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Venezuela: Für Merkel ist Maduro nicht mehr Präsident – dreiste Einmischung? Ansichtssache?

Redaktion

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Angela Merkel, Macron und Trump wünschen sich, dass in Venezuela der (nicht mehr legitimierte?) Präsident Maduro Platz macht, und dass nun Parlamentspräsident Guaido das Ruder übernimmt. Laut aktueller Veröffentlichung von Merkels Regierungssprecher Steffen Seibert sei Guaido nach deutscher Sicht nun der legitime Präsident, und solle Neuwahlen einleiten. Hier das aktuelle Zitat sowie die dazu gehörige Grafik der Bundesregierung:

Kanzlerin #Merkel zu #Venezuela: Juan Guaidó ist aus deutscher Sicht der legitime Interimspräsident für die Aufgabe, einen Wahlprozess zu initiieren. Wir hoffen, dass sich dieser Prozess möglichst kurz und friedlich gestaltet.

Venezuela Merkel

Venezuela hat einen neuen Präsidenten?

Das ist schon ein starkes Stück. Macht Mutti jetzt Innenpolitik in Südamerika? Was ist hier los? Wann hat sich Deutschland in den letzten Jahrzehnten jemals so offensiv im Ausland in die Innenpolitik eines souveränen Staates eingemischt? Ob Präsident Maduro noch formaljuristisch der legitime Präsident ist, oder ob inzwischen der Parlamentspräsident Guaido übernehmen muss oder soll – ist das eine Frage, die Frau Merkel zu entscheiden hat? Ist das nicht eher eine rein innenpolitische Frage in Venezuela?

Und falls es doch richtig sein sollte, dass Merkel sich hier einmischen dürfte….. dann wird man doch wohl fragen dürfen, warum sie nicht schon längst für dutzende Länder in Afrika oder dem Nahen Osten öffentlichkeitswirksam ähnliche Ratschläge kundgetan hat. Warum hat sie dies nie getan, tut es jetzt aber so offensiv im Fall Venezuela?

Aus dem Auswärtigen Amt hört man aktuell, man bedauere, dass Maduro der Aufforderung der EU nicht nachgekommen sei, freie Wahlen einzuleiten. Auch dies ist eine erstaunliche Aussage. Eine ausländische Regierung kann oder darf Venezuela einfach so vorschreiben, dass es Wahlen durchzuführen hat, und dazu auch noch, bis wann diese Wahlen durchzuführen sind? Diese aktive Einmischung in die Innenpolitik von Venezuela ist schon mehr als dreist und merkwürdig.

Alles reine Ansichtssache?

Dabei wollen wir als Kommentatoren und Beobachter uns keinesfalls auf die Seite von Präsident Maduro stellen. Uns fällt nur diese massive Einmischung in die Innenpolitik eines fernen Landes auf. Es ist ja nicht so, dass Venezuela auf dem Balkan liegt, wo sich Europa aufgrund der geographischen Nähe in den 90er-Jahren aus nachvollziehbaren Gründen engagierte. Hat Donald Trump in Europa Druck gemacht in Sachen Venezuela? Bekommen Merkel und Macron und/oder die EU dafür etwas als Gegenleistung? Den Wegfall der US-Stahlzölle für EU-Produzenten zum Beispiel? Tja, nichts Genaues weiß man nicht.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez sagt heute in Madrid übrigens völlig richtig, dass das venezolanische Volk selbst über seine Zukunft entscheiden müsse. Genau so ist es. Nur warum fühlt sich Europa dazu berufen hierbei eine „lenkende“ Rolle zu spielen? Sollte nicht gerade Deutschland (!) das Prinzip der Nichteinmischung in fremde Angelegenheiten hoch halten? Oder haben bei FMW wir externe Beobachter in diesem Punkt nur eine viel zu verzerrte Sichtweise? Dann bitten wir natürlich vielmals um Entschuldigung…

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    leftutti

    4. Februar 2019 16:30 at 16:30

    Aus dem Auswärtigen Amt hört man aktuell, man bedauere, dass Maduro der Aufforderung der EU nicht nachgekommen sei, freie Wahlen einzuleiten.

