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Angst vor Inflation? Unkonventionelle Alternativen für Ihre Geldanlage

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Angst vor Inflation?

Anleger, die Inflation fürchten, kaufen in der Regel Edelmetalle. Doch wie die Märkte schon oft zeigten, sind niedrige oder gar negative Realzinsen noch lange kein Grund für steigende Edelmetallpreise. Zudem bergen Gold und Silber auch wieder Klumpenrisiken. Einige Anleger diversifizieren daher in Sachanlagen. Neben Immobilien und Wein gibt es noch einige andere Nischenmärkte, die durchaus Vorteile gegenüber klassischen vermeintlich Anlagen haben, die vor Inflation schützen sollen. In Nischenmärkten haben Sie gegenüber professionellen und institutionellen Anlegern Vorteile. Denn die können in diesen Märkten gar nicht operieren. Sie sind zu illiquide und zu eng, um Millionen oder gar Milliarden zu investieren. Für Kleinanleger bieten sich daher hier Chancen, die die Profis nicht wahrnehmen können!

Rum als Schutz vor Inflation – Wertsteigerungen von mehr als tausend Prozent sind möglich!

Dass sich mit Whisky Geld verdienen lässt, ist schon seit geraumer Zeit bekannt. Weniger gängig ist jedoch das Wissen, dass Rum ebenso gute oder sogar bessere Renditen abwerfen kann. Neben den gängigen Rumsorten, die in allen Supermärkten angeboten werden und in den allermeisten Fällen kein Wertsteigerungspotenzial haben, gibt es auch einige ganze Reihe unabhängiger Abfüller, die exquisite Fässer in Flaschen abfüllen und in Auflagen von teils weniger als 100 Flaschen verkaufen.

Für mich interessant ist dabei, dass die Preise trotz der kleinen Mengen nicht in jedem Fall schon von vornherein überzogen sind. Es gibt durchaus Abfüllungen mit Wertsteigerungspotenzial, die es preislich mit billig hergestellter aber teuer verkaufter Massenware aufnehmen können. Vorbei dürften jedoch die Zeiten sein, in denen Abfüllungen wie Velier Albion für weniger als 100 Euro im Laden und wenige Jahre später für mehr als 2.000 Euro bei eBay gehandelt wurden – denn heute werden solch rare Abfüllungen schon von vornherein zu prohibitiven Preisen angeboten.

Im kleineren Maßstab lassen sich jedoch sehr ansehnliche Renditen erzielen als Schutz gegen Inflation. So gab es 12-und 15-jährige Velier Caroni vor fünf Jahren noch für um die 50 Euro in fast beliebiger Menge zu kaufen und heute wird auf eBay dafür 150 bis 200 Euro bezahlt. Der Grund dürfte sein, dass diese Abfüllung zum Zeitpunkt des Erscheinens so günstig war, dass sie massenhaft getrunken wurde. Es existierten sogar Cocktail-Rezepte für diesen Rum.

Um Kandidaten mit Wertsteigerungspotenzial zu identifizieren, bedarf es etwas Zeit, um sich in das Thema einzulesen. In diversen Foren und Blogs wird über Rums diskutiert. In der Regel nicht unter dem Aspekt des Werterhalts oder der Wertsteigerung, sondern unter dem Aspekt der Rum- und Geschmacksqualität. Als Anleger liegt es dann an Ihnen, aus den Informationen abzuleiten, welche Rums Anlagepotenzial haben und welche nicht. Der Vorteil: Wenn es zu keiner Wertsteigerung kommt, können Sie den Rum immer noch trinken!

Spielzeug: Renditestark, aber mit Lagerproblemen!

