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Deutsche Bank: Deutschland rauscht in die Rezession

Laut Deutscher Bank rauscht Deutschland derzeit in die Rezession. 2023 ist es dann endgültig soweit. Hier die Gründe.

Deutschland-Flagge

Laut Analyse der Deutschen Bank rauscht Deutschland allmählich in die Rezession, und wird nächstes Jahr auch dort ankommen. Die DB sagt aktuell, dass man seine BIP-Prognose für die Jahre 2022 und 2023 deutlich nach unten revidiert hat. Für das laufende Jahr rechnet die DB nunmehr mit einem Wachstum um 1,25 Prozent, wobei das BIP in Q3 und Q4 bereits leicht gegenüber dem Vorquartal sinken dürfte. Für das kommende Jahr erwartet man einen BIP-Rückgang im Jahresdurchschnitt um etwa 1 Prozent.

Gründe für die nahende Rezession

Als Gründe für die nahende Rezession erwähnt die Deutsche Bank die hohe Inflation – vor allem, aber nicht nur Energiepreise – sie drücke auf die verfügbaren Einkommen. Aufgrund der ungleichen Verteilung der Ersparnisse der privaten Haushalte könnten die realen Einkommensverluste nicht durch mehr Entspares kompensiert werden. Etwa die unteren 40 Prozent der Einkommensverteilung haben laut DB keine oder keine nennenswerte Ersparnisbildung. Der private Verbrauch soll im kommenden Jahr um etwa 1 Prozent sinken. Die Staatsausgaben dürften im kommenden Jahr stärker steigen als 2022. Die Investitionstätigkeit leidet laut der DB unter den anhaltenden Materialengpässen, den gestiegenen Preisen für Energie und viele Vorprodukte, der allgemeinen Verunsicherung wegen des Krieges in der Ukraine, sowie unter der zu erwartenden Zinswende.

Gleichwohl laut laut DB ein leichtes Plus sowohl bei den Ausrüstungs- als auch bei den Bauinvestitionen möglich, da die Lieferprobleme der letzten Monate einen Nachfragestau ausgelöst haben. Die deutschen Exporte würden darunter leiden, dass ein relativ hoher Anteil der Ausfuhren nach Osteuropa geht, wo die Kriegsfolgen stärker zu spüren sind. Zudem würden die USA im Jahr 2023 auf eine Rezession zusteuern. Also sei auch hier in Summe nur mit einem marginalen Wachstum zu rechnen.

Die Inflation dürfte 2022 bei 8 Prozent liegen. Für 2023 rechnet die DB mit einer Teuerung von 6 Prozent. Beide Raten haben hat man leicht nach oben angepasst. Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe dürfte 2022 um 1 Prozent sinken und 2023 in etwa stagnieren. Grundsätzlich sei die wirtschaftliche Entwicklung der Industrie in Deutschland von zwei Extremen geprägt: Einem Auftragsbestand auf Rekordniveau auf der einen Seite und gravierenden Engpässen bei Vorleistungsgütern auf der anderen Seite. Manche Sektoren werden laut DB ihre Produktion aufgrund der hohen Gaspreise zurückfahren oder haben dies bereits getan. Positiv sei, dass die Automobilindustrie den Tiefpunkt in der Versorgungskrise (Halbleiter) überwunden haben könnte und die Produktion in den kommenden Monaten – ausgehend von niedrigem Niveau – etwas steigern dürfte.

Sämtliche Prognosen der DB basieren auf der Annahme, dass es nicht zu einer spürbaren Rationierung von Erdgas kommen wird. Bei einem Lieferstopp von russischem Gas dürfte das BIP im kommenden Jahr um 5 bis 6 Prozent schrumpfen, weil Rationierungen nötig würden, die erhebliche Zweit- und Drittrundeneffekte auslösen würden.

Quelle: Deutsche Bank Research



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