    Ich hoffe, „man“ bedauert auch, dass Trump dem Wunsch nach freien und nicht manipulierten Wahlen nicht nachgekommen sei?!

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      tm

      4. Februar 2019 16:40 at 16:40

      Naja, Sie können der Bundesregierung nun wirklich nicht vorwerfen, von Trump begeistert zu sein. Aber abgesehen davon, dürfte unstrittig sein, dass Trump demokratisch legitimiert ist und Maduro eben nicht – oder sehen Sie das anders?

      • Avatar

        leftutti

        4. Februar 2019 16:58 at 16:58

        Naja, erstens einmal werfe ich der Bundesregierung gar nichts vor, was deren Begeisterung für Trump angeht. Und ja, sollte sich bewahrheiten, dass die Wahlen manipuliert und es dabei illegale, strafbare Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und russischen Offiziellen zu Gunsten der Republikaner gab, können Sie es dem einen oder anderen nicht vorwerfen, wenn er an der demokratischen Legitimierung leise Zweifel hegt – oder sehen Sie das anders?

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          tm

          4. Februar 2019 17:06 at 17:06

          :-) ne, sollte sich das so herausstellen wie Sie schreiben, sollte es möglicherweise auch in den USA Neuwahlen geben. Je schnelelr Trump nicht mehr Präsident ist, desto besser.

          Aber halten Sie Maduro nun für demokratisch legitimiert oder nicht?

          Aber mal grundsätzlich: Missverstehe ich Sie regelmäßig so sehr? Aus der Frage (mit ausrufezeichen) im Posting oben hab ich durchaus herausgelesen, dass Sie der Bundeesregierung vorwerfen, sich nicht genügend gegen Trump positioniert zu haben. Wenn nicht das, was wollen Sie damit sonst ausdrücken?

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            leftutti

            4. Februar 2019 18:02 at 18:02

            Ich persönlich halte Maduro nicht für demokratisch legitimiert.

            Was die Vorwürfe und bisherigen Erkenntnisse zu dem Manipulationen der US-Wahlen 2016 angeht, hätte ich mir eine Stellungnahme der Bundesregierung gewünscht, dass man derartige Unregelmäßigkeiten bei freien Wahlen bedauere, gerade in dem Land, das als der globale Demokratieprimus gilt.

            Oder man schweigt gleich ganz, dann aber zu jedem Land und jeder Regierung.

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    tm

    4. Februar 2019 16:34 at 16:34

    „Ob Präsident Maduro noch formaljuristisch der legitime Präsident ist, oder ob inzwischen der Parlamentspräsident Guaido übernehmen muss oder soll – ist das eine Frage, die Frau Merkel zu entscheiden hat? Ist das nicht eher eine rein innenpolitische Frage in Venezuela?“

    Und wer entscheidet das „formaljuristisch“ in Venezuela? Offenbar hat Maduro aus dem Land eine Diktatur gemacht, die letzte Wahl war nicht legitim. Meinetwegen kann man das auch anders sehen, aber Maduro weiter anzuerkennen ist dann genauso eine Einmischung, nur eben zugunsten von Maduro.

    Letztlich haben die Bundesregierung und andere europäische Regierungen Neuwahlen gefordert, damit das venezulansiche Volk entscheiden kann und Maduro ignoriert dies.

    Also wenn die westlichen Regierungen mit Diktatoren zusammenarbeiten, ist es falsch – stellen Sie sich gegen die Diktatoren aber auch. Was stört die FMW denn an der Forderung nach demokratischen Neuwahlen?

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      Finanzboulevard

      4. Februar 2019 20:46 at 20:46

      Warum war die Wahl nicht legitim? Sie haben ja bestimmt objektive Quellen dazu.

