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Türkei: Ab in die Planwirtschaft – steigende Preise einfach abgeschafft, und ein Theologe als Wirtschaftsberater

Redaktion

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Nicht nur für die Türkei, auch für Euroland, Italien und Griechenland galt und gilt immer noch: Die Politik müsse alles tun um „die Märkte zu beruhigen“. So sprechen Merkel, Schäuble und Co seit Jahren. Gewiss, das hilft bei der Schuldenaufnahme und vor allem bei der Höhe der Kreditkosten. Wer sich dem Markt fügt, muss wenig Zinsen zahlen, hat einen positiven Geldfluss ins Land usw.

Wer dieses Spiel mitspielt, muss natürlich auch Regeln befolgen. So muss man immer seriös auftreten, Ausgaben kürzen, erklären wo man demnächst noch mehr sparen will, irgendwas über Restrukturierungen erzählen usw. Präsident Erdogan will dieses „Spiel“ nicht mitspielen. Es ist ja schließlich kein Zwang.

Erdogan verbot gerade erst die Berater von McKinsey anzuheuern um die Türkei zu beraten. Man könne sich selbst helfen, und brauche keine Berater aus den USA, so Erdogan. Nein, da holt man sich aktuell lieber einen Theologieprofessor in einen neu gegründeten Wirtschaftsausschuss. Servet Bayindir soll sich auf das Thema „Islamic Finance“ fokussiert haben. Wie das aktuell bei einer Inflation von knapp 25% helfen soll?

Aber gut. Präsident Erdogan und sein neuer Finanzminister Berat Albayrak (sein Schwiegersohn) haben nun offenbar eine ganz einfache Lösung für die Türkei gefunden um die Inflation abzuschaffen. Man vereinbart einfach mit der Privatwirtschaft, dass die Preise nicht mehr steigen dürfen! Ist es nicht toll, wie einfach das geht? So verkündete Berat Albayrak vor wenigen Minuten, dass die türkische Regierung sich mit der Privatwirtschaft geeinigt habe, dass die Preise für Gas und Strom bis Jahresende nicht weiter ansteigen sollen.

Und die Sache mit den Strom- und Gaspreisen war nicht alles. Auch habe man mit der Privatwirtschaft vereinbart, dass alle Warenpreise, die zur Inflationsberechnung herangezogen werden, um 10% gesenkt werden sollen. Super, dann müssen die Großhändler nur noch ihren ausländischen Lieferanten sagen, dass die bitte auch einfach ihre Preise um 10% senken sollen, und alles ist gut.

Phantastisch, möchten man da sagen. Warum fällt Angela Merkel nicht etwas Ähnliches ein in Sachen Mietpreise? Aber im Ernst. Wie auch immer man sich mit der ganzen Privatwirtschaft geeinigt haben will. Das ist nichts anderes als Planwirtschaft und ein brutaler Eingriff in die Selbstbestimmung privater Unternehmer. Und selbst wenn man dies ignoriert: Wie soll das gehen? Wenn die Importpreise für Güter weiter steigen, sollen die Einzelhändler de facto die steigenden Preise komplett aus der eigenen Tasche bezahlen?

Darauf läuft es de facto hinaus. Halten sie sich wirklich an diese „Einigung“ mit der Regierung, freuen sich zwar die Konsumenten über nicht weiter steigende Preise. Aber dafür werden schon bald unzählige Groß- und Einzelhändler in die Pleite rauschen. Aber halt. Auch hier kann Erdogan ja notfalls staatliche Hilfen zusichern, nicht wahr? Letztlich landet dann alles beim Steuerzahler, womit die Staatsverschuldung der Türkei kräftig steigen dürfte.

