Winter nutzen kann. Nur leider sind derartige (tatsächlich sinnvollen Ideen) in der sog. Energiewende überhaupt nicht bedacht. Der dazu nötige Netzausbau hinkt Jahrzehnte hinterher.

            Es geht darum in den warmen 6 Monaten des Jahres den gesamten erzeugten PV Strom wirtschaftlich zu nutzen. Folgendes Beispiel: Ein unternehmerisch denkender Mensch in irgend einem zentralafrikanischen Staat will ein Unternehmen aufmachen. Womit? Sand? Socken? Fahrradtaxi? Nein, erst stellt Solarzellen auf und gewinnt sehr, sehr viel sehr billige Energie. Die nutzt er zum Minen. Und ist damit sofort konkurrenzfähig zu den global Playern!! Denn Mining ist dort besonders sinnvoll, wo es besonders viel sonst nicht genutzte Energie gibt.

            BTC-Mining „verflüssigt“ die knappste Ressource der Welt -Energie- und macht sie digital verschickbar! Und genau deshalb sind BTC auch etwas wert. Weil irgendwo auf der Welt irgendwer Energie aufbringen musste, um sie zu erzeugen. Wenige verstehen das.

          2. @dontspeak: CATL’s Tianheng mit 6,25MWh gibt es für weit weniger als 1Mio.$ bei 20Jahren Leistungsgarantie, sprich wir sind bei ca. 130$ pro kWh bei mehr als 5000Zyklen (LiFePO4), was wiederum heißt das uns die kWh weniger als 3Cent für die Speicherung kostet. Ich glaube da müssen wir nicht über BTC-Mining bei der Mittagssonne nach denken um das ab zu federn.

            p.s. Ich kenne mehrere Energieversorger die Stromspeicher gerade wie Pilze aus dem Boden schießen lassen, die können alle nicht rechnen ;-)

          3. @Z0P0
            Es ging hier um Heimspeicher für die 10KW Anlage auf dem Dach.

          4. @dontspeak

            „Heimspeicher der aktuellen Akku-Technologie sind aber generell nie wirtschaftlich, rechnen Sie es durch…“
            Wir verbrauchen täglich abends, nachts und frühmorgens – wenn also die PV-Anlage direkt nicht liefert – durchschnittlich etwa 5,5 kWh. Das sind in der Summe etwa 2.000 kWh p.a. bzw. 600 €. In 10 Jahren bei derzeitigen Priesen ohne zukünftige Strompreiserhöhungen somit 6.000 €.
            Die Kosten für unsere Batterie inklusive Energiemanager und Notstrom-Funktion beliefen sich auf etwa genau diese Summe.
            Die Tendenz für Akkupreise ist seit Jahren konstant fallend, z. B. etwa 25% seit 2021.

            „Autoakku und Warmwasser sind schnell voll.“
            Naja, 1.000 und mehr Liter Wasser auf 80° C aufzuheizen oder ein E-Auto mit 60 KWh Batteriekapazität aufzuladen, geht nicht mal schnell in der Mittagspause. Die Entladung hängt natürlich davon ab, wie viele Leute wie oft duschen und wie oft das Auto benutzt wird.

            „„Smarte“ Verbraucher sind pure Theorie und nicht praxistauglich, hier ist keine relevante Menge an Strom verbauchbar, auch weil man dazu Lebensgewohnheiten auf den Kopf stellen muss.“
            Mittagessen und Geschirrspülen sind keine auf den Kopf gestellten Lebensgewohnheiten. Klimaanlagen, sofern vorhanden, laufen ohnehin hauptsächlich zur optimalen PV-Ertragszeit. Und wer zu faul oder zu unflexibel ist, den Wäschetrockner per Smartphone oder smarter Steckdose einzuschalten, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

            Es ist völlig unverständlich, warum immer irgendwelche fadenscheinigen Gründe konstruiert werden, um gewisse Dinge schlechtzureden. In unserem Haushalt funktioniert das alles seit vielen Jahren problemlos und auf jeden Fall rentabel.
            Wir haben einen Autarkiegrad von deutlich über 90% erreicht.
            Überschüsse speisen wir über ein virtuelles Kraftwerk ein. Diese werden dann einem Konto gutgeschrieben, über das wir in den paar wenigen Winterwochen mit schlechter PV-Ausbeute entsprechend günstigen externen Strom beziehen, sofern benötigt. Der Rest wird auf Wunsch ausbezahlt oder verbleibt auf dem Konto.

