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Deutsche Bank-Quartalszahlen überzeugen – Aktie steigt

Die Deutsche Bank steigerte im letzten Quartal Umsätze und Gewinne. Hier dazu wichtige Daten, Aussagen und eine Einordnung.

Deutsche Bank-Hochhäuser in Frankfurt

Die Deutsche Bank hat heute früh ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Daten. Der Ertrag (Umsatz) liegt bei 7,1 Milliarden Euro, ein Plus von 3 % im Vorjahresvergleich. Der Vorsteuergewinn steigt im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7 % auf 1,7 Milliarden Euro. Die harte Kernkapitalquote (CET1) der stieg zum Ende des dritten Quartals auf 13,9 % nach 13,8% im Vorquartal. Sie lag damit deutlich über dem Ziel der Bank für 2025 von rund 13 %. Die Aktie notiert vorbörslich bei Tradegate mit +2,8 %. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft lag im dritten Quartal bei 245 Millionen Euro, nach 401 Millionen Euro im zweiten Quartal 2023.

In der Vermögensverwaltung reduzierten sich die Erträge im Vergleich zum Vorjahresquartal um 10% auf 594 Mio. Euro. Grund hierfür war ein Rückgang der erfolgsabhängigen Gebühren, der Marktbewertungen bei Co-Investitionen sowie Wechselkurseffekte. In der Investmentbank sanken die Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal um 4% auf 2,3 Mrd. Euro. Privatkundenbank: Bei Einlagenprodukten wuchsen die Erträge dank verbesserter Zinsmargen. Dies glich niedrigere Provisionseinnahmen, geringere Erträge im Kreditgeschäft sowie negative Währungseffekte im Vergleich zum Vorjahr mehr als aus. In der Privatkundenbank Deutschland legten die Erträge im Vergleich zum Vorjahresquartal um 16% auf 1,5 Mrd. Euro zu.

Headline-Aussage von Deutsche Bank-Chef Christian Sewing: Unsere Ergebnisse zeugen von einer starken und nachhaltigen Wachstumsdynamik in unserem Geschäft und anhaltender Kostendisziplin“, sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing. „Dank unserer Fortschritte und gezielter Maßnahmen für einen effizienteren Kapitaleinsatz konnten wir unseren Kapitalausblick deutlich anheben. Dies gibt uns die Möglichkeit, stärker in das Wachstum unserer ‚Globalen Hausbank‘ zu investieren, unsere Renditen weiter zu steigern und die Ausschüttungen an unsere Aktionäre zu erhöhen und zu beschleunigen.

Deutsche Bank wird Ausschüttung erhöhen – Zinserträge steigen

Bloomberg fasst die Quartalszahlen wie folgt zusammen: Die Deutsche Bank plant, die Ausschüttungen an ihre Aktionäre zu beschleunigen, nachdem höhere Erträge mit Firmenkunden sorgten und Einlagenzuflüsse die schwächeren Handelsergebnisse im dritten Quartal ausglichen. Die Erträge stiegen in den drei Monaten bis September um etwa 3% auf 7,13 Milliarden Euro und entsprachen damit den Schätzungen der Analysten. Damit ist die Deutsche Bank auf dem Weg, in diesem Jahr rund 29 Milliarden Euro Konzernerträge zu erreichen, was dem oberen Ende ihrer Prognosespanne entspricht.

Das größte deutsche Geldhaus sieht “Spielraum” zur Freisetzung von 3 Milliarden Euro Kapital dank effizienterem Kapitaleinsatz und weil gewisse regulatorische Effekte sich als weniger gravierend herausstellten als erwartet.

“Dank unserer Fortschritte und gezielter Maßnahmen für einen effizienteren Kapitaleinsatz konnten wir unseren Kapitalausblick deutlich anheben” erklärte Vorstandschef Christian Sewing. “Dies gibt uns die Möglichkeit, stärker in das Wachstum unserer ‘Globalen Hausbank’ zu investieren, unsere Renditen weiter zu steigern und die Ausschüttungen an unsere Aktionäre zu erhöhen und zu beschleunigen.”

Sewing muss seine Erträge steigern und zugleich die Kosten im Zaum halten, um das Versprechen einhalten zu können, binnen fünf Jahren 8 Milliarden Euro an die Aktionäre auszuschütten. In den letzten Quartalen halfen die steigenden Zinsen, den schwächelnden Handel auszugleichen, doch diese Wirkung wird voraussichtlich bald nachlassen.

Der frühere Wachstumsmotor, der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, musste einen Ertragsrückgang von 12% hinnehmen und blieb damit hinter dem Plus von 1,1% bei den größten Wall Street-Banken zurück. Er lag aber immer noch besser als die britische Barclays, die am Dienstag einen Rückgang von 26% gemeldet hatte. Analysten hatten für die größte deutsche Bank einen Rückgang von 9,6% erwartet.

Im Emissions- und Beratungsgeschäft konnten die Erträge mehr als verdreifacht werden, was trotzdem nicht ausreichte, um die Schwäche im Handelsgeschäft auszugleichen, da dieser Teil der Investmentbank relativ klein ist. Anfang des Monats hat die Deutsche Bank die Übernahme des britischen Brokers Numis abgeschlossen, um ihr Geschäft in diesem Bereich auszubauen.

Die Deutsche Bank versucht, ihre Gebühreneinnahmen zu steigern, da bei den Zinserträgen die beste Zeit wohl bald vorbei sein wird, wenn die Notenbanken jene Zinserhöhungskampagnen abschließen, die es den Geldhäusern ermöglicht haben, mehr für Kredite zu verlangen, für Einlagen aber weiter relativ wenig zu zahlen. Die Deutsche Bank hat bereits angedeutet, dass diese Phase zu Ende gehen könnte, da der Wettbewerb um Einlagen zunimmt und die Margen schrumpfen.

Die Unternehmensbank, die das Gros des Ertragswachstums lieferte, meldete einen Anstieg von 21%, während die Erträge der Privatkundenbank um 3% zulegten.

Claudio de Sanctis, im Vorstand für das Massengeschäft zuständig, arbeitet an einer Umstrukturierung des deutschen Privatkundengeschäfts, um die Kosten zu senken und das Geschäft auf Wachstum auszurichten, wie Bloomberg berichtet hat. Derzeit kämpft die Sparte jedoch mit einer Flut von Kundenbeschwerden nach der Umstellung von zwei IT-Systemen.

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Die Deutsche Bank AG wird Firmen wohl nicht mehr das Finanzprodukt Rohstoffsicherungsgeschäft/Hedging anbieten können, auch weil sie scheinbar überhaupt kein Interesse mehr an Kunden hat, die sich gegen einen steigenden Ölpreis absichern wollen. Deutsche Bank-Ceo Christian Sewing unterstützt beispielsweise das russische Öl-Embargo.

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