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Crash binnen 3 Monaten wegen Fed Black-Monday-Risiko: Fonds hortet zwei Drittel der Anlegergelder in Cash

Ein Fonds erwartet innerhalb der nächsten drei Monate einen Crash, wenn die Liquidität der Fed aus dem System herausgeht.

Grafik: User6370240-Freepik.com

Je länger die Aktienkurse steigen, je mehr Bären ausgeknockt werden und ins Bullenlager wechseln, desto mehr werden die verbliebenen Bären unglaubwürdig. Crash? Kommt doch gar nicht mehr, läuft doch alles bestens? Da gibt es derzeit eine interessante Meinung: Der britische Fondsmanager Ruffer rechnet in den USA mit einer Liquiditätskrise, die zu einem Marktcrash wie am “Schwarzen Montag” des Jahres 1987 führt. Deshalb hortet der Fonds mit einem Anlagevermögen von 22 Milliarden Pfund soviel Barmittel wie noch nie.

Der Cash-Anteil an der Gesamtsumme liegt bei zwei Dritteln, wie Fondsmanager Matt Smith laut Bloomberg erklärt. Wenn es an der Wall Street scheppert, will Ruffer nicht exponiert sein, sondern allenfalls von Kreditausfallswaps profitieren sowie von Aktienoptionen, die auf sinkende Börsenkurse wetten. “Innerhalb der nächsten drei Monate könnte es soweit sein, wenn die Liquidität der Fed aus dem System herausgeht”, so Smith. Der Markt könne dann “reflexartig in die andere Richtung gehen”.

Ruffers Arbeitsweise ist dergestalt, dass der Fonds seine Anlagen auf eine oder zwei Wetten konzentrieren kann, statt sich einfach an Branchen-Benchmarks zu orientieren. 2020 war das Haus mit einer Wette auf Bitcoin erfolgreich. Im Jahr 2023 hingegen setzte Ruffers Total Return Fund aufs falsche Pferd und fuhr ein Minus von mehr als 6% ein, als die Aktienmärkte in die Höhe schnellten und zugleich auch die Anleihekurse kletterten.

Grafik zeigt Entwicklung der US-Anleiherenditen

An dem in die Börsengeschichte eingegangenen “Schwarzen Montag”, dem 19. Oktober 1987, verzeichnete die Wall Street den größten prozentualen Einbruch aller Zeiten: Minus 20,5% hieß es für den S&P 500 und minus 22,6% für den Dow Jones Industrial Average. Die Ursachen sind zwar umstritten, aber die Zeit vor dem Absturz war von einem überschwänglichen Bullenmarkt bei Risikoanlagen gekennzeichnet, zu dem Smith heute Parallelen sieht.

Übertriebener Optimismus in Bezug auf US-Zinssenkungen hat an den Märkten zu Preisen geführt, bei denen absolut nichts schiefgehen darf. Das schürt Liquiditätsrisiken im Stil des Schwarzen Montags, da zugleich die US-Notenbank ihr Anleihenkaufprogramm weiter zurückfährt, so Smith. Auch wenn die jüngsten heißen US-Inflationsdaten die Aussichten für eine Lockerung der US-Zinsen trüben, gehört Ruffers Ansicht immer noch zu den pessimistischsten am Markt.

“Wir haben zwei Anlageziele: Das eine ist der Kapitalerhalt und das zweite ist, eine bessere Rendite als Bargeld zu erzielen, aber das ist ein sekundäres Ziel”, so Smith im Bloomberg-Interview. “Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir glauben, dass die Konzentration auf das erste Ziel am wichtigsten ist.” In der globalen Finanzkrise 2008 machten die Kunden von Ruffer einen Gewinn von 16%, so Smith.

Das typische Portfolio des Fonds hat seit Gründung eine durchschnittliche Rendite von 8,1% pro Jahr erwirtschaftet. Die Cash-Quote von Ruffer lag in den letzten drei Jahrzehnten durchschnittlich bei 5%. Zu den größten Investitionen von Ruffer gehören auch langlaufende britische inflationsgeschütze Anleihen und Goldminengesellschaften. “Wir haben einen Regimewechsel von einer Obergrenze von 2% zu einer Untergrenze von 2% Inflation erlebt”, so Smith. “Das bedeutet, dass die Zinsen und die Inflation strukturell nach oben gehen.”

FMW/Bloomberg



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6 Kommentare

  1. Dreimal das Wort Crash und einmal das Wort Black-Monday im Aufmacher für diesen Artikel.
    Das ist grenzwertig primitiv.

    1. Hoffe trotzdem inständig, dass die Börsen-Asos bald richtig einen reinkriegen. Drei Jahre nur fallende Kurse und jeden Morgen rotgeweinte Augen weil die „alternativlose“ Altersvrorge quasi verdampft. Zwischendurch gern ein paar scharfe Zwischenrallys damit etwas falsche Hoffnung aufkommt um dann abrupt zwei Etagen tiefer zu landen.

      1. Wenn wir uns die Grafik oben anschauen von den kurzfristigen Renditen, dann sehen wir, dass sie immer nur gesenkt wurden, bei einem Crash. Warum sollte es dieses mal anders sein? Ich denke die Chancen stehen gut, bin mir aber nicht zu sicher.

      2. Dir ist schon klar, dass die Börsen die erwartete wirtschaftliche Lage in der Zukunft wiederspiegeln und wir bei deinem Wunsch in einer massiven weltweiten Wirtschaftskrise stecken oder gar im 3. Weltkrieg???
        ich wäre jedenfalls etwas vorsichtiger mit meinen Wünschen!!
        oder bist du ein Sadist, der sich daran erfreut wenn es anderen schlecht geht??

        1. Nja Martin, dem ist doch nur eingeschränkt so. Die Wirtschaft läuft auch ohne Börse, d.h. die Börse kann 50-70% einknicken unddie Wirtschaft schrumpft dann vielleicht um 2-3%, sie läuft aber noch. Aldi hat ja weiter offen und die Bauern werden ihre Kühe nicht abschaffen. Öl wird vielleicht billiger, was ein Vorteil sein kann.

          Und umgekehrt muss im 3. Weltkrieg die Börse nicht um 70% einknicken.

  2. Zum Glück geht es hier um persönliche Meinungen und Einschätzungen. Jeder darf Mal was zum Besten geben. Und es hat nicht Mal Konsequenzen, wenn man in diesem Forum falsch liegt. Aber weil es gerade passt, was hier bereits geschrieben steht… Das Primitive wird leben und das Komplizierte wird an sich selbst scheitern.

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