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Immobilienkrise Adler Group mit 971 Millionen Euro operativem Verlust in 9 Monaten

Die Adler Group - vor allem mit Wohnungen in Berlin - hat in den ersten neun Monaten des Jahres 971 Millionen Euro Verlust gemacht.

Berlin

Die Adler Group SA meldete heute früh für die ersten neun Monate des Jahres einen operativen Verlust von 971 Millionen Euro, da die Auswirkungen steigender Zinssätze und die Kosten des Restrukturierungsplans das Ergebnis belasten. Der Verlust kommt laut Ausführungen von Bloomberg zustande, obwohl der Vermieter für das dritte Quartal keine aktualisierte Portfoliobewertung vorgenommen hat, nachdem er in der ersten Jahreshälfte eine separate Abschreibung von 1 Milliarde auf den Wert seiner Vermögenswerte vorgenommen hatte. Nach dem Verkauf von zwei Entwicklungsprojekten und einem Portfolio von Neubauwohnungen in Berlin stieg das Loan-to-Value Ratio von Adler dennoch auf 89,1%, wie das Unternehmen heute ebenfalls mitteilte.

Das Unternehmen hat mit den Erlösen aus den Verkäufen Schulden in Höhe von 270 Millionen Euro getilgt, aber die Verkäufe schreiten langsamer voran als erwartet“, heißt es in einer separaten Präsentation. Nach einem Unternehmensskandal, der zu einer strafrechtlichen Verfolgung geführt hat, hat das angeschlagene Unternehmen versucht, Vermögenswerte zu verkaufen, um seine Schuldenlast von 6,5 Milliarden Euro zu verringern. Die Gläubiger erklärten sich Anfang des Jahres bereit, der Adler Group 937 Millionen Euro neues Geld zur Verfügung zu stellen, um das Unternehmen über Wasser zu halten und Zeit zu gewinnen, um Immobilien in geordneter Weise zu verkaufen. Die Bemühungen um eine Sanierung des Unternehmens wurden durch einen scharfen Umschwung auf dem deutschen Immobilienmarkt erschwert, der noch immer unter dem Ende der Nullzinsperiode leidet.

Die Adler Group hat es geschafft, seine in diesem Jahr fälligen Kredite zu tilgen, und sie hat weitere 390 Millionen Euro Schulden, die 2024 fällig werden, verglichen mit Barmitteln in Höhe von 432 Millionen Euro in seiner Bilanz zu Ende September. Eine noch größere Herausforderung steht dem Unternehmen 2025 bevor, wenn Schulden in Höhe von fast 2,2 Milliarden Euro fällig werden. Um diese Schulden zu tilgen, will das Unternehmen fast 6.800 Wohnungen sowie seine verbleibende 63%-Beteiligung an Brack Capital Properties NV verkaufen. Ein früherer Deal zum Verkauf der Beteiligung an dem Unternehmen an den Konkurrenten LEG Immobilien ist gescheitert.

Die angeschlagene Ader Group meldete bei der Kennzahl FFO I wegen der zunehmenden Zinsbelastung erstmals mit minus 7 Millionen Euro ein negatives Vorzeichen auf (Vorjahr: plus 68 Mio. EUR). Das Portfolio des Unternehmens umfasst heute rund 25.000 Wohneinheiten, davon fast 18.000 in Berlin. In der Spitze besaß das Unternehmen rund 70.000 Wohnungen.

FMW/Bloomberg



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