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OPEC+ Entscheidung über Öl-Fördermengen – LIVE Blog – UPDATE 19:20 Uhr

OPEC Logo

Die erweiterte Gruppe aus OPEC und externen Partnern namens OPEC+ tagt derzeit online, um zu entscheiden, ob man einschwenkt auf die Linie von Saudi-Arabien, mit zusätzlichen Fördermengenkürzungen bei Öl. Hier berichten wir in einem LIVE-Blog über die aktuellen Ereignisse, mit LIVE-Infos von Bloomberg, OPEC und weiteren Journalisten.

19:20 Uhr: Ende dieses LIVE-Blogs.

19:20 Uhr:

Der Irak will um 211.000 Barrel pro Tag kürzen.

18:39 Uhr:

Vereinigte Arabische Emirate werden ihre Fördermenge um 160.000 Barrel pro Tag kürzen.

Laut OPEC wird Angola pro Tag 1,11 Millionen Barrel Öl fördern. Aber Angola selbst sagt jetzt, man wolle 1,18 fördern.

18:10 Uhr:

Wie seit Juli 2023, wird Saudi-Arabien bis Ende März 2024 bei 9 Million Barrel Ölfördermenge pro Tag bleiben – also eine weiterhin eine um 1 Million Barrel pro Tag gekürzte Fördermenge.

18:01 Uhr:

Kuwait meldet sich zu Wort, kürzt 135.000 Barrel pro Tag Fördermenge.

Russland: Ölminister Novak sagt, russische Exportmengen-Kürzungen sollen im ersten Quartal 2024 von 300.000 auf 500.000 Barrel pro Tag steigen.

Kasachstan will im ersten Quartal 82.000 Barrel kürzen.

Algerien will im ersten Quartal 51.000 Barrel kürzen.

17:56 Uhr:

Saudi-Arabien verlängert seine bisherige Fördermengenkürzung von 1 Million Barrel pro Tag bis zum Ende des 1. Quartals 2024 (von Bloomberg und Saudi Press Agency).

17:49 Uhr:

Meine Sichtweise: Heute Nachmittag kurz vor Beginn des Meetings der OPEC+ sah man einen WTI-Ölpreis um die 78,50 Dollar, jetzt ist er abgerutscht auf 75,56 Dollar. Mal eben 3 Dollar tiefer. Die Enttäuschung am Markt ist verständlich. Keine ernsthaften Aussagen über den weiteren Entzug von Öl-Fördermengen am Weltmarkt. Dazu eine womöglich schwächere globale Konjunktur, was die Nachfrage nach Öl vermindern dürfte. Dass bei diesem Szenario der Ölpreis rutscht, ist nachvollziehbar. Aber Obacht: Wird Saudi-Arabien schon bald – wie beim letzten Mal auch – eigenmächtig auf die Pauke hauen, und überraschend in Eigenregie mehr Ölmengen kürzen? Möglich ist das! Und dann könnte der Ölpreis wieder schnell nach oben drehen.

17:45 Uhr:

Man sieht, dass man fast nichts sieht. Im Statement der OPEC kein Wort über eine Verlängerung der saudischen Kürzungen, und keine klare Aussage über freiwillige Kürzungen anderer OPEC-Mitglieder, sondern nur die stumpfe Erwähnung von Förderquoten dreier afrikanischer Länder, wo man nicht definitiv weiß, wie viel denn bisher tatsächlich von diesen Ländern gefördert wurde. Auch der Öl-Experte Julian Lee von Bloomberg sieht das in seiner aktuellen Notiz so.

17:38 Uhr:

Das offizielle Statement der OPEC ist da! Auf Deutsch übersetzt: Auf dem Treffen wurde der Minister für Bergbau und Energie der Föderativen Republik Brasilien, Alexandre Silveira de Oliveira, begrüßt. Brasilien wird ab Januar 2024 der OPEC+-Charta beitreten.

Auf dem Treffen wurde das anhaltende Engagement der teilnehmenden Länder in der Kooperationserklärung bekräftigt, einen stabilen und ausgewogenen Ölmarkt zu gewährleisten. In Anbetracht der aktuellen Fundamentaldaten des Ölmarktes hat das Treffen beschlossen:

– den Rahmen der Kooperationserklärung bekräftigt, die am 10. Dezember 2016 unterzeichnet und auf nachfolgenden Treffen, einschließlich des 35. OPEC- und Nicht-OPEC-Ministertreffens am 4. Juni 2023, weiter bekräftigt wurde, sowie die am 2. Juli 2019 unterzeichnete Charta der Zusammenarbeit.

