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Indizes

Dax – Ruhe vor dem Sturm?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Christoph Lange

Der deutsche Leitindex DAX startete unentschlossen in die neue Woche. Den anfänglichen Gewinnen folgten Verluste. Ob der Anstieg von Montag Morgen fundamental begründet war, sei dahingestellt. Wahrscheinlicher ist das „Window-Dressing“, d.h. den Versuch von Fondsmanagern und institutionellen Großinvestoren, das arithmetische Erscheinungsbild ihres Fonds bzw. Investments zu verbessern.
Der Einzelhandelsumsatz in Deutschland fiel enttäuschend aus. Die Erlöse lagen real 0,6 % niedriger als im April. Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet.
Die Inflation im Euroraum stand im Juni wie erwartet auf ungewöhnlich niedrigem Niveau bei 0,5%, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat in Brüssel mitteilte.
In den USA in der Region Chicago hat sich die Stimmung von Einkaufsmanagern stärker eingetrübt als erwartet. Der Indikator fiel von 65,5 auf 62,6 Punkte.
Heute stehen auf der Agenda: Einkaufsmanagerindex und Arbeitsmarktbericht in Deutschland und der EU sowie der ISM-Einkaufsmanagerindex und die Bauausgaben in den USA.

Der DAX startete positiv in den Handel, konnte aber 9900 nicht erreichen. Dann fiel der Kurs bis zeitweise 9800 zurück. In der zweiten Tageshälfte wurden die Verluste wieder abgebaut und der Kurs schloss auf dem Niveau von Freitag.
Ein neuer Anstieg ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Dazu muss der DAX über 9753 bleiben.
Wahrscheinlicher ist tendenziell die Abwärtsbewegung bis zunächst 9753, wobei der Kurs kurzzeitig nach oben bis um 9882 gehen kann.
Seit Donnerstag bewegt sich der DAX in Innenstäben, was Intradaybewegungen nur schwer prognostizieren lässt.

 

dax0107

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    helgas

    1. Juli 2014 18:59 at 18:59

    Sorry, welcher Sturm?
    Was soll denn noch passieren?
    Staatspleite in Argentinien steht bevor , Banken Run in Bulgarien, Israel- Hamas, Irak, Iran,Ukraine usw.
    3-4 % Inflation in Japan Nikkei plus 1,8%, und und und.
    Keinerlei Reaktion der Märkte.

    Die US Indizies steigen, Dow wieder bei 17000 der Dax und MDax reagieren kaum, es geht weiter aufwärts solange die Märkte manipuliert werden,Statistiken gefälscht werden und die Notenbanken Geld bis zum abwinken drucken und die Märkte hochkaufen, haben wir eine Vollkasko Versicherung zum Kauf von Aktien.

    Bis zum grossen Knall , das kann noch Jahre dauern!

    Gruß Helgas

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Aktienmärkte: Börsen-Ausnahmejahr 2020: Geht es so weiter?

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Obwohl wir noch drei Monate des Jaheres 2020 vor uns haben, ist bereits jetzt ersichtlich, dass das Coronajahr 2020 in jeder Hinsicht aussergewöhnlich ist für die Aktienmärkte – weil man sich so ziemlich gar nicht an Weisheiten und Statistiken der Vergangenheit orientieren konnte. Jetzt stehen wir kurz vor der Wahl des US-Präsidenten für die nächsten vier Jahre. Sollte das auch die Aktienmärkte unberührt lassen?

Aktienmärkte: Das Jahr der Anormalien 2020

Gewiss waren die Aktienmärkte zu Jahresbeginn heiß gelaufen, eine Korrektur stand an, aber was kam in der Folge? Covid-19 mit absolut außergewöhnlichen Reaktionen von Politik, Wirtschaft und Börsen. Hier ein paar Superlative:

  • Ab 20. Februar kam es zum schnellsten Börseneinbruch in der Geschichte in 34 Tagen um 30 bis 40 Prozent, dann die schnellste Erholung der Aktienmärkte, speziell in den USA, wo es nur sechs Monate bis zum Erreichen neuer All Time Highs gedauert hat
  • die tiefste Rezession seit Menschengedenken, die die US-Wirtschaft im zweiten Quartal auf Jahresbasis über 30 Prozent in die Tiefe führte, auf Quartalsbasis so wie in Deutschland knapp unter 10 Prozent
  • ein noch nie dagewesener Lockdown, der zeitweise 4 Milliarden werktätige Menschen weltweit in Quarantäne brachte
  • die schnellste, zwar noch unvollständige Wirtschaftserholung, die bei einem Gros der Märkte bis über 90 Prozent an ihr Winterniveau geführt hat
  • absurde Steigerungen bei Frühindikatoren und einzelnen Kennziffern, verursacht durch den angeordneten Stillstand: Ich habe bereits im Mai darauf hingewiesen, dass es aus finanzmathematischen Gründen sonderbare Zahlen geben muss – wenn etwas 90 Prozent gefallen ist, muss es bis zum Status quo 900 Prozent steigen
  • die tiefsten Zinsen seit vielen Generationen, die größten Rettungspakete von Staaten und Spritzen von Notenbanken
  • allein die Federal Reserve, die EZB und die Bank of Japan haben eine Bilanzsumme von 20 Billionen Dollar aufgebaut, bei einem Volumen der Weltwirtschaft von 86 Billionen Dollar
  • kein Saisonalität der Aktienmärkteg, kein Sell in May, kein Sommerloch, eine harmlose Septemberkorrektur, die selbst beim teuren Nasdaq mit 78 Prozent plus seit März nur eine 13-Prozent-Korrektur brachte
  • eine ewig lange Periode der Aktienmärkte, in der selbst blutige Anfänger mit ihrer Performance (Stichwort RobinHood) erfahrene Hedgefonds- und Investmentfondsmanager alt aussehen ließen.

Und jetzt reagiert man an der Wall Street nicht einmal auf die Aussicht eines Wahldebakels, welches wochenlang kein Ergebnis bringen könnte, mit all den hypothetischen Extremszenarios. Sicherlich bleibt eine Grundvolatilität erhalten, allein schon durch die großen Hebeleinsätze, immer wieder auftretender kleiner Short Squeezes und dem Zwang zu agieren. Allein schon durch die permanente Spekulation um das fünfte Konjunkturpaket, um den Impfstoff, um die Infektionszahlen – ruhig dürfte der Monat nicht verlaufen.

Aber ein großer Einbruch der Aktienmärkte, woher soll dieser jetzt kommen?

Es liegen unglaubliche fünf Billionen Dollar auf Cashkonten – wohin mit dem Geld? Man kann keine Kundengelder lange auf Konten mit Strafzinsen bunkern.

Schlussfolgerung

Es gibt aus meiner Sicht zwei überragende Faktoren, die alle anderen, auch berechtigten Negativfaktoren vom Tisch wischen.

Weltweit gibt es bereits über 20 Billionen Dollar an Anleihen im Bereich der negativen Realverzinsung (nicht nominal) – und nicht zu vergessen Billionen Dollar/Euro/Yen an Sparanlagen auf unverzinslichen Konten. Es herrscht ein noch nie dagegewesener Anlagenotstand für Pensionsfonds, Versicherungen, Kapitalsammelstellen jedweder Art und von vorsorgenden Kleinanlegern.
Die Regierungen dieser Welt haben Rettungsprogramme aufgelegt, versorgen Arbeitnehmer mit Kurzarbeitergeld und verhindern im großen Stile Unternehmensinsolvenzen.
Kurzum: Es werden Stimuli in gigantischen Dosen verabreicht, die aus besagten Gründen immer wieder auf den Kapitalmärkten landen. Die Aktienmärkte sind süchtig nach weiteren Geldspritzen. Und um auf die US-Wahl 2020 zu sprechen zu kommen: Egal wer im November gewählt wird, er wird weder etwas an den Zinsen ändern, noch das Stimulusprogramm beenden. Bei Joe Biden und seinen Demokraten könnte es sogar noch ausgeweitet werden.

Wie soll so etwas enden? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich das viele Geld nicht irgendwann seinen Weg in die Gütermärkte macht und damit Inflation erzeugt, gefolg von einem Anstieg der Kapitalmarktzinsen – und dann wäre es vorbei mit der Hausse der Aktienmärkte..

Das Jahr 2020 ist in jeder Hinsicht aussergewöhnlich für die Aktienmärkte

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