          5. @Michael
            Ist doch erfreulich wenn das bei Ihnen klappt. Ich glaube Ihnen das alles. Vermutlich Neubau oder Niedrigenergiehaus und von Ihnen als Enthusiast hochoptimiert? Nur leider hat das absolut keine Relevanz für den Großteil der Lebens- und Wohnwirklichkeiten von 80 Millionen Menschen. Eine Altbau-Stadtwohnung kann das alles nicht, BTC-Minen aber schon.

            1000 L auf 80 Grad hochheizen? Weil der Strom da ist? Selbst für uns völlig verwöhnten Gasthermenbesitzer ist das astronomisch.

            Wann wird das Auto geladen? Abends brauchen Sie den Strom für was anderes. Oder steht das Auto mittags zu Hause? Dann gehts Ihnen wie mir und Sie haben Homeoffice. Ich fahr mittlerweile ca 1000 KM im Jahr mit meinem Auto.

            Was die smarten Verbraucher angeht kann ich nur wiedergeben was gute Freunde (Paar mit 3 Kindern) von uns sagen (Neubau, PV, WP, kein Akku): Nach 2 Wochen hat die Frau es aufgegeben die Waschmaschine zu timen, weil es einfach unmöglich war die Menge an Wäsche von außen „timen“ zu lassen. Sie duscht übrigens immer vor ihrem Mann, da das Warmwasser nicht für beide hintereinander reicht (vlt wär das mit Akku anders). Er sagt er könnte die WP so einstellen, dass genug Warmwasser da ist, das würde aber die Stromrechnung explodieren lassen. Akku hat er detailliert durchgerechnet, mit dem selben Ergebnis wie ich.

            Übrigens, Wie lange können Sie den Akku bei diesen Ladezyklen betreiben? Was kostet die Wartung der Anlage? Was hat die Produktion des Akkus gekostet und was die Entsorgung? Umweltbilanz? Das Hauptproblem der Energiewende sind die Speicher. Im Großen aber noch sehr viel stärker im Kleinen. In 10 – max. 15 Jahren haben Sie erneut die selbe Investitionssumme.

          6. Wenn wir doch alle so tolle Michaels wären und nicht nur solche Michels.

            Ey Leute, wat ist den loss mit euch?

            Baut doch enfach en Hues für 1 Millionen Euro und dann noch dazu ein 60 Tausend Euro Elektroauto, eine 30 Tausend Euro PV-Anlage und dann noch ein 30 Tausend Euro Wärmepumpe usw. und geht dem Bauamt eurer Gemeinde mal gründlich auf die Nerven, dat die die Leitungen legen.

            Wo ist den hier das Problem. Dat kann der Michi gar nicht verstehen???

            Oder habt ihr etwa Spass anne Klimakaputtmache ???? Und wenn na nicht Grün wählt, dann seid da ganz böse Menschen die man umerziehen muss.

          7. @dontspeak

            Sie haben doch das Thema über die Nutzung von überschüssigem Strom durch „10KW Anlagen auf dem Dach zur Mittagszeit bei hoher Sonneneinstrahlung“ begonnen. Plötzlich argumentieren Sie mit Stadtwohnungen und der Lebens- und Wohnrealität von 80 Millionen Einwohnern. Und Sie reden über Heizen und Wärmepumpen. Diskussionen über diese Themen entwickeln sich leider immer in die gleiche Richtung – weg vom Ursprung und hin zu Scheinargumenten und Ablenkungsmanövern.