Auch habe man mit Banken gesprochen, dass Kreditraten gesenkt werden sollen. Also alles im Sinne der Verbraucher? Auch hier gilt: Wie super, nur dann bezahlen eben die Banken den Preis mit schwächeren Bilanzen. Mal ehrlich: Kann man mit solchen Maßnahmen annehmen, dass man noch ernst genommen wird? Das ist mehr als nur Planwirtschaft – das ist schon die pure Verzweiflung. Die Inflation muss weg, sofort, egal wie. Es muss sofort eine einfache Lösung her, also schaffen wir steigende Preise einfach ab.

Dass irgendwer den Preis dafür zahlen muss, egal. Einfach unglaublich. Und, ist die türkische Lira in den letzten Minuten in einem Aufwärts-Rausch nach oben geschossen, weil die Inflation jetzt entfällt in der Türkei? Nein, die Lira bleibt gegen Euro und US-Dollar da, wo sie vorher auch war. EURTRY liegt bei 7,01 und USDTRY bei 6,12.

Türkei Istanbul
Die Hagia Sophia in Instanbul. Foto: Julian Nitzsche CC BY-SA 4.0

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    leokatz1

    9. Oktober 2018 15:40 at 15:40

    …zweite Möglichkeit: Die Händler verkaufen einfach nichts mehr zu den verordneten Preisen…die sind doch nicht blöde! Also ists neben Planwirtschaft dann auch gleich Mangelwirtschaft. Kennen wir doch irgend wo her? Ach ja, ehemaliger Ostblock…

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    m.sastre

    9. Oktober 2018 17:35 at 17:35

    Nicht nur ehemaliger Ostblock! In Venezuela erleben wir das selbe Schema in live. Mit Zwangsmitteln durchgesetzte Preissenkungen, gesetzlich verordnete Lohnanpassungen zwischen 3000 und 4000%. Es sind immer die selben präfinalen Massnahmen mit den immer selben erwartbaren Ergebnissen.

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    thelittleraven

    9. Oktober 2018 19:00 at 19:00

    ich weiss es nicht. Ich kann Ihnen nur eines sagen- seien Sie bitte vorsichtig, wenn Sie in die Tuerkei fahren. Die sind durchgeknallt, voellig durchgeknallt. Back to nation and islamism. Die sind dermassen faschistoid und xenophob, seien Sie nur vorsichtig. Ich denke, dass es das Richtige waere, wenn unsere Firmen und auch die Nato sich staerker auf dem Balkan engagierten – Slowenien, Griechenland, Serbien, Kroatien. Das sind die neuen Frontlaender gegen diesen islamistischen Wahn. Ich habe das dumme Gefuehl (bitte entschuldigen Sie, ich weiss, es ist unpassend), aber ich habe das einfach, dass sich diese Anspannung, diese Agression gegen uns richten kann. Ansonsten stimme ich Ihnen zu… dieses Land ist eine Katastrophe, das ist ein faschistoider Fuehrerstaat, sonst nichts. Und dann, bitte, sehen Sie sich doch einmal diese Gestalten an, die dort das Sagen haben – es ist doch nicht kaschiert oder heimlich oder sonstwas, die zeigen doch ganz offen ihre faschistische Ideologie (tuerkische Superrasse und so, die Herren der Welt, zum Herrschen geboren – sorry, die glauben den Dreck wirklich)- Erdogan und Entourage zeigen ganz offen das Rabia-Zeichen – das ist das Zeichen der Muslimbrueder. Sicher wollen die Europa und die Welt erobern, unterschaetzen Sie die nicht, verdammt, die sind gefaherlich, und es ist nur gut, dass das offenbar hier in Europa und den USA aufgefallen ist. Diese Leute sind brandgefaherlich. They can set the world on fire.

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      joah

      9. Oktober 2018 21:46 at 21:46

      Das einzige was hier brandgefährlich ist, ist Ihr stumpfer (Un-)Verstand. Viel Erfolg bei der Heilung.

      Glücklicherweise musste dieses Volk Sie noch nie kennenlernen (müssen), denn Sie waren noch nie dort.

