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Katalonien: Separatisten lehnen Neuwahlen ab, seltsame Rede von Rajoy

Die katalonischen Separatisten lehnen die Pläne der spanischen Regierung ab, in Katalonien Neuwahlen stattfinden zu lassen! Das geht aus dem Aufruf zu einer Großdemonstration in Barcelona heute Abend um 19.30Uhr hervor. Französische Katalanen haben Puigdemont eine Villa bereit gestellt, falls er vor seiner Verhaftung fliehen muß..

FMW-Redaktion

Die katalonischen Separatisten lehnen die Pläne der spanischen Regierung ab, in Katalonien Neuwahlen stattfinden zu lassen! Das geht aus dem Aufruf zu einer Großdemonstration in Barcelona heute Abend um 19.30Uhr hervor, die den Titel trägt: „Kein Artikel 155, keine Wahlen: Republik jetzt!“

Unterdessen gibt es sich widersprechende Meldungen um eine fünfstündige Sitzung der katalonischen Regierung in der Nacht zum heutigen Tag – noch ist unklar, ob diese Sitzung wirklich stattgefunden hat.

Stattfinden wird auf jeden Fall morgen ab 10Uhr eine Sitzung des katalonischen Parlaments in Reaktion auf die Aktivierung des Artikels 155 der spanischen Verfassung durch die Madrider Regierung. Am Freitag wird der spanische Senat entscheiden, ob er die Aktivierung des Artikels 155 bestätigt – wobei das jedoch als sicher gilt.

Unterdessen gibt es noch unbestätigte Gerüchte, wonach Carles Puigdemont sein Kabinett noch einmal umbilden wird. Besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf die Frage, ob der eher um einen Ausgleich mit Madrid bemühte Santi Vila Vicente dabei ein Ministerposten bekommen würde – oder nicht. Dies wäre ein wichtiges Signal für die derzeitige Haltung Puigdemonts in Sachen Unabhängigkeit.

Sollte Puigdemont die ausgesetzte Unabhängigkeit erneut ausrufen, droht ihm die Verhaftung und bis zu 30 Jahre Haft. Für diesen Fall haben französische Katalanen bereits vorgesorgt: sie stellen eine Villa mit Swimmingpool als Fluchtresidenz für Puigdemont bereit – man könne bis zu 200 Personen beherbergen, heißt es.


Carles Puigdemont
Foto: Generalitat de Catalunya – http://premsa.gencat.cat/pres_fsvp/AppJava/notapremsavw/9405/ca/fotos-oficials-govern.do, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54984488

Unterdessen hat Spaniens Ministerpräsident Rajoy im spanischen Parlament eine Rede gehalten, die aus Sicht der Separatisten Kataloniens als „seltsam“ eingestuft wird. So lud Rajoy Puigdemont ein, vor dem spanischen Senat zu sprechen – angesichts der latenten Verhaftungsdrohungen gegen Puigdemont ein Schritt, den sich der katalonische Regierungschef eher zweimal überlegen dürfte!

Rajoy rechtfertige die Aktivierung des Artikel 155 mit der damit verbundenen Aufhebung der Autonomierechte Kataloniens damit, dass es notwendig gewesen sei, den wirschaftlichen Aderlass Kataloniens zu stoppen. Dabei war es Madrid, das durch schnell verabschiedete Sonderregelungen etwa für die Banken Caixa und Sabadell die Voraussetzung für eine rasche Verlegung der Hauptsitze der beiden Banken ins „spanische Kernland“ eben diesen Aderlass selbst begünstigt hatte!



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6 Kommentare

  1. …. und der wirtschaftliche Aderlass geht ungebremst weiter.

    1. Welcher Aderlass?
      Die wirtschaftl. stärkste Region Spaniens, wäre auf einen Schlag nicht nur alle spanischen Schulden los, sondern spart sich auch die jährlichen Milliarden an Brüssel!!!

      1. Es haben seit dem 1 Oktober über 1500 Firmen Katalonien fluchtartig verlassen. Ich rede hier nicht von kleinen Handwerksbetrieben… Seat will Katalonien auch verlassen. Die Region rund um Madrid profitiert am meisten davon. https://okdiario.com/economia/empresas/2017/10/25/fuga-empresas-cataluna-cuales-huido-hoy-1422674

  2. „Die wirtschaftl. stärkste Region Spaniens, wäre auf einen Schlag nicht nur alle spanischen Schulden los, sondern spart sich auch die jährlichen Milliarden an Brüssel!!!“

    Wie kommen Sie darauf, dass man seine Schulden durch Namensänderung los wird? Das ist doch naiv. Schulden sind Schulden und bleiben Schulden.

    Würde Katalonien die Schulden nicht bedienen, könnten Sie sich neue Anleihen auf dem Mond besorgen.Niemand würde ihnen auch nur eine Kopeke leihen.

  3. Die meisten Regionen Spaniens waren jahrhundertelang vom Islam besetzt und terrorisiert – inklusive Vergewaltigungen.
    Katalonien trägt noch das europäische Erbgut in sich.
    Man ist verantwortungsvoll, selbstbewußt, intelligent.
    Das heißt aber auch: Bürgerkrieg mit den Minderbegabten.
    Die spanische Zentralregierung wird Militär einsetzen – das ist auch schon vor Franco das übliche ‚Zeremoniell‘ gewesen.
    Aber das ist ein Selbstmordunternehmen der pseudodemokratischen Junta.
    Denn ohne das finanzstarke Katalonoien wird Spanien zusammenbrechen.
    Entweder man läßt sie gehen oder man zerstört sie – das Ergebnis ist gleich.
    Rajoy ist ein Dummkopf.

    1. @Adept, ich bin verwirrt:
      Wie kommen Sie jetzt hier bei dem Thema plötzlich auf Islam und Vergewaltigungen? Was ist das europäische Erbgut?? Gibt es das tatsächlich seit Jahrhunderten, ein europäisches Erbgut?! :)
      Sind Spanier, die in Regionen leben, die jahrhundertelang vom Islam besetzt und terrorisiert wurden, deshalb schlechtere Europäer? Sind sie deshalb Minderbegabte? Oder haben die Vergewaltigungen zur Vermischung der Gene geführt, die Spanier nun zu bösen Islamisten machen, während Katalanen noch das europäische Erbgut in sich tragen?

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