Devisen

Die heutigen US-Konjunkturdaten erhöhen den Druck auf die Fed!

Zunächst heute morgen die Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone: Deutschland wieder sehr stark (52,7), Frankreich besser als erwartet, während Spanien schwer enttäuschte und mit 48,6 deutlich unter der 50er-Marke wieder Schrumpfung zeigt. Dazu passt, dass die Kreditvergabe in Spanien weiter stark rückläufig ist (Haushalte -5,2%, Unternehmen – 10,0%), wie heute die Zeitung El Pais meldete. Der Euro fiel daraufhin impulsiv bis 1,3525, kann sich aktuell aber wieder leicht erholen.

Und das trotz richtig starker Konjunkturdaten aus den USA: Zunächst der Markit Einkaufsmanagerindex auf einem 10-Monatshoch mit 54,7. Stark auch die Bauausgaben, mit+0,8% deutlich über der Prognose. Dann der ISM-Index, der mit 57,3 deutlich besser als erwartet ausgefallen war (Prognose 55,2) – das ist ein 31-Monatshoch! Auch die Unterkomponenten des ISM waren überzeugend, insbesondere die Komponente Beschäftigung. Auffallend allerdings, daß die Preise rückläufig sind – Sie kennen ja vielleicht unsere These von der deflationären Entwicklung der Realwirtschaft, während die Inflation überwiegend an den Aktienmärkten stattfindet.

Also: ein starkes Lebenszeichen der US-Konjunktur, und wenn nun die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag stark ausfallen sollten – der Konsens liegt bei 180.000 – dürfte die Fed kaum Argumente haben, nicht schon im Dezember mit der Reduzierung der Anleihekäufe zu beginnen. Die heutigen Daten haben also den Handlungsdruck auf die Fed deutlich erhöht. Vielleicht möchte Helikopter-Ben doch noch in die Geschichtsbücher eingehen als derjenige, der mit Tapering (als letzte Amtshandlung) angefangen hat.
Wichtig wird, wie der Black Friday – der Tanz ums Goldene (Konsum)Kalb – gelaufen ist. Was man bislang hört, klingt eher mäßig, aber vielleicht verschiebt sich der Umsatz noch stärker in den online-Bereich, und dafür ist der heutige Montag der entscheidende Tag.

Und die EZB am Donnerstag? Wird wahrscheinlich erst einmal die Füsse still halten, nachdem man bei der letzten Sitzung mit der Leitzinssenkung ja schon für einen heftigen Knalleffekt gesorgt hatte. Draghi wird vermutlich einen neuen LTRO in Aussicht stellen (also neuen Stoff für die Liquiditätsjunkies) , ohne jedoch einen konkreten Termin zu nennen. Hoffnung machen, aber nix versprechen – Ex-Goldman Draghi weiss, wie seine Pappenheimer in den Banktürmen ticken.



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