Folgen Sie uns
Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Allgemein

Das Lyft-Debakel, und warum die UniCredit-Aktie nach Milliardenstrafe sogar zulegt

Veröffentlicht

am

Laut offizieller Mitteilung des US-Finanzministeriums (hier einsehbar) wird die größte Bank Italiens UniCredit 1,3 Milliarden Dollar (ca 1,2 Milliarden Euro) Strafe bezahlen. Dies ist eine Strafzahlung für jahrelange Missachtungen von UniCredit und ihren Tochtergesellschaften. Man hatte sich offenbar nicht strikt an US-Sanktionen gehalten, vor allem bei Geschäften mit dem Iran.

Das ist mal wieder ein Beispiel dafür, wie rigoros die USA finanziell zur Kasse bitten, natürlich besonders gerne bei ausländischen Banken. Die Alternative wäre, dass man als Bank solche „Vergleichs-Strafzahlungen“ verweigert, und es riskiert ganz aus den USA „rauszufliegen“. Für international tätige Banken wäre das quasi ein Todesurteil. Also spricht man von einer „Einigung“, und zahlt zähneknirschend die Strafe?

Die Sprache ist aktuell von einem gerichtlichen Schuldanerkenntnis der Bank vor Gericht. Das FBI spricht von „Verschwörungen zur Verletzung von US-Gesetzen“, die man aggressiv ins Visier nehme. Zu denen gehöre auch der Fall UniCredit. Es gebe Banken die glaubten, sie könnten das US-Finanzsystem austricksen und ihre dubiosen Aktivitäten verschleiern, so die Worte von US-Seite. Und UniCredit? Dort könnte es heute nach dem Motto laufen „Puhhh, hätte schlimmer kommen können“. Denn die Italiener hatten für diesen aktuellen Fall bereits einen höhere Risiko-Rücklage gebildet. Somit ist man nun in der Lage diese überschüssige Rückstellung aufzulösen, und hat gut 300 Millionen Euro mehr in seiner Kapitalbasis. Somit wirkt sich diese Strafzahlung aktuell sogar positiv auf die UniCredit-Aktie aus. Sie steigt heute um 2,2%.

Lyft-Aktie mit täglich neuem Debakel

Um die Aktie des zweitgrößten amerikanischen Fahrdienstanbieters „Lyft“ spielt sich ein Kurs-Drama ab. Am 28. März lag der Emissionspreis bei 72 Dollar. Am 29. März lag der erste Börsenkurs bei 87,24 Dollar, und die Aktie ging an dem Tag mit 78,29 Dollar aus dem Handel. Also noch deutlich über dem Emissionspreis, aber schon deutlich schwächer als zur Eröffnung. Aber seit dem 5. April geht es immer weiter abwärts, wie auf einer Treppe (gut zu sehen im Chart), und das im Großen und Ganzen ohne neue Nachrichten. Das ist kein gutes Zeichen. Inzwischen ist die Aktie bei 56,11 Dollar angekommen. Vom ersten Börsenkurs bis jetzt sind das -36%, und im Vergleich zum Emissionspreis immer noch -22%. Hört man bei US-Börsianern zwischen den Zeilen, dann gibt es die Angst, dass mit dem bald durchgeführten Börsengang des weit größeren Fahrdienstanbieters die Aufmerksamkeit sprunghaft zur Uber-Aktie wechselt, und Anleger ihre Gelder dorthin umschichten. Auch kann man befürchten, dass Ubers wohl schwache Finanzkennzahlen auch schlechte Auswirkungen auf Lyft haben könnten nach dem Motto „sind die beiden überhaupt diese Milliardensummen wert?“.

Lyft Aktie seit Handelsstart

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Staatsschulden in Euroland sinken immer weiter? Nein, eine Täuschung!

Veröffentlicht

am

Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat heute für das Jahr 2018 Daten bekanntgegeben für Staatsschulden, Schuldenquoten und die Haushaltsdefizite der Staaten in Eurozone wie auch Gesamt-EU. An dieser Stelle wollen wir uns nur die Daten der Eurozone anschauen, und nicht die der Gesamt-EU. Nach dem Ausscheiden der Briten aus der Union werden sich die Zahlen der Gesamt-EU ohnehin stark denen der Eurozone angleichen. Schaut man auf die Headline-Aussage der Statistiker, dann läuft alles wie am Schnürchen. Zitat Eurostat:

„Im Jahr 2018 verringerten sich das öffentliche Defizit und der öffentliche Schuldenstand relativ gesehen sowohl im Euroraum (ER19) als auch in der EU28 im Vergleich zu 2017. Gemessen am BIP verringerte sich der öffentliche Schuldenstand im Euroraum von 87,1% (Ende 2017) auf 85,1% (Ende
2018).“

Und in der Tat, die Erfolge können sich sehen lassen. Zusammengefasst hatten alle Staaten der Eurozone im Jahr 2015 noch ein Haushaltsdefizit von 215 Milliarden Euro. Es Sank über 168 auf 110, und in 2018 auf nur noch 60 Milliarden Euro. Das ist gut! Auch die Schuldenquote der Staaten sank im Lauf der Jahre immer weiter, von 90,1% (in Relation zum BIP), auf 89,2%, auf 87,1% bis auf 85,1% im Jahr 2018. Da gibt es nur einen „Schönheitsfehler“.

