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DIHK-Umfrage bei 24.000 Unternehmen Industrie: „Alarmierende Anzeichen einer Deindustrialisierung“

Die Lage in der deutschen Industrie bleibt schlecht. Das zeigen aktuelle Umfragedaten des DIHK. Hier die aktuellen Aussagen.

Industrieanlagen. Foto: Noomcpk-Freepik.com

Die um 9:30 Uhr veröffentlichten Einkaufsmanagerdaten für Deutschland zeigen zwar eine Verbesserung der Konjunktur dank Wachstum bei Dienstleistungen, aber immer noch schrumpft die Industrie! Weniger stark als erwartet, aber ein Wert von 45,4 zeigt immer noch eine Schrumpfung an (alle Werte unter 50). Die maue Laune zeigt aktuell auch die Konjunkturumfrage Frühsommer 2024 der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).

Miese Lage der Industrie – aktuelle DIHK-Aussagen

Vom DIHK heißt es aktuell, der Aufschwung bleibe weiter aus. Die aktuelle Lage der Unternehmen sei mau, in der Industrie sogar schlecht. Die Erwartungen würden keine kraftvolle Aufwärtsbewegung zeigen. Die Hoffnung der letzten Monate, dass ein gutes Auslandsgeschäft oder eine wieder anziehende Inlandsnachfrage als Motor der heimischen Unternehmen wirken könnten, habe sich nicht bestätigt. Im Gegenteil – eine schwache Binnenkonjunktur und handfeste strukturelle Herausforderungen würden die Wirtschaft weiterhin im Griff halten.

Grafik zeigt schlechtere Geschäftslage der Unternehmen und damit die Schwäche der Industrie

Nur noch 28 Prozent der Unternehmen (statt 29 Prozent zum Jahresbeginn) würden ihre Geschäftslage als positiv bewerten, während 23 Prozent (nach 22 Prozent) diese als schlecht einschätzen. Der Saldo der Lagebewertung zwischen positiver und negativer Einschätzung setzt damit den Abwärtstrend fort und sinkt von 7 auf nun 5 Punkte. Damit bestätigen sich laut DIHK die negativen Geschäftserwartungen aus den vergangenen Monaten in der Gegenwart. Diese Eintrübung ziehe sich fast durch die gesamte Wirtschaft. Besonders besorgniserregend sei, dass sich die Situation der Industrie gegenüber dem Jahresbeginn verschlechtert habe und damit weiter negativ bleibt. Die Erosion der Industrie setzte sich fort.

In der Industrie bewerten laut DIHK mit 28 Prozent mehr Betriebe ihre Lage negativ als positiv (23 Prozent). Das sei bemerkenswert. Denn üblicherweise sei die Industrie wegen ihrer international breit gestreuten Kunden und ihrer Bedeutung für die Investitionstätigkeit am Standort Deutschland der wichtigster Konjunkturmotor.

Allerdings zeigen sich bei den Geschäftserwartungen laut DIHK im Vergleich zum Jahresbeginn gewisse Verbesserungen. Vor allem der Anteil der Unternehmen mit negativen Erwartungen ist von gut einem Drittel auf ein Viertel zurückgegangen (26 Prozent nach zuvor 35 Prozent). Für sich genommen sei das ein gutes Zeichen. Allerdings würden weiterhin die pessimistischen Einschätzungen überwiegen. Der Anteil der Unternehmen, die positive Erwartungen haben, bleibt aber mit 16 Prozent niedrig. Der Saldo aus besseren und schlechteren Antworten steigt damit gegenüber der Vorumfrage von minus 21 auf minus 10 Punkte. „Wir sehen an den Zahlen, dass die Konjunktur nicht wegbricht. Ein Wachstumsschub ist aber bislang nicht erkennbar“, so der DIHK.

Mehr als die Hälfte der Betriebe sind besorgt über die noch immer hohen Energie- und Rohstoffpreise, über das Dauerthema Fachkräftemangel und über die Arbeitskosten. Hinzu kommen unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Laut DIHK zeigt das, wie stark die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen und des Standortes insgesamt derzeit unter Druck ist.

