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Deutschland 2014: Auf dem Höhepunkt – vor dem Abstieg

Markus Fugmann

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am

Während sich die Machtelite in der Normandie trifft und so dem Sieg der Alliierten über Deutschland gedenkt, wird spätestens seit dem Jahr 2014 klar, dass Deutschland faktisch den 2.Weltkrieg gewonnen hat – das Land ist derzeit auf dem Höhepunkt von Macht und Einfluss.

Das ist, wenn man so will, die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist: so wird es wahrscheinlich nicht bleiben!

Deutschland profitiert derzeit von einer extrem günstigen Situation: die Schwäche der beiden anderen europäischen Mächte, das stagnierende Frankreich und weitgehend orientierungslose Großbritannien, drängt Deutschland schon aufgrund seiner derzeitigen Wirtschaftskraft automatisch in den Vordergrund. Es ist gewissermaßen die Führungsmacht des „2.Westens“ (also Europas) und damit der entscheidende Verhandlungspartner für den „1.Westen“, also die USA. Daß Deutschland als Führungsmacht des 2.Westens kaum Ressentiments hervorruft, hat wiederum mit Kanzlerin Merkel und ihrer praktizierten „soft power“ zu tun. Großmachtstreben ist einer Merkel schon optisch weniger zu unterstellen als etwa dem pfälzischen Grobian Kohl.

Das Problem aber ist, dass die derzeitige Position Deutschlands sich mittelfristig mit allergrößter Wahrscheinlichkeit verschlechtern wird, wenn sich die demographischen Trends weiter fortsetzen. Schon in der Mitte des Jahrhunderts dürfte die Einwohnerzahl Deutschlands etwa auf dem Niveau Frankreichs sein, das – im Gegensatz zu Deutschland – seine Bevölkerungszahl ziemlich konstant hält. Verliert Deutschland 20% seiner Bevölkerung, wird sich seine Wirtschaftskraft verringern, und damit auch seine politische Macht.

Es wird ja meist völlig ausgeblendet, dass politische Entwicklungen viel mit Demographie zu tun haben. Fast alle politisch besonders instabilen Länder – so zum Beispiel Pakistan – haben innerhalb weniger Jahre ein drastisches Bevölkerungswachstum erlebt, ohne dass die Wirtschaftskraft mit gleicher Relation mitgewachsen wäre. Die Folge: viele junge Menschen, vor allem junge Männer haben, faktisch keine Chance auf einen anerkannten, wirtschaftlich befriedigenden Platz in der Gesellschaft – was ihre Neigung zu revolutionären Umtrieben deutlich erhöht. Diese jungen Männer können durch einen Umsturz nur profitieren, suchen sich für ihren Wunsch nach Veränderung und Anerkennung eine Ideologie (etwa den Islamismus) und halten so die politischen Strukturen eines Landes unter Dampf. Es entsteht also eine Dynamik und Instabilität, die sich häufig in außenpolitischer Aggression entlädt – schon um nach innen Druck abzulassen.

Deutschland, das allgemein als Hauptverantwortlicher für den Ausbruch des 1.Weltkriegs gilt (angelsächsische Autoren relativieren diese These derzeit) – hat zwischen 1872 und 1906 ein Bevölkerungswachstum von über 50% erlebt (von 41.Millionen auf 62.000 Millionen). Schon dieses Wachstum machte das machtpolitisch spät geeinigte Deutschland latent aggressiv, zusätzlich standen viele junge Männer – die in den verkrusteten Strukturen der Kaiserzeit kaum Aufstiegschancen hatten – zur Verfügung, die auf dem Altar der Vaterlandsliebe verheizt werden konnten. Nicht zufällig herrschte in der deutschen Bevölkerung bei Ausbruch des 1.Weltkriegs daher durchaus Begeisterung – anders als etwa bei Ausbruch des 2.Weltkriegs. Deutschland war bereits 1939 demographisch in Richtung Schrumpfung unterwegs, es gab faktisch keinen Überschuss unversorgter Söhne. Dass Deutschland unter den Nazis den 2.Weltkrieg verursacht hat, war vorwiegend ein Reflex auf die unverstandene, traumatische Niederlage aus dem 1.Weltkrieg (mit deutschen Soldaten tief in Frankreich zum Zeitpunkt der Kapitulation).