            Unser Haus ist 20 Jahre alt und ganz gut, aber nun wirklich nicht übertrieben gedämmt. Allerdings spielt die Dämmung doch überhaupt keine Rolle, wenn es um „normalen“ Stromverbrauch und PV-Anlagen mit 10 kWP geht. Strom lässt sich auch auf weniger gut gedämmten Hausdächern produzieren und in den Häusern und Wohnungen verbrauchen.
            Wärmepumpen sind ein völlig anderes Thema für einen komplett neuen Thread.

            Dennoch möchte ich gerne auf Ihre Nebelkerzen und Fragen eingehen:
            Fast zwei Drittel aller Wohngebäude hierzulande sind Einfamilienhäuser. Gemeinsam mit den Zweifamilienhäusern beträgt der Anteil sogar rund 80 Prozent, in denen etwa 40 Millionen Menschen wohnen. Auch das ist Teil der „Lebens- und Wohnwirklichkeiten von 80 Millionen Menschen“, den man nicht ganz ignorieren sollte.

            Ich habe die Maximaltemperatur unseres Schichtlage-Pufferspeichers so eingestellt, dass er im oberen Drittel des Brauchwasserbereichs etwa 75 bis 85 ° C erreicht, im mittleren Heizwasserbereich 70 bis 80 °C und im unteren Teil beim Solarthermiekreislauf etwa 60 bis 70° C. Das sind maximale Temperaturen, bei denen dann die jeweilige Solar-Energiezufuhr automatisch abschaltet. Im mittleren Bereich sind ein kleiner wasserführender Pelletofen und eine Heizwendel angeschlossen, die nur dann läuft, wenn überschüssiger Strom aus der PV-Anlage vorhanden ist. Läuft nur der Pelletofen, weil keine Sonne scheint, wird dieser natürlich bereits beim Erreichen deutlich niedrigerer Temperaturen im entsprechenden Bereich des Pufferspeichers abgeschaltet (pi mal Daumen bei etwa 50 bis 60° C, je nach Außentemperatur).
            Die Priorisierungsreihenfolge in der Heizungssteuerung ist Solarthermie, Überschussstrom, Pelletofen.
            Die Priorisierung beim Stromverbrauch ist Haushaltsstrom, Heimspeicher, Wallbox, Heizwendel, Überschusseinspeisung.

            Das bedeutet natürlich nicht, dass der Speicher immer diese Temperaturen hat. Und es bedeutet schon dreimal nicht, dass unsere Wandheizungen mit diesen Temperaturen betrieben werden 🥵 Die Raumthermostate in Verbindung mit dem Außentemperaturfühler steuern die Beimischung von kühlerem Wasser aus dem Rücklauf, am Ende werden etwa Vorlauftemperaturen von 30 bis 35° C erreicht. Höhere Pufferspeichertemperaturen sorgen einfach nur dafür, dass ein ausreichender Vorrat an heißem Wasser länger zur Verfügung steht.

            Wenn bei Ihren Freunden trotz Neubau das Warmwasser nicht ausreicht, ist vielleicht der Pufferspeicher zu gering dimensioniert. Oder Ihre Freunde besitzen keine Heizwendel im Pufferspeicher, die überschüssigen Strom nutzt. Bitte nicht vergessen, Ihr ursprüngliches Argument drehte sich einzig und allein um Zeiten, „währen zur Mittagszeit viel mehr produziert als verbraucht wird“ !!! ☝
            Ich habe nur ein paar Ideen und Vorschläge eingebracht, wie sich diese Überschussproduktion sinnvoll nutzen ließe. Einer davon war eben, den Pufferspeicher möglichst hochzuheizen.
            Auch habe ich ganz bewusst nicht von Waschmaschinen, sondern von Elektroherden, Wäschetrocknern und ggf. Klimaanlagen geschrieben.

