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Payday Loans und Minikredite – So schützen Sie sich vor Wucher

Redaktion

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In vielen Haushaltskassen ist am Monatsende kaum noch Geld. Wenn dann eine unerwartete Reparatur am Auto oder der Waschmaschine erforderlich ist, stehen viele Verbraucher vor der Frage, woher sie das Geld für die Reparatur nehmen können. Payday Loans und ein Minikredit versprechen Abhilfe und eine schnelle Überbrückung bei finanziellen Engpässen. Worin sich Payday Loans und Minikredit unterscheiden, was sie gemeinsam haben und wann sie eine gute Wahl sind, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Was Payday Loans und ein Minikredit gemeinsam haben

Sowohl Payday Loans wie auch ein Minikredit sind dazu gedacht, kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Bei beiden handelt es sich um kleine Kredite mit einer kurzen Laufzeit. Der Name Payday Loans bedeutet übersetzt Zahltagkredit oder auch Zahltagdarlehen. Payday Loans sind vor allem in den USA, Kanada, Großbritannien und Australien bekannt. Normalerweise beträgt die Kreditsumme bei beiden Krediten nur wenige 100 US Dollar oder Euro. Die Laufzeit ist in der Regel auf 30 Tage oder bis zum nächsten Zahltag begrenzt. Meist werden sowohl Payday Loans wie auch ein Minikredit zurückgezahlt, sobald das nächste Gehalt oder der nächste Lohn auf dem Konto des Kreditnehmers eingeht. Trotz dieser Gemeinsamkeiten von Payday Loans und Minikredit gibt es zwischen beiden Kreditarten erhebliche Unterschiede.

Darin unterscheiden sich Payday Loans von Minikrediten

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen Payday Loans und einem Minikredit ist, dass die angelsächsische Variante des Mini-Kredits nicht reguliert ist. Das bedeutet, das Geschäftsgebaren der Kreditgeber wird von keiner Behörde wie beispielsweise der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Deutschland überwacht. Die Kreditgeber können im Prinzip Geld verleihen, wie sie wollen. Für Kreditnehmer bedeutet dies, dass sie zum Teil extrem hohe Zinsen von nicht selten über 1.000 Prozent für den Kredit bezahlen müssen.

Die Verleiher von Minikrediten in Deutschland werden dagegen überwacht und entsprechend der hier geltenden strengen Gesetze für Finanzdienstleister reguliert. Wucherzinsen, wie sie in den USA oder Großbritannien bei Payday Loans an der Tagesordnung sind, sind in Deutschland bei einem Minikredit verboten. International boomt das Geschäft der sogenannten Payday Lender jedoch seit Jahren. Es wird geschätzt, dass im Jahr 2015 weltweit hoch verzinste Kleinkredite im Wert von rund 75 Milliarden US-Dollar in Anspruch genommen wurden. Tschechien und Polen sind in Europa neben Großbritannien zwei der wichtigsten Wachstumsmärkte für diese Kreditgeschäfte. Auch in diesen beiden Ländern gibt es praktisch keine Regulierung.

Der Minikredit: Bei kleinen Summen eine gute Wahl

Für Verbraucher kann ein Minikredit mit einer niedrigen Kreditsumme eine gute Wahl sein, wenn finanzielle Engpässe kurzfristig überwunden werde müssen. Minikredite haben einige Vorteile, aber auch Nachteile:

Vorteile von Minikrediten

– bequeme online Beantragung von Zuhause
– kurze Bearbeitungszeiten
– schnelle Abwicklung
– freie Verwendung des Geldes
– oft günstiger als ein Dispokredit
– Ratenzahlung möglich
– Auch mit Schufa-Eintrag möglich

Nachteile von Mini Krediten

– hohe Kosten für Zusatzleistungen
– hohe Gebühren bei verspäteter Rückzahlung

Die deutsche Variante der amerikanischen Payday Loans können Sie bequem von zu Hause aus online beantragen. Um einen Minikredit beantragen zu können, müssen Sie mindestens 18 Jahre alt sein und, je nach Anbieter, über ein gewisses monatliches Einkommen verfügen. Je nachdem, wie hoch der Kreditbetrag sein soll, wird auch bei der Beantragung eines Minikredit ihre Bonität geprüft. Dazu sind die Kreditgeber gesetzlich verpflichtet. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Ein Minikredit bis zu einer Höhe von 199 Euro wird laut Verbraucherzentrale in Deutschland nicht als klassischer Verbraucherkredit angesehen. Die Vergabe unterliegt daher nicht den gleichen strengen Vorgaben wie sie für Kredite mit einer höheren Kreditsumme gelten. Daher ist die Beantragung und Gewährung dieser Minikredite wesentlich unkomplizierter. Eine Bonitätsprüfung ist nicht unbedingt erforderlich. Ein weiterer Vorteil eines Minikredit sind die in der Regel günstigen Zinsen. Die Zinsen für einen Minikredit liegen oft unter denen eines Dispokredits. Zurzeit müssen Sie bei einem Minikredit mit effektiven Jahreszinsen zwischen 8 und 10 Prozent rechnen. Daher kann es sich lohnen, einen Minikredit aufzunehmen, um den Dispokredit bei der Hausbank auszugleichen.

Wie bei einem Dispokredit können Sie auch das Geld eines Minikredits frei verwenden. Sie sind nicht – wie bei manch anderen Konsumentenkrediten – an einen bestimmten Zweck gebunden. Wenn immer möglich, sollten Sie einen Minikredit ohne Zusatzleistungen in Anspruch nehmen. Durch die oft hohen Kosten für diese Zusatzleistungen werden die Vorteile eines Minikredit schnell hinfällig. Ebenso sollten Sie unbedingt darauf achten, dass sie den Minikredit vereinbarungsgemäß und pünktlich zurückzahlen. Bei einer verspäteten Rückzahlung verlangen viele Anbieter sehr hohe Gebühren, die den Minikredit unnötig verteuern.

Achtung vor „schwarzen Schafen“ – unseriösen Angeboten

Wie in fast jeder Branche gibt es insbesondere unter den Geldverleihern eine ganze Reihe von schwarzen Schafen. Die auf den ersten Blick günstigen Konditionen für einen Minikredit werden durch hohe Kosten für Zusatzleistungen aufgebläht. Wenn das Geld ohnehin knapp ist, geraten Kreditnehmer dadurch nicht selten tiefer in die Schuldenfalle. Unseriöse Anbieter nutzen die Notlage der Antragsteller aus, um ihren Profit zu maximieren.

Aber auch seriöse Anbieter geraten in die Kritik. So moniert beispielsweise die Verbraucherzentrale Hamburg, dass der Finanzdienstleister Cashper 39 Euro für eine Auszahlung des Kredits innerhalb von 24 Stunden verlangt. Die Auszahlung innerhalb eines Tages ist für Kreditnehmer natürlich oft wichtig, wenn das Geld knapp ist. Bei Cashper dauert die Auszahlung sonst bis zu 10 Tage. Laut Verbraucherzentrale bezahlen Kreditnehmer, wenn sie sich 100 Euro leihen, durch diese Gebühr einen effektiven Jahreszins von 645 Prozent. Die Verbraucherzentrale warnt daher davor, mit Mini- oder Kurzzeitkrediten finanzielle Probleme lösen zu wollen. Insbesondere die hohen Kosten für Zusatzleistungen, die gerade für Kreditnehmer in Notsituationen wichtig sind, sind den Verbraucherschützern ein Dorn im Auge. Die Verbraucherzentralen empfehlen eine professionelle Beratung, die Ihnen eine langfristige Perspektive und nachhaltige Lösung je der finanziellen Probleme aufzeigen kann.

Eine gute Wahl kann ein Minikredit sein, wenn Sie die kostspieligen Zusatzleistungen nicht in Anspruch nehmen. Die Zinsen sind oft günstiger als für einen Dispokredit bei der Hausbank und Sie können das Geld frei verwenden. Die Verbraucherzentralen empfehlen jedem, der einen Minikredit in Anspruch nehmen möchte, die Konditionen der Anbieter sorgfältig miteinander zu vergleichen. Eine guter Möglichkeit bietet die Minikredit-Suche auf minikredit.eu, die als einziger Vegleichsrechner alle Nebenkosten transparent auflistet.

Fazit zu Minikrediten

Bevor sie einen Kurzzeit- oder Minikredit in Anspruch nehmen, sollten Sie verschiedene Anbieter sorgfältig mit einander vergleichen und nicht beim erstbesten Angebot zugreifen. Prüfen Sie unbedingt die Konditionen der verschiedenen Anbieter. Auf Payday Loans Angebote von Anbietern, die aus dem Ausland ihr Geschäft betreiben, sollten Sie nicht eingehen. Überlegen Sie, ob Sie sich einen Kredit leisten können und welche Zusatzleistungen sie wirklich brauchen. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf die Optionen wie Expressauszahlung oder die Wahl einer Ratenzahlung. Achten Sie darauf, den Minikredit pünktlich zurückzuzahlen und bedenken Sie, dass dieses Geld im nächsten Monat in ihrer Haushaltskasse fehlen wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie bereits in einer finanziellen Notlage sind und mit einem weiteren Kredit ihre Probleme möglicherweise verschärfen würden.

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

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Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

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Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

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