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      Petkov

      9. Oktober 2018 22:26 at 22:26

      Guten Abend, ich wollte meine Erfahrungen zu den angesprochenen Punkten mitteilen, da ich behaupte, mich auf dem Gebiet gut auszukennen. Ich teile Ihre Sicht nur eingeschränkt, aber bitte meinen Kommentar nicht als Kritik verstehen. Ihre Meinung in Ehren! Ich möchte nur mit ein paar persönlich erlebten Nuancen zum Dialog beitragen.

      1. Wenn man in die Türkei als Tourist fährt, ist keine besondere Vorsicht geboten. Ich kenne Istanbul und einige der üblichen Reiseziele gut und fliege gerne hin und das seit Jahren, auch dieses Jahr vor wenigen Wochen. Ich war als Individualtourist in der Bosphorusmetropole unterwegs. Ich unterhalte mich auch oft und gerne mit Einheimischen, auch zu politischen Themen und zwar viel direkter als es ein Deutscher je tun würde… Bin ja auch keiner… Aber ich weiß auch sehr genau, wie weit der Bogen überspannbar ist. Und um ehrlich zu sein, merke ich keine wirkliche Veränderung bei den Türken in der Türkei. Ihre Weltanschauung ist weiterhin so, wie sie schon immer war. Zugegebenerweise „leben“ sie sie jetzt etwas intensiver aus, sicherlich auch von Erdowahn angestachelt, aber sonst sind sie immer noch so wie ich sie kenne und respektiere, auch wenn ich mich mit ihrem Weltbild keineswegs identifiziere.

      So viel zu den echten Türken. Die sog. Deutschtürken dagegen sind überwiegend eine ganz andere Hausnummer: aggressiver, verblendeter, ohne jede Spur von der typisch türkischen Frommheit (ja, die gibt es). Dass in Deutschland prozentual gesehen deutlich mehr Erdowahn-Wähler leben als in der Türkei, haben wir eindrucksvoll erleben dürfen.

      Aber auch hier muss man differenzieren: die Deutschtürken sind keine „eigene Spezies“, sondern die Konsequenz von der verheerenden Unfähigkeit Deutschlands, wirklich fremde Kulturen zu integrieren (Spanier, Ukrainer oder Polen etc. sind nicht kulturfremd).

      Skurrilerweise investiert Deutschland das mit Abstand meiste Geld in die Integration, um krachend zu scheitern. Für mich ist es vergleichbar mit einer Konstellation, in der der FC Bayern den Pep als Trainer zurückholt, dazu Messi und Ramos, um dann am Ende der Saison auf einem direkten Abstiegsplatz zu landen oder in der Relegation 1:7 gegen Hamburg zu verlieren.

      2. Dass eine Front gegen den wachsenden islamischen Fanatismus vonnöten ist, steht außer Frage. Aber welche „Frontländer“ Sie da vorschlagen, kann ich nicht nachvollziehen… Ich kann Ihnen einen kurzen Blick auf die Karte ans Herz legen: Slowenien ist gefühlt so groß wie der Großraum Istanbul und hat fünfmal weniger Bevölkerung als die besagte Stadt. Und auch geografisch ist das Land eher Österreich zuzuordnen als dem Balkan. Kroatien kann man erst ins Spiel bringen, wenn es um die Albaner geht. Griechenland ist jetzt schon Stammkunde bei einschlägigen deutschen Rüstungsfirmen :-) Die Hellenen wissen Bescheid ;-) Aber werfen Sie einfach selber einen Blick auf die Karte und dann erkennen Sie, welche Länder sinnvollerweise noch oder eher zu nennen sind.

      3. Und dass der Islam dem Faschismus ähnelt ist natürlich falsch. Es ist nämlich umgekehrt :-) Denn der Islam war zuerst da, auch wenn viel später als die anderen bedeutenden Religionen.

