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EZB in Alarmbereitschaft Gaspreis in Europa folgt Ölpreis – steigt sprunghaft mit Israel-Krieg

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Der Gaspreis für Europa folgt dem Anstieg beim Ölpreis und steigt sprunghaft an nach Beginn des Krieges in Israel. Der Gaspreis für Europa wird zusätzlich nach oben getrieben, nachdem ein Leck in einer Pipeline in der baltischen Region entdeckt worden war, was Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Infrastruktur weckte und die Versorgungsrisiken im nahenden Winter erhöhte.

Gaspreis für Europa steigt mehr als 10% – Israel-Krieg und Leck in Pipeline

Der Benchmark-Kontrakt TTF stieg am Montag um mehr als 10% auf über 42 Euro pro Megawattstunde. Am frühen Sonntag wurde ein mutmaßliches Leck in einer unterseeischen Pipeline entdeckt, die das finnische und das estnische Stromnetz miteinander verbindet. Die Betreiber der Pipeline schlossen daraufhin die Leitung, um das Problem zu untersuchen.

Auch wenn der aktuelle Vorfall vorerst eingedämmt scheint, zeigt er doch, wie anfällig die unterseeische Infrastruktur nach den Explosionen an den nahe gelegenen Nord-Stream-Pipelines vor einem Jahr ist. Mit dem Beginn der Heizsaison auf der Nordhalbkugel richtet sich das Augenmerk zunehmend auf mögliche Versorgungsunterbrechungen im Gefolge der letztjährigen Volatilität des Energiemarktes, selbst wenn die europäischen Gasvorräte fast vollständig gefüllt sind.

„Die Energiepreise scheinen übermäßig auf Nachrichten zu reagieren, die noch von der Krise herrühren, obwohl die EU-Reserven bereits fast 100% erreicht haben“, so Tim Partridge, Direktor für Energiemärkte bei der Beratungsfirma Eyebright Ltd.

Der Gaspreis für Europa folgt auch dem Anstieg beim Ölpreis, die nach einem tödlichen Angriff auf Israel am Wochenende in die Höhe schnellten. Der Überfall droht die Spannungen im Nahen Osten weiter zu verschärfen. Ein Teil des israelischen Gases wird nach Ägypten geliefert, das zwei Anlagen zur Herstellung von verflüssigtem Erdgas besitzt und einen Teil des Brennstoffs nach Europa liefert.

Der baltische Markt ist zwar relativ klein, aber die von dem Leck betroffene Pipeline verbindet das neue schwimmende LNG-Importterminal in Finnland mit Estland. Die Region ist in hohem Maße auf LNG angewiesen, nachdem die russischen Pipeline-Gasbezüge gekürzt wurden, doch machte Gas in der ersten Hälfte dieses Jahres nur 3,5 % des finnischen Energiemixes aus.

Für Europa sind das vor dem Winter schlechte Nachrichten: ein steigender Gaspreis und gleichzeitig der steigende Ölpreis im Gefolge des Krieges in Israel befeuern die Inflation erneut, die zuletzt eingedämmt schien. Die geopolitischen Risiken mit steigenden Energiekosten dürften die EZB jedenfalls erneut in Alarmbereitschaft versetzen – vor allem, wenn der Konflikt in Israel lange dauern sollte und damit die Energiepreise nachhaltig verteuert..

FMW/Bloomberg

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