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Als Donald Trump das Twittern gelernt hat – oder der Tag, an dem eine neue Gefahr für die Aktienmärkte entstand

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Es gab einmal einen jungen Mann im Imperium von Donald Trump, dessen Auftrag darin bestand, Trumps Gedanken mittels der neuen sozialen Medien in die Welt zu versenden, Justin Mc Conney.

Er war sein „Social Media Director“ in den Jahren 2011 bis 2017. Seine anstrengende Aufgabe lautete, Öffentlichkeitsarbeit (PR) für den computerscheuen Immobilienmogul zu betreiben, der wie immer sehr auf sein Image bedacht ist. Ein stressiger Job, denn Trump forderte von ihm sieben Tage die Woche und 24 Stunden täglich präsent zu sein, um seine Ideen zu kommunizieren. Er erkannte schnell, wie geschickt Barrack Obama die neuen Medien zu nutzen pflegte.

Dann kam der Tag, an dem er plötzlich ohne Hilfe seinen Twitter-Account mit den anfangs verfügbaren 140 Zeichen nutzen konnte, sehr zum Entsetzen seiner Berater. Mc Conney beschrieb dies scherzhaft so: „Der Tag war vergleichbar mit der Szene aus dem Hollywood-Film Jurassic Park, als Dr. Grant realisierte, dass es den Velociraptoren gelungen war, die Türen in der Station zu öffnen.“

Donald Trump nutzte fortan die neuen Medien im Wahlkampf, der ihn ins Präsidentenamt hievte.

Gleichzeitig war es die Geburtsstunde für eine neue Situation an den Aktienmärkten, die sich aus heutiger Sicht zu einer wahren Bedrohung entwickelt hat. Niemand kann antizipieren, was den Präsidenten umtreibt, wenn er um drei Uhr morgens erwacht und einen Tweet über seine „wirtschaftlichen Alpträume“ in die Welt hinausjagt.

15 Kommentare

15 Comments

  1. Michael

    17. Mai 2019 11:11 at 11:11

    Mein schlimmster Albtraum ist wahr geworden: Der Social Media Velociraptor, der sich um drei Uhr morgens in meine Träume und Gedanken schleicht… 😉

    Das beste wäre, seinen Account auf einen gespiegelten Twitter-Fake-Server in China oder Afrika umzuleiten, auf dem 24/7 rund um die Uhr Millionen schlecht bezahlte Zwangs-Fake-Twitterer seine geistigen Ergüsse kommentieren.

    • sabine

      17. Mai 2019 14:42 at 14:42

      Ich versteh dieses „Er ist selbstverständlich schlecht“-Bashing nicht. Letzte Woche mitten im offiziellen 1-Hilfe-Kurs des roten Kreuzes: „So leer wie der Kopf von Trump.“ Das sind doch Haßkommentare, die keine Gründe usw. nennen. Bei den Sozialisten Hitler und Stalin kann ich das verstehen, dieses „Er ist nur schlecht“. Aber bei Trump nicht.
      Friedensnobelpreisträger Obama: Seit dem 6. Mai 2016 ist er offiziell der US-Präsident mit den meisten Kriegstagen, berichtet die „NYTimes“, erzählt sogar der Spiegel in seinem „Bento“.
      https://www.bento.de/politik/krieg-barack-obama-ist-der-us-praesident-mit-den-meisten-kriegstagen-a-00000000-0003-0001-0000-000000567071
      Und Obama wollte dies. Anstatt die „die Bushkriege“, wie er vor dem Jan 2009 im Wahlkampf versprochen hatte, zu beenden, hat er die Kriegs-Beteiligung der USA von 2 auf 8 erhöht. Und den Drohnenkrieg massiv ausgeweitet. Zudem hinterließ er einen Schuldenberg von 8 Bill$. (Denn hat er nicht alleine aufgetürmt, aber gestört hat er ihn auch nicht!)
      Er hatte 2 Bush-Kriege übernommen, Afghanistan u.Irak, und hinzugefügt: Syrien, Pakistan, Uganda, Somalia, Jemen und Kamerun. Er hat zwar die Bodentruppen im Nahen Osten reduziert, aber den Drohnenkrieg massiv ausgebaut, von Ramstein aus. Auch werden private Spezialeinheiten ausgesendet, um Krieg zu führen. Und das Wettrüsten wieder angetrieben.
      Der von Bush mit Lügen begonnene Irakkrieg und der Sturz Saddam Hussein hinterließen ein Machtvakuum für die Terrorgruppen (IS, Daesh). Die IS ging dann zu Syrien über. Um die – durch US-Interventionen aufstrebenden Terroristen zu bekämpfen – startete Obama einen Luftkrieg im Irak und in Syrien. Dazu Einsätze von Bodentruppen. Beides ohne UN-Mandat, was die Kriege illegal machte.
      Will sagen, wo ist Obama gut und Trump schlecht? Nur weil er nicht so aalglatt wie ein deutscher Politiker ist?
      https://www.heise.de/tp/features/Im-Zweifel-eher-mit-Merkel-als-mit-Wagenknecht-3601757.html

