Devisen

Hong Kong – Opfer der Yuan-Abwertung

In der Nacht zum heutigen Freitag hat der chinesische Yuan den größten Tages-Rückgang seit Aufhebung der Dollar-Bindung verzeichnet. Geht die Entwicklung so weiter, werden die Schattenbanken und Trusts Chinas massive Probleme bekommen – insbesondere jene, die ihre Kredite in Fremdwährungen aufgenommen haben.

In Schwierigkeiten könnten nun aber auch Banken in Hong Kong geraten. Diese haben nicht nur ihre Kreditvergabe nach China, insbesondere seit 2010, massiv nach oben gefahren, sondern auch ihre Investitionen im Reich der Mitte drastisch erhöht (alleine in 2013: 150 Milliraden USD).

Was die Beziehung zwischen Hong Kong und (Festland-)China so besonders macht, ist die gigantische Zinsdifferenz: während Hong Kong sich, gemäß kolonialer englischer Vergangenheit, am Londoner Libor orientiert, der derzeit bei 0,55% liegt, rentieren Anlagen mit einjähriger Laufzeit in China bei ca. 6%. Diese gigantische Differenz begünstigt die „Mutter aller carry-trades“: chinesische Firmen eröffnen Konten in Hong Kong, leihen sich dort günstig Geld und legen es festverzinst oder – spekulativer – in Trusts im Reich der Mitte an. Je mehr nun der Wert des Yuan sinkt, umso problematischer wird diese Praxis, da Währungsverluste zum Hong Kong-Dollar entstehen. Dann gehören diese traumhaften Differenzen, von denen Zinsarbitrageure anderer Länder nur träumen können, der Vergangenheit an und der margin-call ist nicht mehr weit..



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