Spielzeug ist ein weiteres sehr interessantes Spielfeld für Anleger, die sich vor Inflation schützen wollen. Ob Sammelkarten, Lego-Sets, Computerspiele oder Spielfiguren: Es zeigen sich teils absurde Preissteigerungen in den vergangenen Jahrzehnten. Auch hier gilt, dass Sie nicht einfach das erstbeste Computerspiel oder Lego-Set im Laden kaufen und auf Wertsteigerung hoffen können. Es gilt, die Spreu vom Weizen zu trennen und gezielt die Produkte zu identifizieren, die eine Chance auf Wertzuwachs haben.

So haben zum Beispiel Computerspiele inzwischen einen integrierten Wertzerstörungsmechanismus. Sie lassen sich ohne Onlineverbindung zum Lizenzserver des Herstellers gar nicht mehr installieren. Doch dass dieser Hersteller in 30 Jahren noch existiert und dieser dann auch noch einen Lizenzserver betreibt, um Spiele aus dem Jahr 2020 zu aktivieren, ist mehr als unwahrscheinlich. Für mich selbst schloss ich Computer- und Konsolenspiele daher als Investment aus. Lego-Sets hingegen haben dieses Problem nicht und zeigen auch Renditen von teils mehreren hundert Prozent in wenigen Jahren. Zum Beispiel Set 10221, Star Wars Sternenzerstörer. Den konnten Sie bis 2014im Sonderangebot für 340 Euro kaufen und heute bekommen Sie bei eBay dafür 1.000 Euro.

Die Lagerung der Sets erweist sich jedoch als knifflig. Denn wertbestimmend ist, so absurd es klingt, vor allem die Verpackung der Sets. Die muss unbeschädigt und ungeöffnet sein, um Chancen auf Wertzuwächse zu haben. Es gilt also, in der Regel großvolumige Packungen jahrelang so zu lagern, dass weder die Pappschachtel Schäden davonträgt noch das Klebesiegel altert und aufreißt. Wie beim Rum gibt es auch hier eine „Werterhalts-Garantie“: Wenn die Verpackung beschädigt werden sollte oder sich wider Erwarten doch kein Wertzuwachs einstellt, können Sie die Sets immer noch selbst zusammenbauen oder an die eigenen Kinder verschenken.

Vorteil bei Spielen und Rum ist, dass der Bestand mit der Zeit immer kleiner wird. Ein einmal abgefülltes, seltenes Rum-Fass wird nicht noch einmal abgefüllt werden und mit der Zeit werden die verkauften Flaschen getrunken. Lego produziert eingestellte Sets (mit ganz wenigen Ausnahmen) nie wieder und die verkauften Sets werden nach und nach geöffnet. Das Angebot wird also tendenziell kleiner.

Briefmarken und Münzen? Es wird in der Zukunft an Käufern mangeln!

Anders sieht es bei Anlagen aus, die nicht konsumiert werden. So sind für mich Münzen und Briefmarken eher schlechte Anlagegüter um sich vor Inflation zu schützen. Sie werden gut behütet aufbewahrt, so dass der Bestand konstant bleibt. Sinkt das Käuferinteresse, zum Beispiel weil Sammler aussterben, sinken auch die Preise. Bei Telefonkarten ist der Markt inzwischen mausetot. Bei Briefmarken ist der Preisverfall selbst bei einmaligen, hochpreisigen Stücken zu erkennen. In der Mittelklasse ist er unübersehbar. Weder Telefonkarten noch Münzen spielen im Alltag der Menschen noch eine Rolle. Sammlernachwuchs, der die Bestände einmal kaufen könnte, gibt es daher kaum noch und die Preise müssen zwangsläufig sinken.

Ich gehe davon aus, dass das Münzen früher oder später auch treffen wird. In einigen Ländern spielt Bargeld schon kaum mehr eine Rolle, siehe Schweden. Weshalb sollte ein heute 10-jähriger in 30 Jahren einmal Münzen sammeln und viel Geld dafür ausgeben, wenn er im Leben kaum damit in Berührung kam? Das mag in Einzelfällen geschehen. Doch Einzelfälle genügen nicht für Wertzuwächse oder auch nur Werterhalt.