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        Prof. Dr. Donald Marx

        4. Februar 2019 23:21 at 23:21

        @Finazboulevard, die Frage nach der Legitimation sog. demokratischer Wahlen erfährt seit Eintritt ins dritte Jahrtausend nach Christi Geburt eine Renaissance, also 2500 Jahre nach ihrer Erfindung und Einführung. Und zwar nicht nur bei demokratisch zweifelhaften Machtsystemen, sondern im Gegenteil gerade auch bei den Gesellschaftsformen, denen wir allgemein und gerne unreflektiert den Status der reinen Demokratie zuschreiben.

        Was bedeutet demokratisch legitimiert eigentlich? Im Prinzip folgt der Begriff der Idee, dass „sich eine wichtige Legitimationstheorie der Demokratie auf das Ideal einer „Volksherrschaft“ gründet, die auf der Zustimmung und Mitwirkung der Mehrheit der Bürger beruhen solle“.

        Leider wird der Begriff der freiheitlichen Demokratie nur allzu oft mit uneingeschränkter individueller Freiheit für Teilnehmer an globalen (Finanz)Märkten verwechselt. Je reicher ein Land, desto freier, desto demokratischer, desto unantastbarer erscheint es uns.
        Ist ein Land oder dessen Machthaber bereits demokratisch legitimiert, weil es/er der Mehrheit der globalen Finanz- und Wirtschaftsinteressen ins Konzept passt?
        Oder sollten gerade reiche Länder zumindest alle 4 Wahljahre am Anschein von Demokratie arbeiten? Die wirtschaftliche und militärische Kraft dieser Länder sollte in der öffentlichen Meinungsbildung zumindest nicht von defekten und umstrittenen oder ungenauen Wahlmaschinen ablenken, oder von einem Demokratieverständnis, das es ermöglicht, dass ein Kandidat trotz landesweit eindeutiger Stimmen-Minderheit zum demokratisch gewählten Sieger erklärt wird.

        Hier ein paar kleine Beispiele für ein demokratisch legitimiertes High-Tec-Land, das regelmäßig nicht in der Lage ist, zumindest die Wählerstimmen korrekt und eindeutig auszuzählen:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sidentschaftswahl_in_den_Vereinigten_Staaten_2000
        https://www.welt.de/print/wams/kultur/article10778942/Die-Wahl-die-nicht-enden-wollte.html
        https://www.heise.de/newsticker/meldung/Nachgezaehlt-Al-Gore-haette-die-US-Praesidentschaftswahl-gewonnen-53099.html
        https://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/wahlchaos-in-florida-erinnerungen-an-bush-gegen-gore-15887538.html

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    Columbo

    4. Februar 2019 17:44 at 17:44

    Dieses scheinheilige Getue! Venezuela hat Öl, aber keine Atomwaffen. Da mischt man sich gerne ein, aber nicht wegen der armen Leute.
    Nordkorea hat kein Öl, aber Atomwaffen. Da läßt man es lieber.

    • Avatar

      Michael

      4. Februar 2019 21:48 at 21:48

      @Columbo, genau: Siehe auch Afrika, wer brav und kooperativ und billig Öl und/oder andere Rohstoffe fördert und exportiert, darf jahrzehntelang Diktator oder Ausbeuter sein, ohne dass man sich in innenpolitische Belange einmischt. Ein paar Beispiele:
      Äquatorialguinea
      Angola
      (sog.) Demokratische Republik Kongo
      Kamerun
      Simbabwe
      Swasiland
      Tschad