Alarmierende Anzeichen

Trotz geringfügiger Verbesserung bleiben die Investitionspläne der Betriebe restriktiv. Lediglich ein Viertel (24 Prozent) der Unternehmen plant mit mehr Investitionen, drei von zehn (31 Prozent) müssen hingegen kürzen. Nur während der Finanzkrise und zu Beginn der 2000er-Jahre (Herbst 2003) lag der Anteil der Unternehmen, die in Kapazitätsausbau investieren will, noch niedriger. „Das sind alarmierende Anzeichen einer schrittweisen Deindustrialisierung. Wenn wir nicht zügig gegensteuern, verliert Deutschland seine industrielle Basis. Und damit die Grundlage für unseren Wohlstand“, so der DIHK, dem auch Sorge bereitet, dass die Investitionen insgesamt nach wie vor unter dem Niveau von 2019 liegen.



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26 Kommentare

  1. Gegenstand unserer Wirtschaftsordnung Soziale Marktwirtschaft ist die Tatsache, daß Politik und Unternehmen im Zusammenhang mit konjunkturellen Entwicklungen fremdbestimmt sind. Nicht so bei strukturellen Defiziten. Bei letzterem besteht Handlungsbedarf von seiten der Wirtschaftspolitik. Dem obigen Bericht kann man entnehmen, daß die Energiekosten zu den strukturellen Defiziten gehören. Hier bedarf es eines Bekenntnisses zur energiepolitischen Agenda der Öl-Allianz OPEC+/Energiemix bestehend u.a. aus ca. 28% fossilem Erdöl, fossilem Erdgas, Wasserstoff, Wasserkraft, Sonnenenergie, Atomenergie, Kohleindustrie, Windenergie und Biomasse. Da die Industrie das Rückgrat unserer deutschen Volkswirtschaft darstellt, sollte es nicht zu einer Deindustriealisierung kommen.

  2. Moin, moin,

    ja so sieht es aus, zumindest wird die De-Industrialisierung weiter voranschreiten. M.E ist sich der Großteil der BRD Bevölkerung darüber im Unklaren. Es betrifft sie im Moment nicht. Erst beim Eintreten von persönlicher Betroffenheit (z.B. der eigene Arbeitsplatz) wird man helle. Ich vergleiche das gerne mit Windenergieanlagen. Jeder ist dafür, nur bitte nicht vor der eigenen Tür. Solange vor der eigenen Tür keine Windenergieanlage steht, solange ist es Otto Normalverbraucher egal.

    Fällt die Industrie, sprich die (Teil-)Wirtschaft, fällt der Sozial- Rentner- und Beamtenstaat (Dominoeffekt). Dann kommt sozusagen Stimmung in die Sache. Erst ab dann ist mit wesentlichen Veränderungen zu rechnen, dann geht es um Sein oder Nicht-Sein.

    Um es vorweg zu nehmen, die Schuldigen werden Putin, Corona, die Rechten etc. sein, natürlich nicht die Mitglieder und ex-Mitglieder der etablierten Parteien. Wer möchte schaut gerne auf die 1920er, Anfang 1930er Jahre. Man muss das Rat nicht neu erfinden, alles schon einmal da gewesen. Viel Spaß uns allen.

  3. Wer mitten in der größten Energiekrise Atomkraftwerke abschaltet, und den Menschen auch noch vorlügt, dass alle befragten Beteiligten eine Abschaltung für sinnvoll halten, wird ein Ziel verfolgen.
    Und das Ziel wird nicht sein, eine Deindustrialisierung von Deutschland zu verhindern, sondern sie zu beschleunigen. Nur so können wieder Jubelmeldungen über den sinkenden Stromverbrauch und sinkende CO2 Immissionen verbreitet werden.

