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„Wie unruhige Tiere vor dem Erdbeben“: Industrie 4.0 und die Euro-Krise

Es gibt derzeit zwei große Illusionen! Erstens: wir können mit unserem bisherigen System so weiter machen wie bisher, sprich alle Arbeitenden zahlen Einkommenssteuer, die derzeit ja so schön sprudeln. Aber was, wenn die Digitalisierung und Automatisierung in den nächsten Jahrzehnten die Hälfte aller bisherigen Arbeitsplätze vernichten wird? Dazu Aussagen von Richard David Precht - und Hans-Werner Sinn und Dietmar Bartsch über die Europa-Illusion..

FMW-Redaktion

Es gibt derzeit zwei große Illusionen! Erstens: wir können mit unserem bisherigen System so weiter machen wie bisher, sprich alle Arbeitenden zahlen Einkommenssteuer, die derzeit ja so schön sprudeln. Aber was, wenn die Digitalisierung und Automatisierung in den nächsten Jahrzehnten die Hälfte aller bisherigen Arbeitsplätze vernichten wird (was wahrscheinlich ist)?

Auf diese Frage haben die Parteien in Deutschland bisher eine Antwort: nämlich keine! Viele aber spüren die Verschiebungen und flüchten sich in die alten Zeiten („Retropie“) , in denen ja angeblich alles besser war – so etwa Trump mit seinem Traum des Wiedererstehens der alten guten Industrie-Zeiten, so in Deutschland die AfD mit ihrem Traum von der Rückkehr zur heilen Familie und nationaler Homogenität.

Sehen Sie hierzu die hervorragenden Aussagen von Richard David Precht im Video, konkret ab Minute 10 und 50 Sekunden:


Richard David Precht
Foto: Jens Komossa – Eigenes Werk (Goldmann Verlag), CC BY-SA 3.0 de

Die zweite Illusion ist der Glaube, dass mit dem Sieg Macrons nun alle politischen Risiken in der Eurozone vorbei sind – die Finanzmärkte haben das in den letzten Wochen als gegeben angenommen. Doch auch das ist natürlich eine Illusion – sehen Sie dazu die Diskussion zwischen Hans-Werner Sinn und dem Fraktionsvorsitzenden der Linken, Dietmar Bartsch:



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4 Kommentare

  1. Schleswig-Holsteiner

    Vergleichbare Diskussionen dürfte es nach der Erfindung der Dampfmaschine oder der Produktion am Fließband auch schon gegeben haben. Und ? Wo ist die Massenarbeitslosigkeit ? Es gibt immer genug zu tun, es werden zukünftig vermutlich andere Prioritäten gesetzt werden müssen.

    1. Das ist sicher richtig. Allerdings hat es auch damals Jahrzehnte(!) gedauert, bis das Beschäftigungsniveau für die Masse (Gesellschaft) wieder „erträglich“ war. Erst mal wurden Kriege geführt – und zynisch müsste man wohl konstatieren, dass die „Beschäftigung mit dem Krieg“ wohl ein schrecklicher Ausweg aus der Massenarbeitslosigkeit war…

      Sollten die Veränderung, so wie sie prognostiziert werden, eintreten, dann stehen unseren Kindern oder deren Kindeskindern im schlimmsten Fall die gleichen (Kriegs-)Folgen ins Haus – wenn nicht sogar viel früher ein verrückter KimJonTrumPen als Retropist und Isolationist die Lunte zündet..

  2. DANKE, FMW!
    Super Tipp. Das Interview mit Precht ist erkenntnisfördernder als 25 andere Talk-Shows, egal, welche Schlüsse & Wahlempfehlungen man daraus zieht.

  3. Die Utopievorstellung kann nur in einem anderen Geldsystem funktionieren. Was sich nicht so richtig nachvollziehen kann warum sich viel weniger Menschen ein Auto kaufen sollen wenn die elektrischen bald günstiger als Benziner sind, in den großen Städten evtl aber der Rest wird wahrscheinlich weiter kaufen, vor allem wenn die noch selber fahren. Hängt glaube ich eher mit dem verfügbarem Einkommen zusammen ob die Leute das Geld haben.

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