      Grüße und alles Gute

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    Petkov

    10. Oktober 2018 06:54 at 06:54

    Noch eine Frage: woran machen Sie fest, dass der EU und den USA die „Gefährlichkeit“ des türkischen Regimes (nicht der Türken selbst) aufgefallen ist? Meines Wissens sind die Amis weit davon entfernt, die türkische NATO-Mitgliedschaft in Frage zu stellen. Was ich übrigens bei der zahlenmäßig mit Abstand stärksten Armee Europas nicht ohne Weiteres empfehlen würde.

    Und die EU? Da hat die merkel mit ihrem luxemburgischen Taschenhund in einem entsetzlichen Alleingang entschieden, den türkischen Diktator regelmäßig mit über 5 Milliarden€ zusätzlich zu unterstützen. Damit er sich in seiner unendlichen Güte grundsätzlich bereit erklärt, bei der Lösung eines Problems bissle mitzuwirken, das die merkel selbst durch ihre obergrenzenlosen Naivität, Starrsinn und Kurzsichtigkeit groß werden ließ.

    Der aktuelle Umgang Europas mit Erdowahn ist viel gefährlicher als der Diktator selbst. Das dilettantische Auftreten der EU führt zu einer Radikalisierung der Türken, da der Neo-Osmane leichtes Spiel hat, seinen Untertanen zu vertickern, dass die Europäer und Amerikaner an allem schuld sind, aber Allah und vor allem der Sultan selbst werden sich schon um alles kümmern. Man muss ja nur zusammenhalten und vertrauen.

    Es ist Verpflichtung der ganzen westlichen Welt das große Friedenswerk weiterzuführen, das Mustafa Atatürk angefangen hat. Ein Ding der Unmöglichkeit in einem Europa, das von der machtbesessenen Kommunistin merkel und dem Alkoholiker Juncker geführt wird.

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    md

    10. Oktober 2018 12:30 at 12:30

    jetzt möchte ich mal meine ansicht hier kund tuen. eine ansicht welcher aus einem ganz anderen blickwinkel ist und welcher jeder mal vor augen halten sollte.
    wir reden hier oft von integrationsunwilligen türken oder wie gern wir den erdowahn haben. aber mal ehrlich – wer hat mitsxhuld an dieser situation.
    ich fang mal von ganz vorne an. unsere väter sind in den 60-70 ern nach deutschland gekommen. haben gearbeitet und später sind ihre familien nach deutschland gekommen, kinder sind in deutschland geboren. später wurden glaubengäuser eröffnet in welcher wir unseren glauben leben konnten und ein miteinander stattfand. unsere kinder gingen in schulen und haben berufe erlernt usw usw.
    jetzt zum thema, vor ca. 30 jahren kamen die asylanten ( kurdische asylanten aus der türkei) diese wurden gefördert. ihre kinder welche hier geboren sind, welche die hauptschule noch nicht beendet haben bekamen stipendien und sind jetzt architekten, ingenieure, politiker usw usw. sie sind gepusht worden. und auf einmal werden wir türken seit ca 15 jahren von den grünen hauptsächlich, linken und den anderen parteien als integrationsunfreundlich angegriffen. vorzeige ausländer sind ehemalige asylanten aus der türkei. angegriffen werden wir auch teils von politikern mit asylantenhintergrund.
    die türken und kurden wurden, von den meistens grünen politikern, gegenüber gestellt und politisch mißbraucht. man bedenke auf der einen seite türken die seit 60 jahren in deutschland sind, ihre kinder unter gleichen vorraussetzungen wie deutsxhe kinder oder italienische kinder dem schulischen wettbewerb standen und kurdische asylanten welche seit ca 30 jahren in deutschland sind, von sozi unterstützt worden, ihre kinder gepusht worden sind.
    diese mißstände haben wir türken schon erkannt, wie wir links liegen gelassen wurden sogar verbalen angriffen ausgestzt. bei uns war eine gleitende integration über jahre ohne irgendeine unterstützung, alleine von der selbstverständlichkeit sich anzupassen welche auch erfolgreich war gegeben.
    die mißstände wurden aber von einem anderen erkannt, ganz genau von dem erdogahn. er hat gesehen und gehandelt und die leeren herzen der türken erobert. und wer ist jetzt schuld an der situation.
    und noch etwas. wir türken in deutschland sind keine fundamentalisten. die einzigsten die sich geändert haben sind die deutschen. meine beobachtung der letzten 40 jahre bestätigt meine ansicht. was waren wir was ist aus dem deutschen volk geworden. die veränderungen sind gravierend bis hin zu gesellschaftsschädigend. und da hat noch nicht mal ein ausländer oder asylant mitschuld.
    ich belasse es mal mit dem geschriebenen und hoffe das ich nicht falsch verstanden werde.