    1. @Helmut
      Gaskrise muss es heißen, und nicht Energie- oder Stromkrise… Außerdem war die im April 2023 bereits überstanden. Die monatlichen Börsenstrompreise haben sich zumindest von 180 € in den sechs Monaten vor der Abschaltung auf inzwischen 64 € im Vergleichszeitraum ein Jahr später deutlich verringert.
      Außerdem hätten auch Kernkraftwerke nicht verhindert, dass Gaskraftwerke zur Spitzen- und Residuallast zum Einsatz kommen. Und wie wir alle wissen, bestimmen die den Strompreis nach Merit-Order.
      Wie so oft, bringst du da einiges wild durcheinander.

    2. @Helmut52
      Keiner hat gelogen.Sie verbreiten mal wieder Unsinn. Und es gab auch keine Stromkrise. Wieder mal AfD-fakenews

    3. Die Atomkraftwerke liefen dann ja doch weiter – ich glaube bis März. Und, die Krise hat eigentlich Putin losgetreten. Erstens, indem er den größten Gasspeicher Deutschlands hat leerlaufen lassen und dann das Gas in Nordstream 1 abgestellt hat. Putin wollte damit uns bestrafen für unsere Hilfe für die Ukraine und die Wirtschaftssanktionen, die tatsächlich Russland überhaupt nicht schadeten. Ich sage nicht, dass die Politik die Energie auf Erneuerbare umzustellen ohne negative Wirkung wäre, aber der Preisschub damals hatte nichts damit zu tun. Habeck für das Tun von Putin verantwortlich zu machen, halte ich nicht für richtig.

  4. Und warum sind die größten Kohle-Dreckschleudern aus der Notreserve geholt worden, damit genügend Strom vorhanden war?
    Gut, wenn nur genügend Betriebe weiter ihre Produktion ins Ausland verlegen, dann kommt Deutschland besser mit dem Strommangel zurecht.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Ich zitiere aus deinem Link: „Braunkohlekraftwerke können zur Sicherung der Energieversorgung im kommenden Winter wieder ans Netz gebracht werden.“
      Sie wurden aus der Reserve geholt und können bei Bedarf wieder ans Netz gebracht werden.

      Wurden sie aber nicht, wie du sehr schön an den letzten drei Balken (Quartalen) im Vergleich zu den drei davor (Halbjahre 2. 2021 bis 2. 2022) sehen kannst:
      https://www.energy-charts.info/charts/energy/chart.htm?l=de&c=DE&interval=halfyear&halfyear=-1&year=-1&legendItems=0x4k00

      Das muss doch sogar einem Fanatiker und Schwarzmaler wie dir auffallen.

      Hätte ich beinahe vergessen: Auch in der Industrie geht es aufwärts. Innerhalb der Industrie steche die Chemiebranche positiv heraus. Industrie-Barometer steigt stärker als erwartet. Laut Bundesbank hat die deutsche Wirtschaft wieder Tritt gefasst und bleibt im Frühjahr voraussichtlich auf dem Wachstumspfad.
      https://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutsche-Wirtschaft-steuert-auf-Erholung-zu-article24961614.html

    2. @Helmut, das ist die viel größere Sauerei:

      https://taz.de/Atommuelllager-Asse/!6011977/

      Die Überreste des achso günstigen Atomstroms! Da hat wohl jemand bei der Vollkostenkalkulation eine Winzigkeit vergessen. Ich bin nicht grün, aber ohne die gesamte Kette des Atomstroms zu berücksichtigen, einschließlich seriöser bzw. nachhaltiger Endlagerung, ist der Betrieb von AKWs, Mord an unseren Nachkommen und an Vorsätzlichkeit nicht zu überbieten. Und kommen Sie mir jetzt ja nicht wieder mit irgendwelchen Forschungskäse, bei dem Atommüll verbrannt wird. Das geht noch Jahrzehnte, wenn es am Ende überhaupt funktioniert. Meine Meinung wird sich erst ändern, wenn das Endlagerproblem wirklich gelöst ist. Dann lieber solange noch die paar Versorgungslücken mit Kohle abdecken.