Heute dagegen steht Deutschland praktisch als Gewinner der Finanzkrise da. Sein Geschäftsmodell hat sich als nachhaltig erwiesen, durch die umstrittenen Reformen unter Schröder bekam das Land einen Dynamik-Schub, von dem wir heute profitieren – und ausruhen. Alle Umfragen deuten darauf hin, dass die Deutschen zufrieden sind – es ist eine Gesellschaft, die es sich im derzeitigen Wohlstand gemütlich gemacht hat. Man wählt faktisch das „Weiter so“ der Kanzlerin und entscheidet sich damit für die Verwaltung des Ist-Zustands, statt jetzt die Weichen für die Zukunft zu stellen. Denn Deutschland steht vor Risiken, denen mit der aktuellen Selbstzufriedenheit nicht begegnet werden kann:

1. Der Abstieg Chinas, dessen Wirtschaftsmodell extrem kreditgehebelt und daher nicht von Bestand sein wird. Für das Export-fixierte Deutschland aber ist ein erfolgreiches China von zentraler Bedeutung
2. Die Erholung der Euro-Zone ist nicht nachhaltig, da durch billiges Geld der Notenbanken erkauft, das überwiegend den Banken, nicht aber der Realwirtschaft zugute kommt. Endet die Illusion, dass die Krise beendet sei, kommt ein gewaltiger Haftungsberg auf Deutschland zu
3. Das derzeitige Steuermodell privilegiert vorwiegend die Reichen und schädigt durch die kalte Progression die Mittelschicht, sodass der Binnenkonsum, trotz aller Unkenrufe, nicht in Gang kommt. Folge ist ein verstärktes Auseinanderdriften der Gesellschaft
4. Die schlechten demographischen Aussichten werden ignoriert. Stattdessen müsste Deutschland einerseits massiv in neue Kitaplätze investieren (mit mittelfristig nachweislich positiven Auswirkungen auf die Geburtenrate), andererseits eine moderne Einwanderungspolitik betreiben, die das alte Blut-und-Boden-Dogma (Deutscher ist nur, wer deutscher Abstammung ist) endlich überwindet. Ziel müßte sein, speziell in Krisenregionen (Syrien etc.) gezielt jene einwanderungswilligen Gruppen anzusprechen, die gebildet sind und daher in Deutschland größere Erfolgschancen hätten

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Politik diese Aufgaben konsequent angeht, tendiert gegen Null. Es wird wohl auch diesmal eine große Krise brauchen, um umzudenken. Mit Mutti, dem kleinsten gemeinsamen Nenner des deutschen Wohlbefindens, wird das nicht zu machen sein.

23 Kommentare

23 Comments

  1. Avatar

    Attonitus

    10. Juni 2014 16:38 at 16:38

    Lieber Herr Fugmann, vielen Dank für den großartigen Artikel!
    Die Wirtschaftskraft eines Landes scheint mir leider komplett einseitig betrachtet zu werden, da der Begriff eben nur auf die Kraft der Wirtschaft abzielt. Aber, ein Verlust von Kräften für die Wirtschaft (Neudeutsch dann wohl „man-power“) muss zwangsläufig einen Verlust der Kraft der Wirtschaft mit sich ziehen (was nützen mir 300 PS in einem Auto, wenn ich kein Benzin habe…).
    Also, warum nicht die Defizite mit Fachkräften aus dem Ausland auffüllen? In den 1950ern hat das prima geklappt und entscheidend geholfen, die Wirtschaftskraft unseres Landes so weit zu bringen, dass wir über 60 Jahre danach noch davon profitieren und eine Generation erleben, die sich zufrieden zurücklehnt. Dies scheint uns nun in gewisser Weise auf die Füße zu fallen, da sich eine selbstzufriedene Bequemlichkeit breit gemacht hat auf Basis eines vermeintlich schier nicht enden wollenden Wohlstandes.
    Zum allem Überfluss haben wir dann auch noch Mutti, die impliziert, dass es keinerlei Notwendigkeit gibt, aus dem Hotel „Mama“ auszuziehen.

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      Rolf Sternhard

      10. Juni 2014 18:07 at 18:07

      Die „Einwanderer“ kamen nicht in den tatsächlichen Aufbauzeiten der 1950, sondern erst als der Laden nach dem Aufbau wieder brummte. Wie Sie in den Memoiren von Helmut Schmidt nachlesen können, ging es zuerst um die Stabilisierung des wackelnden Italiens durch einen Wohlstandstransfer und später um die Belohnung der Türkei für ihre Rolle als Raketen- und Flugzeugträger der Amerikaner. Für Deutschland war es, wie die FAZ vor kurzem zusammenfaßte, ein dickes Minusgeschäft.

