Immobilien

Großanleger greifen jetzt zu Immobilienkrise: Zuschlagen wenn die anderen den Bach runtergehen

Blackstone hat gigantische Summen an Anlegergeldern angesammelt, um nun in der Immobilienkrise günstig einzusteigen.

Skyline von Frankfurt
Skyline von Frankfurt. Foto: Wirestock - Freepik.com

In der Krise ist derjenige der Gewinner, der mit schuldenfreien Geldern agieren kann wie Eigenkapital oder Investorengeldern. Verlieren tut derjenige, der voll auf Kredit arbeitet. Und im Augenblick sehen wir eine verdammt ausgeprägte Immobilienkrise. Investoren wie Rene Benko galten jahrelang in der Öffentlichkeit als gefeierte, glanzvolle Immobilien-Investoren. Dabei hätte das vom Prinzip her jeder Investor machen können – dank Nullzins bei der EZB kam man an extremst günstige Kredite, und konnte sich auf Pump ein Portfolio an Immobilien zulegen.

Immobilienkrise: Zinsen rauf, verschuldete Investoren in Bedrängnis

Nun aber sind die Zinsen sehr schnell gestiegen, der Leitzins alleine von Juli 2022 bis jetzt von 0 % auf 4,5 %. Im TradingView Chart sehen wir die Zinsentwicklung seit dem Jahr 2004. Investoren, die vor mehreren Jahren große Kredite für Immobilien aufnahmen und Anschlusskredite aufnehmen müssen, können jetzt in der Immobilienkrise oft die explodierten Zinslasten bei Neukrediten nicht tragen. Dazu kommt noch das veränderte Umfeld durch die Coronakrise. Viele Büroflächen stehen leer, Mieteinnahmen fehlen um Kredite bedienen zu können. Wer brutal auf Kredit gearbeitet hat im „Sonnenlicht“ der jahrelangen Nullzinsphase, steht jetzt oft mit dem Rücken zur Wand.

Und was sich seit einiger Zeit bereits abzeichnete: Jetzt schlägt die Stunde der Investoren, die Anlegergelder angehäuft haben, um auf den richtigen Zeitpunkt zu warten. Schludenfreie Gelder von Pensionskassen, Versicherungen, Privatanlegern etc werden von professionellen Verwaltern jetzt intelligent investiert in Immobilien. Der Mega-Investor Blackstone (nicht Blackrock) will jetzt diese Immobilienkrise nutzen, um Investitionen zu niedrigen Einstiegspreisen zu tätigen, so sagt es im folgenden Interview der Unternehmenschef Steve Schwarzman. Denn es ist klar: Viele verschuldete Investoren verkaufen derzeit gezwungenermaßen nach und nach Immobilien, und sehen sich zu Preisnachlässen genötigt.

Glänzende Ausgangslage für Großinvestoren mit jeder Menge Anlegergeld

Blackstone ist einer der weltweit größten Investoren in Gewerbeimmobilien, und hat laut eigener Aussage 200 Milliarden Dollar noch nicht investiertes Anlegergeld angesammelt. Laut Aussage von Steve Schwarzman haben die höheren Zinsen europäische Immobilien unter Druck gesetzt. „Wenn man ein ganzes Portfolio tragen muss, das früher so gut wie nichts gekostet hat, muss man bei 6 % Zinsen etwas verkaufen. Wir sehen einige sehr, sehr gute Käufe in einem solchen Umfeld, weil wir im Gegensatz zu den meisten Leuten über enormes Kapital verfügen„, so die Aussage von Schwarzman. Im Klartext: Diese Immobilienkrise ermöglicht seinen Fonds mit Milliarden-Summen in Europa nun günstige Einstiege bei Immobilien, während Anbieter wie SBB, Adler Group, Renen Benko´s Signa etc entweder gerade abschmieren, oder versuchen mit Verkäufen von einzelnen Objekten zu überleben.

Schnäppchenmarkt ist eröffnet?

Man sieht es dieser Tage: Die Signa-Firmen rund um Rene Benko sind in Bedrängnis, die erste Immobilienfirma der Gruppe in Deutschland meldete erst am Freitag Insolvenz an. Der Elbtower könnte vom bereits beteiligten Milliardär Klaus-Michael Kühne eventuell übernommen werden. Auch andere hochwertige Objekte könnten trotz Immobilienkrise zu reduzierten Preisen Abnehmer finden. Denn neu entstehende Top-Objekte in Bestlagen dürften nach Ende einer Krise gefragt sein, dafür wird man wohl Mieter finden.

Im Fall von Blackstone schielt Steve Schwarzman mit seinen Investorengeldern unter anderem auf Lagerhaus-Immobilien, Datenzentren und Studentenwohnheime. Man darf vermuten, dass Top-Bürostandorte wie der Elbtower oder auch andere Objekte in Düsseldorf oder Berlin von in Bedrängnis geratenen Immobilienfirmen Käufer finden. Jetzt werden wohl dank Immobilienkrise viele Schnäppchen gemacht. Die mit massiv Kredit vollgesogenen Jubel-Investoren aus der mehr als zehn Jahre laufenden Niedrigzinsphase sind jetzt oft die Verlierer. Die Anleger mit echten Vermögensreserven, die zum Investment bereit stehen, können jetzt günstig einsteigen, und werden ein einigen Jahren vermutlich die Gewinner sein mit schönen Mietrenditen – weil man die Objekte günstig kaufen konnte.



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