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Zu hohe Gewinnerwartungen Dirk Müller: Warum Aktien vor „doppeltem Verkaufsdruck“ stehen

Dirk Müller warnt vor einem anstehenden doppelten Verkaufsdruck bei Aktien. Es geht um zu hohe Gewinnerwartungen in die Unternehmen.

Fallender Börsenchart

Von den großen Leitmedien hat er den Stempel „Crashprophet“ erhalten. Und auch wir bei FMW haben Mr Dax Dirk Müller öfters kritisiert. Aber wir besprechen auch weiterhin seine Aussagen, wenn sie denn interessant erscheinen. Wir sagen damit nicht, dass er recht hat. Aber hin und wieder spricht Dirk Müller interessante Sachverhalte an, die eine Überlegung wert sind – so auch jetzt. Stehen Aktien in den nächsten Monaten vor einem doppelten Verkaufsdruck?

Genau dies behauptet nämlich Dirk Müller und liefert dafür auch Begründungen, die er mit Charts untermauert. Die Gewinnerwartungen an die Unternehmen seien noch viel zu hoch, und die in den USA seit gestern auch offiziell vorhandene Rezession sei noch gar nicht berücksichtigt. Die Erwartungen an die Unternehmensgewinne müssten erst noch fallen.

Wegen den steigenden Zinsen müssten die Aktienrenditen nach oben folgen. Dies könnten sie entweder machen durch stark steigende Gewinne, oder stark fallende Aktienkurse, so die Aussage von Dirk Müller. Die Aktienkurse müssten nicht nur den Zinsdruck ausgleichen, sondern auch die fallenden Unternehmensgewinne, die bald anstehen. Damit käme auf die Aktienkurse ein doppelter massiver Verkaufsdruck zu. Dies sei reine Börsenmathematik, so seine Aussage.

Hat Dirk Müller recht? Nun, die Aktienkurse sind bereits gut gefallen in Erwartung einer Konjunkturabschwächung. Im TradingView Chart sehen wir die Entwicklung des S&P 500 Index seit Jahresanfang. Im Tief verloren die 500 größten US-Aktien seit Jahresanfang 23,5 Prozent. Seit Juni sehen wir eine Erholung, die manche als Bärenmarktrally bezeichnen – und bis jetzt ist das Jahresminus geschrumpft auf 15 Prozent. Tritt die Prognose von Dirk Müller ein, endet die Bärenmarktrally, und die Kurse fallen weiter unter die Tiefs aus Juni – damit sich die Bewertungen anpassen können.

Verlauf der Aktien im S&P 500 Index seit Jahresanfang



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10 Kommentare

  1. Ich bewerte die Aussagen von Herrn Müller rein anhand der Entwicklung seines Aktienfonds.

    1. Es kommt immer auf den Anlagehorizont an. Wer zockt oder anlegt . Keiner hat die Glaskugel und sollte aus allen Nachrichten ob Bulle oder Bär seine eigene Strategie und Anlageentscheidung treffen. Mr. DAX und andere“ Fondsmanager “ haben eigenes Interesse das Ihr “ Produkt “ das richtige ist. Es gab schon soviele “ Überflieger“ und Sicherheitsversprechen welche am Ende doch gescheidert sind. Lauft den “ Gurus“ nicht hinterher sondern macht Euch Eure eigenen Gedanken und überlegt 2x bevor ihr Geld in fremde Hände gebt die Euch Superrendite mit Sicherheit versprechen. Ein ehemaliger Börsenhändler ist kein “ Prophet“ er hatte nur die Möglichkeiten schnell und mit großen Summen , auch nur von Sparern, zu investieren ohne sein eigenes Geld zu verlieren. Wer in diesem Umfeld arbeitet kommt mit ganz anderen Personen und Nachrichten der Wirtschaft zusammen was im Mainstream kaum oder wenig bzw.spät berichtet wird. Das ist meine Meinung und ich investiere auch aber eben nicht auf Geheiß eines “ Gurus“ . Oh welch schreckliche Bezeichnung.