– OPEC- und Nicht-OPEC-Ministertagung nehmen nach Abschluss der Bewertung durch die drei unabhängigen Quellen (IHS, Wood Mackenzie und Rystad Energy) für das Produktionsniveau, das Angola, Kongo und Nigeria im Jahr 2024 erreichen können, wie folgt zur Kenntnis: Angola mit 1.110 t/bd, Kongo mit 277 t/bd und Nigeria mit 1.500 t/bd.

– Die 37. Ministertagung der OPEC+ wird am 1. Juni 2024 in Wien stattfinden.

17:29 Uhr:

Erste Analystenstimmen bestätigen meine Einschätzung. Sinngemäß zusammengefasst: Zusätzlich zu den Saudis eine weitere Million Barrel Öl pro Tag zu kürzen, hört sich im Sinne steigender Ölpreise zwar toll an. Aber diese Kürzung den einzelnen OPEC-Mitgliedern als freiwillige Maßnahme zu überlassen, zerstört quasi die Glaubwürdigkeit, und der Markt wird annehmen, dass tatsächlich weit weniger gekürzt wird. (wie schon in der Vergangenheit).

17:19 Uhr:

Das Meeting der OPEC+ könnte in Kürze enden, so ein Delegierter.

16:58 Uhr:

Amena Bakr sagt es aktuell: Die zusätzlichen Fördermengenkürzungen anderer OPEC-Mitglieder sind vermutlich freiwillig. Das riecht schon nach einer Pleite-Nummer, weil man in der Realität nicht genug Fördermengenkürzung zusammenbekommen wird, um eine ausreichende Verknappung am Weltmarkt zu erzeugen für deutlich steigende Ölpreise.

16:51 Uhr

Bloomberg aktuell in einem Kommentar vor der aktuellen Verkündung einer Entscheidung, warum der Ölpreis gerade sogar leicht fällt: Die Märkte mögen es nicht, wenn zusätzliche Fördermengenkürzungen individuell von einzelnen Ländern verkündet werden. Und diese zusätzlichen 1 Million Barrel pro Tag von anderen OPEC-Mitgliedern sollen wohl von den jeweiligen Ländern mit ihren jeweiligen Quoten selbst verkündet werden. FMW: Das lässt erahnen, dass das eine oder andere OPEC-Mitglied dann „mal wieder“ seine Kürzungszusagen schleifen lässt, und doch mehr Öl fördern wird.

16:16 Uhr:

Brasilien wird der OPEC+ im Januar beitreten. Damit gewinnt das erweiterte Ölkartell global noch mehr Marktmacht, denn das Land produziert dieses Jahr wohl im Schnitt 3,5 Millionen Barrel Öl pro Tag. Brasilien soll aber nicht an Fördermengenkürzungen teilnehmen.

16:05 Uhr:

Meeting der OPEC+ läuft jetzt. Es kann nur wenige Minuten dauern, oder auch Stunden.

16:04 Uhr:

Bloomberg fasst die aktuelle Informationslage so zusammen: Die OPEC+-Mitglieder haben sich darauf geeinigt, neben der von Saudi-Arabien mit Spannung erwarteten Verlängerung der freiwilligen Förderkürzung in gleicher Höhe zusätzliche Förderkürzungen in Höhe von 1 Million Barrel pro Tag vorzunehmen. Die Mitglieder haben dem grundsätzlich zugestimmt und werden nun auf der Tagung darüber abstimmen, so die Delegierten, die darum baten, nicht namentlich genannt zu werden, da es sich um vertrauliche Informationen handele.

Mit der Einigung sind die Ziele erfüllt, die Riad mit dem Treffen verfolgt hatte. Nach mehr als einwöchigen Vorbereitungsgesprächen schienen die internen Meinungsverschiedenheiten über die Förderquoten einiger Mitglieder überwunden zu sein. Saudi-Arabien, das seit Juli eine zusätzliche freiwillige Kürzung von 1 Mio. Barrel pro Tag vorgenommen hat, drängte die übrigen Mitglieder der OPEC und ihre Verbündeten, sich diesen Bemühungen anzuschließen, nachdem die Rohölpreise seit ihrem Höchststand im September um mehr als 10 % gefallen waren. Eine stärkere kollektive Kürzung in Verbindung mit der Verlängerung der freiwilligen Kürzung in Riad könnte einen erneuten Ölüberschuss abwenden, der für Anfang nächsten Jahres vorhergesagt wird.

