Europa

"Arbeitskräftemangel trifft auf Energiekrise" Arbeitsmarktbarometer sinkt auf tiefsten Stand seit 2020

Bundesagentur für Arbeit

Das Konsumklima in Deutschland rauscht aktuell auf noch nie da gewesene Tiefs. Das ist verständlich, wenn die Menschen lieber Geld auf die hohe Kante legen für die Zahlung höherer Energiekosten, anstatt es für sinnfreies Shopping auszugeben. Dazu kommen jetzt schon zahlreiche negative Auswirkungen der Energiekrise auf Gewerbebetriebe. Entsprechend trübt sich auch der deutsche Arbeitsmarkt zunehmend ein. Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), einer Tochter der Bundesagentur für Arbeit, fällt laut aktueller Meldung auf das tiefste Niveau seit der Coronakrise im Jahr 2020.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer lag im September 2022 bei 100,4 Punkten und ist im Vergleich zum August um weitere 0,8 Punkte gesunken. Damit liegt der Frühindikator des IAB knapp über der neutralen Marke von 100, was weiterhin leicht positive Aussichten signalisiert. Auf europäischer Ebene verzeichnet das Barometer den fünften Rückgang in Folge und liegt nun genau auf dem neutralen Stand von 100 Punkten. „Arbeitskräftemangel trifft auf Energiekrise. Der boomende Arbeitsmarkt bekommt einen Dämpfer“, so sagt es das IAB.

Die Beschäftigungskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers ist im September im Vergleich zu August um 0,7 Punkte nochmals gesunken, befindet sich mit 103,7 Punkten aber weiter auf gutem Niveau. Die Beschäftigung dürfte also weiterhin wachsen, wenn auch in einem langsameren Tempo.
Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit verzeichnet im September einen weiteren Rückgang von 0,9 Punkten und liegt nun bei 97,1 Punkten. Damit entfernt sie sich weiter von der neutralen Marke 100, was auf eine steigende Arbeitslosigkeit hindeutet. „Kurzfristig hat die Fluchtzuwanderung die Arbeitslosigkeit erhöht – für die Zukunft gibt es aber zusätzliches Beschäftigungspotenzial.“

Der Stand des European Labour Market Barometer hat sich im September laut IAB zum fünften Mal in Folge verschlechtert. Im Vergleich zum August ist der Arbeitsmarkt-Frühindikator des Europäischen Netzwerks der öffentlichen Arbeitsverwaltungen und des IAB um 0,9 Punkte gesunken und liegt nun genau auf der neutralen Marke von 100 Punkten. In allen teilnehmenden osteuropäischen Ländern steht das Barometer sogar noch deutlich schlechter – hier sind die Kriegswirkungen besonders spürbar. Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit liegt mit einem Rückgang von 1,0 Punkten aktuell bei einem Wert von 98,3 Punkten, was auf eine steigende Arbeitslosigkeit in den europäischen Ländern hinweist. Die Komponente zur Vorhersage der Beschäftigung ist um 0,7 Punkte auf 101,7 Punkte gesunken, liegt aber damit immer im leicht positiven Bereich. Wie für Deutschland gilt für die erfassten europäischen Länder insgesamt, dass eine eher positive Beschäftigungsentwicklung bei gleichzeitig ansteigender Arbeitslosigkeit erwartet wird.

IAB-Arbeitsmarktbarometer im Verlauf der letzten zehn Jahre



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1 Kommentar

  1. Schwierige Gemengelage haben wir aktruell:

    Die Urlaubstage dürten weltweit die höchsten sein (30 Tage), der Krankenstand ist ausgesprochen hoch.

    Der Einzelhandel hat schon seit einigen Monaten personalintensive Theken zurückgefahren. Nun soll ja noch die energiebezogene Verürzung der Öffnungszeiten kommen.

    All das führt eben dazu das Personal abgebaut werden wird. Die Auftragsbücher des Maschinenbaus sind auch nicht mehr so voll, wie vor einigen Monaten.

    Ich gehen davon aus, dass der Arbeitsmarkt schnell abstürzen wird. Hinzu kommt, dass immer mehr Unternehmen versuchen, aus dem Ausland preisgünstigere Produkte zu bekommen, die scheinbar teilweise sogar eine höhere Qualität als die aus Deutschland haben.

    Letztentdlich werden uns die Sozialkosten sowie unser Anspruchverhalten recht zügig ruinieren.

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