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Finanznews

Am Ölmarkt überschlagen sich gerade die Nachrichten

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Am Ölmarkt überschlagen sich gerade die Nachrichten, während der Ölpreis selbst weiterhin anzieht, WTI auf 38 und Brent auf 41 Dollar. In den letzten Minuten geht´s einen kleinen Tick zurück. Hier eine aktuelle Übersicht auf einen verrückten Markt.

Blackrock

Der Investment-Gigant Blackrock hat in Person des Direktors Ewen Cameron vor zwei Stunden bei CNBC bestätigt, was die offiziellen Börsendaten gestern schon hergaben: Öl ist derzeit in einer Shortsqueeze. Der Markt war überverkauft, und Shorties nehmen jetzt lange aufgebaute Gewinne mit, in dem sie mit Käufen die Shorts glattstellen, Zitat:

„Equity markets are going through a period of „short-covering. There was always going to be a bit of a rebound in these sectors [oil and iron ore] because they have been so heavily sold down.“

Goldman

Goldman Sachs hat heute verkündet die aktuelle Rohstoff-Rally sei nicht nachhaltig. Man betont hier die Märkte Öl und Eisenerz. Es sei jetzt an der Zeit Öl zu verkaufen. Goldman lag zuletzt mit seiner großen „Euro Short“-Empfehlung grandios daneben, aber beim Öl stimmen wir zu.

„While these dynamics could run further, they simply are not sustainable in the current environment. Energy needs lower prices to maintain financial stress to finish the rebalancing process. Otherwise an oil price rally will prove self-defeating, as it did last spring.“

China

Heute früh wiesen wir schon darauf hin: Sieht man sich die Daten aus China an, zeigt sich eine Steigerung der Öl-Importe zwischen Januar und Februar von 19,1% – das Reich der Mitte hat pro Tag acht Millionen Barrel Öl importiert. Das hat aber nichts mit einer steigenden Öl-Nachfrage der chinesischen Wirtschaft zu tun, denn wie heute früh bekannt wurde, sind die Exporte um 25,4% und die Importe um 13,8% eingebrochen – also realwirtschaftlich ist was die Öl-Nachfrage angeht, in China tote Hose. Die wirtschftliche Aktivität in China ist desaströs. Lager „VOLL MACHEN“ solange die Preise noch relativ günstig sind, das wird wohl aktuell das Motto in China sein. Das hat aber keinen Bezug zur Realwirtschaft, sondern ist eben nur der Effekt „nochmal schnell günstig einkaufen“.

Kuwait

Kuwait scheint keine Lust mehr auf das Kasperletheater namens „Ölpreis-Einfrierungsvereinbarung“ zu haben. Der kuwaitische Ölminister Anas al-Saleh sagte heute so eine Einfrierung bedürfe einer Teilnahme aller Produzenten, wozu auch der Iran zähle! Falls es kein wirksames Agreement gäbe, werde Kuwait wieder voll aufdrehen (also volle Pulle fördern). Man werde dann jeden produzierten Barrel auch real auf den Markt werfen. Kuwait steht für eine tägliche Fördermenge von 3 Millionen Barrel Öl. Was heißt diese Aussage? Der Iran sagte jüngst mehrmals klipp und klar man erhöhe seine Fördermenge stetig weiter bis man auf dem Niveau von vor den Sanktionen angekommen ist – dann könne man über eine Einfrierung auf hohem Niveau reden. Und das kann noch gut ein Jahr dauern, bis der Iran da oben angekommen ist.

Fazit: Das Einfrierungs-Agreement, wie wir gestern schon geschrieben hatten, ist albern und sinnlos, solange nicht wirklich alle mitmachen und einander vertrauen. Aber im Laufe der aktuellen Shortsqueeze haben die ständigen Gerüchte der letzten Wochen einen positiven Effekt auf den Ölpreis gehabt.

Ach ja, und wenn wir eh schon beim Iran sind: Iranisches Öl ist am Wochenende zum ersten Mal nach den Sanktionen in Europa angekommen, genauer gesagt in Spanien. Drei weitere Tanker sind gerade auf dem Weg. Das erhöht die Flut Richtung Europa weiter. Gut für die Konsumenten, schlecht für das reale Verhältnis von Angebot und Nachfrage – die Spanne steigt weiter.

USA

Die US-Energiebehörde IEA erwartet für April einen weiteren Produktionsrückgang für die USA. Die Fracking-Förderung soll im April ihren zweitgrößten Rückgang erleben. Der Gesamtausstoß soll um täglich 106.000 Barrels zurückgehen. Das Bakken-Feld soll z.B. um 28.000 Barrels rückläufig sein, Eagle Ford in Texas um 58.000 Barrels pro Tag. Die Pleite der Fracking-Buden kommt jetzt immer stärker zum Tragen. Aber wie wir letzte Woche schon angesprochen hatten: Einige Firmen reduzieren ihre Aktivitäten jetzt fast komplett und gehen in eine Art Winterschlaf. Bei nachhaltigem Durchbrechen der 40 Dollar-Marke beim WTI-Öl wollen viele Förderer wieder schnell hochfahren und produzieren, da sie mit einigen Feldern inzwischen dort den Break Even erreichen können. Damit erhöhen sie natürlich wieder die globale Angebotsmenge, aber egal, man guckt ja eh nur auf sich selbst.

Heute Abend geht´s weiter, 22:30 API-Daten, morgen 16:30 IEA-Lagerbestände!

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