Immobilien

Zinswende Bauzinsen für 10 Jahre erreichen 4 Prozent

Die Bauzinsen für 10 Jahre Sollzinsbindung haben jetzt 4 Prozent erreicht. Und die EZB steht in 10 Tagen vor der nächsten Zinsanhebung.

Haus und Geld

Die Bauzinsen in Deutschland steigen immer weiter an. Für zehn Jahre Sollzinsbindung zeigt der Anbieter Interhyp aktuell einen Zins von 3,99 Prozent – es ist ein steiler Anstieg von glatt 1 Prozent zu Jahresanfang! Die FMH-Finanzberatung zeigt heute in ihrer Zinsprognose für Oktober einen Zinssatz von 4,05 Prozent.

Die Zinswende der EZB setzte erst im Sommer ein, die Bauzinsen der privaten Anbieter stiegen bereits im Vorfeld seit Jahresanfang. Die Zinswende war aufgrund der dramatisch steigenden Inflation (10,0 Prozent in der Eurozone) unvermeidlich. Die Baufinanzierer hängen mit ihren Bauzinsen deutlich über dem Leitzins der EZB (derzeit bei 1,25 Prozent). Denn von irgendwas muss man ja auch leben?

Absehbar ist, dass die Bauzinsen weiter steigen könnten. Denn die EZB wird die Zinsen weiter anheben – nur wie stark, das ist derzeit nicht klar. Während viele Beobachter weitere 0,75 Prozentpunkte fordern, mehren sich die Stimmen für eine schwächere Zinsanhebung. Denn zu stark steigende Zinsen könnten die heraufziehende Rezession verschlimmern.

Am 27. Oktober steht die nächste Entscheidung der EZB an. Die Zinsen erleben einen weiteren Auftrieb – das ist klar. In der folgenden Grafik sehen wir den Leiztzins der EZB in orange, im Vergleich dazu die Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen (blaue Linie), an denen sich auch die Bauzinsen orientieren. Die Rendite stieg seit Jahresanfang von -0,12 auf jetzt +2,24 Prozent.

EZB-Zinsen und Rendite für deutsche Bundesanleihen seit Anfang 2022
Chart: TradingView



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5 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    4 Prozent sind gar nichts im Vergleich zur Jahrtausendwende oder den Achtziger und Neunziger Jahren in Deutschland.

    Selbst 2007/08 waren 5 Prozent ganz normal.

    1. Vor 10, 20, 30 Jahren betrugen die Immobilienpreise doch nur ein Bruchteil dessen, der heutigen Preise!

      Die Preise sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert und die Hebelung durch Immobilienkredite hat enorm zugenommen. Nicht aber die Einkommen, da die Verbraucherpreise ja nur moderat gestiegen sind.

      Natürlich sind 4 Prozent Zinsen für einen Immobilienkredit bei den heutigen Preisen ein Problem und ein Vergleich mit früheren Zinshöhen, ist ein Vergleich zwischen Birnen und Äpfeln.

      1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

        Die Leute wurden aber ausreichend gewarnt, das die Niedrigzinspolitik der EZB, irgendwann endet. Nun so zu tun, als wäre das aus heiterem Himmel gekommen, ist nicht richtig.

        Schon im Jahre 2013 schrieb die Bundesbank, von einer „zunehmenden Immobilienblase“ in Deutschland, bedingt durch die Niedrigzinspolitik der EZB.
        Von der „Flucht in die Sachwerte“ sprach das Handelsblatt, von der“ Flucht in’s Betongold“ die FAZ.

  2. Ich denke, die Probleme werden erst richtig sichtbar, wenn 2013/14 aufgenommene Baudarlehen von 1 %, nach 10 jähriger Zinsbindung, nun mit 4 % verzinst werden müssen.
    Und die 4 % werden sicher noch nicht der Höchststand sein.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. Pingback: Immobilienpreise gefallen weiter – aktuelle Daten für den deutschen Markt - finanzmarktwelt.de - Immo-journal

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