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Inflation gibt deutlich nach Wirtschaft in Frankreich schrumpft unerwartet

Im dritten Quartal 2023 ist die Wirtschaft in Frankreich unerwartet geschrumpft. Auch die Inflation im November ist in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft stärker zurückgegangen als prognostiziert. Damit werden Zinssenkungen der EZB bereits im Frühjahr wahrscheinlicher.

Autofabrik in Frankreich in Flins an der Seine | Foto: Benjamin Girette / Bloomberg

Wirtschaft in Frankreich kühlt sich deutlich ab

Das Bruttoinlandsprodukt in Frankreich in den drei Monaten bis September wurde gemäß Bloomberg News am Donnerstag auf -0,1 Prozent nach unten revidiert. In den vorläufigen Zahlen war die nationale Statistikbehörde Insee hingegen noch von einem ähnlich großen Anstieg der Wirtschaft in Frankreich ausgegangen.

Überraschend bessere Nachrichten gab es zur Inflation, die im November auf 3,8 Prozent zurückging, den niedrigsten Stand seit Anfang letzten Jahres, nachdem sie im Oktober noch bei 4,5 Prozent gelegen hatte. Von Bloomberg befragte Analysten hatten mit einem Preisanstieg von 4,1 Prozent gerechnet. Da sich auch in Deutschland sowohl die Konjunkturdynamik als auch die Inflationsrate zurückbildet, ist die Europäische Zentralbank (EZB) vorsichtiger geworden.

Ganz Europa steht nun am Rande einer Rezession. Daher rechnen Geldmarkthändler bereits mit einer ersten Senkung der Zinsen bei der EZB im April 2024 und somit deutlich früher, als die Geldpolitiker in Frankfurt bislang angedeutet hatten.

Sowohl die Wirtschaft als auch die Inflation sinken überraschen und zum Teil deutlich in Frankreich

Schlechtes konjunkturelles Omen für die gesamte Eurozone

Die negative BIP-Revision in der zweitgrößten Wirtschaft der Eurozone deutet auf ein schwächeres Wachstum im gesamten Euroraum hin. Eine Überraschung für die Statistiker bei Insee in Frankreich und die EZB in Frankfurt. Nun erleiden bereits die beiden größten Volkswirtschaften im Verantwortungsbereich der EZB einen Rückgang ihrer Wirtschaft. Die Deutsche Bundesbank (BuBa) prognostiziert, dass sich Deutschland schon in einer Rezession befindet.

Unterdessen stützt der Rückgang der Inflation auch in Frankreich, nach ihrem vorherigen größten Anstieg in der Euro-Geschichte, die Entscheidung der EZB, die Zinserhöhungen im letzten Monat auf Eis zu legen. Trotz Marktwetten warnen die Verantwortlichen jedoch davor, dass sie es nicht eilig haben, mit den Kürzungen zu beginnen. Anleger werten solche Aussagen mittlerweile als reine Lippenbekenntnisse und schenken ihnen wenig Glauben.

Die Inflation ist in Frankreich ist zwar rückläufig, aber laut Bloomberg News weniger dynamisch als anderswo in Europa, da die Regierung in Paris die Obergrenzen für Stromkosten teilweise aufgehoben hat. In französischen Haushalten wird überwiegend mit Strom geheizt, daher ist der aus dieser Entscheidung resultierende Effekt signifikant. Andere Komponenten des statistischen Warenkorbs verzeichneten jedoch weiterhin einen Abwärtstrend: Im November verlangsamte sich die Inflation im Dienstleistungssektor von 3,2 Prozent im Oktober auf 2,7 Prozent. Der Preisanstieg bei Industriegütern ging von 2,2 Prozent auf 1,9 Prozent zurück.

FMW: „Es drängt sich auch in Frankreich immer mehr der Eindruck auf, dass die Wirtschaft die höheren Kosten nicht über die gesamte Wertschöpfungskette durchreichen kann. Das ist schlecht für die Gewinnmargen und kein gutes Omen für die Konjunktur.“

Die Renditen am Kapitalmarkt und die Gemeinschaftswährung reagierten bereits und sanken im vormittäglichen Handel.

Einschätzung der revidierten Daten von Bloomberg Economics

„Der stärker als erwartete Rückgang der französischen Inflation deutet auf einen raschen Rückgang des zugrunde liegenden Preisdrucks hin. Dies wird der EZB noch mehr Gewissheit geben, dass die Inflation sinkt und sie die Zinsen vorerst beibehalten kann.“, so die Bloomberg Ökonomin Eleonora Mavroeidi.

Die französische Produktion wurde sowohl durch rückläufige Investitionen als auch durch die Zurückhaltung bei den Verbrauchern beeinträchtigt. Eine separate Veröffentlichung zeigte, dass letztere im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent zurückgingen. Vor allem Nahrungsmittel- und Energieausgaben waren davon betroffen. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet.

Kurz vor der Veröffentlichung der Daten äußerte sich Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire im Radio France Inter zu der Prognose der Regierung, dass das Bruttoinlandsprodukt im nächsten Jahr um 1,4 Prozent wachsen werde.

„Wenn man etwas weiter in die Zukunft blickt, werden wir 2024 und 2025 eine viel geringere Inflation haben und die Zinssätze werden sich stabilisiert haben“, sagte er. „Ich bin davon überzeugt, dass das Wachstum wieder an Fahrt gewinnen kann.“

FMW dazu: „Etwas anderes als positive politische Botschaften der amtierenden Regierungen wären überraschend. Leider sind diese häufig revisionsanfällig.“

FMW/Bloomberg



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