    3. Hat sich dann gezeigt, dass das nicht notwendig gewesen war. Ich bin auch der Meinung, dass Gas zu jedem Preis zu kaufen, ebenfalls falsch und nicht nötig gewesen war. Letztlich war es wohl der Klimawandel – also ein warmer Winter – der verhinderte das viel Gas verbraucht wurde. Ob die Leute viel gespart hatten, weiß ich nicht, ich hatte jedenfalls weniger als sonst geheizt. Die Heizkosten hatten sich dann auch nicht sehr erhöht bei mir.

    4. Ein typischer hypothetischer Diskurs zwischen @Helmut aus Andalusien (HAA) und einem faktenorientierten Bürger (FOB):

      HAA: Habeck schaltet mitten in der größten Energiekrise aller Zeiten Atomkraftwerke ab.

      FOB: Aber es gab doch gar keinen Strommangel, es war eine Gaskrise.

      HAA: Warum wurden dann die größten Kohle-Dreckschleudern aus der Notreserve geholt, um damit genügend Strom zu erzeugen?

      FOB: Aus der Notreserve holen, bedeutet doch nur, die Kohlevorräte im Kraftwerk bereitzustellen und genügend Personal in Bereitschaft zu halten. Die Kraftwerke werden also nur für einen etwaigen erneuten Abruf betriebsbereit gehalten, was etwas anderes ist, als sie in Betrieb zu nehmen. Das zeigen doch auch ganz deutlich die Erzeugungsdaten aus der Zeit. Sie müssen da schon genau zwischen Netzreserve, Kapazitätsreserve und Sicherheitsbereitschaft unterscheiden.

      HAA: Hääää ??? Alles linksgrün-versifftes substanzloses Detail-Gelaber. Ja weil Habeck Deutschland gegen die Wand fährt und deindustrialisiert, wird weniger Strom verbraucht. Dann freut er sich, weil der Anteil Erneuerbarer steigt.

      FOB: Nicht nur der Anteil ist gestiegen, auch die absolut erzeugten Strommengen von EE konnten um 32,7 TWh gesteigert werden.

      HAA: Aber wenn mal die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht…!!!

      FOB: Die paar wenigen Tage im Jahr müssen wir dann eben stärker auf europäische Importe und die Reserven zurückgreifen.

      HAA: Sag ich doch, mitten in Energiekrisen und wenn’s knapp wird, schaltet Habeck die Atomkraftwerke ab und fährt Deutschland gegen die Wand.

      FOB: Das hatten wir doch schon ganz am Anfang der Diskussion, Sie drehen sich im Kreis.

      HAA: Ja, das wollen die linksgrün-versifften Sektenjünger nicht hören und reden alles schön. Ein tiefes Tal, die ganze Welt lacht, ganz großes Kino, wir werden sehen, was noch kommt.
      Daher ist das Thema hier für mich beendet. Träumen Sie weiter.

      FOB: Die Erfahrung hat uns gelehrt, Sie tauchen in spätestens 10 Minuten an anderer Stelle wieder mit den gleichen Argumenten auf.

      HAA: Alles 🍌🍌🍌 Wir werden sehen…
      Meine liebe Frau und ich sind jedenfalls seit 2000 in Deckung gegangen. Der Goldpreis ist seit 1971 um über 6000% gestiegen, er hat sich fasst [sic!] versechzigtfacht [sic!]. Und die Kapazität unserer Stromleitungen wurde verdreifacht, in Sichtweite an der Übergabestation gibt es jetzt sogar einen neuen und größeren Trafo.

      FOB: Ich ziehe mich jetzt lieber desillusioniert aus der Debatte zurück!

  5. Hatte ich vergessen

    Energiesicherheit im Winter: Bund reaktiviert Reserve von Kohlekraftwerken | tagesschau.de

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/braunkohle-reserve-winter-100.html

  6. Die Industrie ist auch in der Verantwortung das Deutschland zu Grunde geht. Immer nur die Taschen voll machen und wenn das nicht mehr geht Deutschland verlassen. unglaublich. Man sollte nichts mehr bei denen kaufen aber wir sind ja überall abhängig

    1. @Angelika Kniephoff: Der Spruch „Alles für die Welt“ ist derzeit en Vogue und die nur auf Deutschland bezogene Abwandlung justiziabel. Darin sind sich alle einig. Somit ist das Handeln der Industrie nur konform zur politischen Hauptströmung. Es hat sich nichts geändert, so war es immer schon.