Eine neue gruppenweite Kürzung durch die OPEC+ von 1 Mio. Barrel pro Tag könnte real nur halb so hoch ausfallen, erklärte Amrita Sen, Forschungsdirektorin bei der Beratungsfirma Energy Aspects Ltd. vor dem Treffen gegenüber Bloomberg TV. Das liege daran, dass einige Länder bereits unter ihren Zielvorgaben pumpen, sagte sie.

Es war nicht sofort klar, wie die Kürzungen unter den Mitgliedern aufgeteilt werden würden und wie die russische Exportkürzung von 300.000 Barrel pro Tag in die neuen Gesamtzahlen einfließen würde. Die Aussichten für Öl haben sich in den letzten zwei Monaten angesichts des reichlichen Angebots und der sich verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtert. Der Preis könnte im nächsten Jahr noch weiter fallen, wenn Prognostiker, darunter die Internationale Energieagentur, mit einer deutlichen Verlangsamung des Nachfragewachstums rechnen.

15:54 Uhr:

OPEC+ Onlinemeeting hat immer noch nicht begonnen, also immer noch keine offiziellen Aussagen.

15:43 Uhr:

Der Ölpreis springt aktuell gut 1 Dollar nach oben. Delegierten zufolge hat die OPEC+ eine Entscheidung getroffen. Es soll eine Einigung für 1 Million Barrel pro Tag zusätzliche Mengenkürzungen beim Angebot geben, zusätzlich zu einer zeitlichen Verlängerung von saudischen Mengenkürzungen. Wirkliche Klarheit gibt es zu diesen Aussagen aber noch nicht, also abwarten!

15:34 Uhr:

Das Vorbereitungs-Meeting des Gremiums JMMC ist beendet. Vorschläge für die OPEC+ Entscheidung gab es offenbar nicht. Laut Amena Bakr erwartet man eine Verlängerung der saudischen Fördermengenkürzungen von 1 Million Barrel pro Tag, und dazu womöglich zusätzliche Kürzungen anderer Mitglieder.

FMW/Bloomberg



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4 Kommentare

  1. Die Öl-Allianz OPEC+ hat sich nunmehr erst einmal auf die im obigen Bericht genannte zusätzliche Kürzung der Ölfördermenge geeignet. Im Rahmen der turnusgemäßen OPEC+-Monatsberichte kann man die künftige Situation der Ölindustrie weiterhin im Blick haben.

    1. Das Resultat des aktuellen Meetings der Öl-Allianz OPEC+ ist einerseits suboptimal. Aber eben auch auf der anderen Seite marginal besser, als zum Zeitpunkt der jüngsten schwierigen Gespräche innerhalb der Öl-Allianz OPEC+. Wer weiß, wie sich der Ölpreis aktuell ohne die im obigen Bericht genannten Ölfördermengenkürzungen von seiten der im obigen Bericht genannten „Saudi-Arabien Öl-Allianz OPEC+-Partner“/Mitgliedsländer entwickelt hätte.

  2. Die Ölpreise stürzen gerade ab:-3 % gegenüber + 1,5 % am Nahcmittag. Dann kann wohl nichts Gescheites bzw. nur Murks herausgekommen sein.

  3. Tja, die Saudis und die anderen reichen Ölstaaten am Golf müssen leider damit, daß ärmere Länder wie Angola auch mit niedrigeren Ölpreisen gut wirtschaften können, leben. Für die bringt eine größere Fördermenge bei niedrigerem Preis vermutlich mehr, als eine preistreibende Förderkürzung. Auch Rußland reibt sich schätzungsweise selbst bei 70 $ /Barrrel die Hände. Unterm Strich: Es gibt einfach zuviel von der braunen Soße.
    Für unseren Verbrauch ist aufgrund der fortgeschrittenen Förderungstechniken inzwischen nicht mehr die maximal förderbare Menge, sondern die Belastbarkeit der Atmosphäre mit den Verbrennungsrückständen limitierend. Künftig wird wohl nicht mehr der Ölpreis, sondern die CO2-Gebühr am Markt entscheiden.

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