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Devisen

Chinas Währung auf Talfahrt

Markus Fugmann

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Der chinesische Yuan erreicht heute den tiefsten Stand zum US-Dollar seit August 2012.

Die Märkte sind – für viele immer wieder überraschend – keine Einbahnstraße. Genau das aber war die Konsenserwartung: der Yuan wird kontinuierlich aufwerten, und so sind viele Anleger auf den Zug aufgesprungen mit billigen Dollars von der Fed, die in Wetten auf einen weiter steigenden Yuan investiert wurden. Jetzt aber fährt der Zug in die andere Richtung und bringt viele hochgehebelte Investoren langsam in Schwierigkeiten.
Interessant ist, dass die Konsensmeinung davon ausgeht, dass es sich bei der Abwertung des Yuan nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Die Regierung wolle die zahlreichen Trittbrettfahrer aus dem Markt drängen, um die exzessive Liquiditätszufuhr ins Reich der Mitte einzudämmen, heißt es.

Aber stimmt das wirklich? Wichtiger noch scheint zu sein, dass die Regierung in Peking damit auf die schwächer werdenden Konjunkturdaten reagiert und mit der Abwertung den Exportsektor zu stützen versucht – schließlich macht der Nachbar Japan derzeit vor, wie die Abwertung einer Währung funktionieren kann – auch wenn der Ausgang des Experiments für Nippon noch alles andere als klar ist.

Der Westen tut sich bekanntlich schwer, die Abläufe in China zu verstehen. Nach dem Machtwechsel in Peking herrscht ein anderes Klima – das ist immer noch weitgehend unverstanden. Es ist ein Prozess des Deleveraging im Gange, der nunmehr auch die Währung Chinas erfasst hat. Vorbei die Zeiten, als Wachstum die oberste Maxime war – jetzt steht Konsolidierung und die Begrenzung von Risiken im Fokus.

Einige Branchen im Reich der Mitte bekommen das derzeit besonders heftig zu spüren: vor allem der Kohlesektor und die Stahlbranche bekommen von der Regierung massiven Gegenwind, nachdem der Smog insbesondere im Norden und Osten des Landes ein unerträgliches Ausmaß erreicht hat. Viele Firmen mussten bereits aufgeben – die Stahlpreise sind im Sinkflug. So sanken die Preise für Stahl gestern um 3,41% – der größte Rückgang seit Auflegung von Stahl-Futures im Reich der Mitte. Und auch heute Nacht ging es weiter bergab, diesmal „nur“ 1,33%.

Ein weiterer Grund für die seit fünf Tagen andauernde Yuan-Schwäche könnte auch die Sorge vieler Anleger sein, dass die Kreditblase im Reich der Mitte vor dem Kollaps steht – insbesondere die Trusts, die teilweise ihre Auszahlungen nicht mehr leisten können, geraten dabei ins Blickfeld. Möglich ist aber auch, dass die chinesische Führung wirklich ernst macht mit der Liberalisierung der Märkte. Da kaum jemand short ist im Yuan, besteht ein völlig ungesunder Überhang an Long-Positionen, die nun in Schwierigkeiten geraten. Folge könnte ein Dominoeffekt von margin-calls sein -einmal mehr ein Beweis, dass es risikofreie Gewinne nicht geben kann. Es ist insbesondere der Optimismus vieler westlicher Profi-Anleger, der dafür sorgen könnte, dass sich die Talfahrt des Yuan weiter fortsetzt – schließlich gehen die Märkte meist den Weg des größten Schmerzes..

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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