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      Andreas

      10. Oktober 2018 13:02 at 13:02

      @md

      Ja muss ihnen besonders beim letzten Abschnitt zustimmen: Geändert haben sich in den letzten 2 Jahrzehnten besonders die Deutschen und nicht zum Guten.
      Die Deutschtürken haben ihre Mentalität, ihre Traditionen beibehalten.
      Die Ungarn waren vor 20 Jahren genauso wie auch heutzutage.
      Die Russlandsdeutschen sind ihrer Kultur ebenfalls treu geblieben.

      Die Deutschen sind leider einfach meist nur noch meinungslose Schuhabputzer der Elite, ihrer eigenen Kultur fremd geworden, vereinsamt und dekadent.
      Allein schon die Vorstellung seine eigenen Eltern in irgendwelche Pflegeeinrichtungen abzugeben, käme bei uns nicht in Frage. Auch hier sieht man wie die Deutschtürken als ganze Familie zusammenhalten, ich persönlich kenne zumindest keine Russen und keine Türken die ihre Eltern in diese Einrichtungen abliefern.

  6. Avatar

    Martin1

    11. Oktober 2018 15:03 at 15:03

    Preise zu fixieren ist nicht nur Planwirtschaft, sondern führt zu Deflation! :-(((
    Das Geld wird quasi mehr wert, aber der Händler müsste für die gleiche Menge Geld mehr Ware liefern.
    Wer fängt seine gestiegenen Kosten auf?
    Folge: Es wird nichts mehr angeboten.

    Das hatten wir 1937 schon mal. Nix gelernt!
    Erdogan hat echt nur Stroh im Kopf.

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Inflation, Bitcoin, Aktien: Beck gegen Marc Friedrich

Markus Fugmann

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Kommt bald die Inflation – und was wird mit Aktien oder Bitcoin passieren? Bedeutet Inflation gleichzeitig, dass Bitcoin und Aktien und auch Rohstoffe steigen werden?

Bitcoin, Aktien und Inflation – was wird passieren?

Derzeit gehen fast alle davon aus, dass die Inflation anziehen wird: mit dem Impfstoff werde sich das Corona-Problem erledigen, woraufhin die Nachfrae anziehen werde, was dann wiederum Inflation mit sich bringe (der Reflations-Trade). Diese Inflation zeigt sich bereits bei den Asset-Preisen vor allem bei Immobilien, mit gewissen Abstrichen auch bei Aktien (vor allem aus dem US-Tech-Sektor). Sind Aktien inzwischen zu teuer?

Der Potzfolioverwalter Andreas Beck bringt die Dinge in einem Interview mit Marc Friedrich in Relation: er hält Immobilien für zu teuer (aufgrund des demografischen Wandels – der ab dem Jahr 2025 kippen wird), bei Aktien sei das „Glas halbvoll“ – während er Bitcoin für eine „Thema-Verfehlung“ hält („Bitcoin ist ein Anrecht für nichts auf niemanden“) und dabei auf eine russische Firma verweist, die dafür ein Muster gegeben hat (was für den Bitcoin-Gläubigen Marc Friedrich schwer zu ertragen ist!). Andreas Beck gegen Marc Friedrich – wer hier die besseren Argumente hat, könne Sie entscheiden. So sagt Andreas Beck zu Bitcoin: „Was nichts ist, kann nicht knapp sein“ – und demaskiert damit das Argument der Bitcoin-Jünger!

