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Die erste Quartalssaison 2019 und ihre Ergebnisse – vom Dax gut eingepreist

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Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hat es berechnet. Mit 27,2 Milliarden Euro fiel das Ergebnis der 30 Dax-Konzerne in den ersten drei Monaten des neuen Jahres um ein Fünftel schlechter aus als im Vorjahreszeitraum. Der Dax war im Vorjahr um ca. 18 Prozent gefallen, was die Dax-Unternehmen jetzt mit ihren Zahlen bestätigten. Es war schon ein erstaunliches Jahr, als plötzlich ab Ende Januar 2018 unser exportlastiger Index stufenartig in die Knie ging, zu einem Zeitpunkt als fast alle Ökonomen von einem weltweit synchronen Aufschwung sprachen. Erst im Sommer zeigten sich die ersten Wolken am Konjunkturhimmel.

 

Die Bilanz der ersten Quartalsberichte 2019

Die erste Quartalsbilanz des Jahres offenbarte Erstaunliches. Trotz des Gewinnrückganges steigerten die Unternehmen ihre Umsätze um fünf Prozent, ein neuer Rekord und eine Zunahme an Masse, aber ein Verlust an Profitabilität. Ausgerechnet in der Boomregion Asien liefen die Geschäfte schlechter, minus drei Prozent.

Das schwächere Wirtschaftwachstum in China, verstärkt durch den Zollstreit, drückt auf die Marge in einer Region, die für 16 Prozent des Umsatzes steht.

 

Kein anderes westliches Land als Deutschland ist stärker mit China verflochten.

Bei gut der Hälfte der Dax-Konzerne brach der Gewinn um mehr als zehn Prozent ein, bei Infineon und Eon mehr als 40 Prozent, bei Covestro und BMW sogar mehr als 70 Prozent.

 

Was sagen die Ausblicke?

Die Ausblicke der Unternehmen zeigen doch ein gerüttelt Maß an Unsicherheit aufgrund des Brexits, des schwachen Wachstums in Asien und der Handelskonflikte zwischen den USA, China und der EU. Mit einem nachhaltigen Abschwung rechnet man bislang aber nicht.

In den vergangenen drei Monaten fielen die Gewinnprognosen für Infineon und BMW um mehr als zehn Prozent, für die Deutsche Bank und RWE um mehr als 15, für Thyssen-Krupp um 25 und für Covestro sogar um gut 30 Prozent.

Die Kursreaktionen des Dax auf die Verschiebung der US-Zölle gegenüber deutschen Autos sind gerade ein Zeichen dafür, was eingepreist war. Jetzt gewinnt man etwas Zeit, um den Präsidenten durch Produktionsverlagerungen u.ä. gnädig zu stimmen. Allerdings ist Trumps weitere Taktik so unvorhersehbar wie eine Wettervorhersage für den Sommer aus jetziger Perspektive.

 

Die Hoffnungsschimmer

18 Dax-Konzerne berichteten von 15 Milliarden Euro, die sie im ersten Quartal für Forschung und Entwicklung ausgegeben haben – ein neuer Rekord. Von 12 Unternehmen gab es keine Angaben. Am meisten investierten die Autobauer VW, Daimler und BMW mit zusammen 6,3 Milliarden Euro mit dem Schwerpunkt auf die E-Mobilität und das autonome Fahren. Auch Bayer, Continental, SAP und Siemens hatten Budgets von mehr als einer Milliarde Euro für die Forschung.

Ein weiterer Faktor, der etwas Zuversicht schürt, ist die Beschäftigungssituation in den Dax-Unternehmen. Mit knapp über vier Millionen Menschen sind es so viele wie noch nie, eine Steigerung von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwei Drittel sind im Ausland angestellt, ein Drittel in Deutschland. Die Spitze markiert einmal mehr Volkswagen mit knapp 640 000 Beschäftigten, gefolgt von der Deutschen Post mit fast 500 000. Personalabbau gab es nur bei der Deutschen Bank und der Münchener Rück in nennenswertem Umfang.

Der Dax hat in den ersten Monaten schon viel vorweggenommen, für weitere Avancen müsste es schon Lösungsansötze im Streit USA – China geben. Es wurde schon x-mal festgestellt: Bei einem Einbruch Chinas ist auch in Deutschland „Land unter“ und da können Bauwirtschaft und Dienstleistungen auch nicht mehr helfen.