            Das E-Auto laden wir möglichst immer nach Feierabend, wenn die Sonne noch zwei bis vier Stunden scheint – je nach Jahreszeit. Oder bevorzugt am Wochenende. Zwei Mal pro Monat ist meistens völlig ausreichend.

            Li-Ion-Akkus erlauben etwa 4.000 bis 5.000 Ladezyklen, LFP-Akkus deutlich mehr (bis zu 20.000). Ladezyklen sollten nie mit Ladevorgängen verwechselt werden. Ein Ladezyklus ist ein eher theoretischer Wert aus Teilzyklen und beschreibt immer die vollständige Aufladung von 0 auf 100% (was man beides vermeiden sollte und von der Steuerung ohnehin verhindert wird). Wenn Sie also heute einen Akku von 20 auf 50% und morgen von 50 auf 80% laden, haben Sie in zwei Tagen 0,6 Ladezyklen erreicht. Und selbst, wenn die genannte Obergrenze erreicht ist, bedeutet das nicht, dass der Akku ausgetauscht werden muss, er hat dann einfach nur eine geringere Kapazität.
            Bei LFP-Akkus geht man inzwischen von einer Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren aus.
            Betrachtet man die Entwicklung der letzten 5 Jahre, ist auch weiterhin eine signifikante Steigerung bei fallenden Preisen zu erwarten.
            https://www.pv-magazine.de/wp-content/uploads/sites/4/2021/07/Sonnen_zyklus_stabilitaet.jpeg
            https://www.pv-magazine.de/2021/07/14/sonnenbatterie-nach-28-000-vollladezyklen-noch-nicht-am-ende/
            https://gruenes.haus/lebensdauer-stromspeicher/
            https://www.mvv.de/photovoltaik/ratgeber/welche-lebensdauer-haben-batteriespeicher-fuer-pv-anlagen

            Sie sehen also, das Glas ist entweder halb leer, wie bei Ihnen, oder halb voll, wie bei mir.
            Ich kann aus langjähriger eigener Praxis-Erfahrung berichten, Sie aus dritter Hand und eigenen theoretischen Berechnungen.

          8. @Michi

            Außer dümmlicher Polemik und viel aggressiver Hetze haben Sie rein gar nichts zu bieten. Davon dafür aber reichlich.

            Das Haus hat 240.000 € gekostet.
            Die PV-Anlage mit Speicher knapp 20.000 €.
            Über eine Wärmepumpe habe ich kein einziges Wort verloren.
            Ich will auch niemanden erziehen, denn das einzige Thema war, was man mit Überschussstrom aus PV-Produktion zur Mittagszeit so alles anfangen könnte, das sinnvoller ist als BTC-Mining. Aufgeworfen wurde es von @dontspeak, nicht von mir.

            Eine berechtigte Frage stellen allerdings sogar Sie: Ey Leute, wat ist den loss mit euch?
            Die Frage wäre zumindest dann sinnvoll, wenn Sie Ihren dämlichen Kommentar dadurch selbst hinterfragen 😉

          9. @Markus Fugmann
            Warum winken Sie solche Kommentare wie den von @Michi um 13:06 Uhr eigentlich immer ungefiltert durch?

            Da entwickelt sich endlich einmal eine der viel zu seltenen interessanten Diskussionen auf sachlich-inhaltlicher Ebene mit konkreten Praxisbeispielen.
            Und schon sieht sich wieder einer dieser destruktiven hypernervösen Aggressoren genötigt, seiner zwanghaften Manie nach Polemik und Sarkasmus Genüge zu leisten. Und zwar einzig mit der Absicht, miese Stimmung, Unruhe und Diffamierung auf rein persönlicher Ebene zu verbreiten.

            Ich dachte immer, die Menschen in Deutschland sollten wieder mehr miteinander sprechen, anderen Meinungen mehr Raum einräumen und mehr Toleranz an den Tag legen, solange es um Inhalte und Anschauungen geht? Bei derartigen Kommentaren auf der rein diskreditierenden Ad-hominem-Ebene dürfte das kaum zu erreichen sein.