  2. Bei Ausbruch der Coronakrise lag er gut mit seiner vorsichtigen Strategie.Die seither mit noch nie dagewesener Gelddruckerei geschaffene Aktien- und Immohausse hat gegen ihn gearbeitet.Die Folgen dieser intelligenten Aktion erleben wir gerade alle.Einige haben jetzt schon bei der Korrektur von ca. 20% Riesenproblemme.Es gibt schon Bank- Manager,die wegen den10% tieferen Anlagevolumen und dadurch tieferen Gebühren im letzten Quartal abtreten müssen.Die Permabullen waren halt die Schlauen und die Warner immer die dummen Crash-Propheten.

  3. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Die Anleihenrenditen sinken ja seit Wochen und steigen nicht, das widerspricht der These von Dirk Müller. Die Rendite der 10 jährigen US Staatsanleihe ist von 3,5 Prozent auf aktuell nur noch 2,6 Prozent gefallen.

    Fast ein ganzes Prozent! Im Gegenzug hat dafür der Nasdaq 100 um fast 2 000 Punkte zugelegt. Auch der Dow hat zugelegt, um fast 3 000 Punkte.

    Die Märkte spekulieren im Grunde auf eine sehr dovishe FED. Die sagen sich, die jetzige Zinsanhebung war die letzte oder vorletzte und von da an geht’s zinsmäßig wieder bergab.
    Sie glauben nicht mehr daran das die FED die Inflation wirklich bekämpfen will. Und an eine Bilanzsummenreduzierung glauben die gleich gar nicht.
    Von wegen ab September wird um 95 Mrd monatlich reduziert….das halten die Märkte für einen Bluff.
    Die denken sich, der Powell will nur spielen, wenn’s ernst wird, zieht er wieder den Schwanz ein, so wie Ende 2018,von wegen die Anleihenreduktion sei jetzt auf „Autopilot „geschalten, in Wirklichkeit hat sich die Bilanz mehr als verdoppelt!
    Viele erwarten schon im Januar 23 die erste von vier Zinssenkungen in 23,0,00 Zinsen in 24 und eine Bilanzsummenverdopplung bis Ende 25!
    Das ist eine Tatsache und an Tatsachen kommt der gewöhnliche Trader nunmal nicht vorbei! „Die FED hat fertig ….“Fugmann hatte recht oder Robert Halver, der sagte schon Anfang 18: „Aus dem Taubenschlag wird noch lange kein Falkenhorst “ „In Wahrheit ist die Realverzinsung weiter negativ.““ Aktien bleiben auch in den kommenden Jahren alternativlos. „.

    1. Was war das wieder für ein Kommentar von Doktor Wendehals! Liest dieser eigentlich seine früheren Beiträge? Die Märkte glauben nicht mehr daran, dass die Fed die Inflation wirklich bekämpfen will, geht’s noch?
      Vor Kurzem sprach Dr. S noch von riesigen Zinsanhebungen bis auf Höhe der Inflationsrate.
      Die Senkung der Bilanz ab September soll jetzt ein Bluff sein?
      Es würde eher zu einer Verdoppelung der Bilanzsumme der Fed von fast 9 auf 18 Billionen Dollar bis 2025 kommen, nach den jetzigen Inflationsproblemen?
      Ein Akademiker spricht von Tatsachen, für eine Situation, die erst in der Zukunft eintreten soll.
      Man könnte so seine Zweifel bekommen!

  4. Schwer zu sagen. Die Börse ist aktuell weit voraus denn die Anleihen Zinsen in den USA sind seit 2 Wochen am Fallen. Bad News are good News

    Amazon und Apple haben eindrucksvoll bewiesen daas sie in einem schweren Umfeld sehr Geld verdienen und der Ausblick 0asst auch …… Inkl
    Microsoft, Alphabet, Tesla

    Also die big Techs haben bis auf Meta geliefert.

    Zinsen fallen weiter.

    Die Aktien Kursen müssen also nicht zurück kommen wenn sie Zinsen bei den anleihen weiter Fallen und darauf schaut der Markt.

