Devisen

Euro, Yen, Dollar: was wird kommen?

FMW-Redaktion

Dollar, Euro, Yen – das sind die großen Reservewährungen dieser Welt, und zwar genau in dieser Reihenfolge (wir ignorieren hier den Yuan, der noch „zu frisch“ ist auf der großen Bühne). Was aber bedeutet der Schritt der Bank of Japan, Negativzinsen einzuführen – wenn auch in einem abgestuften System? Wie wird sich das auf diese Reservewährungen auswirken?

Der wichtigste Player am Devisenmarkt sind die Notenbanken dieser Welt. Sie bewegen gigantische Volumina, indem sie Reserven in einer der wichtigen Währungen akkumulieren oder eben abbauen. Als etwa die EZB zu Beginn des letzten Jahres ihr QE anküdigte, vor allem aber mit Einführung negativer Einlagezinsen haben die Notenbanken den Euro als Reservewährung abgebaut. Das spiegelte sich dann auch im Sonderziehungs-Währungskorb des IWF: als der Yuan aufgenommen wurde, war nicht zufällig der Euro der große Leidtragende. Es ist für Notenbanken schlicht unattraktiv, eine Währung mit Negativzinsen zu halten.

Mit dem Schritt der Bank of Japan gibt es also unter den drei großen Währungen nur noch eine, die keine Negativzinsen ausweist: der Dollar. Im Gegenteil hat die Fed die Zinsen angehoben und beabsichtigt, diese weiter anzueheben – auch wenn das ziemlich unrealistisch ist. Aber für die Notenbanken ist damit klar, dass der Dollar der einzig echte Hafen ist. Sie werden daher ihre Dollar-Bestände ausbauen. Und das bedeutet, dass der Dollar der große Gewinner sein wird, ob nun die Fed die Zinsen noch einmal anheben wird oder nicht. Man entscheidet sich schlicht für das geringste Übel, und das ist eben der Dollar.

Der große Verlierer dagegen wird der Yen sein. Zum Yen dürfte aber auch der Euro steigen, weil er nun eben im Club der Schmuddelkinder mit Negativzinsen nicht mehr alleine ist und daher Umschichtungen vom Yen in den Euro zu erwarten sind. Als die Bank of Japan nach dem Wahlsieg Abes ihr gigantische QE ankündigte und dann umsetzte, verlor der Yen massiv. Seit Monaten dann eine Stagnation, nun ist die Wahrscheinlichkeit einer nächsten Abwertungsrunde hoch. Diese wird nicht mehr so krass ausfallen wie damals. Aber dennoch sind neue Verlaufshochs etwa im Dollar-Yen zu erwarten..

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