Denn anders als es suggeriert wird, sinken die Staatsschulden nicht. Denn wer genau nachliest, der merkt: Es ist nicht die Rede von sinkenden Staatsschulden, sondern nur von sinkenden Staatsschulden in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Und der tatsächliche Schuldenstand? Der wird in der Headline-Aussage von Eurostat nicht erwähnt, sondern nur in der Statistik als Zahl erwähnt. Und siehe da, von 2015 bei 9,49 Billionen Euro stieg er weiter an auf 9,67, 9,76 bis auf 9,86 Billionen Euro in 2018.

Von einem Schuldenabbau in Euroland kann also keine Rede sein. Die tatsächlichen Staatsschulden (in Euro) steigen weiter an! Die Schuldenquote sinkt nur deswegen kontinuierlich, weil das BIP europaweit stärker steigt als die Verschuldung der Staaten. Welch prozentuales Glück für die Statistiker! Das Staatsschuldenproblem ist damit aber nicht gelöst. Bei der nächsten Rezession oder auch nur Konjunkturdelle steigen die realen Schulden dann wieder schneller an, während das BIP wohl schrumpft. Dann schnellen die Quoten wieder in die Höhe.

Staatsschulden Schuldenquoten Defizite

Hier weitere Details von Eurostat im Wortlaut:

Im Jahr 2018 verzeichneten Luxemburg (+2,4%), Bulgarien und Malta (je +2,0%), Deutschland (+1,7%), die Niederlande (+1,5%), Griechenland (+1,1%), Tschechien und Schweden (je +0,9%), Litauen und Slowenien (je +0,7%) sowie Dänemark (+0,5%), Kroatien (+0,2%) und Österreich (+0,1%) einen öffentlichen Überschuss, während Irland einen ausgeglichenen Finanzierungssaldo meldete. Zwei Mitgliedstaaten wiesen ein Defizit von 3% oder mehr des BIP auf: Rumänien (-3,0%) und Zypern (-4,8%).

Am Ende des Jahres 2018 wurden die niedrigsten Verschuldungsquoten (öffentlicher Schuldenstand im Verhältnis zum BIP) in Estland (8,4%), Luxemburg (21,4%), Bulgarien (22,6%), Tschechien (32,7%), Dänemark (34,1%) und Litauen (34,2%) verzeichnet. Vierzehn Mitgliedstaaten wiesen eine Verschuldungsquote von mehr als 60% des BIP auf. Die höchsten Verschuldungsquoten wurden in Griechenland (181,1%), Italien (132,2%), Portugal (121,5%), Zypern (102,5%), Belgien (102,0%), Frankreich (98,4%) und Spanien (97,1%) registriert.

Im Jahr 2018 beliefen sich die Staatsausgaben im Euroraum auf 46,8% des BIP und die Staatseinnahmen auf 46,3%. Die entsprechenden Zahlen für die EU28 lagen bei 45,6% bzw. 45,0%. Zwischen 2017 und 2018 haben sich die Ausgaben des Staates im Verhältnis zum BIP in beiden Gebieten verringert, während die Einnahmen des Staates im Verhältnis zum BIP gestiegen sind.

Rom
Italien hat nicht nur steigende Schulden, sondern auch eine weiter steigende Schuldenquote mit zuletzt 132,2%. Das Kolosseum in Rom. Foto: Diliff CC BY-SA 2.5

weiterlesen

Allgemein

Fortnite als Blaupause für die Geldanlage der Zukunft?

Veröffentlicht

am

Von

Mit mehr als 125 Millionen Teilnehmern ist Fortnite derzeit das weltweit erfolgreichste Online-Spiel. Markus Koch interviewt im folgenden Video Christoph J. Gum von der Private Alpha Switzerland AG zum Thema „Künstliche Intelligenz (KI) in der Geldanlage“. Auch wenn man den Verdacht haben könnte, dass es sich hierbei um eine Art Promo-Video für Herrn Gum handelt, möchten wir das Thema KI zur Gedankenanregung hiermit in den Ring werfen. Die Frage die wir uns stellen: Kann die Crowd wie über „Fortnite“ als Idee kopiert werden für die automatisierte Geldanlage? Und kann die KI in diesem Bereich wirklich dauerhaft und sicher den Menschen ersetzen? Herr Gum greift bei seiner vollautomatisierten Geldanlage zum Beispiel gar nicht mehr manuell ein. Frage: Kann ein Algorithmus wirklich alle, wirklich ALLE Ereignisse an der Börse verstehen und inhaltlich sinnvoll „bearbeiten“? Man kann daran seine Zweifel haben.

Fortnite
Fortnite at E3 2018. Foto: Sergey Galyonkin CC BY-SA 2.0

weiterlesen

Allgemein

Das „Peter (Altmaier) Prinzip“ – wenn unfähige Politiker befördert werden

Veröffentlicht

am

Von

Kürzlich ist etwas sehr Ungewöhnliches passiert: Vertreter des deutschen Mittelstands und der deutschen Industrie haben sich negativ über Wirtschaftsminister Peter Altmaier geäussert – ein echter Affront!

Woran liegt das? Marc Friedrich meint: am sogenannten „Peter-Prinzip“ der negativen Auslese in der Politik. Was das ist, erklärt Marc Friedrich in diesem Video:

 

 

 

Von Olaf Kosinsky – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53950919

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen