Devisen

Die Erwartungen an die EZB

Die Erwartungen an die EZB sind hoch. Tut sie am Donnerstag nichts, verliert sie ihre Glaubwürdigkeit. Also muss etwas passieren. Aber was? Folgende Grafik von der japanischen Großbank Nomura zeigt die Erwartungshaltung der Märkte:

EZB-Erwartung

Mit einer überragenden Mehrheit von 95% aller Befragten gehen die Märkte davon aus, dass die EZB am Donnerstag noch einmal die Leitzinsen senken wird. Ähnlich einhellig (89%) auch die Meinung, dass die europäische Notenbank zugleich die Einlagenzinsen senken wird, die derzeit bei 0 stehen – faktisch also negative Einlagezinsen einführen wird. Deutlich geringer wird die Wahrscheinlichkeit eingeschätzt (34%), dass die EZB einen neuen LTRO zur Re-Finanzierung der Banken auflegen wird. Nur 10% erwarten von der EZB QE in Stile der amerikanischen Fed.

Was auch immer passieren wird: profitieren dürften vor allem wieder einmal die Aktienmärkte. Faktisch gehen die Maßnahmen der EZB an der Realwirtschaft vorbei und blasen die Bewertung von „riskanten“ Investments immer weiter auf. Dadurch aber wird sich nichts an der Kreditvergabe der Banken in der Euro-Peripherie ändern: sie sitzen auf einem hohen Bestand an faulen Krediten, die verschärften Eigenkapitalanforderungen an die Banken sorgen zusätzlich für Risikoaversion bei der Kreditvergabe.

Solange dieser Mechanismus nicht durchbrochen wird, bleiben alle Maßnahmen der EZB Kosmetik. Sollte sich die Rally an den Aktienmärkten und Anleihemärkten der Euro-Peripherie fortsetzen, dürfte weiteres ausländische Kapital in Europa beherzt zugreifen. Mit der paradoxen Folge, dass trotz Zinssenkung und negativem Einlagezins der Euro stärker würde. Man darf gespannt sein, was der EZB dann noch einfällt…



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1 Kommentar

  1. Man sollte den da http://de.wikipedia.org/wiki/Mario_Draghi zum Kaiser von Europa ernennen und IM-Erika löst die Queen ab, dann wird ALLES gut ;-)

    Selbsverstänlich von der NSA und amerikanischen Drohnen überwacht.

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