      @tm, sind deren Herrscher demokratisch legitimiert oder nicht? Was stört die FMW denn an der Forderung nach demokratischen Neuwahlen? Ich kenne zwar nicht die Meinung der FMW, lese aber aus dem Artikel ganz klar die Frage nach dem fehlenden Interesse westlicher Regierungen seit teilweise 40 Jahren an der Forderung nach demokratischen Neuwahlen bei solchen Staaten heraus, das Messen mit zweierlei Maßstäben.
      Und vor allem ist da schon wieder Ihre perfide und eigentlich völlig unlogische Taktik der rhetorisch-suggestiven Gegenfrage, die alles Gesagte ins Gegenteil verkehren soll: Die FMW hat lediglich nach der Verhältnismäßigkeit und Vergleichbarkeit gefragt. Die eigentliche Frage müsste eigentlich lauten: Stört es Caesar Stochasticus Maximus nicht, dass westliche Regierungen äußerst selektiv, punktuell und interessenbasiert Forderungen nach demokratischen Neuwahlen stellen, während sie gleichzeitig jahrzehntelang zu vergleichbaren Themen bei den innenpolitischen Angelegenheiten anderer Staaten schweigen?

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    Terence B. Pickens

    4. Februar 2019 18:11 at 18:11

    Am 3.2.’19 sendete der spanische Privat-TV-Sender La Sexta ein 2 Tage vorher in Venezuela aufgezeichnetes Interview mit Nicolás Maduro. Der Investigativ-Journalist Jordi Évole fragte Maduro, was er von dem jungen Burschen halte, der sich zum Päsidenten ernannt habe. „Ein Clown, dessen Akt die konstitutionelle Basis fehlt . . .“ Sollte das Militär putschen, sind etwa 50.000 Milizionäre bereit, mit Zugang zu Waffen, zu kämpfen. Maduro sagte Trump voraus, bei einer
    US-Intervention werden er und das Weiße Haus Blut an den Händen haben. Maduro nannte Trump den „yanqui“ des Imperiums aus dem 20. Jahrhundert. Als Évole sein Mobiltelefon vorlegte um den jungen Präsidenten anzurufen, winkte Maduro ab, er habe nichts mit dem „payaso“ zu besprechen

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    Tino

    4. Februar 2019 20:31 at 20:31

    Kurzer aber sicher zutreffend.

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    Bundessuperminister für wirtschaftliche Entwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

    4. Februar 2019 20:31 at 20:31

    Juan Guaidó ist aus deutscher Sicht der legitime Interimspräsident für die Aufgabe, einen Wahlprozess zu initiieren.
    Das ist ohne Zweifel unglücklich und missverständlich formuliert und lediglich den millionenschweren Expertisen externer Berater geschuldet. Wir bedauern, dass unsere Vorstandsvorsitzende und Mutti Kanzlerin versäumt hat, sich vor der Veröffentlichung solch bedeutender Statements mit unserem Resort abzustimmen. (Im Vertrauen gesagt, munkeln wir GroKo-intern schon länger, dass auch sie sich dem Einfluss hochbezahlter externer Berater und Interessengruppen schon länger nicht weiter entziehen will oder kann, da ihr Machtzyklus sich, einem sterbenden Stern gleich, dem Ende zuneigt. Ein letztes Aufblähen zum christlich-erdöl-schwarzen Riesen, verbunden mit heftigen und unvorhersehbaren verbalen Eruptionen, danach die Implosion zum extrem dichten grünen Zwergenkern, bevor letztendlich alles in einer blau-braunen Supernova mit großem Krach und Spektakel zur Bedeutungslosigkeit pulverisiert wird).
    Doch schweife ich, meiner Funktion adäquat und inhärent, vom Thema ab. Was Mutti und somit wir alle als Vertreter der Meinung und des Willens des Deutschen Volkes damit eigentlich sagen wollten:
    Juan Guaidó ist aus Sicht des gesamten Deutschen Volkes und im Sinne der deutschen Volks- und Energiewirtschaft der legitime Präsident von Venezuela. Die Situation kann und darf in diesem Zusammenhang nicht mit der Situation afrikanischer Länder verglichen werden.