      • Michael

        17. Mai 2019 15:52 at 15:52

        @sabine, und was haben Ihr 1-Hilfe-Kurs, Hitler und Stalin, Obama und seine Kriege, Bush, Merkel und Wagenknecht mit Tweetie’s frühmorgendlichen Kursmanipulationsversuchen zu tun?

        Das verstehe ich jetzt nicht…

      • leftutti

        17. Mai 2019 23:30 at 23:30

        @sabine, ich verstehe Ihr andauerndes Grünen-Bashing nicht. Bei jedem Thema leiten Sie oder Ihre hasserfüllten neo-konservativ-reaktionären Gesinnungsgenossen das Thema auf die Grünen um (siehe Ihren Link am Ende des Kommentares, der völlig zusammenhanglos und nicht nachvollziehbar zum eigentlichen Thema ein Resümee ziehen soll oder was auch immer).

        Wer sitzt in Deutschland eigentlich seit 1982, also seit 37 Jahren wie lange an der Macht? Richtig, es sind 30 Jahre CDU/CSU und 7 Jahre SPD/Grüne. Die Grünen dabei 1998 mit 6,7%, 2002 mit 8,6%.

        Realpolitik kann es also nicht sein. Mögen Sie die Ideen nicht?
        Was stört Sie an gesunder biologischer Landwirtschaft? Mögen Sie kein gesundes Essen und keine artgerecht gehaltenen Tiere? Mögen Sie kein sauberes Wasser und keine saubere Luft?
        Was stört Sie an Ökostrom? Mögen Sie Sonne und Wind nicht, stehen Sie auf Atom und Kohle?
        Was stört Sie an Klimaschutz? Stehen Sie auf Wetteranomalien, Stürme und Hitzeperioden?
        Was stört Sie an mehr Mitbestimmungsrecht des „kleinen“ Bürgers oder Angestellten, der in der Summe die überwältigend große Masse demokratischer Legitimation stellt? Stehen Sie auf Autokratie, Bürokratie, Kleptogratie, Oligarchie, Plutogratie oder Technokratie?

        Uuuupps! Da habe ich gerade ein paar Themen angerissen, die der, der Ihnen feuchte Polit-Träume beschert, gar nicht mag. Damit es sachlich bleibt, schlage ich vor, Sie antworten künftig inhaltlich und gedanklich nachvollziehbar auf den Artikel oder Kommentar. Oder Sie posten Ihre peinlichen und völlig verpeilten Antworten in Foren, die gerne und unreflektiert Ihren abschätzig-hasserfüllten Troll-Müll verbreiten.

        • sabine

          18. Mai 2019 13:18 at 13:18

          Ich wußte, daß den Blockwarts meine Meinung nicht gefällt, ich mein die, die täglich hier mehrmals schreiben, und immer darauf achten, daß man auf Spur ist.
          An Michael: „seine geistigen Ergüsse“ ist ein abwertendes Urteil.
          Bei Obama begründe ich, warum ich seine Politik schlecht finde. Bei Hitler und Stalin braucht man es nicht, ihre Bosheit ist gedankliches Allgemeingut.
          Und wo ist Begründung, daß Trump schlecht ist? Ich finde ihn nicht schlechter als Merkel, und über sie würde ich auch nicht mit dem üblichen Massenheulen herfallen.
          https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/rueckzug-aus-syrien-komplett-ueberrumpelt-von-trumps-alleingang-15950929.html
          Mein Chef hat mal gesagt, Trump lügt. Er konnte mir aber dann nicht konkretes Beispiel nennen. Braucht er auch nicht, das sagen doch alle (Qualitätsmedien hier in der EU).

          • leftutti

            20. Mai 2019 18:25 at 18:25

            Blockwart, liebe Sabine, ist aber auch ein abwertendes Urteil und hart an der Grenze zur Diffamierung und Beleidigung:
            https://de.wikipedia.org/wiki/Blockleiter#Bezeichnung_%E2%80%9EBlockwart%E2%80%9C
            https://www.mundmische.de/bedeutung/9809-Blockwart

            ich mein die, die täglich hier mehrmals schreiben, und immer darauf achten, daß man auf Spur ist.

