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4 Jahre Haft Cum-ex: Erstmals muss ein ehemaliger Bankchef ins Gefängnis

Mit Wolfgang Schuck muss wegen Cum-ex erstmals ein ehemaliger Bankchef ins Gefängnis. 4 Jahre Haftstrafe wurde verhängt.

Bankentürme in Frankfurt

Cum-ex war jahrelang der größte Steuerraub der Geschichte. Steuern die nie ans Finanzamt abgeführt wurden, ließ man sich erstatten. Hochkriminell haben Banker und zahlreiche andere Beteiligte gehandelt. Wobei man als Außenstehender immer noch nicht verstehen will, warum man meinte, dass daran nichts Kriminelles sein könnte, sich Steuern erstatten zu lassen, die vorher nicht gezahlt wurden. Eine grenzenlose Arroganz. Für den sogenannten „Volkszorn“ tut es da auch mal gut, wenn ehemalige Bankchefs ins Gefängnis wandern? So geschieht es heute erstmals im Zuge der Cum-ex-Prozesse.

Vom Landgericht Frankfurt ist der frühere Chef der Maple Bank GmbH zu vier Jahren und vier Monaten Freiheitststrafe verurteilt worden. Wolfgang Schuck, 69, muss außerdem eine Geldstrafe von 96.000 Euro zahlen, so berichtet es aktuell Bloomberg. Die FAZ sprach heute von der Lebenskatastrophe für den Angeklagten. Weitere 2,9 Millionen Euro aus seinem Vermögen werden eingezogen, wie Bloomberg weiter berichtet.. Ein 58-jähriger Amerikaner erhielt vier Jahre und zwei Monate und ein 51-jähriger Händler dreieinhalb Jahre. Ein weiterer 62-jähriger Banker, der mit der Staatsanwaltschaft kooperierte, kam mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon. Allerdings werden bei ihm 5,7 Millionen Euro eingezogen.

Die Cum-Ex-Handelsstrategie nutzte Schwächen in der Dividendenbesteuerung aus, um sich diese Abgabe mehrfach erstatten zu lassen. Deutschland schob der Praxis 2012 einen den Riegel vor. Der angeklagte Steuerschaden bei der Maple Bank betrug rund 388,6 Millionen Euro. Die Gesamtkosten, die den deutschen Steuerzahlern im Laufe der Jahre durch Cum-Ex entstanden sind, werden auf mehr als 10 Milliarden Euro geschätzt.

Gegen die Maple-Banker wurde seit Mai letzten Jahres verhandelt. Sie verfolgten die Strategie von 2006 bis 2009 – zunächst innerhalb der Bankgruppe. Von 2008 an nahmen sie dann andere Finanzakteure als Leerverkäufer hinzu, darunter Barclays Plc, Merrill Lynch (Bank of America) und Fortis Bank Nederland NV. Diese Banken und Maple sprachen die Trades jeweils ab, so das Gericht.

Das Frankfurter Kreditinstitut war die deutsche Sparte der kanadischen Bank Maple Financial Group Inc. Sie wurde 2016 von der BaFin geschlossen, weil sie die Steuernachforderungen nicht schultern konnte, die wegen Cum-Ex aufliefen. Die kanadische Muttergesellschaft ging noch im selben Jahr in Liquidation.

FMW/Bloomberg



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6 Kommentare

  1. Wird auch Zeit, dass da mal aufgeräumt wird!

  2. Da sollten schon noch mehr folgen

  3. Leider sind Insider- Vergehen schwer nachweisbar sonst wäre in den USA die halbe Regierung und das FED Umfeld hinter Gittern.Auch die tausenden von EZB Waisen würden hinter Gitter weniger Schaden anrichten als in Freiheit. Wenn die Demokratie und Gerechtigkeit in den USA so durchgesetzt würde wie der Weltpolizist andern Ländern vorgaukelt würde ich sofort Aktien von den privat geführten Gefängnissen kaufen.

  4. Insider-Vergehen? Huch, so nennt man das jetzt? Wenn man alle, die Dreck am Stecken haben, einsperren würde / könnte, dann wäre es recht einsam auf der Welt. So ist der Mensch nun einmal gestrickt. Wer wirft den ersten Stein?

  5. Ohh, die Armen müssen ein paar Jahre auf Kosten der Steuerzahler in’s Gefängnis und könne danach ihren wohlverdienten Ruhestand genießen. Hatte der Richter doch vergessen ein lebenslanges Berufsverbot zu verhängen. Selbst Hartz4 wäre viel zu gnädig. So werden Verbrecher und Schwerst-Krimminelle geehrt.
    Tolle Justiz, ich dachte die wäre Blind und hätte ein Schwert in einer Hand!!

  6. Blind? Schwert? Deswegen weiß sie auch nicht, wo sie hin haut.

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