 

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Inflation, Aktien und Bitcoin - Marc Friedrich gegen Andreas Beck

 

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Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlen? EU-Urteil liegt vor – mit erstaunlicher Begründung

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Scheine Euro Bargeld

Darf der deutsche Michel darauf bestehen, dass er seinen Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlt, und nicht per Banküberweisung oder Lastschrift? Deswegen war der Wirtschaftsexperte und Journalist Norbert Häring durch alle Instanzen gegangen, und landete vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Seine Klage basierte auf dem Bundesbankgesetz, welches Bargeld als uneingeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel ansieht – womit impliziert werden könnte, dass alle öffentlichen Einrichtungen gezwungen sind Zahlungen in bar zu akzeptieren.

Panische Angst vor Zahlung mit Bargeld?

Aber es ist klar. Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten wehren sich mit allen Mitteln gegen die Bargeldzahlung. Man stelle sich vor hunderttausende unzufriedene Gebührenzahler würden von diesem Recht Gebrauch machen, und bei den Anstalten vor Ort mit 1 Cent Münzen zahlen, aus Protest. Der Verwaltungsaufwand wäre gigantisch. Und jetzt wird es spannend. Der Europäische Gerichtshof hat heute sein Urteil gefällt (hier im Wortlaut nachzulesen). Gleich die Headline zeigt die erstaunliche Argumentation der Richter. Sie argumentieren nämlich nicht mit Inhalten, sondern begründen ihr Urteil damit, ob die Auswirkungen für die betroffenen Einrichtungen (ARD und ZDF) verwaltungstechnisch umsetzbar sind. Zitat EuGH:

Ein Mitgliedstaat des Euro-Währungsgebiets kann seine Verwaltung zur Annahme von Barzahlungen verpflichten, aber er kann diese Zahlungsmöglichkeit auch aus Gründen des öffentlichen Interesses beschränken. Eine solche Beschränkung kann insbesondere gerechtfertigt sein, wenn die Barzahlung aufgrund der sehr großen Zahl der Zahlungspflichtigen zu unangemessenen Kosten für die Verwaltung führen kann.

Also: Das EU-Gericht verweist die letztliche Entscheidung zurück an den Bundesgerichtshof. Aber der erhält von den EU-Richtern de facto eine Vorlage für eine Entscheidung gegen die Zahlung mit Bargeld. Nämlich in dem man sagt: Bei potenziell hunderttausenden oder Millionen Barzahlern des Rundfunkbeitrags werden die Verwaltungskosten derart hoch sein, dass dies zu ernsthaften Problemen für die Rundfunkanstalten führt. Daher wäre es angemessen für Deutschland ein Barzahlungsverbot auszusprechen. So darf man den zweiten Satz aus der Headline-Aussage des Urteils interpretieren. Und man darf vermuten, dass die deutschen Richter diesen Hinweis auch genau so aufnehmen und in ihr Urteil einfließen lassen werden. Also wird es (vermutlich) keine wirklich inhaltliche Begründung für die bevorstehende Ablehnung der Bargeldzahlung in Deutschland geben, sondern nur eine verwaltungstechnische. Das ist ziemlich armselig, so möchte ich es ausdrücken!

Der Klageführer Norbert Häring hat dazu vor wenigen Minuten seinen eigenen Kommentar veröffentlicht (hier nachzulesen). Die Richtung der deutschen Richter dürfte klar sein. Reihenweise könnten Beitragszahler auf Barzahlung bestehen, also wäre der Verwaltungsaufwand für ARD und ZDF bei nur 17,50 Euro pro Beitragszahler nicht mehr verhältnismäßig. Man kann das endgültige Urteil der deutschen Richter schon Monate im Voraus am Horizont sehen, bevor es ausgesprochen wurde. Hier auszugsweise im Wortlaut aus dem heutigen EuGH-Urteil die wohl wichtigsten Aussagen:

