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Online-Handel gräbt stationärem Handel das Wasser ab Black Friday: Schwache Umsätze signalisieren harte Zeiten für Einzelhändler

Für stationäre Einzelhändler und Marken, die am meisten auf den Black Friday setzen, war die Rabattschlacht ein "Blindgänger".

Shoppers wait to check out out a Best Buy store in Union City, California, during this year’s Black Friday
Foto: David Paul Morris/Bloomberg

Die schwachen Umsätze der stationären Einzelhändler in der Woche zum Black Friday sind ein besorgniserregendes Zeichen für diese Ketten und die gesamte US-Wirtschaft. Diese ist darauf angewiesen, dass die Verbraucher ihre Ausgaben weiter erhöhen, um eine Rezession zu vermeiden, die im Verarbeitenden Gewerbe bereits Realität ist. Es erhöht auch das Risiko, dass der Rest der Weihnachtseinkaufssaison enttäuschend verläuft, was die Einzelhändler dazu zwingt, ihre Rabattschlacht auszuweiten.

Rückgang am Black Friday stärker als 2022

Laut einer Analyse der Transaktionsdaten von Bloomberg Second Measure betrug der durchschnittliche Rückgang der Verkäufe vier Prozent für eine Gruppe von 40 Unternehmen, die seit Jahresbeginn einen höheren Prozentsatz ihrer Umsätze durch den Black Friday generieren als ihre Mitbewerber. Das war ein stärkerer Rückgang als 2022:

Punkteduagramm mit Verlierern und Profiteuren am Black Friday im Einzelhandel

Dabei untersuchte Bloomberg stationäre Einzelhändler, bei denen der Black Friday einen überproportionalen Anteil an den beobachteten Verkäufen ausmachte. Von großen Läden wie Walmart Inc. und dem Baumarktriesen Home Depot Inc. bis hin zu den Bekleidungsketten Abercrombie & Fitch Co. und Gap Inc.

Die Daten von Bloomberg basieren auf Stichproben von Millionen US-Kredit- und Debitkarten und erfassen nicht die Umsätze bei den in der Lieferkette vorgeschalteten Großhändlern, die für Unternehmen wie den Kosmetikhersteller Estée Lauder Cos. wichtig sind, und einige andere Zahlungsarten, einschließlich Bargeld.

Fünffacher Umsatz im Vergleich zum Tagesdurchschnitt

Nach der mittleren Schätzung von Bloomberg generierten die Einzelhändler am Black Friday mehr als das Fünffache des durchschnittlichen Tageswerts bei den beobachteten Händlern. Das ist der höchste Wert seit 2019, was bedeutet, dass diese Einzelhändler massiv auf diesen einen Einkaufstag setzen, obwohl die Zahl der Schnäppchenjäger, die sie anlocken, zurückgegangen ist.

Der Grund dafür dürfte die immer schwieriger werdende Situation bei den Konsumenten sein. Zum einen sind die Sparüberschüsse aus den Corona-Hilfen nahezu aufgebraucht und zum anderen belastet die Inflation und das Auslaufen des Studentendarlehens-Moratorium viele US-Haushalte.

Um Fahrtkosten zu sparen und noch höhere Rabatte zu realisieren, stiegen zudem in diesem Jahr noch mehr Endverbraucher auf den Online-Handel um.

Boom im Onlinehandel und bei Discountern

Laut Adobe Analytics sind die Online-Ausgaben am Black Friday im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent gestiegen. Die Daten von Bloomberg weisen zudem darauf hin, dass die US-Verbraucher einen Teil ihrer Ausgaben von den traditionellen Black-Friday-Einzelhändlern auf Discounter oder mehr Erlebnisse und Reiseeinkäufe verlagern sowie auf noch stärker rabattierte Angebote im Internet. Discounter wie Walmart setzen wegen des Trends hin zum Online-Handel nun verstärkt auf den Cyber Monday.

Das könnte auch einer der wenigen Lichtblicke in den von Bloomberg Second Measure erhobenen Daten sein. Das zeigen die steigenden Umsätze für Discounter wie Walmart und TJX Cos Inc, die Muttergesellschaft von T.J., Maxx und Marshall.

Der Marktführer in den USA beim Online-Versandhandel, Amazon, konnte unmittelbar vor den Weihnachtsfeiertagen tendenziell mehr Einnahmen generiert. Der Online-Einzelhandels-Riese steigerte seine Verkäufe am Black Friday sogar um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Amazon profitiert gegenüber dem stationären Einzelhandel von der Black Friday Rabattschlacht
Aber bei den meisten anderen von Bloomberg analysierten Einzelhändlern gingen die Ausgaben am Black Friday zurück, in einigen Fällen im zweistelligen Bereich:

Deutlich Einbruch bei einigen Einzelhändlern am Black Friday im prozentual zweistelligen Bereich
FMW/Bloomberg



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