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    sabine

    12. Mai 2020 19:38 at 19:38

    Diese ganzen Speziellen Dinge wird man in Krisenzeiten kaum mehr los. Dann lieber gleich Zigaretten oder günstigen Rum. Und wenn man dann noch einen Ortswechsel (Flucht) vornehmen muß, dann ist Gold oder Silber das Beste. Selbst Edelsteine (Diamanten) wird man dann nur schwer los.

    Und für die jetzige Zeit läuft der Aktien- und Finanzmarkt noch so geordnet, daß man seine Energie effektiver und lukrativer dort verwendet.

    Wenn Essen mal knapp wird, oder das Papiergeld wertlos, hab ich andere Sorgen als Lego oder Rum zu “sammeln”. Es gibt dann sicher noch Geburtstage, Weihnachten und Ostern. Aber für diese Geschenkmöglichkeiten wird kaum jemand rentable Preise zahlen.

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Corona-Krise und das dauerhaft veränderte Konsumverhalten

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Erst war es aus der Not geboren: Viele Menschen, die eigentlich viel lieber in Geschäften eingekauft hatten und nicht im Online-Handel, mussten sich durch den Lockdown in der Corona-Krise zwangsläufig umorientieren. Werden diese alle wieder ins alte Konsumverhalten zurückkehren? Neueste Studien zeigen: Davon ist nicht auszugehen.

Corona-Krise: Umfragen nicht im Sinne des stationären Handels

Bisher schob man es zum großen Teil auf die Maskenpflicht: Die gebremste Shoppinglust mit einem Utensil, welches nicht nur Kommunikation und Atmung beim lustbetonten Einkaufsbummel behindert, sondern auch so etwas wie eine psychologische Falle darstellt: Hier lauert eine Gefahr für mich, aufpassen, nicht leichtsinnig werden! Wenngleich es noch keine großen wissenschaftlichen Nachweise gibt, dass es in Geschäften zu größeren Infektionen mit Covid-19 gekommen ist, bleibt die Maskenpflicht noch eine Zeit bestehen. Spannend wird es im Hochsommer, wenn das Personal in Räumen ohne Klimatisierung den Schutz über acht Stunden am Tag tragen muss.

Auch wenn immer mehr Lockerungen im Gespräch sind, erschrecken Umfragen in Deutschland, wie auch in Europa, den stationären Einzelhandel. Viele Kunden haben sich an den Online-Handel gewöhnt und werden wohl auch nach der Corona-Krise nicht mehr so häufig zum Shoppen gehen.

Die bisherigen Verkaufsumsätze liegen unter den Erwartungen des Handels, man hofft auf die Rückkehr zu alten Gewohnheiten. Der Konsum als Ganzes wird dabei wieder auf alte Höhen klettern, sollte es nicht zu weiteren Einschränkungen wegen Corona kommen. Aber die aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal dürfte der Branche nicht gefallen:

23 Prozent der Deutschen wollen weniger in Geschäften einkaufen, mehr über online shoppen, aber insgesamt weniger ausgeben.
Auch in anderen europäischen Ländern (Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Schweiz) brachte die Studie ähnliche Ergebnisse. Im Ausland fürchtet man die Folgen der Corona-Krise stärker – Verlust des Arbeitsplatzes, Vermögenseinbußen –  so dass viele Kunden nur das Nötigste eingekauft haben. 41 Prozent der Befragten wollen auch in naher Zukunft erst einmal abwarten – auf eine Besserung der wirtschaftlichen Lage.
Die Furcht vor einer zweiten Welle ist überall zu verspüren. Kein Wunder, in der täglichen Berichterstattung ist es ständiges Thema. Verfügbarkeitsheuristik, nennt es die Psychologie, wenn Ereignisse so oft wiederholt werden, dass es im Gedächtnis fest verankert wird.