In einem zweiten Schritt stellt der Gerichtshof fest, dass der Status der Euro-Banknoten und -Münzen als gesetzliches Zahlungsmittel zwar grundsätzlich eine Verpflichtung zur Annahme dieser Banknoten und Münzen impliziert, diese Verpflichtung aber von den Mitgliedstaaten grundsätzlich aus Gründen des öffentlichen Interesses eingeschränkt werden kann, vorausgesetzt, dass diese
Einschränkungen im Hinblick auf das verfolgte Ziel von öffentlichem Interesse verhältnismäßig sind, was u. a. bedeutet, dass andere rechtliche Mittel für die Begleichung von Geldschulden verfügbar sein müssen.

Insoweit weist der Gerichtshof darauf hin, dass es im öffentlichen Interesse liegt, dass die Begleichung von Geldschulden gegenüber öffentlichen Stellen dergestalt erfolgen kann, dass diesen keine unangemessenen Kosten entstehen, die sie daran hindern würden, ihre Leistungen kostengünstiger zu erbringen. Daher kann der Grund des öffentlichen Interesses, der sich aus der Notwendigkeit ergibt, die Erfüllung einer hoheitlich auferlegten Geldleistungspflicht zu gewährleisten, eine Beschränkung der Barzahlungen rechtfertigen, insbesondere, wenn die Zahl der Beitragspflichtigen, bei denen die Forderungen einzutreiben sind, sehr hoch ist.

Es ist jedoch Sache des Bundesverwaltungsgerichts, zu prüfen, ob eine solche Beschränkung im Hinblick auf das Ziel des tatsächlichen Einzugs des Rundfunkbeitrags verhältnismäßig ist, insbesondere in Anbetracht dessen, dass die anderen rechtlichen Zahlungsmittel möglicherweise nicht allen beitragspflichtigen Personen leicht zugänglich sind.

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Exporte koppeln sich ab vom Lockdown-Pessimismus

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

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Hamburger Hafen

Man hört es dieser Tage öfter, und es ist auch logisch nachvollziehbar. Der zweite deutlich längere Corona-Lockdown sorgt für eine Abwärts-Revision bei der Erwartung für die deutsche Wirtschaftsleistung (siehe hier neue Prognose von Seiten der Bundesregierung). Immer mehr Unternehmen und Kleinst-Unternehmer aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Urlaub werden wohl den Bach runtergehen. Aber gleichzeitig läuft die deutsche Industrie sowie Exportwirtschaft auf Hochtouren. Die folgende Grafik zeigt seit dem Jahr 2014 die Erwartungen an die deutschen Exporte aufgrund von heute veröffentlichten Daten des ifo-Instituts.

Noch vor der Krise bei einem Wert von 0, liegen die Erwartungen für die deutschen Exporte aktuell bei +6 Punkten, nach +1,9 Punkten im Dezember. Das ist der beste Wert seit Oktober. Klarheit beim Brexit und der US-Präsidentschaft, eine robuste Industriekonjunktur
und der weltweite Impfstart führten laut ifo-Institut zu einem vorsichtigen Optimismus in der deutschen Exportwirtschaft. Deutliche Zuwächse beim Export würden die Hersteller von Computern und elektrischen Ausrüstungen erwarten. Auch die Unternehmen aus dem Bereich des Maschinenbaus und der Chemischen Industrie blicken zuversichtlich auf ihre künftigen Exporte. Bei den Herstellern von Nahrung und Getränken haben sich die Erwartungen deutlich erholt. Gegenwärtig gehen sie von einem konstanten Exportgeschäft aus. Schwierig bleibt laut ifo der Auslandsmarkt für die Bekleidungsindustrie. Auch die Möbelhersteller gehen von rückläufigen Auslandsumsätzen aus.

Grafik zeigt Erwartungen an deutsche Exporte seit dem Jahr 2014

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