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Bauzinsen: Großer Absturz binnen 6 Wochen – Expertenaussagen

Die Bauzinsen fallen in 6 Wochen um 0,56 Prozentpunkte! Die Märkte hoffen auf sinkende EZB-Zinsen. Hier dazu Details und Expertenaussagen.

Einfamilienhaus mit Solarzellen auf dem Dach
Einfamilienhaus. Foto: Wirestock-Freepik.com

0,4 Prozentpunkte Zinsersparnis bringen dem Häuslebauer auf zehn Jahre gerechnet locker 13.000 Euro Ersparnis, so jüngst eine Berechnung des Anbieters Interhyp. Und wenn die Zinsen weiter fallen, wird der Eigentumserwerb noch mal ein Stück attraktiver. Die Bauzinsen fallen richtig kräftig, und das in sehr kurzer Zeit! Warum? Die Märkte erwarten schon im Frühjahr Zinssenkungen durch die EZB. Der Leitzins stieg von Sommer 2022 bis Herbst 2023 von 0 % auf 4,5 %. Nun soll er dank deutlich sinkender Inflation bald fallen? Noch ist das keine ausgemachte Sache. Aber die Renditen für zehnjährige deutsche Staatsanleihen fallen bereits wie ein Stein, von 2,84 % Anfang November bis jetzt auf 2,19 % – ein massiver Rückgang in so kurzer Zeit! Dieser TradingView Chart zeigt den Verlauf seit Mai.

Grafik zeigt Entwicklung deutscher Anleiherenditen seit Mai

Bauzinsen crashen parallel zu Anleiherenditen

Die Bauzinsen in Deutschland für zehn Jahre Sollzinsbindung sinken parallel zu den Anleiherenditen wie ein Stein, laut Interhyp von 4,23 % Anfang November bis jetzt auf 3,67 % – ein Rückgang von 0,56 Prozentpunkten in sechs Wochen – das ist eine gewaltige Bewegung! Noch am 7. Dezember lag der Zins bei 3,80 %. Die Grafik zeigt die Entwicklung der Bauzinsen in den letzten sechs Monaten. Nun geht es vor allem in der morgigen Zinsentscheidung und der folgenden Pressekonferenz der EZB darum, ob man Zinssenkungen bereits für das Frühjahr andeutet, wie von den Märkten erwartet. Dann könnten Anleiherenditen und Bauzinsen weiter fallen.

Grafik zeigt Entwicklung der Bauzinsen in Deutschland in den letzten sechs Monaten

Der folgende Chart zeigt die Entwicklung der Bauzinsen in den letzten fünf Jahren. In diesem größeren Bild ist der jüngste Rückgang noch keine große Bewegung. Denn man bedenke: Im Vorausblick auf die ansteigenden EZB-Zinsen ab Sommer 2022 stiegen die Bauzinsen in Deutschland bereits ab Januar 2022 wie an einer Schnur gezogen, vom Ausgangspunkt bei exakt 1,0 %. In diesem größeren Bild sind 3,67 % immer noch viel.

Grafik zeigt Blick auf deutsche Bauzinsen seit fünf Jahren

Experten erläutern Hintergründe

Die Experten der Dr. Klein Privatkunden AG sagen heute, dass der repräsentative Bestzins von Dr. Klein für zehn Jahre Sollzinsbindung aktuell bei 3,25 % liegt. Allerdings hatte er vorher im Hoch auch nicht die 4 %-Marke überschritten. Man erläutert in einer aktuellen Veröffentlichung auch die Entwicklung der Bauzinsen und bietet einen Ausblick: Die relevanten Parameter, die die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen beeinflussen, hatten in den vergangenen Wochen eines gemein: Sie gaben nach. So sank die Inflation im Euro-Raum im November auf 2,4 Prozent, in Deutschland auf 2,3 Prozent. Auch die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen fiel von 2,7 Prozent Mitte November auf rund 2,3 Prozent Mitte Dezember, so erläutert es der Anbieter Dr. Klein. Zwar ist der Zusammenhang zu den Bauzinsen indirekt – dennoch seien die Indikatoren richtungsweisend. „Wir haben zuletzt sowohl in Deutschland als auch im Euro-Raum Rückgänge der Inflationsraten gesehen, die über der Markterwartung lagen“, sagt Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG.

Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die EZB zurückhaltend. Die Zentralbanker werden nicht müde, dem Markt zu vermitteln, dass die Geldpolitik über einen längeren Zeitraum ausreichend restriktiv bleiben muss, um Preisstabilität zu gewährleisten. Eine Zinssenkung stehe daher momentan nicht zur Debatte, so Dr. Klein. Weiter sagt man: Dennoch äußerten in den vergangenen Wochen verschiedene Ökonomen die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank spätestens im zweiten Halbjahr 2024, möglicherweise sogar bereits im ersten, den Leitzins senken wird. „Der Markt preist aktuell nicht mehr nur eine neutrale Haltung der EZB ein, sondern geht von mindestens zwei bis drei Zinssenkungen im kommenden Jahr aus. Diese Erwartung hat in den vergangenen Wochen maßgeblich zum Rückgang der Bauzinsen beigetragen.“

Ausblick für die Entwicklung der Bauzinsen

Die Inflationsentwicklung und -dynamik in Deutschland sowie in der Euro-Zone werden darüber entscheiden, ob, wann und wie oft die EZB im kommenden Jahr den Leitzins senken wird. Noch gilt es abzuwarten, inwieweit sich die geldpolitischen Straffungen der vergangenen Monate auf die Wirtschaft auswirken, so Dr. Klein. Wichtig für das Thema Bauzinsen: Michael Neumann ist sich sicher, dass der Zinspeak erreicht ist: „Ich rechne damit, dass die EZB noch eine Weile ihre neutrale Position beibehält. Von Zinsanhebungen im kommenden Jahr gehe ich aktuell nicht aus, eine mögliche Senkung halte ich im dritten oder vierten Quartal für realistisch.“ Der Zurückhaltung der Zentralbanker steht die wirtschaftliche Stagnation gegenüber.

Hier bedarf es laut Neumann dringender Impulse: „Die Konjunktur trübt sich in Deutschland und im gesamten Euro-Raum zunehmend ein. Hinzu kommt, dass es auch aus den USA und aus China keine Impulse für den Markt gibt. Natürlich müssen für eine Zinssenkung die Voraussetzungen stimmen: Die Inflationsrate und vor allem auch die Kerninflationsrate sollten weiter sinken und finanzielle Stabilität gewährleistet sein. Doch für die Vitalität der Wirtschaft braucht es in absehbarer Zeit entsprechende Signale der EZB, also ein, zwei kleine Zinsschritte nach unten.“ Für Ende 2024 rechnen die Märkte laut Neumann mit einem Leitzins von unter 4 Prozent. Bei den Bauzinsen erwartet Dr. Klein im kommenden Jahr eine Seitwärtsbewegung: „Ich gehe davon aus, dass wir uns bei einer 10-jährigen Zinsfestschreibung in einem Korridor von 3 bis 4 Prozent bewegen. Dabei werden kleinere Ausschläge meines Erachtens eher nach unten als nach oben gehen“, so der Chef von Dr. Klein.



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3 Kommentare

    1. Ein Vorschlag, der so irre ist, kann nur von den Linksgrünen kommen. Ähnliches IQ Level wie das 60.000 Euro Staatserbe für 18-Jährige hier von der SPD. Also ca das IQ Level der Beutelratte.

  1. Und selbst wenn die Bauzinsen wieder etwas sinken, so ändert sich nichts an der Tatsache das das sozialistische Regime die Lebensunterhaltskosten verteuert hat. Nicht das hier noch jemand auf die lustige Idee kommt wieder steigende Immobilienpreise auszurufen.

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