            Meinen Sie damit etwa Leute, die in 8 Jahren etwa 35.000 Kommentare schreiben, also durchschnittlich 12 pro Tag, wobei es schon mal fast 90 pro Tag auch sein können. Und die in so manchem Tweet 15 Ausrufezeichen benutzen, um sicherzustellen, dass „man auf Spur ist“:
            https://www.stern.de/politik/ausland/datenanalyse-zu-donald-trump–wird-er-twitter-faul–7369262.html

          • Lars

            21. Mai 2019 16:44 at 16:44

            Es ist immer wieder erstaunlich, wenn Sympathisanten der rechtsradikalen bis -extremen Szene andersdenkende Menschen durch nationalsozialistische Titulierungen diffamieren, die schon per definitionem eigentlich ersteren zustünden. Ermöglicht werden ihnen diese verbalen Unverschämtheiten durch die, prinzipiell selbstverständlich äußerst begrüßenswerte, Toleranz zur Meinungsvielfalt seitens der FMW-Redaktion. Also durch eine Charaktereigenschaft, die von diesen Kreisen heute abfällig als „grün-linksliberal“ bezeichnet wird, während man sie gleichzeitig gerne und bereitwillig für die eigene Propaganda missbraucht.

          • Michael

            21. Mai 2019 23:52 at 23:52

            @sabine, Sie sind mir noch immer ein paar Antworten auf eine einfache Frage schuldig: Was haben Ihr 1-Hilfe-Kurs, Hitler und Stalin, Obama und seine Kriege, Bush, Merkel und Wagenknecht mit Tweetie’s frühmorgendlichen Kursmanipulationsversuchen zu tun?

            Bisher haben Sie nur auf Ihre eigenen Postulate bekräftigend geantwortet, ohne auf das Thema bzw. die Frage auch nur ansatzweise einzugehen. Ein An Michael: „seine geistigen Ergüsse“ ist ein abwertendes Urteil ist eine subjektive Einschätzung, vom Thema ablenkend und keine Antwort auf meine Frage. Selbst wenn wir Obama, Hitler und Stalin vom Spielfeld nehmen, verbleiben noch immer Bush, Merkel, Wagenknecht und die Grünen. Und die eigentliche Frage…

            Haben Sie nun eine Antwort oder nicht?

            Hochachtungsvoll, Ihr Blockwart

        • Harry von Hatt nix und Kriegt nix

          21. Mai 2019 06:21 at 06:21

          Sehr geehrter @ leftutti.Ich kann mich ihren Worten nur anschließen.Beleidigt wäre ich an ihrer Stelle nicht weil einige der Kommentare die man hier liest meiner Meinung nach grober Unfug sind.Die Kommentare gehen am Thema vorbei und spiegeln nur eine Ideologie wieder.Gruß Harry von Hatt nix und Kriegt nix

        • Put in

          21. Mai 2019 10:25 at 10:25

          @leftutti
          Für viele sind es nicht die Öko-Ideen der Grünen, sondern deren Vergangenheit.
          …Mögen Sie die Ideen nicht?
          Was stört Sie an gesunder biologischer Landwirtschaft? Mögen Sie kein gesundes Essen und keine artgerecht gehaltenen Tiere? Mögen Sie kein sauberes Wasser und keine saubere Luft?
          Was stört Sie an Ökostrom? Mögen Sie Sonne und Wind nicht, stehen Sie auf Atom und Kohle?
          Was stört Sie an Klimaschutz? Stehen Sie auf Wetteranomalien, Stürme und Hitzeperioden?…
          Das ist schön und gut aber da bleibt noch der Fall-Falkensteinkeller.
          Bevor Sie hier über die frische Luft der „Öko“-Partei schwadronieren, lesen Sie die Studie von Franz Walter, Stephan Klecha und Alexander Hensel von Göttinger Institut für Demokratieforschung „Die Grünen und die Pädosexualität“ aus dem Jahre 2013. Vielleicht verstehen Sie dann, warum diese Partei für viele keine Option ist, egal was die auch über die Umweltschutz von sich geben.

      • Michael

        20. Mai 2019 13:11 at 13:11

        @sabine, schon wieder Geschichtsrevisionismus, um die eigenen politischen Ideologien „beweisen“ zu können? In dem von Ihnen zitierten Artikel lese ich eher das pure Gegenteil: Syrien, Libyen und der Jemen waren unter Obama neu hinzugekommen – Bush hatte zuvor bereits in den anderen vier Ländern gekämpft. Einige Berichte gehen allerdings davon aus, dass unter Bush bereits im Jemen und sogar den Philippinen Angriffe geflogen wurden … Bush hatte Obama bei Amtsantritt 200.000 Soldaten in Afghanistan und im Irak überlassen. Heute sind nur noch etwas mehr als 4000 im Irak und knapp 10.000 in Afghanistan stationiert („New York Times“). Auch die US-Armeelager im Irak wurden geschlossen. (Politifact.com). Obama hat also sein Versprechen wahr gemacht, den Krieg im Irak zu beenden.

