Gold/Silber

Gold, Yen und die Aktienmärkte – was ist da eigentlich los?

Wir sehen derzeit extrem intressante Entwicklungen bei Gold, dem Yen und den Aktienmärkten! Da ist zunächst einmal die Entkoppelung zwischen Dollar-Yen und den anderen Dollar-Währungspaaren, die wir als notwendige Bedingung für eine signifikante Korrektur der Aktienmärkte benannt hatten. Das ist nun eingetreten – die Börsen haben eine kräftige Korrekturen gezeigt.

Wenn wir den Dollar-Yen-Chart auf 4-Stunden-Ebene beobachten, stellen wir fest, dass sich der Markt wieder auf die Punkte zubewegt hat, von denen die Aufwärtsbewegung bei Dollar-Yen begonnen hatte – und zwar in Übereinstimmung mit dem Abverkauf der Aktienindizes. Ebenso in Übereinstimmung mit Gold, das das Zielgebiet, das wir innerhalb des Pepperstone-Handelszentrums untersucht hatten, erreicht und dabei die Marke von 1,685 Dollar kurzzeitig sogar  überschritten hatte.

Gold als Hedge

Von hier aus aber haben für das Gold erhebliche Gewinnmitnahmen begonnen, die die Preise in den Bereich von 1.630 Dollar zurück geworfen haben. Das alles lässt nur wenig Raum für Interpretationen: Die Märkte sind sehr nervös, weil sie versuchen zu verstehen, ob die Auswirkungen dieses Virus die Realwirtschaft im Laufe der Zeit schwer und kontinuierlich treffen werden – und genau diese Unsicherheit wird nun eingepreist.

Die Börsen brauchten nach den starken Anstiegen auf historische Höchststände, die den Trend der letzten Monate geprägt hatten, eine Atempause. Dazu wiederum brauchte es einen externen Auslöser –  da die US-Konjunkturdaten derzeit nicht auf eine Rezession in den USA deuten und die Kapitalströme weiterhin auf der Suche nach Renditen (die festverzinsliche Wertpapiere nicht mehr bieten) bleiben.

Darüber hinaus waren Absicherungsgeschäfte in Gestalt von Käufen von Gold in Ermangelung von Volatilität an den Aktienmärkten aus zwei Gründen sinnvoll: Die erste steht in engem Zusammenhang mit dem Virus und seinen möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft – da bot sich Gold als sicherer Hafen an. Die zweite hängt mit der Angst vieler Investoren zusammen, die nicht in die Aktienmärkte investiert waren und daher auch keine Shortpositionen auf Indizes oder andere Absicherungen (hedges) brauchten. Also ging man Longpositionen bei Gold ein.

Der US-Dollar

Wir haben gesehen, dass der US-Dollar in der vergangenen Woche in großem Umfang gekauft wurde, bis am Freitag Gewinnmitnahmen aufgrund der Veröffentlichung des Einkaufsmanagerindex Dienstleistung einsetzten, der zum ersten Mal seit 2016 unter die Wendepunkt-Schwelle von 50 gefallen war. Sollten sich die Rezessionsbefürchtungen bewahrheiten, werden wir sehen, was zu tun ist – aber im Moment sehen wir keine Bedingungen, unter denen der Dollar auf dem Markt in nennenswertem Umfang verkauft werden kann. Es ist in der Tat plausibel, dass der Dollar als sicherer Hafen betrachtet und weiterhin gekauft wird, wenn die Stimmung wegen einer möglichen Pandemie weiter belastet ist.
Wir sehen heute keine anderen wichtigen Themen; aus makroökonomischer Sicht sind keine größeren Veröffentlichungen geplant.
Wir empfehlen Vorsicht bei der Entscheidung, auf dem Markt zu agieren, da die Nervosität hoch ist und Richtungsänderungen vehement und schnell stattfinden können. Die Liquidität ist jedoch sehr gut, die spreads etwa bei Pepperstone daher sehr eng. Risiken eines weiteren Kursrutsches  bestehen wie immer, aber diese können trotz des gestrigen Abverkaufs zunächst als begrenzt betrachtet werden.

Gold in Relation zu Dollar-Yen

Dollar-Yen-Chart

 

Heftige Bewegungen bei Gold sowie dem Yen und den Aktienmärkten

 



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