 

Fazit

Aus meinen Beobachtungen in den letzten Jahrzehnten habe ich mir folgende Vorgehensweise angeeignet. Wenn sich Aktienkurse divergent zu den Konjunkturdaten entwickeln, frage ich mich zuerst: Sehen die Aktienmärkte etwas, was noch nicht in Frühindikatoren abzusehen ist? Auch, wenn sich die Märkte manchmal irren, so ist ein „Dagegeninvestieren“ à la longue ein teures Vergnügen, denn es gibt in der Regel unglaublich viele Firmeninsider, die auch an der Börse agieren und die Kurse bewegen.

Nicht „die Märkte sind dumm“, ist der vielversprechende Ansatz (auch wenn er gelegentlich stimmt), sondern „die Märkte haben zumeist recht“. Allein das letzte Jahrzehnt gab dafür genug Anschauungsmaterial. Die wissenschaftliche „Efficient Market Theory“ ist hierbei Grundlage und ein Grund dafür, warum es auf Dauer keinem Anleger gelingt, die Performance des Leitindex zu schlagen. Außer er wendet Insiderkenntnisse an und das steht unter Strafe.

Der Dax hat in seiner Vorhersage für die Gewinnsituation für das Q1 des neuen Jahres Monate vorher ziemlich gut gelegen und für die Kalenderjahre braucht man nur die Jahresstände mit den akkumulierten Dax-Gewinnen zu vergleichen, um sich vom Preisfeststellungsmechanismus Börse zu überzeugen.

Deshalb bin ich gespannt, wann die Märkte die nächste Rezession einpreisen. IWF, OECD, DIW, Regierungsorgane und anderen Prognosestellen ist dies in den letzten Jahrzehnten nicht gelungen, den Märkten schon.

 

Foto: Deutsche Börse AG

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Finanznews

Schock für die Wall Street! Marktgeflüster (Video)

Was heute an der Wall Street passiert, ist geradezu symptomatisch: die Aktienmärkte hängen vor allem am Tropf der Notenbanken, Realwirtschaft spielt keine Rolle

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Was heute an der Wall Street passiert, ist geradezu symptomatisch: ganz schwache US-Konjunkturdaten werden völlig ignoriert (Einkaufsmanagerindex Gewerbe fällt erstmals seit 119 unter die 50er-Marke, sprich die US-Industrie schrumpft). Dann aber der Auftritt des Fed-Chefs von Philadelphia, Patrick Harker, in einem CNBC-Interview mit hawkishen Aussagen (keine Zinssenkung notwendig, Fed sollte erst einmal abwarten, weil US-Wirtschaft stark und Inflation langsam anzieht) – und schon reagierte die Wall Street mit einem Abverkauf. Das zeigt einmal mehr, dass die Aktienmärkte vor allem am Tropf der Notenbanken hängen und die Realwirtschaft praktisch keine Rolle spielt. Die Aussagen von Fed-Gouverneur Harker unmittelbar vor der Rede von Jerome Powell in Jackson Hole dürften kein Zufall sein – sie sind eine Botschaft an die Märkte..

Hinweis: Das heutige Webinar muß leider entfallen – die Technik spielt uns immer neue Streiche! Sorry – und die Bitte um Verständnis, aber wir wollen es nicht riskieren, Sie wieder umsonst warten zu lassen.
Wenn wir sicher sind, dass es technisch klappt, wird das nächste Webinar zeitnah anberaumt und angekündigt!

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Rüdiger Born: Chance in US-Indizes?

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Hongkong – Proteste eine Gefahr für Zukunft des Finanzzentrums?

Nicht nur wegen der Proteste in Hongkong scheint China Pläne für eine Ablösung der Stadt als dominantes Finanzzentrum zu haben

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Hongkong gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China und hat eigentlich noch bis 2047 als so genannte Sonderverwaltungszone garantierte Sonderrechte. Diese sind durch die schon lange währenden Demonstrationen in Gefahr. China braucht Hongkong wirtschaftlich und umgekehrt. Aber jetzt bahnt sich eine neue Entwicklung an.

 

Hongkong – Bedeutung für Chinas Wirtschaft

Hongkong ist auf China angewiesen und vice versa. Wie amtliche Statistiken ausweisen, steht das Reich der Mitte allein schon durch seine geografische Nähe für die Hälfte von Hongkongs Handel. Zugleich stammen gut ein Viertel aller Auslandsinvestitionen in Hongkong aus China plus das Kapital aus diversen Steueroasen. Auch logistisch ist Hongkong vom Festland abhängig, denn ein Viertel des elektrischen Stroms bezieht man von dort sowie den größten Teil des benötigten Trinkwassers. Etwa 20 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet Hongkong mit Tourismus und Einzelhandel. Dabei kommen 80 Prozent der Touristen aus China, die in Hongkong Luxusgüter einkaufen.

