Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Noch schwächer als gedacht – Hilflosigkeit der EZB

Die Verbraucherpreise für die Eurozone für den Monat September wurden soeben in ihrer endgültigen Fassung veröffentlicht. Sie steigen im Jahresvergleich um 0,8%. Die Vorabmeldung, die normalerweise korrekte Daten liefert, brachte vor zwei Wochen eine Steigerung von 0,9%. Also sinkt die Steigerungsrate von August auf September von 1,0% auf tatsächlich sogar 0,8%. Es geht also immer weiter bergab. Und die neuen Stimulus-Maßnahmen der EZB starten ja erst im November. Madame Lagarde, möchten Sie gleich zum Amtsantritt nochmal einen drauf legen, mit vielleicht noch mehr Anleihekäufen, noch tieferen Zinsen?

Die folgende aktuelle Grafik zeigt die Details. Die Verbraucherpreise für Energie (stark gefallener Ölpreis) reißen den Gesamtschnitt immer weiter nach unten. Energiepreise sind nämlich im September im Jahresvergleich um 1,8% rückläufig nach -0,6% im August und noch sagenhaften +9,6% vor einem Jahr! Lebensmittel halten den Schnitt hoch mit +1,6% im September. Auch Dienstleistungen liegen mit 1,5% über dem Schnitt. Einmal mehr zeigen die aktuellen Zahlen: Nicht die EZB mit ihrer Geldpolitik beeinflusst die Verbraucherpreise, sondern Energiepreise wie Öl, Gas, Strom. Hier weitere Details von Eurostat im Wortlaut:

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Zypern (-0,5%), Portugal (-0,3%), Griechenland, Spanien und Italien (alle 0,2%) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Rumänien (3,5%), der Slowakei (3,0%) und Ungarn (2,9%) gemessen. Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in zwanzig Mitgliedstaaten zurück, blieb in fünf unverändert und stieg in zwei an. Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Dienstleistungen (+0,66 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,29 Pp.), Industriegütern ohne Energie (+0,06 Pp.) sowie Energie (-0,18 Pp.).

Verbraucherpreise Eurozone September



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