          10. @Anna Luisa

            Ich denke, Herr Fugmann hat nicht die Zeit, jeden einzelnen Kommentar auch in Bezug auf den bisherigen Verlauf eines Threads zu überprüfen. Und ohne genaue Kenntnis des Zusammenhangs bzw. der Vorgeschichte – also rein isoliert für sich betrachtet – ist der Beitrag von @Michi wohl noch als grenzwertig einzustufen, so dümmlich, pauschalisierend und sinnlos er auch ist.

            Ich danke dir dennoch für deine gut gemeinte Unterstützung und deine Frage an die Moderatoren, die natürlich prinzipiell vollkommen berechtigt ist. Persönlich komme ich mit solchen provokativen Schmarrnkommentaren gut klar.
            Wie du aus meiner Antwort ersehen kannst, hat sich der großartige „Michi“ mit seinen Phantasiezahlen selbst ad absurdum geführt und kolossal blamiert 😄
            1.120.000 € statt 260.000 €, das spricht für sich. In solchen Dimensionen hilft auch keine Umerziehung weiter. Da ist eigentlich jedes weitere Wort nur mehr Energieverschwendung. Und genau die wollen wir bösen Grünen Klimaretter doch vermeiden 😉

        2. @Michi
          Es ist völlig ok und berechtigt, faschistische Methoden wie Umerziehung öffentlich und lautstark zu kritisieren. Das Thema scheint Sie ja sehr zu berühren. Wäre es daher nicht vielmehr angemessen, statt Michaels, Michels und Michis eher richtig üble Umerziehungslager in Xinjiang oder Gulags in Sibirien öffentlich anzuprangern, in denen man mal ganz schnell landen kann, weil jemand ein falsches Wort verwendet, in der falschen Familie geboren wurde oder einen Hauch von Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung äußert?
          Staaten und Regierungen, in denen so etwas seit Jahrzehnten Alltag ist, werden ja gerne glorifiziert und eher wohlwollend und konziliant beurteilt.

  3. @dontspeak: „Es ging hier um Heimspeicher für die 10KW Anlage auf dem Dach.“

    Die Heimspeicher fallen genauso im Preis, einfach mal hier (hab einfach „beliebestes zuerst“ geklickt) auf Preisentwicklung 1J. gehen:
    https://www.idealo.de/preisvergleich/OffersOfProduct/202101705_-luna2000-5-s0-akku-5kwh-huawei.html

    Mein Bsp. mit dem Großspeicher läßt sich genauer rechnen, da Zwischenhändleraufschläge und anderes hier nicht so sehr ins Gewicht fallen.

  4. p.s. Bei 2269€ und 5kWh sind das 454€/kWh -> 9Cent/kWh Speicherung @5000Zyklen (LiFePO4). Der Strompreis vom Versorger ist wie hoch?

  5. ———-Nur leider hat das absolut keine Relevanz für den Großteil der Lebens- und Wohnwirklichkeiten von 80 Millionen Menschen. Eine Altbau-Stadtwohnung kann das alles nicht————–

    Das ist der springende Punkt.

    Gleiches gilt fürs Auto,E Auto in der Stadt. Sehr gute Lösung,sofern nicht jeder Mieter zwei E-Autos über Nacht laden muss.Wollen die tausende Nachbarn im Viertel nämlich auch.

    Wir, Autarkiegrad 100% ,sogar inklusive Regenwassernutzung. Richtig rentabel wird das ,wenn man keine öffentlichen Leitungen mehr mitbezahlen muss.

