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Deutschland als „Land der Barzahler“

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Anders als in anderen europäischen Ländern wird in Deutschland noch gerne bar gezahlt. Dies gilt vor allem für kleine Beträge, dort greifen lediglich diejenigen zur Karte, die kein bares Geld zur Hand haben. Laut des deutschen IT-Branchenverbands Bitkom ärgern sich fast 70 Prozent aller Deutschen darüber, dass sie nicht auf Wunsch bargeldlos zahlen können, 62 Prozent sind der Überzeugung, dass die Kartenzahlung in Deutschland sogar gesetzlich verpflichtend sein sollte. Trotzdem werden nach wie vor 75 Prozent aller Zahlungen vor allem im Einzelhandel mit Bargeld durchgeführt – obwohl die Zahlung von digitalen Bezahlmethoden fast überall möglich ist.

Doch woran liegt es, dass sich die modernen Zahlungsmethoden so langsam durchsetzen? Firmen, die das Kartenterminal nutzen, können mit dem Kartenlesegerät bargeldlose Zahlungen einfach und sicher annehmen. Die Verbindung mit der kostenlos erhältlichen App auf dem digitalen Endgerät des Anwenders erfolgt per Bluetooth. Nun muss der zahlbare Betrag in die App eingetragen werden, dann zieht der Kunde seine Karte durch das Lesegerät, steckt es in das Gerät hinein oder zieht sie durch. Nachdem die Transaktion erfolgreich angezeigt wurde und die entsprechenden Werte angezeigt wurden, gelangt das Geld nach etwa drei Tagen auf dem Konto des Unternehmens.

Das Kundenverhalten ändert sich nur langsam

Die Zahlung, also die Umstellung auf Kartenzahlung, erfolgt in Deutschland nur langsam. Eine Studie von 2018 hat ergeben, dass etwa 76 Prozent aller Einkäufe im Einzelhandel bar beglichen wurden. Anders als Kunden der anderen europäischen Länder, wie beispielsweise Schweden, bei denen die Zahlung mit der Karte selbst bei kleinen Beträgen Gang und Gäbe sind, ist es hierzulande lange noch nicht soweit. Hier gilt eher das Motto „Je höher der zu zahlende Betrag ausfällt, desto häufiger wird die Karte als Zahlungsmittel eingesetzt“. Auch dies lässt sich mit Zahlen belegen, denn bei Beträgen bis zu 5 Euro liegt der Anteil der Barzahlung bei 96 Prozent, beläuft sich der Betrag auf zehn Euro, sinkt dieser Anteil auf 88 Prozent.

Im Jahr 2019 wurde festgestellt, dass der prozentuelle Anteil von Kartenzahlungen den Betrag der Barzahlungen in Deutschland erstmals übertroffen hat. Selbst, wenn die Kartenzahlungen lediglich 0,3 Prozent vor der Barzahlung liegen, bedeutet dies, dass immer mehr Nutzer in Deutschland auf die Kartenzahlung zurückgreifen. Doch auch hier existieren besondere Grenzen, die beachtet werden müssen. Gerade die jüngere Generationen der Nutzer verwenden immer häufiger die EC-Karte oder eine Kreditkarte, um ihre Zahlungen zu begleichen. Daher sollten die Einzelhändler unbedingt eine Möglichkeit bereithalten, die Zahlung muss nicht bar erfolgen, sondern problemlos per Karte.

Die kontaktlosen Zahlungen wurden simuliert, wobei geschätzt wurde, dass solche Zahlungen mittlerweile bei einem Prozentsatz von fünf bis zehn Prozent liegen. Beträge unter 25 Euro müssen dabei nicht einmal autorisiert werden. Der Bezahlvorgang nimmt ein solcher Zahlungsvorgang lediglich einen Zeitraum von höchstens 15 Sekunden dauern. Sind entweder eine PIN oder eine Unterschrift erforderlich, erhöht sich die Zahlungsdauer um eine halbe Minute. Grundsätzlich ist die Zahlung mit Bargeld günstiger, wenn der Betrag noch unter 50 Euro liegt. Ist er höher als 50 Euro, profitiert der Einzelhändler mehr.

Die neuen Registrierkassen in Deutschland

Seit September 2020 muss noch ein zusätzlicher Punkt beachtet werden, um die Zahlungen im Einzelhandel gesetzeskonform durchzuführen. Demzufolge müssen die Registrierkassen mit technischen Sicherheitsausrüstung (kurz: TSE) ausgestattet sein, sodass sie vor Manipulation und Steuerhinterziehung schützen. Sämtliche Daten, die hier gesammelt werden, werden protokolliert und sind immer für das Finanzamt verfügbar. Es wird eine Signatur der Kasse erstellt und das Journal gespeichert.

Immer mehr Unternehmer erkennen die Vorteile von digitalen Kassensystemen, denn sie bieten die Möglichkeit, Stress, Zeit und Geld zu sparen. Um Manipulationen zu vermeiden und der Steuerhinterziehung vorzubeugen, wurde die Kassensicherungsverordnung eingesetzt. Diese Verordnung schreibt die Anforderungen an sämtliche Kassen-, Abrechnungs-, Sicherungs- und Aufzeichnungssysteme vor.

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Aktien

Andre Stagge über sein Depot, Inflation, Bitcoin und steigende US-Renditen

Claudio Kummerfeld

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Andre Stagge

Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden ausführlichen Video fünf Positionen in seinem eigenen Investmentdepot. Aber er spricht auch über wichtige Themen in einem größeren Zusammenhang. Zum Beispiel geht er der Frage nach, ob in 2021 die große Inflation ansteht. Auch schaut er auf die mögliche weitere Entwicklung des Bitcoin, und bespricht die interessante Thematik, welche Auswirkung nachhaltig steigende Anleiherenditen in den USA auf die Märkte haben.

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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