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Bauzinsen in 1 Monat um 0,4 % gesunken – 13.000 Euro sparen!

Die Bauzinsen sind in kurzer Zeit um 0,4 Prozentpunkte gefallen. Das bedeutet für Kreditnehmer eine fünfstellige Ersparnis bei den Zinskosten.

Einfamilienhaus mit Solaranlagen auf dem Dach
Einfamilienhaus mit Solaranlagen auf dem Dach. Foto: Wirestock-Freepik.com

Schon bei kleinen Bewegungen bei den Bauzinsen können Häuslebauer sehr viel Geld sparen! Das zeigt sich aktuell. Als die EZB ab Juli 2022 die Zinsen anhob, hatten die Bauzinsen ein halbes Jahr vorher auch schon angefangen deutlich zu steigen. Jetzt scheint sich das selbe in die Gegenrichtung zu vollziehen? Die Inflation sinkt schnell (zuletzt von 2,9 % auf 2,4 % in der Eurozone), und die Märkte erwarten, dass die EZB die Zinsen schon im Frühjahr senken wird. Die Deutsche Bank beispielsweise erwartet für April eine Senkung um 0,5 Prozentpunkte. Diese Erwartung wird jetzt auch schon in den Bauzinsen sichtbar.

Bauzinsen sinken schnell von 4,2 % auf 3,8 %

Wer als Häuslebauer die letzten Wochen gezögert hat, auf dem extrem hohen Zinsniveau einen Hauskredit aufzunehmen, hat jetzt schon richtig viel Geld gespart, und wird womöglich in den nächsten Wochen noch viel mehr sparen können, falls die Bauzinsen noch weiter fallen. Ein einfaches Beispiel zeigt die Dimensionen. Die Bauzinsen sind laut dem Anbieter Interhyp binnen eines Monats von über 4,2 % auf 3,8 % gefallen. 0,4 Prozentpunkte sind auf den ersten Blick eine kleine Bewegung, machen aber in Euro sehr viel aus. Die Grafik zeigt die Entwicklung der Bauzinsen mit zehnjähriger Sollzinsbindung in den letzten zwölf Monaten.

Grafik zeigt Entwicklung der deutschen Bauzinsen in den letzten zwölf Monaten

Große Zinsersparnis

„Aus der anfänglichen Zinsdelle ist ein richtiges Zwischentief geworden, das Sparchancen eröffnet. Bei einem 300.000 Euro-Darlehen (10 Jahre Zinsbindung, 2 Prozent Anfangstilgung) können Kreditnehmer durch den Rutsch bei Bauzinsen von 4,2 auf 3,8 Prozent rund 13.000 Euro in 10 Jahren sparen“, so kalkuliert es Interhyp. Sowohl Erst- als auch Anschlussfinanzierende kommen demnach nach Monaten des Aufwärtstrends endlich wieder günstiger an Fremdkapital.

Spekulieren auf Rezession und EZB-Zinswende?

Wird es so kommen wie die Märkte annehmen, wird die EZB schon in wenigen Monaten die Zinsen deutlich senken? Die Bauzinsen könnten dann in den kommenden Monaten womöglich weiter fallen, und Häuslebauer, die etwas warten können, würden dann möglicherweise noch viel mehr Geld bei den Zinskosten einsparen. Aber ob die Bauzinsen wirklich weiter deutlich fallen werden? Eine echte Gewissheit gibt es dafür nicht.

Expertenaussagen zur Entwicklung der Bauzinsen

Angesichts der aktuellen Situation an den Geld- und Kapitalmärkten senken viele Kreditgeber ihre Konditionen für Immobilienfinanzierungen, so die Aussage von Interhyp, nach eigener Aussage Deutschlands führender Vermittler privater Baufinanzierungen. Anfang Dezember sind die Bauzinsen auf 3,8 Prozent gerutscht – ein Minus von rund 0,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat.

Wie die monatlich im Interhyp-Bauzinsbarometer befragten Experten deutlich machen, weist der aktuelle Zinsrutsch nicht zwangsläufig auf eine grundlegende Trendumkehr hin. Zwar haben sowohl die amerikanische Notenbank Fed als auch die Europäische Zentralbank EZB laut Experteneinschätzung sehr wahrscheinlich den Leitzinsgipfel erreicht. Die Mehrheit rechnet jedoch frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2024 mit ersten Zinssenkungen, so Interhyp aktuell. Die Inflation in der Eurozone ist zuletzt deutlich gesunken, doch die Kerninflation bleibt hoch und das angestrebte Inflationsziel von 2 Prozent ist noch nicht erreicht. Für eine lockerere Geldpolitik sprechen weltweite Rezessionsgefahren.

Selbst erste Leitzinssenkungen müssen nicht generell zu sinkenden Zinsen führen, da die EZB etwa ihr Anleihenportfolio abbauen wird. Das könnte die langfristigen Kapitalmarktzinsen laut Interhyp zunächst oben halten. Entsprechend verorten die meisten Kreditinstitute die Bauzinsen mittelfristig auf einem gleichbleibenden Niveau. Sie erwarten Schwankungen zwischen 3,5 bis 4 Prozent. „Kaufinteressierte mit einer konkreten Immobilie an der Hand und Eigentümer, deren Zinsbindung ausläuft, sollten jetzt aktiv werden und das Zeitfenster nutzen. Es eröffnen sich gute Chancen in diesem volatilen Zinsumfeld“, so die Aussage von Interhyp. FMW dazu: Es ist eine Spekulation: Ebenso gut kann es sein, dass die EZB falsch liegt, und viele Banken mit ihren jüngsten Einschätzungen richtig liegen – nämlich dass die EZB die Zinsen schon in wenigen Monaten spürbar senkt, was die Bauzinsen weiter fallen lassen könnte.



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