  7. Deformateur welch ein Horreur

    @ Alle, wer immer einseitig Russland beschuldigt, sollte sich einmal die Mühe nehmen die Vorgeschichte zu studieren und Videos der deutschen Journalistin Gabriele Krone Schmalz anzuschauen. Sie War ARD Korrespodentin und lebt in Russland. Sie sieht ihre Aufgabe als neutrale Informantin und nicht wie 90 % der parteiischen Nachplauderi- Journalisten ,die staatlich zensierte Deformanten sind.
    Diese Frau kann auch im bekannten unfairen 5 : 1 Maischberger Zirkus gute Figur machen.

    1. „neutral“ war diese Journalistin nie, etwa so wenig wie der Ex-Kanzler Schröder, der in Putin einen „lupenreinen Demokraten“ sah. In Zeiten des Internets kann man nachsehen was die Leute früher machten und sagten.

    2. @Deformateur welch ein Horreur
      Von welcher Vorgeschiechte reden wir? Davon vielleicht, dass die Ukraine nach Sicherheitsgarantien Russlands die Atomwaffen zurueck an Russland gegeben hat? Oder davon, dass Russland in dern NATO-Russland Grundakten die freie Buendniswahl von Staaten anerkannt hat? Oder reden wir davon, dass das damalige Russland in Form der UdSSR die Staaten, die sie im 2. Weltrkieg befriet hatten, entweder okkupiert hatten oder eine sozialistische Regierung instaliert hat und als die Menschen mit dem „Prager Fruehling“ ausdrueckten, dass sie was anderes wollte, die Panzer rollen liessen?

      Und schliesslich Frau Krone-Schmalz: Es gibt einen guten Grund, weswegen viele Laender ihre Diplomaten regelmaessig austauschen. Nach ein paar Jahren bekommen diese naemlich nicht die Vertreter ihres Landes im Gastland, sondern Advokaten ihres Gastlandes im Heimatland werden. Ansonsten: Guckst du hier: https://www.youtube.com/watch?v=y9WFpD9VPyM

    3. @Wechselbalg
      Deformanten, Respekt! Ich staune immer wieder aufs Neue, welche neuen begrifflichen Perversionen ständig in der rechten Szene erfunden werden, um einen Großteil – nach Ihren Angaben 90 Prozent – der Journalisten zu diskreditieren.
      Ich staune ebenso, welche Koryphäen für „neutrale Informationen“ Sie ständig in Russland ausfindig machen 🙃

      Hat es Ihnen nicht gefallen, wie Timo Chrupalla kürzlich in der Sendung von Maischberger filetiert wurde?
      Warum sehen Sie sich dieses vorhersehbare Waterloo eines rechtspopulistischen Clowns außerhalb seiner Komfortzone überhaupt an, wo Sie doch den ÖRR verachten?
      Mir hat die Sendung einigermaßen gut gefallen, obwohl das Verhältnis 5 : 1 noch nicht einmal ansatzweise das tatsächliche gesamtgesellschaftliche Wählerverhältnis von 6,5 : 1 widergespiegelt hat.

      Was mir nicht gefallen hat, war ein strampelnder und aggressiver, unsachlicher, hilfloser und populistischer Meister Chrupalla, der auf keine einzige konkrete Frage eine Antwort hatte. Der es gewohnt ist, abgeschirmt von demokratischem Gegenwind in Bierzelten und eigenen Veranstaltungen ohne „Lügenpresse“ vor eingeschworenem fanatischem Publikum zu sprechen.

      Ein Antidemokrat und Fan von Autokraten, für den es unfair und ungewöhnlich erscheint und der nicht wahrhaben will, dass nur etwa 15% der Bürger und Wähler seiner radikalen Meinung zustimmen, während 85% berechtigte kritische Fragen äußern, die er besser nicht mit nichtssagender populistischer Propaganda beantworten sollte.