Für chinesische Unternehmen hat Hongkong auch eine enorme Bedeutung. Die riesige Metropole ist ein Brückenkopf zu den globalen Finanzmärkten und Drehscheibe für viele Auslandsinvestitionen, die über die ehemalige britische Kronkolonie getätigt werden. Unbestritten auch die Dominanz der dort ansässigen Börse. Globale Investoren haben über die Börse in Hongkong 2,6 Billionen US-Dollar in chinesische Unternehmensaktien investiert. Chinesische Unternehmen nutzen die Stadt, um ausländisches Kapital einzusammeln. Dies ist aber nicht in Stein gemeißelt, wie wir gleich sehen werden.

 

Hongkong kämpft gegen die Rezession

 

Tourismus und Finanzindustrie sind wichtige Größen für das Bruttoinlandsprodukt Hongkongs. Die andauernden Proteste hinterlassen aber mehr und mehr Spuren in der Konjunktur. Allein die Schließung des Hongkonger Flughafens dürfte zu einem Ausfall von fast 14 Tausend Tonnen Fracht im Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar geführt haben, wie ortsansässige Fondsmanager verlautbarten. Damit verbunden auch zurückgehende Besucherzahlen, schwächere Einzelhandelsumsätze und geringere Hotelbuchungen.

Hongkongs Regierung hat deshalb ein Konjunkturpaket im Wert von rund 19 Milliarden Hongkong-Dollar (circa 2,3 Milliarden Euro) angekündigt, was aber nicht besonders groß erscheint, wenn man Hongkongs BIP in Höhe von 330 Milliarden Euro in Relation dazu stellt.

Dessen Wirtschaft schwächelt bereits seit Monaten. Im zweiten Quartal des Jahres musste schon ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent vermeldet werden. Im laufenden Quartal dürfte es nicht besser laufen, sodass eine technische Rezession zu erwarten ist. 2018 war das Bruttoinlandsprodukt noch um drei Prozent gewachsen.

 

Chinas Zukunftspläne – Shenzen, die neue Finanzmetropole?

Auch wenn sich die Regierung in Peking dem Druck der Demonstrationen in Hongkong nicht beugen wird, so scheint man bereits Pläne für eine Ablösung der Stadt als dominantes Finanzzentrum zu haben.

Hongkongs Rolle als Finanzplatz könnte an Bedeutung verlieren.

Darauf deutet ein am Sonntag veröffentlichter Plan Pekings hin, in dem eine weitere Öffnung der Wirtschaft von Shenzhen bekanntgegeben wurde – eine riesige Stadt unweit zur Grenze von Hongkong. Die Stadt solle bis 2025 „eine der führenden Städte der Welt im Hinblick auf wirtschaftliche Stärke und die Qualität der Entwicklung“ werden und bis zur Mitte des Jahrhunderts eine der Top-Metropolen der Welt.

Chinesische Medien sprachen davon, dass Shenzhen besser werden solle als Hongkong und es die einzige Chance für das abtrünnige Hongkong sei, sich vollständig in China zu integrieren. Auch wenn dieses als Drohkulisse zu verstehen ist, als Warnung an die einstige britische Kolonie, den erworbenen Wohlstand nicht zu riskieren, scheint sich hier eine weitere Entwicklung in Gang zu setzen.

 

Fazit

Es wird aus vielen Aktionen deutlich. China möchte sich als Weltmacht etablieren, praktisch in einer neuen bipolaren Welt in Konkurrenz zum Westen auf technologischen und militärischen Gebieten. Gewissermaßen der „Nukleus“ für den laufenden und noch lange währenden Handelsstreit zwischen den USA und China. Seien es die Entwicklungen um Huawei und Co oder jetzt in Hongkong, man scheint auf eine Art Ost-West-Aufteilung neuer Prägung zuzusteuern. Mittendrin Deutschland, welches als Exportnation große Wirtschaftsbeziehungen sowohl mit den USA als auch mit China unterhält. Ob dies in Zukunft ohne Friktionen weiter möglich sein wird?

 

Hongkong war bislang der Hub für China zu den globalen Finanzmärkten

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