  7. Avatar

    HeMe

    5. Februar 2019 10:56 at 10:56

    Warum kam solch ein Statement der BR denn nicht bei Puigdemont in Katalonien?

    Was ist die eigentl. Ursache, dass es der Bevölkerung in Venzuelea unter Maduro so schlecht geht?

    Diktaturen lassen sich von der Diktatur der Geldes leider nicht so gut ausbeuten. Und deswegen soll Venezuela auch ganz schnell wieder das Geld regieren…

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      Terence B. Pickens

      5. Februar 2019 13:18 at 13:18

      Im Falle Puigdemont substantiiert die EU Spaniens Standpunkt, wonach eine Sezession Kataloniens mit der spanischen Konstitution inkompatibel ist. Am 3.2.’19 sendete das spanische Privat-TV La Sexta ein 2 Tage vorher aufgenommenes Interview mit Präsident Maduro. Dieser führte die prekäre Wirtschaftslage des Landes einerseits auf die einige Jahre zurückliegende internationale Ölkrise und unvorteilhafte Investitionsplanung seiner Regierung zurück, wofür er die volle Verantwortung übernimmt. Andererseits ist die desolate Lage im Lande auf US-Wirtschaftssanktionen zurückzuführen; eine „Retourkutsche“ für den mißlungenen Putschversuch der Amis am 11.4.2002. Damals initiierten aus der US-Botschaft US-Militärs & CIA-Aenten die Verhaftng von Präsident Hugo Chávez durch gedungene, venezolanische Offiziere. Der als Übergangspräsident, eine US-Marionette, eingesetzte Pedro Carmona wurde sofort von Washington und Spaniens Regierung unter Präsident José María Aznar – genannt „perrito yanqui“ – diplomatisch anerkannt. Nach 48 Stunden brach der Putsch zusammen und Carmona floh in die USA. Den Funkkontakt wickelten die Putschisten über vor der Küste ankernde Schiffe der US Navy ab. Daraufhin stationierten die Amis im Nachbarland Kolumbien ein Kontingent Soldaten, die jetzt in Venezuela intervenieren könnten, „zur Aufrechterhaltung von Demokratie & Freiheit . . .“ Die Pläne liegen auf Trumps Schreibtisch . . .

  8. Avatar

    Terence B. Pickens

    5. Februar 2019 12:43 at 12:43

    Im Falle Puigdemont substantiiert die EU Spaniens Standpunkt, wonach die Verfassung keine Sezession Kataloniens gestattet. Bei Venezuela gerieren sich die EU-Claqueure zu Kolonialismushelfern des Yanqui-Imperiums. Grund der prekären Situation in Venezuela ? In dem am 3.2.’19 vom spanischen Privat-TV La Sexta ausgestrahlten, 2 Tage vorher aufgenommenen Interview mit Präsident Maduro erklärte dieser, daß die einige Jahre zurückliegende internationale Ölkrise und regierungsseitliche Falschplanung einerseits für die desolate Lage im Lande verantwortlich seien. Andererseits hätten die US-Sanktionen dem Land den Rest gegeben; eine Retourkutsche des von den Amis am 11.4.2002 aus der US-Botschaft in Caracas von US Militärs & CIA-Agenten initiierten, fehlgeschlagenen Putschversuchs gegen den Ex-Präsidenten Hugo Chávez, der von venezolanischen Offizieren verhaftet worden war. Nach 48 Stunden brach der Putsch zusammen. Der bereits von den USA und Spaniens Regierung unter Präsident José María Aznar – genannt „perrito yanqui“ – diplomatisch anerkannte US-Marionettenpräsident Pedro Carmona, floh in die USA. Den Funkkontakt wickelten die Putschisten über vor der Küste ankernde Schiffe der US Navy ab. Daraufhin stationierten die Amis im Nachbarland Kolumbien ein Kontingent Truppen, die jetzt in Venezuela intervenieren könnten . . .Der Plan dazu liegt auf Trumps Schreibtisch !!

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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