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        Peppermint-Patty

        11. Juni 2014 07:12 at 07:12

        BRAVO !!! Dem ist Nichts hinzuzufügen

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          Attonitus

          11. Juni 2014 09:32 at 09:32

          Dem ist beleibe etwas hinzuzufügen! Eines von unzähligen Beispielen:

          http://www.welt.de/politik/deutschland/article123539929/Warum-Einwanderer-ein-Segen-fuer-Deutschland-sind.html

          Selbstverständlich werde ich Herrn Schmidts Hintergrundwissen nicht anzweifeln und möchte glauben, dass hinter den erwähnten Zuwanderungswellen die aufgezeigten politischen Zugeständnisse stecken. Hieraus aber nun eine allgemein gültige Aussage zur Folge von Zuwanderung ableiten zu wollen, kommt dem vielzitierten Vergleich zwischen Äpfle und Birnen gleich. Armutszuwanderung ist nicht gleichzusetzen mit der Einwanderung von Fachkräften!
          Ich würde mir von Herzen wünschen, dass sich eine Differenzierung in der Betrachtung und Auseinandersetzung mit Alternativen zum bestehenden System durchsetzt, denn nur so können neue Wege erschlossen werden.

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            Prawda

            11. Juni 2014 11:48 at 11:48

            Wie kann man nur den Unsinn glauben, der von den offiziellen BRD-Propagandamedien verbreitet wird. Der Schaden der durch die planlose Masseneinwanderung in die BRD verursacht wurde beträgt bisher 1 Billon Euro.

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            Ralf

            11. Juni 2014 17:58 at 17:58

            Welche Fachkräft kamen den in den 60er Jahren? Ungebildete Ziegenhirten und Analphabeten sind sicher keine, auch wenn die Grünen das gerne so sehen.

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        Fakten Fakten Fakten

        11. Juni 2014 19:09 at 19:09

        Deutschland – Arbeitsvolumen in Milliarden Stunden

        http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsvolumen#mediaviewer/Datei:Entwicklung_von_Arbeitsvolumen_und_Erwerbspersonenpotential.gif

        kann mir mal einer begründen, warum wir in Deutschland ab 1963-64 Einwanderung nötig hatten, obwohl das Arbeitsvolumen seitdem dramatisch gesunken ist. Was zu einer bis heute andauernden strukturellen Arbeitslosigkeit in Millionenhöhe geführt hat. Trotz Wiedervereinigung ist das Arbeitsvolumen nur auf der Höhe von 1960, obwohl wir heute 17 Millionen Arbeitskräfte mehr haben als 1960.

        Für mich gibt es nur eine Begründung, eine geopolitische, man wollte Deutschland in einen Vielvölkerstaat verwandeln.

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      sepp

      10. Juni 2014 19:36 at 19:36

      Der Autor und Sie sind wahrlich auf beiden Augen blind.
      Völlig unverständlich, diese Lagebescheibung!

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        Attonitus

        10. Juni 2014 22:28 at 22:28

        @sepp: wie sehen Sie die Lage? Können Sie Licht ins Dunkel bringen, auf das wir sehen? Mit der Bitte um Erleuchtung.

  2. Avatar

    Dirk

    10. Juni 2014 18:58 at 18:58

    Ich glaube, Muttis Aufgabe (und auch die Aufgabe ihrer Vorgänger) besteht genau in dem, das Sie ihr hier vorwerfen.
    Aus meiner Sicht sollen nicht die anderen europäischen Länder stärker, sondern Deutschland schwächer werden. So gesehen macht sie ihren Job doch ganz gut…

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    zdago

    10. Juni 2014 19:15 at 19:15

    @Verliert Deutschland 20% seiner Bevölkerung, wird sich seine Wirtschaftskraft verringern, und damit auch seine politische Macht.

    nun – das hat Deutschland in den Jahren 1940 – 1950 erlebt – von 80- auf 60 Mio – 8 Mio im Krieg und 12 Mio nach der Kapitulation !

    Nein – es sind nicht ein paar Mio mehr oder weniger Deutsche – nicht einmal die Aufbauspezialisten aus dem Süden – es sind Schulbildung, Ausbildung und Zukunftswille der Deutschen.
    Alles war 1946 vorhanden – trotz allem – und nach Umerziehung, der Zerschlagung der Schul- und Ausbildungssysteme und der Familien fehlen alle Voraussetzungen heute.
    Deutschland ist politisch und gesellschaftlich tot – deshalb geht es zu
    historisch Ende !

    Und das gilt nicht nur für Deutschland, sondern für den ganzen Westen – möglicherweise betrifft es die ganze Menschheit – denn ich kenne kein Volk, das nicht von den Finanzeliten korrumpiert ist und noch eine eigene Zukunftsperspektive hat !

    Dieser Untergang ist selbst gewählt – der breite Weg in den Untergang statt dem holprige Feldweg in die Zukunft !

    Eigentlich hat das Asimov in seinem „Imperium von Trantor“ ganz gut beschrieben – ob er wußte, wie nah er an der richtigen Geschichte ist? Nur die „Foundation“ gibt es nicht in der Realität !
    mfg zdago

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      denkender mensch

      10. Juni 2014 21:48 at 21:48

      Doch – Putins Russland steuert gegen – Geburtenrate steigt, Familien werden gefördert, Bildungsniveau wird verbessert.

      In Deutschland löst sich das soziale Gefüge auf, Bildung findet nicht mehr statt – das ist Staatsdoktrin. Es sind aber private Gegenbewegungen bereits erkennbar. Die sog. Russlandversteher sind zum Beispiel eine Gruppe, die zumindest anfängt zu denken.

      Ansonsten muss ich ihnen zustimmen – nicht die Zahl der Menschen ist entscheiden, sondern die Leistungsbereitschaft und das Bildungsniveau der Bevölkerung.

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        zdago

        11. Juni 2014 17:51 at 17:51

        @Putins Russland steuert gegen

        ja falls Putin – oder die russischen Regierung – loyal zu Russland sind !
        Aber – seit die Hochfinanz die russische Revolution organisiert und finanziert hat, hat sie auch ihre Finger drin.
        Im 2. Weltkrieg haben sie für die Hochfinanz gekämpft – der „kalte Krieg“ war ein Fake –
        und der erste Übernahmeversuch ist wohl am Volk gescheitert – auch wenn Putin dabei den Vorturner machte.

        Ich habe immer noch die Befürchtung, daß die Hochfinanz hier ihren Widerstand selbst organisiert und Putin wie Churchill am Schluß als Handlanger der Hochfinanz sein Land in die Hände seiner Feinde bringt.
        Möglicherweise bedarf es auch dazu Kriege – so wie die Kolonialmächte in den organisierten Weltkriegen zerschlagen wurden und ihre Kolonien aufgaben – was wohl ohne die Kriege nicht möglich gewesen wäre!

        Aber das wird man – leider – erst am Schluß und mit einigem Abstand – als Außenstehender erahnen können !
        mfg zdago

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      Prawda

      10. Juni 2014 22:36 at 22:36

      Deutschland ist politisch und gesellschaftlich tot – deshalb geht es zu historisch Ende !

      So ist es. Die Deutschen haben sich als Volk längst aufgegeben, siehe die Geburtenraten. Es besteht nicht mehr der geringste Wille die Zukunft zu gestalten. Die Eliten haben längst ihre Bindung zum deutschen Volk gelöst. Die Eliten haben ein völlig aus dem Ruder gelaufenes idealistisches Sendungsbewusstsein, welches den Deutschen nicht mehr das geringste Mitsprecherecht einräumt. Wohin das führen wird dürfte klar sein. Deutschland hat keine Grenzen mehr, wir müssen uns nur die massiven gesellschaftlichen Verwerfungen in den Städten anschauen, Deutschland wird ein Failed State der mehr an gescheiterte Staaten Afrikas od. Asiens erinnern wird, als an Deutschland. Denn die Millionen die in den nächsten Jahren kommen wird niemand mehr integrieren können, weder in die deutsche Gesellschaft (ist ja bei den Moslems bis in 50 Jahren nicht gelungen) noch in die Wirtschaft. Finis Germaniae

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        Attonitus

        11. Juni 2014 14:02 at 14:02

        @prawda: Ihr selbstgewählter Name impliziert, dass Sie an der Wahrheit interessiert sind und Ihr Schreibstil soll vermutlich polarisieren. Nun, letzteres geling Ihnen ganz gut. Sind Sie aber darüber hinaus an einer Lösung interessiert, oder reicht es Ihnen ein nationales Untergangsszenario zu proklamieren? Wollen Sie einsehen, dass unser Wohlstand auf der Armut anderer basiert und die Chance nutzen, die Ihnen ein Staat bietet, der zumindest noch eine zentrale Rolle einnimmt, Wege zu suchen einen gerechteren globalen Markt zu schaffen, oder wollen Sie weiterhin eine selbstgefällige und bequeme Wohlstandsinsel, die nach Ihrer eigenen Meinung ohnehin dem Untergang geweiht ist gegen Menschen verteidigen, die partizipieren wollen und, wenn man es richtig anstellt, helfen können, den Untergang abzuwenden?
        Nach meiner Auffassung befinden wir uns in einer Situation, in der andauerndes Gejammer auf hohem Niveau ebenso wenig nützlich ist, wie die Proklamation eines unabwendbaren Niedergangs. Aber vielleicht ist der eine Schritt zurück aus der Dekadenz, den es nach meiner Auffassung braucht, um die nächsten Schritte nach vorn zu machen, für die Mehrheit schon der Untergang des Abendlandes. Wollen wir also alle weinend, aber fett und bequem am Strand unserer Insel sitzen und zusehen, wie sie überspült wird? Oder wollen wir aufstehen, etwas abspecken und zusammen mit unseren Nachbarn anpacken?