      Fast noch peinlicher war übrigens Frau Beatrix von Storch bei Hart aber Fair vor 10 Tagen.
      Das sollten Sie sich unbedingt auch anschauen 😘

  8. Alle reden von den Energiepreisen, die der deutschen Industrie zu schaffen macht. Bloß der VDMA nicht. Der hat Arbeitskräftemangel als Hauptursache für den Umsatzrückgang festgestellt.

    https://www.comdirect.de/inf/news/detail.html?ID_NEWS=1132052858&NEWS_CATEGORY=TOP_NEWS_ALL&NEWS_HASH=5f94eae0ae7f9e435bb43619ddc81e679fcfb96&RANGE=

    1. Andreas Wieninger

      @Artie
      Ich nehme diese Überbetonung der Energiekosten seit Monaten ohnehin in fast allen Medien mit Ausnahme der FMW ganz anders wahr. Als Gründe geben die Unternehmen vor allem die schwache Weltwirtschaft an, speziell die Nachfrage aus China und Europa. Die globale Wachstumsrate sinkt das dritte Jahr in Folge. Deutschland als Exportnation bekommt das besonders zu spüren. Dazu, zumindest bis vor kurzem, die schwächelnde Inlandsnachfrage, also die Konsumzurückhaltung der Verbraucher infolge hoher Inflationsraten. Gestiegene Zinsen bremsen Bauwirtschaft und Investitionen aus. Es folgen die hohen Rohstoffkosten, Lohnkosten, Bürokratie, fehlende Digitalisierung und Fachkräftemangel. Natürlich werden auch die Energiepreise als Risiko genannt, allerdings längst nicht so häufig und in der Gewichtung, wie noch vor ein bis zwei Jahren, als sie sich tatsächlich auf einem völlig anderen Niveau befanden.

      Die IHK schreibt: „Der erhoffte Aufschwung aus dem Ausland bleibt aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Konjunktur, insbesondere in der Euro-Zone, aus. Die geringe Inlandsnachfrage wird derzeit von drei Viertel der Unternehmen als Risiko wahrgenommen. Jedes zweite Unternehmen sieht auch in der fehlenden Nachfrage aus dem Ausland ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. Ein weiterer Kostenfaktor sind die hohen Arbeitskosten, die von 62 Prozent der Unternehmen als Geschäftsrisiko eingestuft werden. Angesichts der schwachen Auftragslage sind die hohen Energiekosten als Geschäftsrisiko zwar in den Hintergrund gerückt, aber noch nicht völlig vom Tisch. Die Strompreise haben sich nach der Krise im Sommer 2022 wieder auf das Niveau vor Corona eingependelt.“

      Verband forschender Pharmaunternehmen: „Weil jeder Arbeitnehmer 2023 im Schnitt 20 Tage krank war, schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent. Wären mehr Arbeitsstunden geleistet worden, hätte die Wirtschaft um bis zu 0,5 Prozent wachsen können.“

      Das HWWI schrieb mit Blick auf 2024: „Die verringerten Fördermöglichkeiten durch den Staat aufgrund des Haushaltsurteils des Bundesverfassungsgerichts, insbesondere die nun fehlenden Mittel im Klima- und Transformationsfonds, dürften sich in den davon betroffenen Bereichen auch dämpfend auf die Investitionsneigung der Unternehmen auswirken und Standortüberlegungen verstärken.“

      IWD vom März 2024: „Die Investitionsperspektiven der Unternehmen in Deutschland sind trüb – Gründe dafür sind vor allem die Arbeitskosten, der Fachkräftemangel sowie Bürokratie und staatliche Regulierungen.“

      Miele, Porsche und Kärcher planen Investitionsverlagerungen ins Ausland.
      Die Gründe: „der weltweite Einbruch der Nachfrage nach Hausgeräten sowie die drastischen Preissteigerungen bei Personalkosten“ (Miele); „vor allem hohe Subventionen in den USA geben den Ausschlag gegen einen Standort für die neue Batteriefabrik in Baden-Württemberg“ (Porsche); „stark gestiegene Preise für Rohstoffe und Personal“ (Kärcher).
      Nebenbei bemerkt: Kärcher hatte vor wenigen Wochen einen Umsatzrekord für das Geschäftsjahr 2023 verkündet und befindet sich trotz der schwierigen Marktlage voll auf Wachstumskurs. Aufgrund von niedrigen Steuern und Löhnen ist beispielsweise Bulgarien für Kärcher besonders lukrativ.

