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Südafrika: Warum der Südafrikanische Rand eine neue Abwertungsphase startete!

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Südafrika Flagge

Der Südafrikanische Rand wertete seit dem Jahr 2000 um mehr als 70% ab. Eine Bonitätsabwertung, verlangsamtes Wirtschaftswachstum in Südafrika, Leistungsbilanzdefizite und nun auch noch das Coronavirus führten in dieser Woche zu einem neuen Allzeittief des Rand. Eine neue Phase der Abwertung startete, und ist für Devisentrader und – Anleger trotzdem schwierig zu handeln!

Schwaches Wachstum und Auslandsverschuldung belasten Südafrika

Südafrika leidet schon seit mehr als einem Jahrzehnt unter einem deutlichen Abwärtstrend beim Wirtschaftswachstum. Konnten vor der Finanzkrise noch Wachstumsraten von 4% bis 6% verzeichnet werden, so sinkt die Wachstumsrate seit dem Ende der Finanzkrise kontinuierlich ab und lag bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus mehrmals bei nur noch 0%. Die zyklischen Erholungen führten stets zu Wachstumsraten, die niedriger waren als im vorherigen Zyklus. Für ein Land mit einer Arbeitslosenquote von fast 30% ist abnehmendes Wachstum natürlich fatal. Ohne üppiges Wirtschaftswachstum können nicht die Arbeitsplätze geschaffen werden, die für einen Abbau der Arbeitslosigkeit nötig sind. Es gibt jedoch auch Lichtblicke. So sinkt das Leistungsbilanzdefizit ebenso. Südafrika ist also immer weniger auf ausländische Kapitalzufuhr angewiesen. Gleichwohl ist das Defizit mit derzeit 3% des Bruttoinlandsprodukts immer noch höher als vor 20 Jahren. Zum letzten Mal verzeichnete Südafrika vor mehr als 15 Jahren einen Leistungsbilanzüberschuss.

Bonitätsabwertung führt zu massiv steigenden Zinsen für Südafrika

Ein Problem ist der im Zuge der Coronakrise massiv in die Höhe geschossene Zinssatz für südafrikanische Staatsanleihen. Am Freitag verlor Südafrika sein Investment-Grade Rating für seine Staatsanleihen. Das sorgte für eine Welle an Zwangsverkäufen. Denn viele institutionelle Anleger und Fonds, die ausschließlich in Anleihen hoher Bonität investieren dürfen, mussten die Papiere verkaufen. Und eine weitere Verkaufswelle dürfte in den kommenden Wochen starten, wenn Anleihe-Indizes neu zusammengestellt werden und Südafrika mangels Bonität ausgeschlossen wird. Die Index-folgenden Fonds werden dann auch verkaufen. Bei fallenden Preisen steigt jedoch die Rendite der Anleihen und damit der zu zahlende Zinssatz für neu herausgegebene Anleihen.

Für zehnjährige Anleihen beträgt er inzwischen 11,2% – so viel wie zuletzt im Jahr 2002. Der hohe Zins macht Konjunkturprogramme zwar nicht unmöglich. Doch erstens werden kreditfinanzierte Programme nun teurer und zweitens deutet ein stark gestiegener und so hoher Zinssatz auf mangelnde Risikofreude der Anleger hin. Es wird Südafrika also aller Wahrscheinlichkeit nach nicht möglich sein, Kredite in der für ein üppiges Konjunkturprogramm nötigen Höhe aufzunehmen. Was tun Zentralbanken inzwischen rund um den Erdball in einem solchen Fall? Sie kaufen die Anleihen ihres Staates mit frisch gedrucktem Geld.

Südafrikas positive Handelsbilanz stützt den Rand ein wenig

Das jedoch bringt wiederrum den Wechselkurs unter Druck. Insbesondere bei Ländern wie Südafrika, die auf Auslandskredite angewiesen sind, um ein Leistungsbilanzdefizit zu finanzieren. Der hohe Goldpreis hilft dem ehemals weltgrößten Goldförderer übrigens kaum. Erstens ist die Förderung von Gold im Land in den vergangenen Jahrzehnten kollabiert und konnte nicht durch die Förderung anderer Rohstoffe ausgeglichen werden. Und so ist zweitens der Anteil der Minenförderung am Bruttoinlandsprodukt inzwischen kleiner als der des Transportgewerbes. Trotzdem gelang es Südafrika, eine positive Handelsbilanz aufzubauen. Hilfreich dabei war sicherlich auch der chronisch schwache südafrikanische Rand. Eine schwache Währung reduziert tendenziell die Importe und stärkt die Exporte. Denn Importe werden bei einer schwachen Währung relativ teuer. Umgekehrt sind Exporte aus Sicht der ausländischen Kunden jedoch relativ günstig. Und so erzielte Südafrika im Februar einen der höchsten Handelsbilanzüberschüsse in der Geschichte des Landes.

Hohe Zinsdifferenz macht Short-Positionen im Südafrikanischen Rand schwierig zu traden

Aus Anlegersicht ist der südafrikanische Markt schwierig. Die massiven Abwertungen des Rand entwerten Investitionen in Südafrika. Seit dem Jahr 2000 stieg der Wechselkurs von 6 auf heute mehr als 20 Rand pro Euro. Ein im Jahr 2000 in Südafrika angelegter Euro hätte also Gewinne von mehr als 330% erzielen müssen, nur um die Wechselkursverluste auszugleichen. Angesichts des klaren Abwertungstrends und den durch die Bonitätsabwertung verschlechterten Zugängen zu internationalem Kapital erscheint eine Long-Position im EUR/ZAR aussichtsreich, mit der Sie auf eine weitere Abwertung des Rand gegenüber dem Euro setzen. In dieser Woche wurde das alte Allzeithoch aus dem Jahr 2016 überschritten, so dass nun eine neue Aufwärtsphase begonnen hat. Nachteil einer EUR/ZAR Long-Position ist die hohe Zinsdifferenz zwischen beiden Währungen von mehr als 5%. Das heißt, Sie benötigen mindestens diese Zinsdifferenz als Jahresgewinn, um allein die Zinskosten einer ungehebelten Position auszugleichen. Bei einer gehebelten Position erhöhen sich die Zinskosten um den gewählten Hebel.

Finden Sie beim Klick hier die gestrige Analyse von Hannes Zipfel, warum der US-Dollar noch so stark ist.

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Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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