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Viele Verkäufe, aber keine Käufe Nvidia-Insider verkaufen Aktien in riesigem Ausmaß

Führungskräfte von Nvidia verkaufen in kurzer Zeit eine große Menge an Aktien des Unternehmens. Ein Alarmzeichen?

Nvidia-Firmenlogo
Nvidia-Firmenlogo. Photographer: Nathan Laine/Bloomberg

Wenn Insider eines Unternehmens (Aufsichtsräte, Vorstände, Direktoren) Aktien des Unternehmens mit ihrem eigenen Geld kaufen, gilt das quasi als Vertrauensbeweis, dass die Geschäftsaussichten gut sind, und dass die Aktien Aufwärtspotenzial haben. Verkaufen die Insider, darf man das Gegenteil annehmen. Man erwartet kein Kurspotenzial mehr, oder erwartet sogar Probleme im Geschäftsbetrieb? Jüngst wurden bei Nvidia in sehr großem Umfang Aktien von Insidern abgestoßen!

Nvidia-Chefs machen Kasse

Führungskräfte und Direktoren von Nvidia haben im vergangenen Monat entweder rund 370.000 Aktien im Wert von etwa 180 Millionen Dollar verkauft oder Unterlagen eingereicht, die zeigen, dass sie beabsichtigen, diese Aktien zu verkaufen, so die vom Washington Service zusammengestellten Daten laut Bloomberg. Wenn alle Aktien verkauft würden, wäre dies der größte monatliche Verkauf nach Dollar-Wert seit mindestens sechs Jahren.

Nach einem Anstieg um mehr als das Dreifache im Jahr 2023 sind die Nvidia-Aktien ins Stocken geraten. Seit dem 21. November sind die Aktien um 6 % gefallen. Zu dem Zeitpunkt gab Nvidia seine Umsatzprognose für das laufende Quartal bekannt, die die durchschnittlichen Analystenschätzungen um etwa 2 Milliarden Dollar übertraf, was auf die starke Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz zurückzuführen ist.

Viele Verkäufe, aber keine Käufe

Es ist natürlich verständlich, dass Insider nach einem solch fulminanten Lauf Gewinne mitnehmen wollen. Der Verkauf weckt jedoch kaum das Vertrauen in eine künftige Rallye. Den Daten des Washington Service zufolge haben Nvidia-Insider seit 2020 keine Aktienkäufe mehr getätigt. „Es ist interessant, dass es viele Verkäufe und keine Käufe gegeben hat“, sagte Shana Sissel, Geschäftsführerin von Banrion Capital Management, wo man Nvidia-Aktien hält. „Wenn man bedenkt, wie sich der Aktienkurs entwickelt hat, macht die Möglichkeit, einen Teil der Vergütung zu monetarisieren, Sinn. Ein Vertreter von Nvidia sagte, dass die meisten Verkäufe auf 10b5-1-Plänen beruhen, bei denen der Preis, die Menge und die Termine der Verkäufe im Voraus festgelegt werden.

Zu den vier Insidern, die im November Verkäufe oder Verkaufsabsichten bekannt gaben, gehörte Mark Stevens, seit 2008 Direktor bei Nvidia. Der ehemalige geschäftsführende Partner der Risikokapitalfirma Sequoia Capital reichte am 24. November ein Formular 144 ein, in dem er den geplanten Verkauf von 300.000 Aktien angab und verkaufte 10.280 Aktien am 24. und 27. November. Stevens hat in den letzten Jahren hunderttausende von Aktien verkauft und hält nach Angaben von Bloomberg immer noch eine Beteiligung an Nvidia im Wert von etwa 2 Milliarden Dollar. Zu den weiteren Verkäufern gehören Debora Shoquist, Executive Vice President of Operations, und Dawn Hudson, die im Juli in den Vorstand von Nvidia berufen wurde.

Im S&P 500 haben Unternehmensinsider ihre eigenen Aktien im November verstärkt gekauft, wobei das Verhältnis zwischen Käufern und Verkäufern laut Daten des Washington Service ein Sechsmonatshoch erreichte.

FMW: Dieser TradingView Chart zeigt, dass Nvidia seit Jahresanfang eine Mega-Rally hingelegt hat mit 207 %. Im Vergleich dazu stieg der Nasdaq 100 um 45 %, der S&P 500 um 18,6 %. Da kann man als Direktor der Firma schon mal Kasse machen?

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Die Insider wissen warum sie in solchem Ausmaß verkaufen. Und dann sollte jedem Kleinanleger ein Warnschuss sein – wer den jetzt noch nicht gehört hat brauch sich hinterher nicht beschweren.
    In dem Artikel auf Insider-Aktien.de werden gleich 3 „schwarze Schwäne“ erläutert, die Nvidia schwer erschüttern könnten. Alle 3 Szenarien sind nicht besonders unwahrscheinlich.

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