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Das Lyft-Debakel, und warum die UniCredit-Aktie nach Milliardenstrafe sogar zulegt

Laut offizieller Mitteilung des US-Finanzministeriums (hier einsehbar) wird die größte Bank Italiens UniCredit 1,3 Milliarden Dollar (ca 1,2 Milliarden Euro) Strafe bezahlen. Dies ist eine Strafzahlung für jahrelange Missachtungen von UniCredit und ihren Tochtergesellschaften. Man hatte sich offenbar nicht strikt an US-Sanktionen gehalten, vor allem bei Geschäften mit dem Iran.

Das ist mal wieder ein Beispiel dafür, wie rigoros die USA finanziell zur Kasse bitten, natürlich besonders gerne bei ausländischen Banken. Die Alternative wäre, dass man als Bank solche „Vergleichs-Strafzahlungen“ verweigert, und es riskiert ganz aus den USA „rauszufliegen“. Für international tätige Banken wäre das quasi ein Todesurteil. Also spricht man von einer „Einigung“, und zahlt zähneknirschend die Strafe?

Die Sprache ist aktuell von einem gerichtlichen Schuldanerkenntnis der Bank vor Gericht. Das FBI spricht von „Verschwörungen zur Verletzung von US-Gesetzen“, die man aggressiv ins Visier nehme. Zu denen gehöre auch der Fall UniCredit. Es gebe Banken die glaubten, sie könnten das US-Finanzsystem austricksen und ihre dubiosen Aktivitäten verschleiern, so die Worte von US-Seite. Und UniCredit? Dort könnte es heute nach dem Motto laufen „Puhhh, hätte schlimmer kommen können“. Denn die Italiener hatten für diesen aktuellen Fall bereits einen höhere Risiko-Rücklage gebildet. Somit ist man nun in der Lage diese überschüssige Rückstellung aufzulösen, und hat gut 300 Millionen Euro mehr in seiner Kapitalbasis. Somit wirkt sich diese Strafzahlung aktuell sogar positiv auf die UniCredit-Aktie aus. Sie steigt heute um 2,2%.

Lyft-Aktie mit täglich neuem Debakel

Um die Aktie des zweitgrößten amerikanischen Fahrdienstanbieters „Lyft“ spielt sich ein Kurs-Drama ab. Am 28. März lag der Emissionspreis bei 72 Dollar. Am 29. März lag der erste Börsenkurs bei 87,24 Dollar, und die Aktie ging an dem Tag mit 78,29 Dollar aus dem Handel. Also noch deutlich über dem Emissionspreis, aber schon deutlich schwächer als zur Eröffnung. Aber seit dem 5. April geht es immer weiter abwärts, wie auf einer Treppe (gut zu sehen im Chart), und das im Großen und Ganzen ohne neue Nachrichten. Das ist kein gutes Zeichen. Inzwischen ist die Aktie bei 56,11 Dollar angekommen. Vom ersten Börsenkurs bis jetzt sind das -36%, und im Vergleich zum Emissionspreis immer noch -22%. Hört man bei US-Börsianern zwischen den Zeilen, dann gibt es die Angst, dass mit dem bald durchgeführten Börsengang des weit größeren Fahrdienstanbieters die Aufmerksamkeit sprunghaft zur Uber-Aktie wechselt, und Anleger ihre Gelder dorthin umschichten. Auch kann man befürchten, dass Ubers wohl schwache Finanzkennzahlen auch schlechte Auswirkungen auf Lyft haben könnten nach dem Motto „sind die beiden überhaupt diese Milliardensummen wert?“.

Lyft Aktie seit Handelsstart



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