Devisen

Yuan-Abwertung trifft Investoren hart

Was jahrelang funktioniert hat, wird auch in Zukunft funktionieren, so dachten sich wohl viele Investoren, als sie auf eine weitere Aufwertung der chinesischen Währung wetteten. Aber seitdem die neue Regierung andere Prioritäten setzt, ist es mit der Aufwertung des Yuan erst einmal vorbei. Leidtragende der Abwärtsbewegung sind zahlreiche US-Investoren, aber vor allem chinesische Unternehmen selbst.

So haben Kunden von US-Banken, die von den Geldhäusern häufig eine Spekulation auf einen weiter steigenden Yuan empfohlen bekommen hatten, in 2014 bereits Verluste von zwei Milliarden US-Dollar einstecken müssen. Noch härter hat es chinesische Unternehmen getroffen: ihre Verluste belaufen sich alleine in den ersten drei Monaten diesen Jahres auf 3,5 Milliarden US-Dollar.

Dass chinesische Investoren bislang stärker betroffen sind und vermutlich das Schlimmste noch vor sich haben, liegt an den nur Chinesen vorbehaltenen Investment-Vehikeln, die für Wetten auf einen fallenden Yuan genutzt wurden: die sogenannten Target Redemption Forwards.

Bei diesen Produkten wird ein festes Level des Währungskurses Dollar-Yuan (USD/CHN) definiert, meist liegt dieses Level bei 6,20. Solange der Yuan stark ist und das Wechselkursverhältnis damit unter der 6,20 bleibt, bekommen die Investoren monatlich eine zuvor definierte Summe ausbezahlt. Liegt das Wechselkursverhältnis jedoch über der 6,20, müssen die Investoren den Emittenten der Target Redemption Funds Geld bezahlen – und zwar meist in doppelter Höhe.

Je länger also der Yuan schwach bleibt, umso teurer werden die einst eingegangenen Wetten, zumal die Investoren durch feste Laufzeiten gebunden sind. Alleine durch derartige Produkte dürften viele chinesische Unternehmen daher schon bald in Zahlungsschwierigkeiten geraten und den Abwärtstrend der chinesischen Wirtschaft so noch beschleunigen..



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