        • Avatar

          Prawda

          11. Juni 2014 16:05 at 16:05

          Lösungen?

          Die wollen die Deutschen doch gar nicht hören!

          Siehe den deutschen, dressierten, affengleichen Mob gestern bei Lanz. AfD Lucke wurde gefragt was mit den illegalen Lampedusa-Einwanderern geschehen soll, und Lucke sagte dann, die sollte man in ihre Heimatländer zurückbringen. Dann fielen erst die C-Promis über ihn her, und dann der deutsche Mob. Wozu soll man solchen Ignoranten Lösungen anbieten, diese Dummköpfe können und wollen doch eh nicht zuhören. Diese Spinner müssen erst einmal schonungslos mit den zukünftigen Folgen ihres idiotischen Gutmenschentums konfrontiert werden. In unseren Städten kann man ja schon jetzt die Auflösung der öffentlichen Ordnung bewundern.

          Dieser billige Gratismut der Deutschen geht mir nur noch auf den Sack. Hör dir den dummen deutschen Mob an, ab Minute 30:
          http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2173462/Markus-Lanz%22-vom-10-Juni-2014

          Diese deutschen Dummköpfe, die jetzt noch Lucke niedermachen, werden sich noch wundern, und die ersten sein die ausrasten, wenn die Millionen Immigranten die sie herbeirufen kommen, und in Asyllager in ihrer Nachbarschaft untergebracht werden. Und die werden kommen, in den nächsten 15-20 Jahren werden 50 Millionen kommen! Denn die Amis haben, wohl nicht ohne Hintergedanken, in Nord-Afrika die Büchse der Pandora geöffnet.

          • Avatar

            zdago

            11. Juni 2014 17:52 at 17:52

            @ wenn die Millionen Immigranten die sie herbeirufen

            Sinn und Zweck dieser Aktion kann man bei Hooton/Morgenthau nachlesen !

            mfg zdago

          • Avatar

            Attonitus

            12. Juni 2014 10:02 at 10:02

            @prawda: Vielen Dank für den Link! Da ich Herrn Lanz per se nicht Ernst nehmen kann, hatte ich dieses traurige Stück deutschen Medienverrisses bislang (leider) nicht gesehen. Einerlei wie man den Anschauungen und Zielen des Herren Lucke gegenübersteht, ist die Art und Weise, wie Herr Lanz dieses „Interview“ führt ein Paradebeispiel von selbstgefälliger Ignoranz und nach undifferenzierter Aufmerksamkeit heischendem Sensationsverbalismus. Ein trauriges Beispiel, für das man sich wahrlich schämen muss.
            Dennoch lässt mich die Tatsache, dass ich in diesem Moment auf Ihren Kommentar antworten kann hoffen, dass da draußen noch andere sind, die Ihren Verstand nicht am Eingang eines medialen Spektakels abgeben und einem blasierten Moderatoren-Darsteller bei seiner Darbietung verfallen. Verbuchen wir das unter dem Aspekt, dass Menschen eben manipulierbar sind und das Phänomen aus nahezu jeder Menschenmenge – zumindest für den Augenblick – einen willfährigen Pöbel zaubern zu können nun einmal besteht. Richtig moderiert und im Rahmen einer vernünftigen Diskussion verhalten sich auch Gruppen durchaus vernünftig und zielorientiert.

  4. Avatar

    Hans

    10. Juni 2014 19:28 at 19:28

    Ihren Job hat sie auch in der ehemaligen DDR ganz gut gemacht, wenn auch in anderer Position

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    EUro-Wahn

    10. Juni 2014 20:24 at 20:24

    Zitat:

    Fast alle politisch besonders instabilen Länder – so zum Beispiel Pakistan – haben innerhalb weniger Jahre ein drastisches Bevölkerungswachstum erlebt, ohne dass die Wirtschaftskraft mit gleicher Relation mitgewachsen wäre.