    Jetzt kommen noch am 5 Aug arbeitsmarkt Daten und die Woche drauf die Inflationsdaten vom Juli wo ÖLpreis und Co so gefallen sind

    Das wird weiter suggerieren dass die Fed sie Zinsen nicht aggressiv heben wird ergo LONG

    Grundsätzlich geh ich eigentlich noch von tiefereren Kursen aus aber ich sehe das Szenario nicht mehr

    Wie seht ihr das

    1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

      Solange die Anleihenrenditen fallen steigen die Märkte. Kritisch wird es für die Märkte aber einer Anleihenrendite von 3,2 bis 3,3 Prozent, bezogen auf die Rendite der Staatsanleihen USA, Laufzeit 10 Jahre.

      Das kennen wir noch aus 2018.3,2 bis 3,3 Prozent scheint das neue Maß, mehr vertragen die Märkte nicht.

      Bisher prallten die Renditen von dort immer nach unten ab, das heißt, in Wirklichkeit denken sich die Märkte, die FED hält das nicht mehr lange durch.
      Ich bin seit Januar 91 an der Börse aktiv dabei, eine ähnliche Aktion hatten wir 92 in Deutschland. Damals erhöhte Schlesinger die Zinsen auf,heute unvorstellbare 8,75 Prozent ,bei einer Inflation von 5 Prozent.
      Aber die Anleihenrenditen gingen trotzdem zurück, weil man wusste, die Bundesbank hält das nicht mehr lange durch.
      Es war denn auch so.
      Jetzt geht man davon aus, das die FED die Zinsen auf maximal 3,5 Prozent anhebt, im kommenden Jahr aber schon wieder senkt. Und zwar gewaltig senkt.
      Niedrige Zinsen sind im Grunde, seit 81, der Treibstoff für die Märkte. Die Zinsen sinken im Grunde seit 81.Gucken Sie sich die Renditen seit 81 an, das ist ein steil laufendes Dreieck nach unten.
      Im Gegenzug stiegen die Aktien, im Grunde seit 81, steil nach oben.
      Wir haben jetzt Inflation, ja gut, damit hätte die FED nicht gerechnet, aber im Grunde haben wir immer Inflation. Selbst die 2 Prozent FED Inflation sind ja Inflation. Damit halbiert sich ihr Vermögen innerhalb von 21,5 Jahren, Zinseszinseffekt,Basiseffekt.
      Nein, nein die FED war nur überrascht, das die Inflation jetzt so hoch ist, aber nicht über die Inflation selbst.
      Die Märkte bekämen nur ein Problem, wenn die FED wirklich ernst macht. Dann würden sie ein Problem bekommen, vorher nicht.
      Dazu müsste sie die Zinsen auf die von Bullard kolportierten 4,5 Prozent anheben und gleichzeitig die Bilanzsumme um monatlich stolze 95 Milliarden US-DOLLAR reduzieren. Das würde die kurzfristigen und die langfristigen Renditen nach oben drücken.
      Die kurzfristigen werden durch die Leitzinsen und die langfristigen durch die Reduktion der Bilanzsumme nach oben gedrückt. Ganz zwangsläufig. Außerdem müsste die FED kommunizieren das das keine einmalige Sache sondern längerfristig ist.
      Aber die Märkte rechnen damit nicht, sondern mit dem Gegenteil. Sie rechnen mit dem oben beschriebenen Szenario und werden wohl recht behalten.

    2. @stone,

      –bei tech ist die blackout period vorbei– ergo buybacks ,signifikanter weise nur von kreditwürdigen buden

      –der dollar wird die anderen währungen nochmal testen,er ist kurzfristig überverkauft

      –reduktion von immobilienbewertungen ,sogar in china– warum sollten die banken höhere kreditrisiken eingehen ?
      –noch denken die ratten ,daß der falke immernoch fliegt.speku auf die taube ,aber eben nur speku.
      –die zwischenrally zeigt ,da ist noch nicht alles geld abgeholt.
      — es sind noch nicht alle relevanten Gaps geschlossen
      — uuund es gibt zu viele u-berichte –OHNE AUSBLICK–
      zugegeben die flächen-selloff mittelfristig ebt ab.

      das denke ich

    3. Hallo Stone,

      ich stimme zu. Aber ich weiß nicht, in welche Richtung es gehen soll? Ich erwarte eigentlich, dass bald wieder stimuliert wird. Die Herrscher brauchen gute Stimmung vor den Wahlen in den USA und die Wirtschaft schmiert teilweise ab, wenn nicht weiter stimuliert wird, und die Staatsschulden sind viel zu hoch. Die MÜSSEN weginflationiert werden.