Zunahme des Online-Handels

Der Lockdown hat in vielen Bereichen die Digitalisierung angeschoben – nicht nur bei Microsoft, wo der CEO Nadella behauptet hat, die Corona-Krise hätte die Entwicklung von zwei Jahren komprimiert auf wenige Monate -, auch beim Handel. Auch eine weitere Umfrage bestätigt diese Annahme: Bei einer Befragung von 2500 Konsumenten durch den Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland, erzählten über 50 Prozent der Menschen, dass sie künftig mehr online kaufen würden, die Coronazeit habe sie überzeugt.

Beispielsweise habe die Online-Plattform der Otto-Gruppe in kurzer Zeit eine Million Kunden hinzugewonnen. Wie wollen die Geschäfte auf diese Entwicklung reagieren? Verkleinerung der Verkaufsflächen, Rationalisierungen, neue Ideen beim Verkauf der Produkte?

Fazit

Sehr oft ist derzeit die Rede davon, was die Corona-Krise für Langfristfolgen in der Gesellschaft zeitigen wird. Home Schooling, Home Office, Video-Besprechungen, Änderungen im Reiseverhalten oder auch beim Shopping. Letzteres dürfte sehr wahrscheinlich werden, zu sehr hat die Corona-Krise selbst Technikmuffel von der Bequemlichkeit der Methode überzeugt.

Wie lange wartet man schon auf einen radikalen Rationalisierungsschnitt im Einzelhandel durch automatisierte Zahlungssysteme an den Kassen? Und jetzt auch noch der Umbruch durch den Versandhandel. Was aber geschieht mit der Einzelhandelsbranche, den zahlreichen Geschäften und ihren vielen Beschäftigten?

Die Corona-Krise verändert das Konsumverhalten dauerhaft

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EZB-Bilanz +53 Milliarden Euro in einer Woche – Anleihekäufe waren nicht der größte Posten!

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Der EZB Tower in Frankfurt

Die Bilanz der EZB wird einmal pro Woche veröffentlicht. Jetzt liegt uns die Bilanz mit Stand 3. Juli vor. Sie klettert immer weiter, auf ein derzeitiges Allzeithoch von 6,289 Billionen Euro. Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. In der folgenden Originaltabelle der EZB zeigen wir die aktuellste Aktiva der Bilanz. Die Bilanzsumme stieg im Wochenvergleich um 52,8 Milliarden Euro. Wie üblich dieser Tage würde man denken, dass diese Steigerung herrührt durch die ständigen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, die sich aufgrund der Beschlüsse in Folge der Coronakrise um insgesamt 1,35 Billionen Euro ausweiten werden. Aber nein, diese Bilanz ist anders. Die Anleihekäufe machen nur den zweitgrößten Zuwachsposten aus mit +33,48 Milliarden Euro.

Der größte Posten war ein Plus von 38,95 Milliarden Euro beim Bilanzposten Gold. Weil der Goldpreis so gut gestiegen ist, und weil gerade Quartalsende war, wurden die Goldbestände der EZB neu bewertet. Der Wertzuwachs durch den Preisanstieg bei Gold wird in der Bilanz jetzt mit 38,95 Milliarden Euro quasi nachgebucht, wodurch die Bilanz um diesen Wert ansteigt. So trägt der steigende Goldpreis zu einem kräftigen Bilanzzuwachs bei der EZB bei. Abseits dieser beiden großen Posten gibt es noch viele kleinere Änderungen, wodurch insgesamt ein Zuwachs von 52,8 Milliarden Euro im Wochenvergleich herauskommt. Die Bilanz der EZB macht jetzt 53 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Im Vergleich dazu liegt die Bank of England bei 31 Prozent, die Fed bei 33 Prozent, und die Bank of Japan bei exorbitanten 119 Prozent.

Daten zur aktuellsten EZB-Bilanz

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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