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Signa-Pleite: 8 deutsche Sparkassen auf Gläubigerliste

Acht deutsche Sparkassen tauchen in der Gläubigerliste der Signa-Insolvenz auf. Hier finden Sie die Namen der Institute.

Sparkassen Logo. Photographer: Krisztian Bocsi/Bloomberg

Das Immobilien-Imperium Signa von René Benko löst sich gerade in Luft auf. Die Holding meldete am 29. November Insolvenz an, nun muss eine Übersicht des Desasters her. Immer klarer wird, dass viele Banken und Sparkassen aus dem deutschsprachigen Raum mit Krediten engagiert waren im großen Kaufrausch des René Benko. Neben der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen gehören wohl noch mindestens acht weitere Sparkassen aus Deutschland zu den Gläubigern des taumelnden Immobilienimperiums von René Benko.

8 Sparkassen tauchen in Gerichtsunterlagen zur Signa-Pleite auf

In Gerichtsunterlagen zum Insolvenzverfahren der Signa Holding, die Bloomberg News einsehen konnte, werden Stadtsparkasse Düsseldorf, Sparkasse Leipzig, Kreissparkasse Göppingen, Sparkasse Merzig-Wadern, Sparkasse Rhein-Nahe, Sparkasse Siegen, Sparkasse Südwestpfalz und Sparkasse Südliche Weinstraße als Gläubiger genannt. Letztere ist zwischenzeitlich in der Sparkasse Südpfalz aufgegangen. Wie hoch die einzelnen Verbindlichkeiten sind, geht aus den Unterlagen nicht hervor.

Die Sparkassen wollten sich auf Anfrage von Bloomberg nicht äußern oder waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Signa steht im Epizentrum eines Einbruchs bei europäischen Gewerbeimmobilien. Im Laufe von zwei Jahrzehnten aggressiver Expansion hatte René Benko erstklassige Immobilien erworben, darunter große Einzelhandelsobjekte an Top-Standorten in ganz Europa. Steigende Zinsen und sinkende Bewertungen brachten dieses Imperium ins Wanken. Neben der Signa Holding haben noch weitere Signa-Gesellschaften Insolvenz angemeldet.

Auch Landesbanken mit an Bord

Vergangene Woche wurde bereits bekannt, dass die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen zu einer Gruppe von Banken gehört, die der insolventen Signa Sports United eine Kreditlinie eingeräumt hatte. Auch die Spitzeninstitute der Sparkassen, die Landesbanken, zählen zu den Geldgebern von Signa. Helaba, LBBW, BayernLB und NordLB sind allesamt engagiert. Ihre allgemeine Risikovorsorge für Immobilien belief sich im ersten Halbjahr auf rund 400 Millionen Euro.

Die deutschen Banken werden wohl noch mehr Risikovorsorge für Immobilien bilden müssen, wofür die Branche aber gut positioniert sei, sagte BayernLB-Vorstand Gero Bergmann in seiner Funktion als Präsident des Verbands deutscher Pfandbriefbanken am Mittwochabend in Frankfurt.

Blick auf sonstige Gläubiger bei Signa

Der Insolvenzantrag der Signa Holding gibt einen gewissen Einblick in die verwirrenden Strukturen des Immobilien- und Einzelhandelsimperiums von René Benko. Dabei wirft er mindestens ebenso viele Fragen auf, wie er beantwortet. Die 75-seitige Unterlage enthält laut Bloomberg unter anderem eine vorläufige Liste von Gläubigern, zu denen neben den erwähnten Sparkassen auch Banken gehören – aber auch der Staatsfonds Saudi-Arabiens, Charterfirmen für Privatjets und Helikopter, Restaurants in Wien und Pensionen im pittoresken Bergdorf Alpbach. Auch die Berliner Anwaltskanzlei Schertz Bergmann, die Signa in Streitigkeiten mit Medien vertreten hat, hat offenbar noch Rechnungen offen. Wichtige Fragen bleiben aber völlig unklar, zum Beispiel ein ominöser Posten “weitere, (noch) nicht bilanziell erfasste Verbindlichkeiten”, der ein Drittel dieser Verbindlichkeiten ausmacht und zu dem keinerlei weitere Angaben gemacht werden. Wiener Insolvenzanwälte dürften sich in den kommenden Jahren wenig Sorgen um ihr Geschäft machen müssen. Kaum verwunderlich, dass sich die deutschen Banken auf mehr Risikovorsorge für Immobilien einstellen müssen. BayernLB-Vorstand Gero Bergmann weist aber auch darauf hin, dass aktuell kein guter Zeitpunkt sei, um Sicherheiten zu verwerten.

Aktiva und Passiva der Signa Holding aus dem Insolvenzantrag

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Man kann Herrn Grupp nur beipflichten. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Herrn Benko Kredite in Milliardenhöhe genehmigt wurden. Und natürlich sind auch wieder einmal deutsche Banken und Landesbanken beteiligt!

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