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Fracking-Buden in den USA ausgelaugter als man denkt?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Bisher ging man allgemein davon aus, dass die amerikanische Fracking-Industrie innerhalb von ca. Monaten ihre Produktion wieder kräftig hochfahren kann, wenn sich der Preis für das amerikanische WTI-Öl nachhaltig über 40 Dollar erholt. Irgendwo zwischen 40 und 50 Dollar, dann erhöhen wir wieder schlagartig unsere Fördermenge, so hörte man es in den letzten Wochen von mehreren Frackingfirmen aus den USA.

Daran werden aktuell vermehrt Zweifel laut. Das wichtigste Frackingfeld in den USA ist das Bakken-Feld in North Dakota. Von der dortigen regionalen Aufsichtsbehörde (Department of Mineral Resources) hört man jüngst andere Töne. Ihr Chef Lynn Helms sagte jüngst wer für lange Zeit auf Diät gesetzt war, brauche seine Zeit um wieder zurückzukommen. Für das Bakken-Feld gelte, dass der Preis für mindestens 3 Monate am Stück über 60 Dollar stehen müsse, bevor die Produzenten in diesem Feld ihre Fördermenge deutlich hochfahren würden.

Auch ein weiterer Umstand kommt hinzu. Die gesamte Fracking-Industrie hat in den letzten Monaten in einem enormen Tempo Mitarbeiter entlassen, Material verkauft und Investitionen gekürzt. Und dieses Tempo wird jetzt gerade noch weiter ausgebaut. Alleine im Februar ging die Öl-Förderung in den USA um 600.000 Barrels pro Tag zurück. Natürlich gibt es auch einen Teil der Fracker, die jetzt in einer Art Winterschlaf verharren um schnell wieder starten zu können, aber das dürfte wohl nicht so schnell gehen wie gedacht, zumindest im Bakken-Feld nicht.

Das WSJ hat Unternehmensdaten analysiert und daraus errechnet, dass mehr als 30 Öl- und Gas-Produzenten in den USA ihre Ausgaben in 2016 um gut die Hälfte einstampfen werden im Vergleich zu 2015. Und dieser Prozess ist jetzt erst in vollem Gange. Die Produktion dürfte auch im März weiter rückläufig sein. Viel nützen wird das dem Ölpreis nicht, denn das weltweite Überangebot ist immer noch zu groß, und der Iran baut seine Fördermenge guten Mutes weiter aus. Jetzt bekommen die US-Fracker die dicke Rechnung präsentiert. Viel zu schnell schoss ihre Fördermenge in den letzten Jahren nach oben, und sie dachten sie könnten einfach so die Golfstaaten von ihrem Platz an der Sonne verdrängen.

Im Augenblick sieht es nicht danach aus, dass der Ölpreis nachhaltig über 40 läuft. Seit zwei Tagen ist er wieder um 3 Dollar auf 36 gefallen. Steigt er auf 40 oder 50 Dollar, freut das kurzfristig vor allem die Staatshaushalte der Golfstaaten, die derzeit heftige Haushaltsdefizite erleiden müssen – diesen Preis bezahlen sie im Augenblick um die Fracker kaputtzumachen. Nach 1 1/2 Jahren Preiskrieg sind die Fracker erst mal mächtig ausgelaugt, wenn sie denn überhaupt noch am Leben sind. Aber man weiß ja nie – das Nullzins-Geld sitzt locker bei Investoren. Mehrere Wochen Preise über 50 oder 60 Dollar, und die ersten Anleiheinvestoren stehen wieder bereit zu hohen Zinsen Fracking-Anleihen zu kaufen? Dann geht das Spiel von vorne los, das Ende 2014 zwischen den Golfstaaten und den Frackern begann.

Ölpreis Fracking
Der Ölpreis kommt vom kurzfristigen Hoch von 39 Dollar am Freitag jetzt zurück auf 36 Dollar.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Lagerkoller

    15. März 2016 17:50 at 17:50

    Könnte auch so laufen:

    Alte Butze pleite (offiziell), Preis klettert, Neue Butze mit neuem Kredit und der Konkursmasse der alten nur diesmal ist die Effizienz von vorneherein höher und tiefere Preise weniger problematisch da entschuldet und Now How für Effizienz quasi kostenarm angeignet. Dauerhaft in die Röhre kucken Altinvestoren und Ölförderländer mit präkeren Haushalten (fast alle).

  2. Avatar

    reiner tiroch

    27. April 2016 16:53 at 16:53

    und dann will und fordert der Obama das Fracking, und Merkel grinst dazu? sind ihr brennende Flüße scheißegal? danebst fordert der noch Militär an der Ostflanke für einen Krieg gegen Russland? wer verdammt nochmal ist denn nun ein Kriegstreiber?

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