      Andererseits ist jetzt die Inflation für die Mehrheit spürbar geworden. Solange sie nur im Vermögensbereich stattgefunden hat, haben die meisten gar nichts gemerkt, die Anleger hat´s gefreut und die Hausbauer hatten zwar höhere Preise aber auch niedrigere Zinsen zum Ausgleich.
      Jetzt haben aber fast alle massive Probleme. Wenn das so weiter geht, bekommen auch die großen Namen irgendwann ein Problem. So sexy viele Produkte der Techs sein mögen, wenn man nicht genug zu essen hat und weitere elementare Probleme, dann gibt man dafür kein Geld mehr aus.

      Zusätzlich lehnt sich die Mehrheit der Länder (BRICS und immer mehr Länder, die dort Aufnahme finden wollen: Türkei, Iran, Argentinien, Saudi-Arabien – potentiell alle, die nicht zum „Wertewesten“ gehören) gehen die herrschende Weltordnung auf (USA, Dollar).

      Die USA müssen jetzt eine strategische Entscheidung treffen.

      Entweder, sie versuchen ihre Vormachtstellung so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, nach dem Motto, „nach mir die Sintflut“, oder sie sagen sich, dass sie die freieste Wirtschaft der Welt sind, ein sehr großes Land mit allen Rohstoffen sind, und militärisch dank ihrer Atomwaffen nicht zu bedrohen sind, und lassen eine Depression zu, die das Land heilen läßt. U.U. müssen sie dazu auch ihre Rolle als Weltpolizist aufgeben.

      Menschlich spricht nach aller Erfahrung der Geschichte alles dafür, dass die Position, „wir machen so weiter, für uns wird es noch reichen“, gewinnt.

      In dem Fall wechselt die FED bald wieder die Richtung und die Vermögenspreise steigen wieder. Aber die Probleme gehen davon nicht weg! Die Inflation und die sich trennende Welt bleiben.

      Ich habe eine neue Position im GDXJ bei 26 aufgebaut und würde im Fall eines weiteren Abschwungs, z.B. durch einen herbstlichen Crash, das weiter ausbauen. Dann in der Annahme, dass ein Crash vor den Wahlen auf jeden Fall neuen Stimulus hervorruft.

  5. @Felix:

    „Entweder, sie versuchen ihre Vormachtstellung so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, nach dem Motto, „nach mir die Sintflut“, oder sie sagen sich, dass sie die freieste Wirtschaft der Welt sind, ein sehr großes Land mit allen Rohstoffen sind, und militärisch dank ihrer Atomwaffen nicht zu bedrohen sind, und lassen eine Depression zu, die das Land heilen läßt. U.U. müssen sie dazu auch ihre Rolle als Weltpolizist aufgeben.“

    Ich denke ähnlich…es könnte sein, dass die USA eine Rezession bewusst zulässt…America First halt…es wird versucht vieles Richtung USA, Kanada, Mexico zurückzuholen, so entstehen in anderen Ländern Arbeitslosigkeit, was die dortigen Regierungen nur schwer ausgleichen können und dann ggf. Probleme wirtschaftlicher und sozialer Natur bekommen…damit wird die Abhängigkeit zur USA aber auch wieder größer, wenn es andere Nationen nicht schaffen, dann in die vorhandenen Lücken zu springen…und das erscheint mir gerade mit China sehr schwierig, da dort viele andere Probleme existieren und gewuppt werden müssen….reiche Länder können hohe Inflation und Rezessionen leichter überleben als arme oder im Wachstum befindliche…

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