    Nun ja, dann wäre es doch gut, wenn unsere Bevölkerungszahl schrumpft.
    Wohlstand wird durch Innovation und Waren geschaffen, nicht durch Bits und Bytes des korrupten Finanzsystems. Solange wir ein Papiergeld ohne Deckung haben, solange werden wir wohl noch durch die Hochfinanz, die Großindustrie und den davon abhängigen Politikern regiert werden. Die Steuermichel in unserem Land verstehen vom Geldsystem zu wenig. Wenn dann irgendwann niemand mehr bereit sein wird, Schulden zu machen, kommt der große Crash.
    Sieht man doch auch an dem EZB-Entscheid. Ob 0,25% oder 0,15% Zinsen – es gibt nicht genug Dumme, welche sich verschulden wollen. Warum sollten Unternehmer sich verschulden, wenn es nicht genug Käufer für ihre Waren gibt und wie sollen die Bürger diese Waren kaufen, wenn sie nicht über genug Geld verfügen?
    Da beißt sich die Katze doch in den Schwanz.

    Dieses System ist (mal wieder) am Ende! Der Euro hat uns NICHT profitieren lassen, denn die Rechnung werden wir noch bekommen. Dass unsere Politiker und sogar das BVerfG bestehende Verträge gebrochen haben, lässt tief blicken.
    Dass die Masse das schluckt und den blinden Versprechungen der Politiker glaubt, ist ein Armutszeugnis.

    Wir sind mit Sicherheit NICHT die Gewinner des Euro!

  6. Avatar

    Gerhard

    10. Juni 2014 20:35 at 20:35

    Richtigstellung:
    Der demographische Trend wird in den nächsten Jahrzehnten zu einer verminderten realen Arbeitslosenquote führen und aus ökonomischen Gesetzmäßigkeiten summa summarum die Wirtschaftskraft steigen.

  7. Avatar

    Judas

    10. Juni 2014 23:41 at 23:41

    Was die politischen Erfolge für das eigene Volk betrifft steht Mutti Merkel ihrem ehemaligen Erfolgs-Kollegen Silvio Berlusconi in nichts nach, nur sie hat es ohne Bunga Bunga geschafft!
    Die offensichtliche Realität ist, Mutti wird uns alle überleben, außer die anderen Parteien begreifen, das Sach- und Themenwahlkampf seit unserer finalen Amerikanisierung (Stichwort TV-Duell) ein Relikt der Bonner Republik ist.
    Auf diese erfolgsorientierte Weise eine historische Wahl zu gewinnen zeugt von gottgegebener Eignung und herausragender Progressivität des Erwählten zum Wohle des deutschen Volkes…

  8. Avatar

    T2014

    11. Juni 2014 11:03 at 11:03

    Das mit dem demographischen Trend haben sie leider falsch herum – es ist so, dass in den Krisenzeiten die Geburtenrate in die Höhe schießt (gerade in Kriegs- und Krisenzeiten erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass die „Familiengene“ überleben) und in den „guten“ Zeiten in den Keller geht (siehe ganz Westeuropa in den letzten Jahrzehnten), da dann „Selbstverwirklichung“ und Bequemlichkeit die Oberhand haben und keiner sich mit Kindern „belasten“ will.

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Clemens Fuest fasst in folgendem Vortrag die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise gleichsam kompakt und kompetent zusammen:

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Das Jahr begann relativ stabil, am Ende des Januars hatten sich S&P 500 und Dax kaum bewegt, was nach der Statistik auf einen ruhigen Jahresverlauf hindeuten würde. Bis Ende Februar ging es aufwärts, dann kam Corona. Nach der fulminanten Aufholjagd von Ende März und durch den April hinweg hätte man doch erwarten können, dass ein „Sell in May, but remember to come back in September“ funktioniert, nur erreichten die US-Indizes just am 2. September ein Allzeithoch, um praktisch den ganzen Monat hindurch zu korrigieren. Im Wahljahr sollte es einen schwachen Monat Oktober geben, bis zur letzten Woche, in der eine Wahlrally einsetzt. Doch was haben wir in den letzten Tagen erlebt? Einen Einbruch des Dow Jones von 2000 Punkten und beim Dax von über 1000 Zählern. Nun steht nur noch die Jahresendrally im Schlussquartal, als eiegntlich sehr sicheres saisonales Muster der Aktienmärkte, zur Disposition.

Der Konjunkturverlauf – ohne historisches Vorbild

Die Pandemie um Covid-19 führte zu einem bisherigen Konjunkturverlauf, den wohl kein Ökonom auf der Rechnung hatte. Chinas Konjunktur stürzte im ersten Quartal um 6,8 Prozent in die Tiefe und erholte sich in Q2 bereits schon wieder um 4,9 Prozent. Im Westen erwischte es im zweiten Quartal Großbritannien am stärksten mit minus 20,4 Prozent, gefolgt von Spanien mit minus 18,5 Prozent, Deutschland kam mit minus 9,7 Prozent noch relativ glimpflich davon, so wie die USA mit minus 9,5 Prozent auf Quartalsbasis. Auf Jahressicht allerdings mit erschreckenden 31,4 Prozent und gestern kam die erste Schätzung für das dritte Quartal in den Staaten: Plus 33,1 Prozent im Jahresvergleich, was auf den ersten Blick wie nach einer totalen Erholung aussieht, aber es hätten über 45 Prozent Anstieg sein müssen, um diesen Quartalseinbruch zu egalisieren.

