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Weltbank warnt vor Finanzkrise durch größten Schuldenzuwachs seit 50 Jahren

Claudio Kummerfeld

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am

Die Weltbank senkt in ihrer aktuellen Veröffentlichung die globalen Wachstumsaussichten. Darüber berichten heute auch diverse Medien, Land auf, Land ab. Was aber kaum Beachtung findet: Etwas weiter unten im Text der Weltbank-Publikation findet sich ein eher unscheinbarer Absatz mit dem Titel „The Fourth Wave: Recent Debt Buildup in Emerging and Developing Economies“ (hier dazu die zweiseitige Analyse). Kurz und knapp: Es geht darum, dass die Weltbank vor der nächsten großen Finanzkrise warnt. Denn, so sagt die Weltbank, es habe in den letzten 50 Jahren vier Wellen der Schuldenakkumulation gegeben. Die jüngste Welle, die 2010 begann, habe den größten, schnellsten und breitesten Schuldenanstieg unter den vier Wellen erlebt. Während das derzeit niedrige Zinsniveau einige der mit der hohen Verschuldung verbundenen Risiken mildere, hätten frühere Wellen einer breit angelegten Schuldenakkumulation mit weit verbreiteten Finanzkrisen geendet.

Zu den politischen Optionen zur Verringerung der Wahrscheinlichkeit von Krisen und zur Minderung ihrer Auswirkungen im Falle ihres Eintretens gehöre der Aufbau eines robusten monetären und fiskalischen Rahmens, die Einführung robuster Aufsichts- und Regulierungssysteme und die Befolgung transparenter Schuldenmanagementpraktiken. So sagt es die Weltbank. Also, steht die nächste Finanzkrise an, die dank ihrer gigantisch hohen Fallhöhe so richtig wehtun wird? Oder darf man die Aussagen der Weltbank unter „nerviger Crash-Prophet“ abhaken? Aber ja, schon gut, schon gut. Die Regierungen und Notenbanken werden die kurz und klar erwähnten Vorschläge der Weltbank sicher ernst nehmen und alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen gegen eine neue Finanzkrise ergreifen?

Hier noch ein paar eindrucksvolle Grafiken der Weltbank. Vereinfacht gesagt: Schulden immer weiter rauf, Zinsen und Wirtschaftswachstum runter.

Finanzkrise voraus? Interessante Grafiken der Weltbank

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Kritisch on fire

    9. Januar 2020 18:08 at 18:08

    Aber, aus Sicht der Weltbank kann man ja dann zumindest sagen, man hätte ja rechtzeitig vor der Entwicklung gewarnt – was für eine Erkenntnis! Und dafür braucht man eine Weltbank?

  2. Avatar

    Lausi

    9. Januar 2020 18:51 at 18:51

    Bei Weltbank muss ich immer an dessen ehemaligen Chef Wolfowitz und seine löchrigen Socken denken – was für ’ne Lachnummer:
    https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/stilfragen-wolfowitz-weltsocken-1406584.html

    Jedenfalls scheint er persönlich nicht groß zur Verschuldung beigetragen zu haben :-)

  3. Avatar

    BrettonWood

    10. Januar 2020 04:46 at 04:46

    Man weiss doch ganz genau das es keine Lösung gibt, wie schon öfters gesagt ist die Exponentialkurve bestehend aus Schulden & Zinslast nun an einem Ort angelangt wo die Banken löngst das Vertrauen in die toxischen Papiere verloren habe und daher auch keinen Cash gegen Sicherheit verleihen, entsprechend muss die Fed due Liquidität bereitsstellen, was faktisch noch mehr Schulden sind und dieses Geld wandert direkt ins Depot/Indizes und was ggf noch am Immomarkt…wobei dort sich zwischenzeitlich wahrscheinlich eher echte Gelder befinden (wie von Pensionskassen usw) da diese aif Realrendite angewiesen sind, machen Sie den Banken das Geschäft madig.

    Die Fed wird die geister die Sie rief nicht mehr los, ich erwarte das die eine Neverendig Story wird, sobald die Fed am Repomarkt keine Liquidität mehr zu Verfügung stellt, wird ja automatisch auch wieder Liquidität entzogen (da es sich ja um kurzlaufende Geschäfte handelt also muss nach Ablauf der Cash zurück an die Fed und kriegt seine Staatsanleihe wieder…die Staatsanleihen können ja kaum abverkauft werden….oder doch? Wer Weiss….

    Sicher aber müsste fue Liquidität dem Aktienmarkt entzogen werden….Wohl genau mit dem umgekehrten Effekt den wie Jetzt sehen….und da die Liquidität seit Sept nun für etwa 20-30% Kursgewinn verantwortlich ist, könnte ein solcher „Rutsch“ dann wohl auch den Absturz und den ganz grossen Tumult auslösen….

    Werden wir wirklich eine Japanisierung sämtlicher grossen Leitwährungen sehen? Das glaube ich nicht, das System insgesamt kann nicht auf diese Zinserträge verzichten, das System wird diesfalls bei den Renten & Versicherungen implodieren….da diese Ihre Leistungsverpsrechen nicht mehr erfüllen werden können…aber man kann ja auch für die bisschen Geld drucken….

  4. Pingback: Meldungen vom 10. Januar 2020 | das-bewegt-die-welt.de

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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