Devisen

Chinas Versuch, den Yuan als Weltwährung zu etablieren

China macht ernst mit seinem Vorhaben, den Yuan als Weltwährung zu etablieren. Gestern bekam auch die südkoreanische Hauptstadt Seoul die Zusage, einen Handelsplatz für die chinesische Währung eröffnen zu können. Anlass war der Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Li in Südkorea.

Damit ist nach London und Frankfurt mit Seoul der erste Standort in Asien geplant, Chinas Notenbank wird darüber hinaus bald auch Paris und Luxemburg erlauben, Yuan-Handelsplätze aufzubauen. Auffällig ist, dass bislang kein Standort in den USA geplant ist – vermutlich ist dem Regime klar, dass ihre Yuan-Offensive eine indirekt Kampfansage an den US-Dollar bedeutet.

Für China macht die Strategie Sinn: es geht nicht nur um eine schnellere und günstigere Abwicklung von Handelsgeschäften mit den jeweiligen Partnern – vielmehr ist China mittelfristig in hohem Maße darauf angewiesen, seine Schulden zu exportieren und Finanzprodukte anzubieten, die (unter Kontrolle der Regierung) für westliche Investoren interessant zu sein scheinen. Faktisch wird dann China einen ähnlichen Weg gehen wie die USA, die bislang noch der souveräne Weltmeister im Schuldenexport sind. Angesichts der finanziellen Repression durch die Politik der Fed und der EZB werden Investoren angesichts höherer Renditen für chinesische Anleihen vermutlich beherzt zugreifen.

Angesichts sinkender Kapitalströme seit der Finanzkrise erwächst den USA dann ein ernster Konkurrent um die Gunst des Kapitals, das die Verschuldung finanzieren soll. Besonders beliebt ist derzeit auch die Eurozone – gestern fiel die Rendite für die 10-jährige Staatsanleihe Frankreichs auf ein Allzeittief.

Mit China kommt also jetzt ein weiterer Wettbewerber auf den Markt, sodass das Schuldenkarussell noch einmal richtig in Fahrt kommen dürfte. Spannend ist dann die Frage, wann die Investoren bemerken, dass die Verschuldung nicht mehr rückführbar ist. Dann beginnt das Spiel „Reise nach Jerusalem“ und seinem Prinzip „den Letzten beißen die Hunde“..



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