Im europäischen Verfahren gerechnet: Nach minus 9,5 Prozent (Q2), jetzt plus 7,4 Prozent.

Auf alle Fälle brachte 2020 bisher die schnellste und tiefste Kurzrezession aller Zeiten, mit einem Wirtschaftseinbruch, der fast überall einem unvollständigen V gleicht, eher einem spiegelverkehrten Wurzelzeichen, das eine Erholung um etwa 90 Prozent anzeigt. Jetzt erleben wir die zweite Coronawelle, die in manchen Ländern vermutlich eine Double-Dip-Recession im vierten Quartal des Jahres zur Folge haben wird. Wie reagiren nun die Aktienmärkte?

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Wenn es bisher eine so genannte V-förmige Erholung geben sollte, dann haben dies die Aktienmärkte vollzogen. Nach einem Absturz der Märkte ab dem 20. Februar, wie man ihn noch nie in einer solchen Geschwindigkeit beobachtet hat – es brauchte nur 16 Tage vom Allzeithoch bis in einen Bärenmarkt – stürzten S&P 500 und Dax innerhalb von nur 34 Tagen um 33,9 beziehungsweise 39,6 Prozent in die Tiefe: Beim US-Leitindex auf 2206 und beim Dax auf 8255 Punkte. Aber es folgte eine ebenso spektakulären Erholung innerhalb nur eines halben Jahres.

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Was dem US-Leitindex S&P 500 am 2. September mit 3580 Punkten gelungen ist (Februar-ATH 3386 Punkte): Rekorde der Aktienmärkte inmitten des größten Wirtschaftseinbruchs seit dem Zweiten Weltkrieg. Wie konnte so etwas zustande kommen?

Notenbankbilanzen und Zinsniveau

Wer geglaubt hatte, dass das Jahr 2019 mit seinen über 100 Zinssenkungen durch die Notenbanken dieser Welt der Höhepunkt gewesen sein müsste, den belehrte spätestens der März 2020 eines Besseren. Die Federal Reserve folgte vielen westlichen Notenbanken und senkte die US-Leitzinsen auf 0 bis 0,25 Prozent. Begleitet von Anleihekäufen, die die Fed-Bilanz innerhalb von wenigen Monaten von vier auf 7,18 Billionen Dollar explodieren ließ. Die Europäische Zentralbank war vor Kurzem bei 6,74 Billionen Euro angelangt, zusammen mit der Bank of Japan erreicht man bereits über 20 Billionen Dollar. Die Bilanzsummen der Notenbanken marschieren in ungeahnte Höhen: In Japan auf 136 Prozent zum BIP, in Europa auf 66 Prozent und in den USA auf 37 Prozent.

Dies hat laut JP Morgan folgendes zur Folge (Stand Mitte Oktober):

Weltweit gibt es 17 Billionen Dollar an Anleihen, die keine oder sogar Minuszinsen abwerfen. Berücksichtigt man die jeweiligen Inflationsraten, so beträgt die Summe der Anleihen, die eine negative Realrendite abwerfen 32 Billionen Dollar, oder 76 Prozent aller Staatsanleihen von Industrieländern. Der Anlagenotstand für Kapitalsammelstellen (wie Staats- und Pensionsfonds) hat im Herbst des Jahres 2020 eine bisher noch nicht gesehene Dimension erreicht – und das erklärt die Kurse der Aktienmärkte.

Jetzt stehen die US-Wahlen an und der Sieger muss aus faktischen Gründen angesichts von über 11 Millionen Arbeitslosen und 50 Millionen Lebensmittelmarkenbeziehern in den USA zwangsläufig ein fünftes Rettungspaket auflegen. Außerdem ergab eine Umfrage im Sommer, dass 40 Prozent der Amerikaner keine 400 Dollar an Reserven besitzen, um sich zum Beispiel ein defektes Haushaltsgerät ersetzen zu können. Man kann sich immer nur wundern, wie die US-Regierung hier das Bild einer gesunden US-Wirtschaft zeichnen kann.

Bei einer weiteren Verschuldung stellt sich irgendwann die Frage: Wann wird sich dies bei den Kapitalmarktzinsen bemerkbar machen? In jeder Volkswirtschaft gibt es das Phänomen des Bruchs mit der Linearität, plötzliche Ausbrüche aus einer stabilen Entwicklung, davor sind auch die Vereinigten Staaten nicht gefeit.