        Verbleiben also zwei Kriege bzw. militärische Beteiligungen in seiner 8-jährigen Amtszeit, die unter Obama neu angezettelt wurden. Der GröPaZ hat also noch 5,5 Jahre Zeit…

        Und nach Friedensfürst klingt die Bilanz des GröPaZ nach gut 2 Jahren auch nicht gerade: https://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-und-seine-anti-terror-strategie-weltweit-bomben-a-1186024.html
        https://www.nachdenkseiten.de/?p=44684
        https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-10/us-luftwaffe-afghanistan-usa-bomben
        https://www.heise.de/tp/features/US-Militaer-wirft-staerkste-nicht-nukleare-Bombe-auf-Ziel-in-Afghanistan-ab-3685970.html

  2. Columbo

    17. Mai 2019 12:19 at 12:19

    Die Aktienmärkte sind noch das kleinere Problem. Mit Twitter&Co kann man große Menschengruppen noch leichter als früher dazu bringen, Dinge zu tun, die sie eigentlich gar nicht tun wollten.
    Ohne Social Media hätte es beispielsweise keinen Brexit gegeben.

  3. Nico

    20. Mai 2019 19:36 at 19:36

    @leftutti. Ich denke Sabine meinte Blog-Wart, als Hüter der Korrektheit, oder was sie darunter versteht, des Geschriebenen in diesem Forum. 👀

    • leftutti

      21. Mai 2019 13:23 at 13:23

      @Nico, aufgrund von Sabines Kommentaren, Ausdrucksweise und politisch-soziologischer Denkweise der letzten Jahre bin ich mir sicher, dass sie genau den Blockwart meinte, wie sie ihn auch be- und geschrieben hat.

      @Harry von Hatt nix und Kriegt nix, danke für den Zuspruch 🙂 Ich bin natürlich nicht im Ansatz beleidigt, weil ich genau wie Sie der Meinung bin, dass es sich um groben Unfug und reine Ideologie handelt. Notfalls zieht man auch mal 40 bis 50 Jahre alte Debatten um Einzelpersonen heran, um ganze Gruppierungen in heutiger Zeit zu diffamieren.

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Chinas Zählweise der Arbeitslosigkeit

Ein Grund für die seltsamen Arbeitslosenzahlen liegt wohl in der Erfassung. Nach dem chinesischen Einwohnermeldesystem (Hukou) werden Stadtbewohner als Arbeiter registriert und die Landbevölkerung als Bauern. Damit werden die Hunderte Millionen Wanderarbeiter von der Statistik nicht richtig verbucht, wenn sie ihre Heimat verlassen, um in einer Fabrik zu arbeiten.

 

Chinas Sozialsysteme

Da man in China sehr geringe Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einzahlt – in Peking sind es gerade mal 0,2% vom Salär, 0,8% zahlt der Arbeitgeber – melden sich viele Menschen nach einem Jobverlust nicht arbeitslos, weil es eben kaum etwas bringt. Aus anderen Statistiken (Volksuniversität Peking) ergeben sich bedenkliche Entwicklungen. Im ganzen Land sind die Jobangebote um 10 Prozent gesunken, während die Nachfrage um 8 Prozent gestiegen ist. Allein in Peking ist die Zahl der Arbeitssuchenden im letzten Quartal 2018 um 47 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen und dies war noch deutlich vor der weiteren Verschärfung der Zölle durch Donald Trump.

Zwar unterstützt der Staat seine Firmen und fordert zu Einstellungen auf, jedoch beträgt der Anteil der Privatfirmen bereits 85 Prozent. China steckt im größten Strukturwandel seit Jahrzehnten – dem Wandel von der Produktionsstätte für die Welt hin zu einem Hightech-Land mit Dienstleistungssektor.

 

Ein weiteres Problem – Industrieroboter

Auch in China schreitet die Automatisierung voran. Nach offiziellen chinesischen Angaben ist die Zahl der Industriearbeiter von 2012 bis 2017 um 60 Millionen zurückgegangen, den Ausgleich bildeten die Jobs im Dienstleistungsbereich. Aktuell sehr interessant auch die Absicht des Endfertigers von Apples iPones, Foxconn, 30 Prozent seiner Arbeiter durch Roboter zu ersetzen.

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Fazit

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Von Kzw – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8937812

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