    1. @klempner: Wir wohnen in der Stadt, haben seit 10J. ein E-Auto und seit 1J. zwei E-Autos. Wo ist das Problem? Die Außensteckdose der Wohnung kann man mit 10A nutzen (Schuko ist nicht für 16A Dauerstromlast geeignet, besser Campingstecker CEE), das macht 10A*230V -> >2kWh * 14h (17-7Uhr) -> 30kWh pro Nacht / ~15kWh auf 100km Verbrauch -> 200km pro Nacht Reichweite!!! Ich schätze mal der Großteil verfährt nicht mehr pro Woche. Das bedeutet in zwei Nächten pro Woche ist der Stellplatz belegt, im Winter vielleicht an 3-4Nächten, das wars. Und wenn es doch Probleme gibt und mal schnell geladen werden soll, dann lädt man halt mal extern, dafür gibt es überall öffentliche Ladestationen in der Stadt (dauert 18min). Also das ist wirklich kein Argument, nur von Leuten die Verbrenner fahren und Ausreden suchen. Ich frag mich ja auch nicht wo die immer tanken, es werden ja immer mehr Tankstellen geschlossen oder umgebaut für E-Autos (wäre gleiches sinnloses Argument).

      1. @Z0P0
        Der klempner ist ein Deutschlandflüchtling auf einer Insel ohne Strom- und Trinkwasserversorgung.
        Daher kennt er sich in deutschen Städten besonders gut aus, kennt er doch das tägliche Leben in all seiner Dynamik aus all seinen Simulationen und Modellen. Sein Quantencomputer und sein Quantengehirn haben zwar inzwischen verlernt, sich ansatzweise verständlich und vor allem konkret auszudrücken.
        Aber gehen Sie einmal von einem aus: Der Mann weiß jederzeit, wovon er fehlerhaft und in maximal fragwürdiger Grammatik tippt 😵

  6. Wollte mal kundtun, dass ich es erfreulich finde, dass es in diesem Forum noch Leute gibt, mit denen man sich normal unterhalten kann.

    Werde trotzdem beim BTC-Mining bleiben. Immer und überall möglich mit überschüssigem Strom. Egal ob im Haus, der Wohnung, dem Wasserfall oder der Wüste. Mining-Rack angesteckt, Geld verdient und mitgeholfen den einzigen dezentralen, nicht-manipulierbaren, globalen und digitalen Wertspeicher der Menschheitsgeschichte zu sichern. DAS ist eben mein Enthusiasmus.

    1. @dontspeak
      Na das klingt doch sehr vernünftig, erfreulich und kompromissbereit.
      Immerhin haben Sie sich nun klar und unmissverständlich ausgedrückt, dass es sich um Ihren ganz eigenen und subjektiven Enthusiasmus handelt, nicht um Fakten und gesicherte empirische Erkenntnisse. Daran ist natürlich nicht das Geringste auszusetzen.

      Das Schöne an überschüssigem Strom zu Nullkommanull Grenzkosten ist ja eben, dass man sich freie und kreative Gedanken machen kann, wie er sich sinnvoll und effizient nutzen lässt.

      Warum nicht gleich so?
      Anfangs war alles noch sehr ideologisch und geschwängert von bierzeltpolitischen Phrasen. Irgendwie haftete Ihrem Ausgangskommentar ein übles Geschmäckle von Intoleranz, Absolutismus und Wahlkampfpropaganda an: „Die einzige Alternative ist komplett ungenutzt abzuregeln. Das hören Grüne nicht gerne, denn BTC widerspricht fundamental ihrem Ziel der vollständig staatlichen, sozialistischen Geldkontrolle.“
      Da habe ich mich gefragt, warum ist das die einzige Alternative?
      Was hat das eigentlich mit den Grünen zu tun?
      Ist deren Ziel tatsächlich eine vollständige sozialistische Geldkontrolle durch den Staat?

      Warum muss jedes interessante Sachthema ständig in die politische Dimension geframed und jeder Leser in ein kompromisslos reduziertes Farbschema eingeordnet werden? Was ist mit Farbverläufen, Mischfarben, Schattierungen?
      Nicht auszudenken, würde das hier im Forum auch die andere Seite mit den schlauen alternativen Blauen so machen, und das auch noch zigfach unterstützt und verstärkt durch polemische Hassprediger und beifallklatschende inhaltsfreie Bots bei nahezu jedem Kommentar.

