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Aktuelle Daten aus Japan: Das kann man so oder so sehen…

FMW-Redaktion

Heute verkündete Wirtschaftsdaten aus Japan zeigen: Es ist wohl eine Frage der Sichtweise, ob die Wirtschaft dort den richtigen Weg einschlägt oder nicht. Die Arbeitslosigkeit verbleibt fast unverändert bei 3,3% im Februar (3,2% im Januar). Einerseits könnte man sagen die japanische Volkswirtschaft läuft derart auf Vollauslastung, dass Vollbeschäftigung vorherrscht – denn mit 3,3% ist die bereits mehr als erreicht! Die BIP-Daten und Deflationstendenzen widerlegen diese Vermutung eindeutig, wodurch man zu dem Schluss kommen kann, dass durch den in Japan durchschlagenden Demographiewandel (Überalterung) dem Arbeitsmarkt immer weniger Menschen zur Verfügung stehen – daher wohl die geringe Arbeitslosigkeit. Das Verhältnis von Arbeitsangeboten zu Bewerben lag mit 1,28 im Februar überhängig bei den Angeboten. Wie diese Grafik seit 2013 zeigt: Die Arbeitslosigkeit fällt langsam aber konstant. Kaum Schwankungen zu erkennen. Das sieht nur auf den ersten Blick nach „toller Konjunktur“ aus.

Japan Arbeitslosenquote
Grafik: Japan Statistics

Die Einzelhandelsumsätze sind im Februar gegenüber Januar um 2,3% zurückgegangen, deutlich mehr als erwartet mit -0,9%. Auf Jahresbasis gab es einen Anstieg von 0,5%, wobei man +1,6% erwartet hatte. Auch hier kann das also so oder so sehen! Die Haushaltsausgaben in Japan stiegen auf Jahresbasis um 1,2%, wobei man -1,5% erwartet hatte. Im Januar lag der Rückgang zum Vorjahresmonat noch bei 3,1%, also sind die Haushaltsausgaben zuletzt positiv zu werten. Nur fragt man sich da, wo sie geblieben sind – in die Einzelandelsumsätze sind sie jedenfalls nicht geflossen. Zweistellig stiegen die Ausgaben für Bildung und Medizin, alles andere war recht dürftig.

Japan Konsumausgaben
Die Konsumausgaben in Japan seit 2014. Grafik: Japan Statistics

Die Tendenz: Die Regierung wird gezwungen sein die Verschuldung noch weiter auszubauen, und die Notenbank wird noch mehr Geld drucken. Man kennt eh keinen anderen Weg mehr, und das Maß an Verschuldung ist eh schon so hoch, dass man auf Details keine Rücksicht mehr zu nehmen braucht.



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4 Kommentare

  1. Volle Kraft voraus!Japan ist wie die Titanic=unsinkbar!Riesige Schuldenberge voraus,egal.Anweisung von Steuermann Abe an den Gefechtsrudergänger Kuroda:Ultralocker Geldbord daran vorbei.Sanft bitte.der Tenno ruht!

  2. In Japan bekommen die Jüngeren auch nur Prekäre Jobs http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-07/shinzo-abe-arbeitsmarkt-wirtschaft-reformen-japan/komplettansicht Die Arbeitslosigkeit wird dort auch mit Druck auf die betroffenen für die Statistik künstlich ins Bodenlose gedrückt. Ohne feste Jobs fällt es schwer Nachwuchs in die Welt zu setzen. Mögliche Zuwanderer werden da auch keine Chance auf gute Arbeit haben. Wie in Deutschland versuchen die Überalterung mit Migration von Analphabeten zu begrenzen, wird sicher grandios scheitern. Die Kosten halt sehr viel Geld, dass bei anderen kassiert wird, die dann weniger Lust auf Nachwuchs verspüren.

    1. genauso siehts aus, und nicht anders. daumen hoch !!!

      1. Die Zuwanderung ist ja nur noch das Sahnehäupchen auf die hiesige AmtikindPolitik , ABM , 1euroJob ,Hartz4 kacke.
        Dazu noch eine Deindustrialisierung wegen „zu hohen Löhnen“ / „zu gierigen Managern „

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