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BaFin kritisch wegen wenigen großen IT-Dienstleistern bei Banken

Die BaFin zeigt sich aktuell kritisch wegen wenigen großen IT-Dienstleistern, die einen Großteil der Banken bedienen.

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Foto: Alex Kraus/Bloomberg

Seit Jahren heißt es bei Banken und Sparkassen in Deutschland: Reduzieren, verschlanken, entlassen, schließen, fusionieren, Outsourcing. Das gilt auch für den hohen IT-Aufwand. Dabei werden wichtige Aufgaben von vielen Banken an wenige große IT-Dienstleister ausgelagert. Kommt es dort zu Problemen, haben auf einen Schlag zahlreiche Banken Probleme im Kundenverkehr. Offenbar macht sich die Finanzaufsicht BaFin verstärkt Sorgen um diesen Trend, so zeigen es aktuelle Aussagen, bei denen auch andere Themen angerissen wurden.

Die deutschen Banken sollten einen Teil der derzeit zinsbedingt hohen Gewinne für die Aufrüstung ihrer Technologie nutzen und Vorsorgen für faule Kredite bilden, statt nur die Ausschüttungen an die Aktionäre zu erhöhen, so mahnt es der Präsident der Finanzaufsicht BaFin, Mark Branson an. “Viele Banken und Sparkassen verdienen im Moment gut oder sogar sehr gut. Von den Gewinnen sollten nicht nur Aktionäre profitieren. Sie sollten auch als Vorrat für schwierigere Jahre dienen. Die Risikovorsorge darf nicht zu kurz kommen“, so Branson laut Bloomberg auf einer Pressekonferenz.

Viele deutsche Banken haben im vergangenen Jahr davon profitiert, dass die straffere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank die Zinserträge in die Höhe trieb, während die Branche die Zinsen für Einleger langsamer anheben konnte. Die BaFin und andere Aufsichtsbehörden haben jedoch davor gewarnt, dass höhere Zinsen die Kreditausfälle erhöhen könnten und dass die Banken auch Risiken wie Cyberangriffen ausgesetzt sind.

Als Teil dieser Bemühungen, die Branche zu stützen, wird die BaFin verstärkt prüfen, wie Banken Dienstleistungen auslagern, um Kosten zu senken, sagte Branson. “In Deutschland bedient in einigen Bereichen ein kleiner Kreis spezialisierter IT-Dienstleister einen Großteil der Banken. Ähnlich ist es in der Versicherungsbranche”, so Branson. “Kommt es bei einem dieser Mehrmandanten-Dienstleister zu Störungen, bricht sofort Nervosität im System aus. Mehrere Banken können plötzlich gleichzeitig nicht mehr auf ihre Dienstleistungen zugreifen.”

Die BaFin werde prüfen, welche Firmen mit welchen deutschen Banken zusammenarbeiten, sagte Branson. Die Aufsicht beobachte einige kritische Dienstleister schon seit mehreren Jahren sehr genau, fügte er hinzu.

FMW/Bloomberg



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