Die Forschung für einen Impfstoff

Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurde mit solcher Intensität an einem Impfstoff gegen ein Virus geforscht – Sars-CoV-2. 160 bis 200 Projekte gibt es derzeit weltweit, einige Vakzine befinden sich bereits in der klinischen Phase 3 und die großen Staaten haben vorsorglich schon drei Milliarden Impfdosen bestellt, ohne zu wissen, welches Mittel sich überhaupt durchsetzen und welchen Effekt es überhaupt haben wird. Die Aktien von Moderna, CureVac oder Biontech explodieren an den Börsen um mehrere 100 Prozent, weil viele Investoren einen Milliardenmarkt wittern. Viele Projekte werden im Sande verkaufen, viele Millionen versickern, weil keiner weiß, was sich durchsetzt – und vor allen Dingen wann?

Die Entwicklung der Pandemie

Viele führende Virologen warnen, dass die Welt noch bis Ende des Jahres 2021 mit dem Virus leben müsse oder vielleicht sogar auf Dauer. Was bedeutet dies konkret? Derzeit gibt es weltweit über 45 Millionen bestätigte Infektionen, was angesichts von 7,6 Milliarden Menschen nur ein gutes halbes Prozent der Weltbevölkerung ausmachen würde. Aber sind das überhaupt realistische Zahlen? Wurden aus bestimmten Metropolen der Welt – New York, Neu-Dehli, Sao Paulo, Mexiko City – nicht schon Antikörpertests ausgewertet, die auf eine 20 bis 50 prozentige Durchseuchung von Teilen der Bevölkerung hinweisen?

In Ländern wie den USA, Brasilien, Spanien, Belgien u.a. werden offiziell Infektionsraten von 2,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung gemeldet, aber der Chef der US-Seuchenbehörde CDC der USA, Redfield, hat sich in diesem Jahr geäußert, dass man mit einer Dunkelziffer von Faktor 10 bei den Infektionen rechnen könne. Die USA haben bereits über neun Millionen Coronainfizierte bei einer Bevölkerung von gut 330 Millionen. Wie viele Menschen werden bis Ende 2021 schon mit dem Virus infiziert worden sein? Selbst der deutsche Virologe, Professor Streeck, rechnet mit einer gewaltigen Durchseuchung bis dahin. Es sei auch bis jetzt nicht klar, welche Immunität ein Impfstoff zur Folge haben wird? Wie viele Menschen werden sich überhaupt impfen lassen (müssen)? Fragen über Fragen.

Aber bei Fortführung der Gedankengänge über die Infektion der Menschheit mit Covid-19 schleicht sich ein unangenehmes Gefühl ein: Deutschland hat im Vergleich zur Bevölkerungszahl eine sehr niedrige Infektionsrate (0.59 Prozent), auch wenn man eine Dunkelziffer mit einbezieht, die aber aufgrund unserer Maßnahmen nicht allzu hoch sein dürfte. Was aber nicht anderes heißt, dass für unser Land noch ein weiter Weg in Sachen Corona bevorsteht – außer der Impfstoff kommt rechtzeitig und mit hoher Wirksamkeit.

Ausblick

Doch zurück zur Wirtschaft und zur Börse. Was bedeutet die aktuelle Gemengelage für das Jahresende der Aktienmärkte? Der Ausgang der Wahlen, die Börsenentwicklung, die Pandemie? In Summa „not predictable“. Doch wird auf eines Verlass sein: Das Gelddrucken geht weiter – so hat Madame Lagarde erst gestern die weiteren Notenbankkäufe der EZB bestätigt: bis mindestens Mitte 2021 wolle man alles tun und den ganzen Instrumentenkasten nutzen, um die Erholung der Wirtschaft zu fördern.

Auch die Bundesregierung hat eine große Summe an Ausfallszahlungen für den Monat des Lockdowns, November, angekündigt, um die wirtschaftlichen Folgen des verordneten Stillstands (Lockdown light) abzumildern.

Die Geldflut wird nicht verebben. Und wenn man den Chart zwischen Notenbankbilanz und Entwicklung der Aktienmärkte (S&P 500) betrachtet, so könnte man eigentlich auf eine bestimmte Jahresendprognose kommen.

Und was die Pandemie und die mögliche Wirkung der gerade angekündigten Lockdown-Maßnahmen betrifft, so empfiehlt sich ein Blick auf Israels Infektionszahlen, dem Land, welches bereits vor einigen Wochen solche verhängt hat..

Aktienmärkte und Wirtschaft im Coronajahr 2020

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