Interessantes aus der Presse

Spanien: kein Land in Sicht bei Immobilienpreisen

Große Schere zwischen Verkaufspreisen und Kaufgeboten

Spanische 10-jährige Staatsanleihen rentieren heute bei 3,61% – und damit teilweise unter den Niveaus aus den sonnigen Zeiten des spanischen Immobilienbooms. Dass die gesunkenen Risikoaufschläge für die Staatsanleihen Spaniens wenig mit der ökonomischen Realität des Landes, sondern viel mit dem von der EZB initialisierten Staatsanleihen-Schneeballsystems zu tun haben, zeigen einmal mehr neue Daten zum Immobilienmarkt in Spanien.

So berichtet Bloomberg unter Berufung auf das größte spanische Immobilienportal, idealista.com, dass die Differenz zwischen Verkaufspreisen und Kaufgeboten staatliche 23% beträgt. Diese große Differenz erklärt sich aus dem Glauben vieler Spanier, dass der Immobilienmarkt sich erholen werde – man besteht daher auf dem Verkaufspreis und nimmt in Kauf, lieber nicht zu verkaufen als zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten zu müssen.

Angestachelt haben diesen merkwürdigen Optimismus vor allem Blackstone und Goldman Sachs, die in Madrid Wohnungseinheiten deutlich über dem Marktpreis gekauft hatten. So sehen moderne Wohltäter aus!

Faktisch führt diese Realitätsverweigerung aber dazu, dass der spanische Immobilienmarkt nach wie vor mausetot ist: So lagen im November 2013 die Immobilienverkäufe sage und schreibe 16% unter dem Wert des Vorjahresmonats –  bei 13.900 Einheiten in ganz Spanien. Zum Vergleich: auf dem Höhepunkt der Immobilienblase im September 2005 wurden noch 129.000 Immobilien verkauft. Seit 2007 sind die Immobilienpreise um 45% gefallen.

Die Talfahrt dürfte zunächst weiter gehen: bei einer Arbeitslosenquote von 26% und der nicht vorhandenen Bereitschaft spanischer Banken, Immobilienkredite zur Verfügung zu stellen, dürften im ersten Halbjahr die Preise um weitere 5% fallen.



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