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Expertenanalyse zu aktuellen August-Daten Inflation im Aufwärtstrend – es geht Richtung 10 Prozent

Die Inflation ist im Aufwärtstrend. Es geht derzeit Richtung 10 Prozent. Staatliche Verzerrungen laufen aus und pushen die Preise hoch.

Geld, Lupe und Taschenrechner als Symbole für Inflation

Vor wenigen Minuten wurde die August-Inflation für Deutschland vermeldet mit +7,9 Prozent im Jahresvergleich. Nach zwei ganz leicht schwächeren Monaten hat man damit die Rekordmarke von +7,9 Prozent aus Mai wieder erreicht. Wo viele Ökonomen schon eine Abwärts-Trendwende bei der Inflation gewittert haben, dürfte es im Herbst womöglich kräftig bergauf gehen, womöglich sogar über die 10 Prozent-Marke. Für diese Sichtweise gibt es gut nachvollziehbare Argumente.

Die Ökonomen der Commerzbank haben in einer Blitzanalyse die um 14 Uhr veröffentlichten Daten zur August-Inflation besprochen, und erläutern auch ihren Ausblick. Dr. Ralph Solveen erwähnt die Dimension des Anstiegs, nämlich die höchste Teuerung seit 70 Jahren in Deutschland.

Im Vergleich zum Juli betrug das Plus 0,3%, was in etwa dem Konsens entspricht. Dabei haben die Nahrungsmittelpreise gegenüber dem Vormonat um 1,6% zugelegt. Hingegen hat sich Energie im Vergleich zum Juli kaum verteuert. Hier wurde der merkliche Preisanstieg bei Gas und Heizöl durch einen kräftigen Rückgang der Benzinpreise weitgehend ausgeglichen. Rechnet man diese beiden Gütergruppen – also Nahrungsmittel und Energie – aus dem Preisindex heraus, ergibt sich nach Schätzungen der Commerzbank auf Basis der Länderergebnisse gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt erneut ein starkes Plus von 0,5%. Die so berechnete Kernteuerungsrate erhöhte sich wohl von 3,2% auf 3,4%.

In den kommenden Monaten dürfte die Inflationsrate laut Dr. Ralph Solveen weiter zulegen und um die Jahreswende über 10% liegen. So laufen im September Maßnahmen der Regierung zur Dämpfung des Preisauftriebs wie der „Tank-Rabatt“ und das „9-Euro-Ticket“ aus, was alleine die Teuerungsrate um etwa 1,25 Prozentpunkte nach oben treiben dürfte. Hinzu kommt die zu erwartende weitere Verteuerung von Strom und Gas, bei Letzterem auch wegen der bald wohl fälligen Gas-Umlage. Auch die Kernrate dürfte ihr Hoch noch lange nicht gesehen haben, da viele Unternehmen ihre höheren Kosten für Energie und andere Vorprodukte wohl noch nicht vollständig an ihre Kunden weitergegeben haben. Zudem dürften die Lohnkosten bald stärker zulegen.

All dies sind laut Dr. Ralph Solveen keine guten Aussichten für die deutsche Wirtschaft. Denn der starke Anstieg der Verbraucherpreise lasse die Kaufkraft der privaten Haushalte erodieren. Zudem erhöhen die weiter steigenden Inflationsraten – morgen dürfte für den Euroraum eine August-Inflationsrate von etwa 9% gemeldet werden – den Druck auf die EZB, ihren Leitzins schneller anzuheben.

Hier dazu auch der aktuelle Tweet von Commerzbank-Chefvolkswirt Dr. Jörg Krämer:

 



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1 Kommentar

  1. Naja, die millionen Menschen, die auf die Grundsicherung in Deutschland angewiesen sind, und dann in diesem Jahr schon etwa 15 % mehr für Lebensmittel zahlen müssen, können dkann ja diese Teuerung und die Inflation im nächsten Jahr, mit den 4,6 % Erhöhung ihrer Grundsicherung für 2023 kompensieren. Für dieses Jahr haben sie ja schon 0,67% Erhöhung ihrer Grundsicherung erhalten.
    Langsam begreife ich auch, warum Politker Angst vor Aufstände in Deutschland bekommen, und die Bundeswehr damit eingebunden haben, diese Aufstände niederzuschlagen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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