      Was man in der allgemeinen Untergangs-Kakophonie leider nie zu lesen bekommt, ist die andere Seite der Medaille:
      Zusätzlich zum größten und modernsten Werk von Kärcher in Obersontheim befindet sich im Bühlertal ein weiteres Werk im Bau und im vergangenen Herbst eröffnete das Unternehmen ein neu errichtetes Service-Center im baden-württembergischen Ahorn (Main-Tauber-Kreis).

      Und seien wir einmal objektiv und ehrlich: Auch 2018 sah es nicht viel besser aus, trotz utopisch niedriger Strom- und Gaspreise und lange vor den multiplen Krisen, die sich seit Covid-19 den Staffelstab in die Hand gaben:
      https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/konjunktur-in-der-industrie-herrscht-unerwartet-starke-flaute-1.4006212

      Nur war der Wirtschaftsminister damals kein Grüner. Und das ist doch aktuell der wirkliche tiefere Grund, warum so auf ihn und die Energiepolitik eingeprügelt wird.

  9. Ich habe gerade frisch von destatis gelesen, dass deutsche Exporte in non-EU-Staaten um 3,6% gegenüber Vorjahr gestiegen sind und sich auch ein dicker Exportüberschuß ergeben hat. Ändert aber nichts dazu, dass das BIP zum Vorjahr nur 0,2% gestiegen ist. Das Problem ist also Deutschland und die EU. Ich verstehe allerdings nicht was da passiert, denn die Lohneinkommen sind richtig explodiert. Ist der deutsche Import der Wirtschaft eingebrochen? Vielleicht gibt es ja einen Artikel dazu, der das erklärt?

  10. Deformation ist auch Information

    @ Anna- Lisi,sie meinen dieSendung „HART ABER UNFAIR“ wo ein parteiischer Moderator vom Staatsfernsehen mit 5:1 Leuten probiert die Storch zu zerzausen. So schlecht hat sie gar nicht ausgesehen wenn man die Überzahl der Gegner in Betracht zieht.
    In denAugen der Demokratie – und Redefreiheit- Freunde ? war sie natürlich schon vorverurteteilt. Die Kommentare des diesbezüglichen Videos sprechen aber eine andere Sprache.
    Wissen sie den Unterschied zwischen Diktatorernstaaten mit Zensur und den westlichen Medien?
    In Diktatorenstaaten werden die Gegner nicht eingeladen, bei uns werden diese Leute eingeladen und mit undemokratischen Mitteln und parteiischen Moderatoren fertiggemacht um das Volk zu täuschen.

    1. Eine Runde Mitleid für die AfD. Selbst die bisherigen Freunde der rechten Fraktion im Europaparlament wenden sich von Ihrer geliebten AfD ab. Wahrscheinlich sind alle anderen mal wieder die Geisterfahrer auf der Autobahn.

      https://www.mdr.de/nachrichten/welt/politik/antrag-afd-ausschluss-europaparlament-fraktion-krah-100~amp.html

    2. @Wechselbalg
      In Deutschland wählen 85% NICHT die AfD. Warum also empfinden Sie es als unfair, wenn in einer Talkshow neben Frau von Storch auch Politiker von drei anderen Parteien eingeladen sind? Wurden die nicht gewählt, um die Interessen und Ansichten ihrer Wähler zu vertreten?
      Dazu gesellen sich ein Jurist und ein doch sehr moderater und abwägender Journalist, der wiederholt gegen eine einseitige Stigmatisierung der AfD plädiert.

