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Die erste Quartalssaison 2019 und ihre Ergebnisse – vom Dax gut eingepreist

Wolfgang Müller

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Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hat es berechnet. Mit 27,2 Milliarden Euro fiel das Ergebnis der 30 Dax-Konzerne in den ersten drei Monaten des neuen Jahres um ein Fünftel schlechter aus als im Vorjahreszeitraum. Der Dax war im Vorjahr um ca. 18 Prozent gefallen, was die Dax-Unternehmen jetzt mit ihren Zahlen bestätigten. Es war schon ein erstaunliches Jahr, als plötzlich ab Ende Januar 2018 unser exportlastiger Index stufenartig in die Knie ging, zu einem Zeitpunkt als fast alle Ökonomen von einem weltweit synchronen Aufschwung sprachen. Erst im Sommer zeigten sich die ersten Wolken am Konjunkturhimmel.

 

Die Bilanz der ersten Quartalsberichte 2019

Die erste Quartalsbilanz des Jahres offenbarte Erstaunliches. Trotz des Gewinnrückganges steigerten die Unternehmen ihre Umsätze um fünf Prozent, ein neuer Rekord und eine Zunahme an Masse, aber ein Verlust an Profitabilität. Ausgerechnet in der Boomregion Asien liefen die Geschäfte schlechter, minus drei Prozent.

Das schwächere Wirtschaftwachstum in China, verstärkt durch den Zollstreit, drückt auf die Marge in einer Region, die für 16 Prozent des Umsatzes steht.

Kein anderes westliches Land als Deutschland ist stärker mit China verflochten.

Bei gut der Hälfte der Dax-Konzerne brach der Gewinn um mehr als zehn Prozent ein, bei Infineon und Eon mehr als 40 Prozent, bei Covestro und BMW sogar mehr als 70 Prozent.

 

Was sagen die Ausblicke?

Die Ausblicke der Unternehmen zeigen doch ein gerüttelt Maß an Unsicherheit aufgrund des Brexits, des schwachen Wachstums in Asien und der Handelskonflikte zwischen den USA, China und der EU. Mit einem nachhaltigen Abschwung rechnet man bislang aber nicht.

In den vergangenen drei Monaten fielen die Gewinnprognosen für Infineon und BMW um mehr als zehn Prozent, für die Deutsche Bank und RWE um mehr als 15, für Thyssen-Krupp um 25 und für Covestro sogar um gut 30 Prozent.

Die Kursreaktionen des Dax auf die Verschiebung der US-Zölle gegenüber deutschen Autos sind gerade ein Zeichen dafür, was eingepreist war. Jetzt gewinnt man etwas Zeit, um den Präsidenten durch Produktionsverlagerungen u.ä. gnädig zu stimmen. Allerdings ist Trumps weitere Taktik so unvorhersehbar wie eine Wettervorhersage für den Sommer aus jetziger Perspektive.

 

Die Hoffnungsschimmer

18 Dax-Konzerne berichteten von 15 Milliarden Euro, die sie im ersten Quartal für Forschung und Entwicklung ausgegeben haben – ein neuer Rekord. Von 12 Unternehmen gab es keine Angaben. Am meisten investierten die Autobauer VW, Daimler und BMW mit zusammen 6,3 Milliarden Euro mit dem Schwerpunkt auf die E-Mobilität und das autonome Fahren. Auch Bayer, Continental, SAP und Siemens hatten Budgets von mehr als einer Milliarde Euro für die Forschung.

Ein weiterer Faktor, der etwas Zuversicht schürt, ist die Beschäftigungssituation in den Dax-Unternehmen. Mit knapp über vier Millionen Menschen sind es so viele wie noch nie, eine Steigerung von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwei Drittel sind im Ausland angestellt, ein Drittel in Deutschland. Die Spitze markiert einmal mehr Volkswagen mit knapp 640 000 Beschäftigten, gefolgt von der Deutschen Post mit fast 500 000. Personalabbau gab es nur bei der Deutschen Bank und der Münchener Rück in nennenswertem Umfang.

Der Dax hat in den ersten Monaten schon viel vorweggenommen, für weitere Avancen müsste es schon Lösungsansötze im Streit USA – China geben. Es wurde schon x-mal festgestellt: Bei einem Einbruch Chinas ist auch in Deutschland „Land unter“ und da können Bauwirtschaft und Dienstleistungen auch nicht mehr helfen.

 

Fazit

Aus meinen Beobachtungen in den letzten Jahrzehnten habe ich mir folgende Vorgehensweise angeeignet. Wenn sich Aktienkurse divergent zu den Konjunkturdaten entwickeln, frage ich mich zuerst: Sehen die Aktienmärkte etwas, was noch nicht in Frühindikatoren abzusehen ist? Auch, wenn sich die Märkte manchmal irren, so ist ein „Dagegeninvestieren“ à la longue ein teures Vergnügen, denn es gibt in der Regel unglaublich viele Firmeninsider, die auch an der Börse agieren und die Kurse bewegen.

Nicht „die Märkte sind dumm“, ist der vielversprechende Ansatz (auch wenn er gelegentlich stimmt), sondern „die Märkte haben zumeist recht“. Allein das letzte Jahrzehnt gab dafür genug Anschauungsmaterial. Die wissenschaftliche „Efficient Market Theory“ ist hierbei Grundlage und ein Grund dafür, warum es auf Dauer keinem Anleger gelingt, die Performance des Leitindex zu schlagen. Außer er wendet Insiderkenntnisse an und das steht unter Strafe.

Der Dax hat in seiner Vorhersage für die Gewinnsituation für das Q1 des neuen Jahres Monate vorher ziemlich gut gelegen und für die Kalenderjahre braucht man nur die Jahresstände mit den akkumulierten Dax-Gewinnen zu vergleichen, um sich vom Preisfeststellungsmechanismus Börse zu überzeugen.

Deshalb bin ich gespannt, wann die Märkte die nächste Rezession einpreisen. IWF, OECD, DIW, Regierungsorgane und anderen Prognosestellen ist dies in den letzten Jahrzehnten nicht gelungen, den Märkten schon.

 

Foto: Deutsche Börse AG

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Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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