      Vor kurzem hat einmal jemand geschrieben, er pendelt beim Großteil aller persönlichen Ansichten oder Einschätzungen im Bereich von 60:40 oder vielleicht mal 70:30. Das halte ich für eine sehr weise und reife Lebenseinstellung.
      Denn die ist weit weg von primitiver Polarisierung und Spaltung, schafft Raum für Kompromisse, Verständnis, Gesprächsbereitschaft und Toleranz, für persönliche Weiterentwicklung und Meinungsänderungen, ohne sich gleich mit Haut und Haar einem irgendwie gefärbten Lager verpflichten zu müssen.

      Wenn Sie erlauben, noch einmal zurück zum Ausgangsthema:
      Sie schreiben ja, dass Heimspeicher, Autoakku und Warmwasser generell nie wirtschaftlich sind und auch der Rest meiner Vorschläge nicht praxistauglich ist.
      Gleichzeitig betonen Sie bei modernen Mining-Racks das Problem der hohen Investitionskosten, „denn mit normaler PC-Hardware macht das keinen Sinn.“
      Genau dasselbe Argument habe ich schon 2015 von einem mir bekannten BTC-Enthusiasten zu hören bekommen, der sehr viele Tausend Euro in Nvidia-Grafikkarten investiert hatte, die in irgendwelchen speziellen Racks in seiner Wohnung kombiniert wurden, und die neben dem sinnlosen Lüfterlärm auch soviel sinnlose Abwärme produzierten, dass er ein Fenster das ganze Jahr über nicht schließen konnte, weil ein Abwärmeschlauch durch den Schlitz gesteckt werden musste. Die Abfuhr der Abwärme diente natürlich nur dazu, die Gehäuse und GPUs einigermaßen kühl zu halten, in der Wohnung selbst war es im Winter zugig und kalt, im Sommer heiß und insektengeschwängert.
      Der Stromverbrauch war extraordinär, die Schürfergebnisse eher bescheiden. Um es einmal allegorisch zu umschreiben, ein paar Dezigramm Blatt- oder Schaumgold bei einem Aufwand harter Untertagearbeit von 24/7/365.

      Ich lese aus Ihren Zukunftshoffnungen heraus, dass sich Effizienz und Anschaffungskosten der Mining-Racks demnächst durch technologischen Fortschritt soweit entwickeln werden, dass sie sehr profitabel und praktisch alternativlos für alle PV-Anlagenbesitzer werden. Bei batterieelektrischen Speichern und allen anderen genannten Alternativen ist technologischer Fortschritt Ihrer Ansicht nach aber ausgeschlossen, trotz aller Fakten und Entwicklungen der letzten Jahre?
      Ich hoffe sehr für Sie, dass Sie am Wasserfall und in der Wüste auch einen entsprechend schnellen und zuverlässigen Internetzugang finden, um all die Mining-Power nicht durch Netzengpässe zu verlieren. Denn auch beim Kommunikationsnetz braucht es die Modernisierung und den Ausbau, der beim Strom so sehr verteufelt wird.

  7. jaja,ich hörte im privaten Umfeld ,daß das Laden auf langen Strecken wohl funktioniert ,allerdings ohne hohe Ladespannung auch länger dauern kann.

    Trotzdem ,es sind nur knapp 1,9 % reine E-Autos auf der Strasse,wenn das auf 11% und mehr steigt,was dann,wo kommts her und grün ist der Strom ja dann auch nicht.Man stelle sich vor ,die Hälfte der Autos in der Stadt wären elektrisch.

    1. @klempner: Ich glaube Ihnen fehlt es genau daran: Vorstellungskraft und Realitätsnähe. „Man stelle sich vor“ das in Norwegen (Jan. 2024) 92,1 Prozent an allen Pkw-Neuzulassungen elektrisch waren. Machen Sie einfach mal Urlaub da…

      https://www.electrive.net/2024/02/02/norwegen-4-717-neue-elektro-pkw-im-januar-2024/

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