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Puerto Rico – Zahlungsausfall verschoben, Drängen im US-Senat

FMW-Redaktion

Puerto Rico hat sich gestern entschieden fällige Anleihen von insgesamt 354 Mio US-Dollar (wir berichteten gestern über einen Teil in Höhe von 270 Mio) zu bedienen – so hat die staatliche Entwicklungsbank fällige Anleihen gezahlt. Damit hat man einen Zahlungsausfall vermieden, musste das Geld aber an anderer Stelle abzapfen. Anders als zunächst angenommen wird Puerto Rico dafür nicht auf Gelder zurückgreifen, die für die Gehälter von Staatsbediensteten gedacht waren.

Man wrid, wie Gouverneur Padillo gestern erläuterte, Gelder für die aktuelle Rückzahlung der Anleihen nehmen, die eigentlich für die Rückzahlung von Anleihen im Januar vorgesehen waren. Diese Anleihen seien nachrangig, und daher hat man entschieden wohl die mit einer klaren Staatsgarantie zuerst zu bedienen. Diejenigen werden wohl erstmal nicht zurückgezahlt, bei denen es keine offizielle Bürgschaft Puerto Rico´s gibt. Auch sollen laut Padillo Gelder, die für (anscheinend) nachrangige Anleihen verwendet werden sollten, ab sofort auch herangezogen werden um absolut notwendige Staatsausgaben überhaupt noch bezahlen zu können. Auf deutsch gesagt: Es wird jetzt wild hin und her gebucht in der Hoffnung der Senat erlöst Puerto Rico endlich.

Gestern saß er im Justizausschuss des US-Senats um an das offizielle Bankrott-Verfahren für US-Kommunen heranzukommen – so möchte man sich nämlich entschulden. Padillo sagte gestern vor dem US-Senat Zitat:

„The Commonwealth has no legal authority to restructure its debts or any legal recourse to
defend its citizens from a default. Congress and the U.S. Courts have left the people of Puerto
Rico bereft of any legal remedy. And the downward spiral of economic contraction and revenue
declines is intensifying. In early November we revised our revenue forecast downward from $9.8
billion to $9.4 billion. Last month our revenues plummeted and, yesterday, we did a further
downward revision to $9.2 billion.

In light of the rapidly deteriorating revenue situation, in accordance with Article 6,
Section 8 of the Constitution of the Commonwealth of Puerto Rico, I ordered the “clawback” of
revenues assigned to certain instrumentalities of the Commonwealth for the repayment of their
debts. Together these instrumentalities have approximately $7 billion in bonds outstanding. In
simple terms, we have begun to default on our debt in an effort to attempt to repay bonds issued
with the full faith and credit of the Commonwealth and secure sufficient resources to protect the
life, health, safety and welfare of the people of Puerto Rico.

Without a federally authorized legal framework, this will be the beginning of a very long
and chaotic process. The choices ahead will become ever more difficult and potentially harmful
to our economy, our stakeholders and our people. Let me be clear, if Congress does not provide
Puerto Rico the authority to restructure all its liabilities a humanitarian crisis will envelop the 3.5
American citizens on the island. We are simply requesting rule of law. This costs nothing to the
federal government. Give Puerto Rico the tools it needs to manage its crisis.“



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