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Aktienmärkte: Trump oder Biden – wie reagiert die Börse?

In den letzten beiden Wochen sind die Aktienmärkte in den USA stärker unter Druck geraten – während sich der Dax ungewöhnlicherweise sehr stabil hat halten können. Preist die Wall Street also bereits einen Sieg von Joe Biden ein? Würden die amerikanischen Aktienmärkte dann ein ähnliches Crash-Szenario erleiden wie im März durch die Coronakrise?

Sehr unwahrscheinlich, sagt der Vermögensverwalter Jens Erhardt: zwar könnte es durchaus Kurs-Rücksetzer geben durch einen Sieg der US-Demokraten mit damit verbundenen höherern Unternehmenssteuern für US-Konzerne. Aber entscheidend sei die monetäre Unterstützung der Fed, die absehbar unverändert bestehen bleibe. Ausserdem würden die US-Demokraten dann wahrscheinlich sogar mehr Geld in die Wirtschaft pumpen als die derzeit regierenden US-Republikaner. Sehr zum Wohlgefallen der Aktienmärkte. Ohnehin hat auch Joe Biden eine Art „America First“-Programm vorgestellt, das die US-Unternehmen gegenüber ausländischen Unternehmen klar privilegiert.

Vor der US-Wahl, so Jens Erhardt, sei eher mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen nach der überfälligen Korrektur der letzten beiden Wochen, als vor allem die zu heiß gelaufenen US-Tech-Aktien korrigiert hatten. Dass der Dax sich besser halten konnte, liege vor allem daran, dass die im deutschen Leitindex enthaltenen Value-Aktien deutlich günstiger bewertet seien – daher sei das Chance-Risiko-Verhältnis der europäischen Aktienmärkte besser als jenseits des Atlantiks.

Jens Erhardt geht davon aus, dass – im Gegensatz zu den Finanzmärkten, die bereits eine V-Erholung gezeigt hatten – die Konjunktur nur teilweise sich V-mäßig erholen könne – was aber wiederum durch fiskalische Maßnahmen und die Unterstützung der Notenbanken erklärbar sei. Am Ölpreis könne man ablesen, dass es eben einen Unterschied zwischen Finanzmärkten und Realwirtschaft gebe (das hatte Erhardt bereits im März vorhergesagt und dafür viel Kritik einstecken müssen).

Verschuldung plus Rekord-niedrige Zinsen – das sei weiterhin der Treiber für die Aktienmärkte, meint Jens Erhardt. Das dürfte bis Mitte nächsten Jahres wohl so bleiben. Dann aber könne es schwieriger werden, weil die Diskussion über eine Rückführung der ausufernden Verschuldung die Aktienmärkte „deckeln“ könnte:

Wie reagieren die Aktienmärkte, wenn Trump gegen Biden verliert?



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