      Ihr größter Denkfehler ist, Sie wollen einfach nicht akzeptieren, dass die AfD nur eine Minderheit von Radikalen und Extremen verkörpert. Mindestens ein Drittel ihrer potenziellen Wähler ist noch nicht einmal von den Inhalten dieser Partei überzeugt, sondern erteilt in Umfragen eher „Zustimmung“ aufgrund von Unzufriedenheit und Protesthaltung gegenüber anderen Parteien – also v.a. Ablehnung des aktuellen Regierungs- und Kommunikationsstils der Ampelkoalition.

      Sie flüchten sich, genau wie AfD-Politiker, in eine weinerliche Opferrolle, weil mindestens 85% der Menschen anderer Meinung sind. Vermutlich wäre es nach Ihrer kruden Ansicht fair und ausgewogen, wenn drei AfD-Politiker, eine Grüne, der Jurist und der Journalist debattieren würden, während der Moderator Redeverbot hat.

      Dann könnte Frau von Storch auch dort frei und ohne große Widerrede ihre Parolen verbreiten, wie sie es bei der „Jungen Freiheit“ macht. Denn das ist es, was Deutschland wirklich hören will: „Nicht die AfD hat sich seitdem radikalisiert, wie oft behauptet wird, sondern die Alt-Parteien haben einen Prozeß der Radikalisierung durchlaufen – von der Abwicklung von Kohle und Kernkraft bis hin zur juristischen „Abschaffung“ des biologischen Geschlechts.“
      Wie radikal, ja beinahe extremistisch ist das denn?! 😉

      Schon Ihre Rhetorik zeigt, wes Geistes Kind Sie sind: Überzahl der Gegner, staatlich zensierte Deformanten, undemokratische Mittel, um das Volk zu täuschen…
      Korrekter wäre allerdings: Demokratisch gewählte Mehrheiten, vertreten bei einer Talkshow im TV, die sich niemand ansehen muss, der das nicht will.
      Dafür gibt es schließlich auch noch ausgewogenere und deutlich fairere Kanäle und Formate wie NiUS und Achtung, Reichelt! 😘

  11. Hellseher mit dunkler Aussicht

    @Annalisi, vor allem der Jurist und die andere SPD Tante überzeugten mit der Aussage, dass die genau gleiche Aussage einer andern Politikerin in 1996 anderst zu bewerten sei , weil es andere Zeiten waren.
    Aber die Zeiten sind doch eher rauher geworden, mit der Unterdrückung eines grossen Teils der Bevölkerung im Namen der echten Demokratie werden die Zeiten noch rauher werden, dafür braucht es keinen Hellseher.

    1. @Wechselbalg
      Oje, Fakten sind wohl nicht so Ihr Ding. Der Jurist hat sich zur Aussage „wir werden sie/ihn jagen“ gar nicht geäußert, der Journalist hat dagegen auch diese Aussage eines Politikers von 1994 kritisch kommentiert.

      Die beiden weiteren Frauen in der Runde waren Katrin Göring-Eckardt und Dorothee Bär.
      Die „andere SPD Tante“ mit Glatze und Dreitagebart war Kriminalhauptkommissar Sebastian Fiedler 😉
      Aber egal, bei all dem Gender-Gaga weiß man ja gar nicht mehr, wer noch Männlein oder Weiblein ist. Geschlecht und Parteizugehörigkeit spielt aber auch gar keine Rolle, @klempner würde es als „Detailgequatsche“ abkanzeln.
      Einzig wichtig und entscheidend ist, das sind alles Feinde und Gegner, die einen großen Teil der Bevölkerung unterdrücken, nicht wahr?

      Und mit dem großen Teil der Bevölkerung und Unterdrückung meinen Sie die Querfront, die nicht regelmäßig demonstrieren und ihre Meinung nicht öffentlich auf der Straße und online kundtun darf? Oder die Landwirte, die nicht wochenlang Städte und Autobahnzufahrten blockieren und ihre Gülle überall abladen durften? Oder ein paar echte Patrioten, die nicht mal mehr ein paar harmlose und unverfängliche völkische Naziparolen skandieren dürfen? 😘

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